1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.
So.. eins direkt vorweg! Ich finde es unverschämt und absolut daneben, alle Raucher über einen Kamm zu scheren mit dem Argument, "dann müssen wir ja dauernd deren Arbeit mitmachen". Mag sein, dass es so ist, aber eben nicht immer, man muss sich untereinander einigen, und natürlich müssen die Raucher dann eben halt auch soweit denken, dass sie nicht im größten Arbeitschaos mal eben verschwinden. Und wenn man sich einfach kurzschließt und abspricht, ist das auch alles kein Thema.
Ich rauche selber, aber wenn ich zum Dienst komme und sehe, dass die Hölle los ist, weiß ich, okay, die nächsten 7 Stunden kannst du nicht rauchen, und dann ist das auch okay. Im Gegenteil dazu aber, wenn die Arbeit erledigt ist, alle Patienten versorgt sind, und ein paar Minuten Ruhe herrscht, finde ich persönlich, spricht nichts dagegen, mal eben eine rauchen zu gehen. Wir rauchen bei uns vor der Liegendanfahrt, d.h. wenn ein Notfall reinkommt, kriege ich es dann direkt mit und kann direkt handeln oder vorlaufen und die Station vorbereiten. Krass fromuliert, andere Kollegen, die nach dem Frühstück erstmal zehn Minuten mit der Bild auf Klo zum ka**en gehen, sind auch nicht schneller wieder "am Mann".
Erfahrungen mit dem Rauchen als Patient selbst habe ich noch nicht gemacht, da ich Gott sei Dank noch nie stationär im Krankenhaus war.
2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.
Wie oben schon gesagt, wenn man sich mit den Kollegen abspricht, und es für jeden einzelnen selbstverständlich ist, nicht in stressigen Phasen oder wenn ein Patient angekündigt wird, rauchen zu gehen, kann man sich immer irgendwie einigen. Man muss ja auch nicht in der Gruppe gehen, sondern jeder für sich, dann kann eine Situation, dass nur einer auf Station zurückbleibt, vermieden werden und somit fühlt sich ein Nichtraucher auch nicht ausgegrenzt und benachteiligt.
Mit rauchenden Patienten habe ich zumindest jetzt auf Intensiv eigentlich immer die selbe Erfahrung gemacht. Wir hatten bzw. haben einige Raucher, sehr viel um genau zu sein, als Patienten, aber die meisten sehen von sich aus ein, dass sie bei uns eben nicht die Möglichkeit haben, "mal eben vor die Tür zu gehen", und akzeptieren dies. Klar wird ihr erster Weg, wenn sie von uns auf die Peripherie verlegt werden, auf den Raucherbalkon sein, aber ob die Patienten jetzt rauchen oder nicht, ist deren Sache. Habe Gott sei Dank noch nie erlebt, dass jemand wilde Entzugserscheinungen bekommen hat während der Zeit bei uns. Klar fällt öfters mal der Satz "Ach, ich würd gerne jetzt eine rauchen". Ist auch verständlich, für mich als Raucher. Gerade in stressigen Zeiten sage ich dann oft: "Ach, Herr Soundso.. ich auch, ich auch. Aber ich muss durchhalten und sie auch."
3. Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.
Warum fahren auch Polizisten mal zu schnell oder bei Dunkelgelb bis Rot noch über die Ampel?
Ich finde, ob man im Gesundheitswesen arbeitet oder nicht, die Folgen kennt jeder, der raucht. Gut, es hat vielleicht noch nicht jeder einen Pat. mit Bronchial-Ca im Endstadium betreut, der 50 Jahre lang geraucht hat.. aber dass Rauchen schädlich ist, weiß jeder. Kann man am Gesundheitsberuf nicht festmachen finde ich. Genauso gut könnte man sich fragen, wieso trinken Ärzte und auch Krankenpflegepersonal Alkohol, wenn sie frei haben und ausgehen oder feiern? Die Folgen kennt man genauso, aber das scheint in der Gesellschaft nur halb so verpönt zu sein wie das Rauchen... das wäre auch noch mal ein guter Punkt für eine Diskussionsrunde, aber das nur nebenbei.
