Was macht für euch einen guten Arbeitgeber aus?

LukasMaier

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Ich höre das ganz oft, dass viele in der Pflege mit Ihren Arbeitgebern unzufrieden sind.
Deshalb habe ich mir jetzt schon öfter die Frage gestellt, was einen guten Arbeitgeber ausmacht.
Für mich sind das Zuverlässigkeit, sich an Absprachen halten, Ansprechpartner auf allen Ebenen zu haben. Dabei geht es mir nicht so sehr darum, wieviel ich verdiene.
Wie seht ihr das?
 
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InetNinja

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Hm ja in der Pflege wird das sehr häufig gesagt. Man muß auch bedenken das es Nörgler gibt denen man es gar nicht recht machen kann.

Ich stelle gerade fest das es schwer ist sich seinen Perfekten AG zu backen.
Es gibt wenig hartes was ich festmachen kann.

Grundsätzlich wünsche ich mir eine faire, an den Mensch orientierten Umgang.
Ich möchte genauso mit meinen Bedürfnissen berücksichtig werden wie das Geschäft.
Ich möchte für eine Faire Behandlung nicht hinter dem Chef her rennen müssen. Ich möchte auch einen grundsätzlich Verlässlichen Dienstplan haben, genauso möchte ich aber auch das der Chef Flexibel ist wenn ich dringend man spontan eine Änderung brauche. Und ich finde da fängt es an schwierig zu werden. Da jeder Mitarbeiter einen solchen verlässlichen Dienstplan mit spontanen Änderungen haben möchte. Wird der Dienstplan unverlässlich oder spontane Änderungen sind nicht drin.

Ich möchte gerne soviel Geld verdienen das ich mir ein angenehmes Leben gestallten kann mit einem schönen Zuhause, Auto, Altersvorsorge und auch die Möglichkeit meine Freizeit angenehm zu gestallten. In meinem Fall ist das ein schöner Urlaub im Jahr (Mir reicht da eine Ferienwohnung in Österreich), kleiner Wochenenden an die Nordsee. Aber auch das ich mir ein Hobby leisten welches einen Ausgleich zur Arbeit bietet und die Sozialkontakte aufrecht erhalten kann. Also mal mit Freunden essen gehen, Kino etc. Auch möchte ich anhand meines Gehalts eine Wertschätzung für die Arbeit an der Gesellschaft sehen.

Was ich auch gerne hätte wäre ein Arbeitgeber der mit der Zeit geht und in arbeitserleichternde Geräte investiert, genauso für eine gute Personaldecke sorgt. So das man zum Großteil seine Arbeit ungehetzt machen kann. Ich finde es schlimm mit welchen Stresslevel man doch von der Arbeit kommt und das viel zu viele Tage im Monat.
Auch wünsche ich mir das die Arbeitsmaterialien auf einem Qualitätsniveau sind mit dem man arbeiten kann und die Geräte wie Mobiliar einwandfrei funktionieren. Boar wie ich es hasse wenn beim Infusionsständer die Rollen klemmen, die Betten beim schieben Schlagseite haben und man ständig gegensteuern muß oder einen das Mobiliar fast erschlägt.
Ich wünsche mir ein Dienstzimmer mit ordentlichen Materialschränken in denen genug platz ist, genügend Arbeitsfläche für einen vernünftigen hygienischen Umgang. Auf der letzten Station hab es nicht mal 50cm2 freie Ablagefläche. Das sah aus wie eine Messiebude in dem Raum.

Und ich möchte einen Arbeitgeber der mir weitestgehend diese fürchterlichen Dilemmasituationen erspart. "Reiche ich dem Hr. XY jetzt das essen an oder dokumentiere ich?"

Da wir die Pflicht haben uns auf den neusten Stand zu halten, wünsche ich mir einen Arbeitgeber der mich dabei unterstützt und mir den Zugang zu den neuen Informationen erleichtert. Sprich Fortbildungen trägt und mir dafür den Freiraum in der Arbeitszeit schafft. In der Kaufmännischen Branche ist das Usus. Fortbildungen gehen dort immer zu lasten des AG.

Der Perfekte Arbeitgeber ist nicht umzusetzen. Nicht in dieser Branche, nicht für jeden Mitarbeiter etc.
Ich kann mich aber gut mit einem Fairen Arbeitgeber arrangieren der mich als Mensch und Partner sieht und nicht ausschließlich als Erfüllungsgehilfen. Der transparent ist, der mich in Entscheidungen mit einbindet und ggf. die Entscheidung über meinen Kopf hinweg nachvollziebar offenlegt, das Team fördert, genauso Superversion und Fort-/Weiterbildung anbietet und hinter mir steht.
 

LukasMaier

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Ich sehe das ähnlich wie du, natürlich muss man immer Abstriche machen. Beide Seiten sowohl Arbeitgeber als auch , ich als, Arbeitnehmer. Viele sind unzufrieden, deshalb dachte ich frage hier mal. Ich muss sagen, dass ich mit meinem Arbeitgeber sehr zufrieden bin, natürlich kommt auch der Anruf ob ich einspringen kann. Sich auf Augenhöhe zu begegnen finde ich wichtig.
 
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anbosa

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Hallo LukasMaier,
ich spreche als Arbeitgeber (anbosa) und schreibe einmal, welche Kriterien aus unserer Sicht für einen guten Arbeitgeber sprechen:
Ein guter Arbeitgeber versteht, dass seine Angestellten das wertvollste Gut im Unternehmen sind. Ein guter Arbeitgeber tut alles dafür, damit sich seine Angestellten wohl fühlen. Dazu gehören eine attraktive und leistungsgerechte Bezahlung in einer Höhe, die bspw. Altersvorsorge und ein gutes Leben zulässt. Ein guter Arbeitgeber sorgt für Verlässlichkeit in Bezug auf Bezahlung und Absprachen. Ein guter Arbeitgeber sorgt dafür, dass Dienstwünsche realisiert und eingehalten werden, damit Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Ein guter Arbeitgeber hält nicht zuletzt den Rücken seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frei und setzt sich für diese in schwierigen Situationen ein.
 

Snuslida

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Hallo,

nun ja gut bezahlt sollte das ganze schon werden, wird es allerdings nicht.

Gruß

Snuslida
 

FLORA.BLEIBT

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gibts das?? ich kenne nur sklaventreiber mit Profitgier :spopkorns:
 

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Schule doch bitte um, wenn alles so schrecklich ist.
 

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pepita-sheep

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Schule doch bitte um, wenn alles so schrecklich ist.
Moment.
FLORA.BLEIBT hat da nicht so unrecht. Schließlich haben wir das Jahr 2018 und nicht mehr 1989, wo es in den Krankenhäusern noch die Bettentage gab und nicht wie heute die Fallpauschalen.

Mit den Patienten konnten längere Gespräche geführt werden.
Da gingen die bettlägerigen, älteren Patienten noch ohne Dekubitus nach Hause oder ins Heim zurück.
Auf der Intensivstation hatte eine Intensiv - Pflegefachkraft 2 Patienten zu versorgen.
Usw.
 
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Maniac

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Moment.
FLORA.BLEIBT hat da nicht so unrecht. Schließlich haben wir das Jahr 2018 und nicht mehr 1989, wo es in den Krankenhäusern noch die Bettentage gab und nicht wie heute die Fallpauschalen.

Mit den Patienten konnten längere Gespräche geführt werden.
Da gingen die bettlägerigen, älteren Patienten noch ohne Dekubitus nach Hause oder ins Heim zurück.
Auf der Intensivstation hatte eine Intensiv - Pflegefachkraft 2 Patienten zu versorgen.
Usw.
Früher gabs auch Calippo Fizz - Was hat das mit Sklavenhaltung und Profitgier der Arbeitgeber zu tun??
 

FLORA.BLEIBT

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is doch einfach fakt.. es geht in der heutigen zeit nicht mehr um eine gute qualifizierte pat. Versorgung und schon gar nicht mehr um gute arbeitsbedingungen für pflegekräfte. der laden muss laufen, egal wie und dass alles so billig wie möglich.
 

pepita-sheep

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Früher gabs auch Calippo Fizz
Das ist noch nicht lange her. Zu meiner Zeit gab es "Grünofant", "Beery" und "Doppelstick", usw..

Was hat das mit Sklavenhaltung und Profitgier der Arbeitgeber zu tun?
Früher sind die Pflegekräfte nicht so ausgebrannt gewesen.

Profitgier: Zuschläge können nicht kumuliert werden. Es wird nur der höchste Zuschlag ausgezahlt.
Nehmen die Arbeitgeber heimlich Drogen oder hocken die nur auf dem Geld.

Nur meinen Team / Kollegen zu liebe arbeite ich dort weiter.
Ach ja, mir fehlen nur 200 - 300 Euro pro Monat.
Unsere Firma kooperiert mit einer Holding.
Oh, mein Gott die Sonntagszuschläge sind von 4€ auf 6€ gestiegen. Die Feiertagszuschlage sind von 6€ auf 10€ gestiegen.
Wenn ich länger als 4 Jahre dort arbeite, erhalte ich eine Gehaltserhöhung von 100 €.
Wir erhalten kein Weihnachtsgeld.

Ich kann nur sagen,würde mein alter Arbeitgeber eine Beatmungs - WG eröffnen, würde ich das Team mit nehmen.
Was hat das mit Sklavenhaltung
Das Pflegepersonal im Krankenhaus, können sich als Krake teleportieren.
Man stelle sich vor, dass Pflegepersonal muss Überlastungsanzeige schreiben. da stimmt im System etwas nicht.

Warum haben Ärzte 24 Stundendienste - damit die ärztlichen Kunstfehler steigen.
Ein Mensch kann nur 8 Stunden hoch konzentriert arbeiten.
Sind Ärzte Übermenschen, die mehr leisten können als andere Menschen?

Wenn das keine Profitgier ist weis ich es auch nicht mehr.
 

DieFranzösin

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Der Fehler steckt auch im System selbst, denke ich. Wieso können profitorientierte Unternehmen mit unseren Sozialabgaben Profit machen? So war das System sicher nicht konzipiert, als es geschaffen wurde.

Wäre ja was anderes, wenn jeder Patient mit seinem behandelnden Arzt/Krankenhaus die Kosten aushandeln könnte und die Krankenkasse dann auch nur das bezahlt...diese festgelegten Sätze beflügeln dann den rigorosen Ansatz, aus dem Gesundheitssystem Profit zu schlagen mit allen Mitteln, anstatt die von demselben zur Verfügung gestellten Gelder für eine möglichst qualitativ hochwertige Versorgung einzusetzen, bei der am Ende nur eine Kostendeckung übrigbleibt, und kein Gewinn.

So wird gespart, was das Zeug hält, nicht zum Nutzen der Versicherten, sondern für den Profit der Unternehmen. Das gesamte System gehörte umgekrempelt, um den Profithaien den Boden unter den Füssen wegzuziehen.

Ich habe auch schon in Altenheimen gearbeitet, wo es dann so ähnlich aussah. Profitorientiert = eine Pflegekraft plus diverse Helfer für (morgens) siebzig Bewohner aller Pflegestufen und die gesamte Administration und (mittags) hundertvierzig. Non-profit: zwei Pflegekräfte plus diverse Helfer für (morgens) dreissig Bewohner und (mittags) sechzig, plus eine vor Ort anwesende und gegebenenfalls mit einspringende Abteilungsleiterin. Letzteres war das Paradies zum Arbeiten.
 
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Maniac

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Ich werde dazu einfach nichts mehr sagen. Ich schreibe gegen Windmühlen, es sind hier einfach zu viele, die den Tellerrand kaum sehen können.

(Ausnahmesatz, Französin, ja natürlich, das FinanzierungsSYSTEM selbst ist der Grund für die Situation!)
 

FLORA.BLEIBT

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ja ist vllt. besser so. komisch dass du alleine die weitsicht gepachtet hast und wohl ausser die niemand über den tellerrand schauen kann. unser system ist am sack, seh es einfach ein. vermutlich wirst du dir aber weiterhin alles schön reden.
 
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eiermatz

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Hallo Maniac,
erinnere dich doch bitte einmal an deine ersten Einträge hier im Jahr 2004.
Du warst damals ein sehr befristeter Unter kurdisch über, der sich nach Alternativen zur Krankenpflege umschauen wollte. Schon vergessen?
 
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eiermatz

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Worterkennung.....gefrusteter Unterkursschüler
 
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Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter...

Als Führungskraft im weich gepolsterten Stuhl mit gutem Gehalt kann man schonmal vergesslich werden...
 
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