Pflegestudium vs. Ausbildung

Pflegeflucht

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Hallo,

die FH Fulda bietet ab Oktober den Studiengang Pflege an, mit dem man in 8 Semestern den B.Sc. und den Abschluss als Pflegefachmann/frau bekommt. Pflichteinsätze in den Semesterferien, alle Prüfungen laufen hochschulintern.

Würdet ihr so eine "Ausbildung" empfehlen? Oder doch lieber die klassische Berufsfachschule und anschließend ein aufbauendes Pflegestudium?

Bin an euren Meinungen interessiert.

LG :)
 
Ich würde jedem, der die Möglichkeit dazu bekommt, zu einem Studium raten, ob nun dual oder wie in Fulda hochschulintern. Ihr habt ein größeres Grundwissen und eröffnet Euch ganz andere Karrieremöglichkeiten.

Ausbildung und anschließendes Studium ist auch möglich (ich bin der lebendige Beweis dafür), kostet aber ungleich mehr Zeit.
 
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Wenn du es Dir finanziell erlauben kannst, würde ich auch das Studium wählen. Du hast nach 8 Semestern zwei Abschlüsse erreicht: einmal bist du examinierte Pflegekraft und zum zweiten hast du den Bachelor of Science, und damit einen international anerkannten akademischen Abschluss. Ich finde das sehr zukunftsweisend und für die Pflege stellt es mMn einen ungeheuren Fortschritt dar, was langfristig der Branche nur gut tun kann. Während des Studiums hast du auch einen mehrwöchigen Auslandseinsatz. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, beschränkt auf die EU. Das finde ich toll - zumal man sich das Land aussuchen kann.
 
Beides hat Vor- und Nachteile. Ich würde es davon abhängig machen, wie deine "Interessen" sind.
Wenn du das duale Studium wählst, hast du in vier Jahren gleich viele Praxisstunden wie in der dreijährigen Ausbildung. Das heißt, die Stunden eines Jahres sind Theorie. Das war für mich einer der Gründe, warum ich die Ausbildung gemacht habe. Ich wollte nach so vielen Jahren theoretischem Lernen in der Schule, für die Abiprüfungen und so weiter einfach endlich was praktisch machen und nicht mehr so viel auf meinen vier Buchstaben sitzen und Theorie lernen. Aber wenn das für dich kein Problem ist, ist das Studium sicher nicht schlecht.
Zudem kommt es darauf an, wie gut deine Selbstorganisation ist. In der Ausbildung gehst du in die Berufsschule, d.h. feste Klassen, Lerngruppen, Stundenpläne, Praxislernorte... Du musst dich weniger stark selbst organisieren, da du Strukturen vorgegeben bekommst (das war für mich auch einer der entscheidenden Punkte). Im Studium musst du dich um vieles selbst kümmern, hast aber dadurch auch mehr Handlungsspielraum und Entscheidungsfreiheit.
Und auch wenn es blöd klingt, du solltest dich vorher darum kümmern, dass die Finanzierung steht. Das Studium kostet je nach FH manchmal recht ordentliche Studiengebühren. Zeit für Nebenjobs hat man aber eher nicht, weil man ja die Praxiseinsätze im Schichtdienst arbeiten muss. Das heißt, du musst genug angespart haben, um davon vier Jahre Studiengebühren und Lebensunterhalt finanzieren zu können oder musst Bafög-berechtigt sein und es beantragen oder musst von deinen Eltern (oder sonst jemandem) finanziell unterstützt werden. In der Ausbildung dagegen erhältst du ein Ausbildungsgehalt. Das sollte aber kein Hinderungsgrund für das Studium sein. Da muss man sich nur vorher Gedanken machen, bevor man nach drei Monaten da steht und abbrechen muss, weil man es nicht mehr finanziert bekommt.
 
Würdet ihr so eine "Ausbildung" empfehlen? Oder doch lieber die klassische Berufsfachschule und anschließend ein aufbauendes Pflegestudium?
Ich denke, daß das die Zukunft sein wird.
Die klassische BFS plus anschließendes Studium ist eher was für Pflegekräfte, die früher mal die Ausbildung gemacht hatten (als es noch keine Studienmöglichkeiten in der Pflege gab) und nun noch nachträglich einen akademischen Grad erwerben wollen.
Wenn man sich die Beschreibung durchliest, sieht man aber, WIE neu dieser Studiengang ist:

"Besonderheiten
Vorbehaltlich der Akkreditierung führt der Studiengang zur Berufszulassung zum „Pflegefach-mann bzw. zur Pflegefachfrau mit akademischen Grad“.


Quelle:
Pflege (B.Sc.)

Und das ist es, was mich auch ein wenig stutzig macht:
Das neue Pflegeberufegesetz, nach welchem man auch den generalistischen Titel "Pflegefachmann/Pflegefachfrau" erwerben kann, tritt erst ab 1. 1. 2020 in Kraft. :weissnix:
Während des Studiums hast du auch einen mehrwöchigen Auslandseinsatz. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, beschränkt auf die EU. Das finde ich toll - zumal man sich das Land aussuchen kann.
Bin ich blind...? Ich habe das nirgends rausgelesen. Woher weißt Du das?
Wenn du das duale Studium wählst ...
Dies ist KEIN duales Studium. Das lese ich jedenfalls nirgends heraus:


Dieses Studium ermöglicht tatsächlich (vorbehaltlich der Zustimmung des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration) die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung OHNE daß eine BFS beteiligt wäre - nach bisheriger Rechtslage in Deutschland unmöglich:!:
Man hat also nur zwei Ausbildungsorte, die Hochschule und die Praxis - und nicht drei wie bei "Pflege dual"!
 
Dies ist KEIN duales Studium. Das lese ich jedenfalls nirgends heraus:
Hab ich so interpretiert wegen der Pflichteinsätze in den Semesterferien. Wenn es Pflichteinsätze sind, sind sie ja Teil des Studiums, und damit ist es blockweise dual. Theorie während des Semesters, Praxis in der vorlesungsfreien Zeit. Kann aber auch sein, dass ich das falsch verstanden habe.

Man hat also nur zwei Ausbildungsorte, die Hochschule und die Praxis - und nicht drei wie bei "Pflege dual"!
Bei uns hatte der duale Studiengang Pflege und Gesundheit auch zwei Lernorte, nämlich FH für die Theorie und KH für die Praxis. Dasweiß ich 100%ig! Ich hab mich intensiv damit beschäftigt, bevor ich mich entschieden habe, ob ich Ausbildung oder Studium machen will, ich habe während der Ausbildung mit den dualen Studenten zusammengearbeitet und mich mit ihnen darüber unterhalten, und ich habe eine Kollegin, die den Studiengang gemacht hat. Also das ist definitiv so! Heißt aber nicht, dass es an anderen FHs anders sein kann. Bei uns war es eben so wie beschrieben.
 
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Bin ich blind...? Ich habe das nirgends rausgelesen. Woher weißt Du das?

Ich habe die Seite der Fachschule des Fragestellers jetzt nicht angesehen. Aber wir hatten neulich einen Studenten der Pflege, der sein Studium in Bochum absolviert. Dort ist es so, dass man diesen Auslandseinsatz hat. Auch war er außerhalb der Semesterferien bei uns eingesetzt. Vielleicht wird das unterschiedlich gehandhabt. Ich meine, dass die Rahmenbedingungen (noch) von Institut zu Institut abweichen.
 
Hab ich so interpretiert wegen der Pflichteinsätze in den Semesterferien. Wenn es Pflichteinsätze sind, sind sie ja Teil des Studiums, und damit ist es blockweise dual. Theorie während des Semesters, Praxis in der vorlesungsfreien Zeit. Kann aber auch sein, dass ich das falsch verstanden habe.
Nein, denn dann wäre ja jede bisherige Pflegeausbildung (also auch die klassische an einer BFS) "dual".
Möglicherweise sorgt hier auch der Begriff der "dualen Ausbildung" für Verwirrung:
Das ist aber mit dem Studium "Pflege dual" nicht gemeint.
Bei uns hatte der duale Studiengang Pflege und Gesundheit auch zwei Lernorte, nämlich FH für die Theorie und KH für die Praxis. Dasweiß ich 100%ig! Ich hab mich intensiv damit beschäftigt, bevor ich mich entschieden habe, ob ich Ausbildung oder Studium machen will, ich habe während der Ausbildung mit den dualen Studenten zusammengearbeitet und mich mit ihnen darüber unterhalten, und ich habe eine Kollegin, die den Studiengang gemacht hat. Also das ist definitiv so! Heißt aber nicht, dass es an anderen FHs anders sein kann. Bei uns war es eben so wie beschrieben.
Kannst Du mir mal sagen, an welcher Hochschule das war (gern auch per PN)?
Ich kenne es einzig und alleine so:

"Zulassungsbedingungen

  1. Ausbildungsvertrag der Berufsfachschule für Krankenpflege mit einem unserer Kooperationspartner
  2. Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife
Zur Bewerbung um einen Ausbildungsplatz wenden Sie sich bitte an eine der kooperierenden Berufsfachschulen."

Quelle:
 
Hier wird es als duales Studium bezeichnet:


Was ich nicht wusste: nach 6 Semestern kannst du bereits als Pflegefachkraft arbeiten, du hast die Ausbildung also in der gleichen Zeit wie in der traditionellen Ausbildung beendet. Im 5. und 6. Semester hast du nur noch Uni und machst den Bachelor Of Science.
 
Ich denke, daß das die Zukunft sein wird.
Die klassische BFS plus anschließendes Studium ist eher was für Pflegekräfte, die früher mal die Ausbildung gemacht hatten (als es noch keine Studienmöglichkeiten in der Pflege gab) und nun noch nachträglich einen akademischen Grad erwerben wollen.
Wenn man sich die Beschreibung durchliest, sieht man aber, WIE neu dieser Studiengang ist:

"Besonderheiten
Vorbehaltlich der Akkreditierung führt der Studiengang zur Berufszulassung zum „Pflegefach-mann bzw. zur Pflegefachfrau mit akademischen Grad“.


Quelle:
Pflege (B.Sc.)

Und das ist es, was mich auch ein wenig stutzig macht:
Das neue Pflegeberufegesetz, nach welchem man auch den generalistischen Titel "Pflegefachmann/Pflegefachfrau" erwerben kann, tritt erst ab 1. 1. 2020 in Kraft. :weissnix:

Bin ich blind...? Ich habe das nirgends rausgelesen. Woher weißt Du das?

Dies ist KEIN duales Studium. Das lese ich jedenfalls nirgends heraus:


Dieses Studium ermöglicht tatsächlich (vorbehaltlich der Zustimmung des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration) die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung OHNE daß eine BFS beteiligt wäre - nach bisheriger Rechtslage in Deutschland unmöglich:!:
Man hat also nur zwei Ausbildungsorte, die Hochschule und die Praxis - und nicht drei wie bei "Pflege dual"!


Genau, man ist 4 Jahre nur an der FH und in allen Semesterferien in KHs und Pflegeheimen unterwegs. Größter Minuspunkt: die Praktika werden in der Regel nicht vergütet.

Habe mit den Verantwortlichen des Studiengangs gesprochen: die eine Zustimmung, die noch fehlt, ist deswegen noch nicht da, da alles eig. ab 1.1.2020 startet. Und falls doch irgendwie doch noch nein gesagt wird, werden noch kleine Änderungen vorgenommen. Aber es ist angeblich alles in trockenen Tüchern und sämtliche Modul und Prüfungsordnungen sind auch schon online.
 
Hier wird es als duales Studium bezeichnet:

Ja, das was Du da verlinkt hast, ist eindeutig ein dualer Studiengang.
Der läuft aber ganz anders ab als der in Fulda.
Was ich nicht wusste: nach 6 Semestern kannst du bereits als Pflegefachkraft arbeiten, du hast die Ausbildung also in der gleichen Zeit wie in der traditionellen Ausbildung beendet. Im 5. und 6. Semester hast du nur noch Uni und machst den Bachelor Of Science.
Ja, genau. Du legst normalerweise nach 6 Semestern das ganz normale Krankenpflegeexamen ab. Das hat z. B. @Romsen2014 hier im Forum gemacht und danach noch den Rest des Studiums zu Ende studiert in Vollzeit (soweit ich weiß).
 
Und wie sieht es inhaltlich aus? Die ersten sechs Semester denselben Inhalt wie in der Ausbildung und anschließend Examen und dann 2 Jahre Vollzeit vertieft?

Wenn dem so wäre, müssten aktuelle Pflegefachkräfte lediglich nur "zwei" Jahre studieren, statt wie oftmals angegeben 3-4 Jahre. Vielleicht sind die angegeben 3-4 Jahre nur für Personen ohne "Abi" und brauchen entsprechend Berufserfahrung zwischen Examen und Studium. Ich weiß es nicht.

Dann würde mich noch Gehalt und Tätigkeitsfeld der studierten Pflegekräften interessieren (ich rede nicht von den studierten in Leitungspositionen, sondern von denen, die am Patientenbett dann arbeiten). Im Grunde genommen werden in einigen Jahren alle ausgebildete Fachkräfte die "Helfer"der Pflegeakademiker sein. Dann würde ich aber als Arbeitgeber so wenig Akademiker wie möglich einstellen und da Geld sparen und als "Pflegefachmann" sobald wie möglich 2 Jahre studieren.

Man muss aber auch dazu sagen, dass in einigen Heimen nicht einmal selbst mehr examinierte Pflegefachkräfte am Bett stehen.
Im Grunde genommen steht dem Patienten mit dem Bachelor somit einfach eine weitere Berufsgruppe nicht zur Verfügung.

Alles andere (Forschung, Leitung usw.) ist meiner Meinung nach sinnvoll und nur möglich mit Studium. Ich frage mich aber oft ob es nicht erst einmal reicht die Ausbildung zu machen und wirklich Berufserfahrung zu sammeln. Hinterher ist man unglücklicher Pflegeakademiker. Wenn ich die Möglichkeit hätte zu studieren, würde ich alles studieren (wenns sein muss BWL) außer Pflege.

Ich finde den klassischen Weg (Ausbildung -> Berufserfahrung -> Studium) einfach sinnvoller, vor allem in der Pflegebranche und mal ganz ehrlich: ob man mit 25, 30 oder 35 oder sogar 50 mal 2-3 Jahre studieren geht ist doch egal. Spätestens mit 40 sind die meisten Pflegekräfte eh ausgebrannt, da kann man dann doch mal zur Abwechslung sich in die Uni setzen :D
 
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Hier steht ein bisschen was zu den Inhalten. Reißt mich persönlich jetzt nicht vom Hocker:


 
Duale Ausbildung:
Voraussetzung Hochschulreife - fachgebunden mind.
3jährige Ausbildung in einer BFS dazu, bei uns, jede 2te Woche 1Tag Uni.
Examen wie alle anderen auch, danach noch 2 Semenster zum BA.

Dann würde mich noch Gehalt und Tätigkeitsfeld der studierten Pflegekräften interessieren (ich rede nicht von den studierten in Leitungspositionen, sondern von denen, die am Patientenbett dann arbeiten).
Grundsätzlich ALLE Positionen für die eine höhere Qualifikation/Studium gefordert wird und z.B. keine Approbation erforderlich ist.
Da die Pflege derzeit massiv im Umbruch ist und erst jetzt die ersten Studienabgänger in den höheren Dienst an die Schaltstellen kommen können z.B. in Ministerien und dort mitreden oder sogar bestimmen können, wird sich erst die nächsten 10 Jahre herausstellen in welche Richtung es gehen wird - Kammern/Berufegesetz nicht vergessen.

Gehalt: Im Tarif ist es klar, sonst - wird wie überall Verhandelt.

Man muss aber auch dazu sagen, dass in einigen Heimen nicht einmal selbst mehr examinierte Pflegefachkräfte am Bett stehen.
In Krankenhäusern, zumindest großen, auch nicht mehr, wie ich unlängst am eigenen Leib erfahren durfte.

Ich finde den klassischen Weg (Ausbildung -> Berufserfahrung -> Studium) einfach sinnvoller,
Wobei es in anderen Berufen schon lange üblich ist, im Ausland sowieso , dass man mit der Ausbildung entweder das Abi oder eben ein Grundstudium machen kann oder ist und die Pflege hängt da nur mal wieder hinterher.

Es muss sich dringend in der Pflege was ändern - aber es soll alles so bleiben wie es ist :nurse::dudu::gruebel:

Es ist vieles im Fluss und wird die Pflege in Deutschland grundlegend verändern
Studium - Promotion - und wie oben schon geschrieben - die Studienabgänger von vor ca. 15 Jahren kommen langsam in der Karriereleiter so weit nach oben, dass sie Schlüsselpositionen besetzen können.
Kammer - die jetzt schon für Unruhe sorgt und bei Gründung weiterer Kammern und damit Macht auch Veränderungen beeinflussen kann,
und vor allem das Pflgberufegesetz, dass für größere Veränderungen sorgen wird, als man jetzt oftmals annimmt.

Ich gehe von einem Zeitraum von bis zu 2030 aus, bis man wirklich in Struktur und Organisation deutlichere Änderungen bemerken wird.
 
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Duale Ausbildung:
Voraussetzung Hochschulreife - fachgebunden mind.
3jährige Ausbildung in einer BFS dazu, bei uns, jede 2te Woche 1Tag Uni.
Examen wie alle anderen auch, danach noch 2 Semenster zum BA.
Da gibt´s wohl verschiedene Modelle, wie so das abläuft; z. B. sind´s bei der EVHN (hatte ich weiter oben verlinkt) nach dem Examen noch 3 Semester bis zum Bachelor, d. h. insgesamt 9 Semester (4,5 Jahre).
Aber im Prinzip sind die wohl alle so wie von @renje beschrieben.
 
Aber wo stehen akademische Pflegefachkräfte im Vergleich zu normale Pflegefachkräfte im Tarif?
Ich würde gerne wissen welche Tätigkeiten akademische Pflegefachkräfte im Vergleich zu nicht akademische Pflegekräfte verrichten (wie gesagt am Patientenbett - nicht in Leitungspositionen usw.). Und was ist mit den aktuellen Fachpflegern im Vergleich zum Bachelor?

Ich bin gespannt auf einige interessante Diskussionen zwischen frische Bachelors, erfahrene Pflegefachkräfte und dann auch noch Fachpfleger.

Bin immer noch der Meinung dass Fachpfleger,auch wenn ich keiner bin, durch Berufserfahrung und dem Inhalt der Weiterbildung selbst über einem Bachelor stehen sollte.

Und ich frage mich immer noch WER einen Bachelor statt einer normalen Pflegefachkraft einstellen sollte (Kosten). Ich persönlich glaube dass entsprechende Stellen (am Patientenbett wohlbemerkt!) sehr rare sind und genau diese Stellen müssten allerdings besetzt werden in den nächsten Jahren (eigentlich sofort!).

Ich persönlich würde NICHT für P7/ P8 im TVÖD als Akademiker pflegerische sowohl als auch ärztliche Tätigkeiten (durch Bachelor erweiterte Kompetenzen) verrichten wollen. Ich persönlich würde aber als Leitung keinen Arzt/ Pfleger"verschnitt" einstellen und mein Geld sparen. Entsprechend werden alle studierte Pflegekräfte Leitungspositionen einnehmen wollen... dann gibts halt 25 studierte Pfleger für 2 Leitungspositionen.

Natürlich braucht unser Beruf eine gewisse Akademisierung usw. aber dadurch dass jedem jetzt empfohlen wird gleich zu studieren wird keiner am Ende am Patient arbeiten und auch hier wieder: Dann hat der Patient weiterhin "Pflegehelfer" um ihn herum, eine examinierte Kraft die alle deligiert und eine examinierte Pflegekraft wird vom Bachelor deligiert. Dann sinds zwei Berufsgruppen statt nur eine (examinierte Pflegekräfte) die einem Patienten verwehrt bleiben - so what.
 
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Ich bin gespannt auf einige interessante Diskussionen zwischen frische Bachelors, erfahrene Pflegefachkräfte und dann auch noch Fachpfleger.
Und die erhoffst Du Dir durch die von Dir anschließend gemachten Aussagen? Ernsthaft?
 
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Und die erhoffst Du Dir durch die von Dir anschließend gemachten Aussagen? Ernsthaft?

Wieso sollte man sich sowas erhoffen? Es ist einfach nur nervig und man mag es glauben oder nicht, solche Diskussionen finden in einigen Kliniken ständig statt. Einigen fühlen sich gleich angegriffen, andere profitieren davon und letzteres wäre das Beste für jeden Patienten.
 
Zum Thema Ausbildung:

Meine BFS und FH kooperierten sehr eng miteinander. Somit sah unser Modell so aus, dass BFS inhalte sowohl in der BFS, als auch an der FH gelehrt wurden. Also gab es überschneidungen. Ich habe 3,5 Jahre meine Ausbildung gemacht und nach dem Examen nochmal 6 Monate meine Bachelor arbeit geschrieben. Ich musste also den Stoff der BFS + zusätzlich der FH lernen. Meine zulassung zum Examen konnte (wie in der normalen Ausbildung auch) ich nur durch erfolgreiche Prüfungsleistungen erhalten.

Ich würde gerne wissen welche Tätigkeiten akademische Pflegefachkräfte im Vergleich zu nicht akademische Pflegekräfte verrichten (wie gesagt am Patientenbett - nicht in Leitungspositionen usw.). Und was ist mit den aktuellen Fachpflegern im Vergleich zum Bachelor?

Kann ich in 4 Worten sagen: Hängt vom Arbeitgeber ab! Wenn du frisch examiniert bist, bist du frisch examiniert. Also für mich war es zunächst wichtig meine Kompetenz in der praxis in meinem neuen Bereich zu vertiefen und musste mich dementsprechend einarbeiten (bzw. muss ich immer noch). Als B.Sc. hat man (meistens) die vertiefte Kompetenz des "Evidence Based Nursing". Inwiefern dies an zusätzliche Aufgaben für einen B.Sc. Absolventen ist, kann ich pauschal nicht beantworten (siehe "4 Worte"). Ich für meinen Teil arbeite in Projekten mit (also Patientebett "Front" fern). Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass nicht alles was am Bett gemacht werden muss, eine 3 Jährige Ausbildung benötigt.
Aber wo stehen akademische Pflegefachkräfte im Vergleich zu normale Pflegefachkräfte im Tarif?

Tarif richtet sich nicht nach Qualifikation, sondern nach ausgeführter Tätigkeit. Also kannst du 2 Dr. haben, machst du die Tätigkeit, welche ausschließlich in das Aufgabenprofil der GuK zutreffen, bleibst du in der Eingruppierung gleich. Nicht mal alle FWB werden in KR9 (TV-L) eingruppiert. Z.b. Onkologische Fachpflegekräfte. Und wie ich letztens in diesem Forum zu meinem eigenem erstaunen feststellen durfte, machen examinierte Kollegen auf der INT, genau dieselben aufgaben wie ihre FWB Kollegen. Auch hier hängt es aber wohl eher mit Stationsinternen bzw. Hausinternen absprachen ab.

Ich persönlich würde NICHT für P7/ P8 im TVÖD als Akademiker pflegerische sowohl als auch ärztliche Tätigkeiten (durch Bachelor erweiterte Kompetenzen) verrichten wollen

Jeder hat da seine persönlichen Präferenzen. Ich bereue es nicht, auch wenn ich wenig monetären Wert bisher daraus gezogen habe. Welchen Vorteil ich für mich aufjedenfall sehe, ist der Zeit Faktor. Ich brauche nun nicht wie meine anderen Kollegen mit vielleicht 27 Jahren noch nebenberuflich den Bachelor machen um später vielleicht den Master für Pflegepädagogik machen zu können (mind. 5 Jahre).
Du wirst aber, wenn du erweiterte Aufgaben auf Station hast, eh nicht in P7/8 eingruppiert. Wenn doch, gehe dagegen an. (Siehe beitrag davor).

Arzt/ Pfleger"verschnitt"
Was ist das?

Entsprechend werden alle studierte Pflegekräfte Leitungspositionen einnehmen wollen... dann gibts halt 25 studierte Pfleger für 2 Leitungspositionen.

Woher kommt diese Erkenntnis? Aus persönlicher Erfahrung, eigener Vorstellung/Vorurteilen. Also ich für meinen Teil kann sagen. Du kannst mir noch so schnell mit einer Leitungsposition hinterher laufen. Ich werde IMMER schneller sein! Ich würde nicht mal eine annehmen, wenn man mir diese an den Bauch binden würde.

Natürlich braucht unser Beruf eine gewisse Akademisierung usw. aber dadurch dass jedem jetzt empfohlen wird gleich zu studieren wird keiner am Ende am Patient arbeiten

@-Claudia- ist ANP, hat einen Master und arbeitet dementsprechend am Bett. Inwiefern da nun delegationsarbeit auf Sie zukommt, kann ich nicht genau sagen. Aber ich denke, dass wird nicht ihre Hauptaufgabe sein (so verstehe ich das). Es gibt ja nicht nur die Form von Kompetenzerweiterung im Sinne von "Vertikalem Aufstieg". Es gibt auch "Karriere verläufe" welche sich in der horizontalen abspielen (also außerhalb von "ich delegiere nach unten". Wundmanager, Pflegeberater sind z.B. solche Bereiche.

Dann sinds zwei Berufsgruppen statt nur eine (examinierte Pflegekräfte) die einem Patienten verwehrt bleiben - so what

Ich bleibe dabei, nicht jeder Patient braucht einen dauerhaften Kontakt zu einer examinierten Pflegekraft. Wenn wir schon bei knapper Ressourcenverteilung sind, muss man auch diesen Punkt benennen.
 
Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass nicht alles was am Bett gemacht werden muss, eine 3 Jährige Ausbildung benötigt.
Die Frage ist, was genau meinst Du damit?
Daß Aufgaben wie Essen austeilen, Betten machen, Putzen, Wasser oder Tee austeilen nicht von 3-jährigen erledigt werden müssen, ist klar.
Meintest Du das?
 

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