Rauchen im Pflegeberuf - Facharbeit

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Keen01, 03.04.2009.

  1. Keen01

    Keen01 Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.02.2007
    Beiträge:
    107
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungshelfer beim DRK, Schichtleitung für 45 Bewohner
    Ort:
    Düsseldorf
    Akt. Einsatzbereich:
    Curanum Resinorenresidenz Düsselhof
    Hallo zusammen!:-)

    Ich bin dabei eine Facharbeit zumThema:''Rauchen im Pflegeberuf'' zu Schreiben und würde mich noch über ein paar persöhnliche Meinungen
    freuen.

    Mich Interessiert vorallem:

    1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.

    2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.

    3. Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.

    Ich hoffe auf Rege beteiligung und Bedanke mich schonmal für jeden Kommentar

    Mit Freundlichen Gruß Keen01
     
  2. schwesterchen73

    schwesterchen73 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    17.05.2007
    Beiträge:
    30
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Recklinghausen
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege
    Hallo keen01,

    ich bin Nichtraucher und von den Rauchern total genervt.
    Ständig muß ich für sie mitarbeiten, da man jetzt die Station verlassen muß, um auf einen Raucherbalkon zu gehen.Das heißt, nach jeder Übergabe gehen erst mal alle von der Station.Oft bin ich dann alleine, weil ich in unserer Schicht die einzige bin die nicht raucht.Zwischendurch, während des Dienstes, sind dann auch mal alle verschwunden.Ich komme nicht wirklich dazu, mich im Gegenzug mal kurz hinzusetzen und was zu trinken.
    Auch beim Frühstücken schlingen sich meine Kollegen das Essen hinunter um nach 10 Minuten auf den Raucherbalkon zu gehen.Ich sitze dann alleine da, es sei denn unsere nichtrauchende Praktikantin ist da.

    Vieles wird auch im Kreise der Raucher besprochen, was man dann gar nicht mitbekommt...

    Ich wünschte mir Rauchverbot auf dem ganzen Klinikgelände.SO!!!!

    Liebe Grüße
    Sandra
     
  3. alesig

    alesig Poweruser

    Registriert seit:
    01.08.2004
    Beiträge:
    461
    Zustimmungen:
    36
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Bayernland
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Hallo

    Rauchendes Personal
    -Raucher arbeiten weniger als Nichtraucher wegen der Rauchpausen
    -stinken nach Nikotin
    -sind geselliger
    -sind oft unausstehlich wenn sie nicht zum rauchen können

    Patienten die Rauchen
    -sind nach OP`S schneller wieder auf den Beinen
    -haben öfter Komplikationen (Pneumonie/Thrombose)
    -stinken nach Nikotin
    -sind oft unausstehlich wenn sie nicht zum rauchen können

    Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.
    - weil es so viele Dinge gibt an denen ich sterben kann oder schaden nehmen, da kommt es auf das bißchen Nikotin auch nicht mehr an
    -weil ich mich mit Kippe so herrlich entspannen kann
    -weil es so nett ist im Pulk zu qualmen
    -weil mich ein glimmende Zigarette davon entbindet auf die Glocke
    zu gehen
    -weil ich viel mehr erfahre wenn ich mit zum Rauchen gehe und deshalb nicht dumm sterben muß.
    Als Exraucher gehe ich immer mit wenn die anderen qualmen, stelle mich ganz hinten hin und muß dann auch nicht auf die Glocke außerdem habe ich dann genausoviel Pause wie die anderen und mein Informationsbedürfnis wird gestillt.
    Alesig
     
  4. rennsemmel

    rennsemmel Gast

    Also mal vorneweg:
    Ich habe nichts gegen raucher, jeder hat so seine Sucht, aber
    - ich finde es widerlich, wenn mich jemand anspricht und nach kaltem Zigarettenrauch riecht
    - das ewige:"ich geh mal schnell eine rauchen", oftmals ist das nicht in der Pause, sondern ziwschendurch,d.h. es ist Arbeitszeit, der Nichtraucher kann auch nicht mal so pause machen und z.B. telefonieren

    In jeder Klinik sollte Rauchverbot sein, 8std. arbeiten, danach kann man ja rauchen, bzw. jede Raucherpause von der richtigen pause abziehen
     
  5. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Dann will ich mich mal als Raucher outen. Ich muss aber dazu sagen, bei uns funktioniert das wirklich gut.
    Wir haben 12 h Dienste und da gehn wir in der Vormittags-10-Minuten Pause (da wird halt dann nur ein Brot gegessen), in der Mittagspause und am Nachmittag nur wenn Zeit ist. Mir würde es nie im Traum einfallen, mich zu verdrücken, wenn es gerade stressig ist und auch meine rauchenden Kollegen würden das nie tun. Als Ausgleich haben meine nichtrauchenden Kollegen, dann eine Nichtraucherpause (essen etwas oder trinken einen Kaffee), in der wir dann auf alle Glocken gehen und das Telefon übernehmen.
    Im ND gehen wir immer abwechselnd zur Gocke. Wenn in der Zeit, in der ich am Balkon sitze 2 Glocken läuten, übernehme ich dann die nächsten 2 Glocken. Wenn 2 Glocken gleichzeitig läuten, dämpfe ich natürlich meine Zigarette aus.
    Da wir auf dem Balkon rauchen muss, riecht man es nicht an der Kleidung (zumindest ich rieche nichts und meine nichtrauchenden Kollegen sagen das auch). In der Mittagspause haben wir das Problem, dass der Personalraum im Cafe ein Raucherraum ist und keine Belüftung und kein Fenster hat, da stinkt man dann wirklich, wie wenn man in der Selchkammer gewesen wäre. Da hilft nur das Wechseln der Dienstkleidung und für den Mund gibt es Kaugummi oder ein scharfes Zuckerl.

    Zu den rauchenden Pat.: Wurde eigentlich schon alles erwähnt. Mir fällt es ebenfalls auf, dass Raucher schneller wieder mobil sind. Wenn sie nach der OP lange "gezwungen" sind auf das Rauchen zu verzichten, versuche ich sie zu motivieren, das als Anreiz zu sehen und gleich das Rauchen aufzuhören. Bei Pat. deren Erkrankungen im Zusammenhang mit übermäßigem Nikotinkonsum steht/stehen könnte, z.B. bei Blasentumor fällt mir auf, dass sie oft eine schlechtere Prognose haben und schnell mit Rezidiven wieder da sind. (Kann aber auch sein, dass mir das auffällt, weil ich eben besonders darauf achte :gruebel:)

    Warum man als Fachfrau/-mann raucht, obwohl man die Folgen kennt:weil man sich einredet, dass es einem selbst eh nicht trifft, weil man denkt, es kann so viel passieren, warum soll ich das Leben jetzt nicht genießen (vielleicht gerade weil man sieht, wie schnell das Leben vorbei sein kann), weil es so ist, wie bei jeder anderen Sucht und weil man ganz viele anderen Ausreden hat, warum man raucht und warum gerade jetzt ein schlechter Zeitpunkt ist, damit aufzuhören.

    Gruß,
    Lin
     
  6. Keen01

    Keen01 Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.02.2007
    Beiträge:
    107
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungshelfer beim DRK, Schichtleitung für 45 Bewohner
    Ort:
    Düsseldorf
    Akt. Einsatzbereich:
    Curanum Resinorenresidenz Düsselhof
    Danke für die bisher eingegangenden Meinungen!

    :emba: Es würde mich aber Freuen wenn sich auch die User die sich den Treaht ansehen einen Satz schreiben könnten. :emba:

    Ich finde das ist ein Thema zu dem jeder eine Meinung hat und das durch die Debatten des Nichtraucherschutzes und der Einführung der Rauchfereien Krankenhäuser an Brisanz gewonnen hat.

    MFG Keen01
     
  7. flexi

    flexi Administrator
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    11.02.2002
    Beiträge:
    7.782
    Zustimmungen:
    46
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Großraum Hannover
  8. Jumanji

    Jumanji Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    12.09.2008
    Beiträge:
    136
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    NRW
    Hallo!

    Deine Fragen zu beantworten, ist gar nicht so einfach.

    1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.

    Ich selber bin Nichtraucher und finde sowohl bei den Kollegen als auch bei den Patienten den Nikotingeruch abstoßend. Zudem ist es sehr störend, wenn sich weder Kollegen noch Patienten ans Rauchverbot halten. Bei mir leider an der Tagesordnung.


    2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.

    Ich habe selten die Erfahrung gemacht für rauchende Kollegen mitzuarbeiten. Wenn die sich zum Rauchen verkrümeln und mich mit dem Gestinke in Ruhe lassen, übernehme ich in dem Moment die Arbeit mit. Allerdings ist es auch durchaus möglich zu sagen "hey, ich verzieh mich mal 5 min, brauch ne kurze Auszeit. Ist ja quasi auf ne "zigarrettenlänge". Bei Patienten habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass sie schneller wieder fit sind. Diejenigen, die das nicht schaffen, halten sich daber entweder nicht dran oder sind mehr oder weniger extrem stinkstiefelig.

    3. Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.

    Gute Frage, vielleicht muss man ja als schlechtes Beispiel vorangehen. ;)
    Ich denke, dass Rauchen einfach eine Sucht ist und viele wahrscheinlich an den ersten "Jugendsünden" hängengeblieben sind und den rechtzeitigen Absprung nicht geschafft haben.

    Ansonsten.. liebe Grüße und auf, dass man die Zigaretten irgendwann gänzlich abschafft, um die Menschen vor dem Unfug des Rauchens und dessen immense Folgeerscheinungen zu schützen.

    Gruß

    Jumanji
     
  9. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

    Registriert seit:
    02.03.2008
    Beiträge:
    331
    Zustimmungen:
    34
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin für Psychiatrie
    Akt. Einsatzbereich:
    Allgemeinpsychiatrische Akutstation / PIA
    Funktion:
    stv. PSL
    Also ich bin Raucherin,geh aber z.B während dem Dienst nicht rauchen....also in der Pause halt eine Zigarette aber in der Regel wars des dann auch...höchstens es ist eben echt mal wahnsinnig ruhig und es ist grad nicht so viel zu tun...

    grundsätzlich kau ich danach dann erstmal nen Kaugummi, da ich meinen Pat. ja auch nicht so stinkend gegenüber treten will...
    Nach rauch "stinkende" Pat. stören mich persönlich dadurch natürlich auch nicht und ich kann somit natürlich auch nachvollziehen, wenn Pat. öfter zum Rauchen gehn möchten...wahrscheinlich würde es mir nicht anders gehen, wenn ich den ganzen Tag nur im Bett rumliegen würde...

    Warum ich rauche, obwohl ich dir Risiken kenne??
    Gute Frage....wahrscheinlich denk auch ich, "mich triffts ja sowieso nicht..." Natürlich weiß ich, das der Gedanke völliger Quatsch ist, aber so ist das mit der Sucht eben, man versucht sichs immer schön zu reden....

    wünsche euch ein schönes WE!
    lg verena
     
  10. Karo6

    Karo6 Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    874
    Zustimmungen:
    2
    Hallo,

    ich kann dazu nichts schreiben, das regt mich zu sehr auf. Ausserdem ist das ein Thema das nie endet!!!

    LG Karo, die Nichtraucherin ist!
     
  11. Silvana

    Silvana Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    04.02.2002
    Beiträge:
    142
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    ZNA
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    Hallöle!

    Ach Göttchen, das böse Thema Rauchen:knockin:
    Ja, ich rauche. Und ich habe es eigentlich inzwischen aufgegeben, mich dafür immer wieder zu rechtfertigen. Aber für eine Facharbeit immer gerne:

    1.) Mein Zigarettenkonsum beträgt je nach Schicht 3-5 Stück. Meine Lieblingskippe ist die, die ich nach 8Std. Dauerstress am Schichtende rauche. Ich gehöre zu den Rauchern, die sich damit nicht vor der Arbeit drücken möchten, sondern für 5 Minuten abschalten. Wenn also viel zu tun ist, habe ich eben keine Zeit zu rauchen. Aber natürlich kenne auch ich Kollegen, die man häufiger mit der Kippe sieht als am Patienten. Dafür kenne ich aber genauso Nichtraucher, die mind. 4mal pro Stunde auf Klo rennen oder sonstwo verschwinden.
    Die Nichtraucher in meiner Schicht werden immer wieder von uns Rauchern genötigt, sich mal hinzusetzen und was zu trinken oder essen. Ist im Grunde eine Teamsache und ein Stückchen weit Selbstverantwortung. In einem guten Team mit Rauchern und Nichtrauchern ist das Thema Rauchen schon besprochen und ein Kompromiss geschlossen worden! Und wenn nicht, einfach mal den Mund aufmachen!!!
    2.) Rauchende Patienten sind mobilisationstechnisch einfacher zu motivieren, weil sie natürlich schnell wieder an ihr Nikotin wollen, sind aber sozial unverträglicher, wenn sie nicht können.
    3.) Und warum ich trotz der möglichen Konsequenzen rauche? Weil ich verdammt nochmal süchtig bin!!! Da bin ich Realistin und habe das verklärte:"ich rauche gerne,weil es mir schmeckt" längst abgelegt.

    lieben Gruß
     
  12. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

    Registriert seit:
    05.05.2002
    Beiträge:
    411
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester
    Jaa das leidige Thema rauchen...

    Ich selbst rauche nicht, aber viele meiner Kollegen.

    Mich stört es nicht mehr, wenn sich die Kollegin verzieht. Bei einigen komm ich mir auf den Balkon, bei anderen bleib ich halt sitzen wenn es klingelt während wir zu abend essen...

    Ehrlichgesagt ist es mir auch schnuppe, solange die Arbeit getan ist und die Patienten versorgt sind.

    Rauchende Patienten: Vorallem Alkoholiker bei uns, die mehr Zeit im Raucherzimmer verbringen als im Pat.zimmer. Schon nervig manchmal, gerade wenn sie zu irgendwelchen Untersuchungen müssen. Und ins Raucherzimmer lauf ich denen sicher nicht hinterher...
    Wofür ich aber überhaupt kein verständnis habe, sind die COPDler, die erst rauchen gehen, und dann dyspnotisch im Bett liegen und einen auf sterbenden Schwan machen. :streit:
     
  13. tutut

    tutut Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    13.11.2008
    Beiträge:
    58
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Stuttgart
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Pflege
    Alsehemalige Raucherin bin ich etwas gespalten...

    1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.

    Raucher können geselliger sein, müssen das nicht. Das Vorurteil ist nur ein Vorurteil!!!
    Denn die Nichtraucher, wenn sie nicht im Mief stehen wollen, sind von vornerein in die Geselligkeit nicht eingeschlossen.

    Bei Patienten kann zwar das Argument, sie sind nach einer OP schneller auf den Beinen, zutreffen, aber da ich auch schon auf der Gefässchirurgie gearbeitet habe, sehe ich auch die anderen Folgen...

    2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.

    Mit der gespannten Personallage hat sich das öfters mal eine Rauchen gehen bei den meisten Pflegekräfte eigentlich erledigt...Vor allem in unserem Haus, das eine verschärfte Anti-Raucher-Politik seit drei, vier Jahren verfolgt.

    Für Patienten gab es in unserem Haus früher auf jedem Stock ein Raucherzimmer, das aber ebenso abgeschafft wurde. So ist es schwierig für Patienten zu rauchen, da die Wege nach draussen lang sind...

    Leider habe ich schon schlechte Erfahrungen mit rauchenden Patienten machen müssen, sie sind dabei nicht nur schlecht gelaunt, sondern sogar latent aggressiv geworden, sobald sie aus irgendwelchen Gründen nicht mehr rauchen durften.
    Ich bin froh, das dies nicht alle Raucher sind...

    3. Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.

    Im Gesundheitswesen arbeiten diesselben Menschen wie ausserhalb.
    Stress wird auch in der Fabrik, im Büro oder sonstwo oft mit Nikotin "bekämpft".
    Wenn im Gesundheitswesen immer nur an die Gesundheit gedacht wird, schnappt doch der Einzelne über. Das Rauchen ungesund ist, die Erkrankungen bei Rauchern eindeutig sind in Bezug auf die Krebszahlen, ist unbestritten, aber das weiß nicht nur jeder Pfleger, jede Schwester, sondern in Deutschland jeder Raucher und Raucherin.
    Überhöht also nicht die Schwester und Pfleger, in dem ihr ein heiligeres Leben wie von Ottonormalverbraucher fordert.
    Dazu kommt oft eine fatalistische Einstellung die man in unserem Beruf bekommen kann: wenn es vorbei ist, nützt das Nichtgeraucht haben auch nix mehr...
     
  14. Karo6

    Karo6 Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    874
    Zustimmungen:
    2
    Süss, über Silvana´s Beitrag kann ich nur lachen. Du hast ja gut reden/schreiben. Und wenn ich dann lese, pro Schicht 3 - 5 Zigaretten... wahnsinn müsst ihr Zeit haben! Und eure Nichtraucher tun mir leid, die müssen eure Arbeit noch mit leisten!
    Ja du möchtest deine 5 Minuten "Ruhe" haben deinen Stress abbauen! Guck mal das wollen die Nichtraucher auch. Und ich finde es immer sehr reizend wenn die Raucher sagen: "Bitte bleib jetzt aber wirklich so lange hier sitzen bis wir wieder kommen vom rauchen" Jaaa genau... ich als einzige Pflegekraft auf Station ignoriere dann die Klingel, die fragenden Angehörigen, das Telefon, ach ja und die Patienten, fast vergessen!
    Ich habe das eine zeitlang mit gemacht aber irgendwann war Schluß. Wenn die Raucher mit mir Dienst haben gehen sie entweder getrennt oder ich gehe gerne mit, das können sie sich aussuchen. Ich fühle mich damit besser, anfangs war ich der böse Buhmann aber mittlerweile haben die sich daran gewöhnt!

    LG

    P.S. Wenn man mal rechnet, haben die Raucher bis zu 40min. mehr Pause!
     
  15. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

    Registriert seit:
    14.05.2008
    Beiträge:
    231
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensiv
    1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.

    So.. eins direkt vorweg! Ich finde es unverschämt und absolut daneben, alle Raucher über einen Kamm zu scheren mit dem Argument, "dann müssen wir ja dauernd deren Arbeit mitmachen". Mag sein, dass es so ist, aber eben nicht immer, man muss sich untereinander einigen, und natürlich müssen die Raucher dann eben halt auch soweit denken, dass sie nicht im größten Arbeitschaos mal eben verschwinden. Und wenn man sich einfach kurzschließt und abspricht, ist das auch alles kein Thema.

    Ich rauche selber, aber wenn ich zum Dienst komme und sehe, dass die Hölle los ist, weiß ich, okay, die nächsten 7 Stunden kannst du nicht rauchen, und dann ist das auch okay. Im Gegenteil dazu aber, wenn die Arbeit erledigt ist, alle Patienten versorgt sind, und ein paar Minuten Ruhe herrscht, finde ich persönlich, spricht nichts dagegen, mal eben eine rauchen zu gehen. Wir rauchen bei uns vor der Liegendanfahrt, d.h. wenn ein Notfall reinkommt, kriege ich es dann direkt mit und kann direkt handeln oder vorlaufen und die Station vorbereiten. Krass fromuliert, andere Kollegen, die nach dem Frühstück erstmal zehn Minuten mit der Bild auf Klo zum ka**en gehen, sind auch nicht schneller wieder "am Mann".

    Erfahrungen mit dem Rauchen als Patient selbst habe ich noch nicht gemacht, da ich Gott sei Dank noch nie stationär im Krankenhaus war.


    2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.

    Wie oben schon gesagt, wenn man sich mit den Kollegen abspricht, und es für jeden einzelnen selbstverständlich ist, nicht in stressigen Phasen oder wenn ein Patient angekündigt wird, rauchen zu gehen, kann man sich immer irgendwie einigen. Man muss ja auch nicht in der Gruppe gehen, sondern jeder für sich, dann kann eine Situation, dass nur einer auf Station zurückbleibt, vermieden werden und somit fühlt sich ein Nichtraucher auch nicht ausgegrenzt und benachteiligt.

    Mit rauchenden Patienten habe ich zumindest jetzt auf Intensiv eigentlich immer die selbe Erfahrung gemacht. Wir hatten bzw. haben einige Raucher, sehr viel um genau zu sein, als Patienten, aber die meisten sehen von sich aus ein, dass sie bei uns eben nicht die Möglichkeit haben, "mal eben vor die Tür zu gehen", und akzeptieren dies. Klar wird ihr erster Weg, wenn sie von uns auf die Peripherie verlegt werden, auf den Raucherbalkon sein, aber ob die Patienten jetzt rauchen oder nicht, ist deren Sache. Habe Gott sei Dank noch nie erlebt, dass jemand wilde Entzugserscheinungen bekommen hat während der Zeit bei uns. Klar fällt öfters mal der Satz "Ach, ich würd gerne jetzt eine rauchen". Ist auch verständlich, für mich als Raucher. Gerade in stressigen Zeiten sage ich dann oft: "Ach, Herr Soundso.. ich auch, ich auch. Aber ich muss durchhalten und sie auch."

    3. Warum Raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, Obwohl man Täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.

    Warum fahren auch Polizisten mal zu schnell oder bei Dunkelgelb bis Rot noch über die Ampel?
    Ich finde, ob man im Gesundheitswesen arbeitet oder nicht, die Folgen kennt jeder, der raucht. Gut, es hat vielleicht noch nicht jeder einen Pat. mit Bronchial-Ca im Endstadium betreut, der 50 Jahre lang geraucht hat.. aber dass Rauchen schädlich ist, weiß jeder. Kann man am Gesundheitsberuf nicht festmachen finde ich. Genauso gut könnte man sich fragen, wieso trinken Ärzte und auch Krankenpflegepersonal Alkohol, wenn sie frei haben und ausgehen oder feiern? Die Folgen kennt man genauso, aber das scheint in der Gesellschaft nur halb so verpönt zu sein wie das Rauchen... das wäre auch noch mal ein guter Punkt für eine Diskussionsrunde, aber das nur nebenbei. :mrgreen:
     
  16. clanipi

    clanipi Newbie

    Registriert seit:
    02.04.2009
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Düsseldorf
    Hallöchen,

    finde es echt interessant, dass die Raucherdiskussion überall gleich ist. Ich bin der Meinung, dass das Rauchen innerhalb der Dienstzeit verboten gehört. Bei uns, zz. noch im Einwohnermeldeamt, sollten sich die Kollegen ausstempeln müsse, da sie definitiv weniger arbeiten und gerade dann rausgehen, wenn es voll ist. Das können sich die Kollegen auch noch so schön reden, es ist faktisch so.
    Als Patient ist es auch total ekelig, wenn der Pfleger raucht. Man riecht es und die Person stinkt.
    Ich habe zuletzt vor 17 Jahren im Krankenhaus gearbeitet, damals allerdings auch noch als Raucherin. Heute bin ich froh, dass ich von weg bin. Klar war ich auch süchtig, aber wollen ist machen. Und ich wollte nicht mehr rauchen. Und jetzt will ich wieder in die Krankenpflege.
    Gruß
    Clanipi:emba:
     
  17. Silvana

    Silvana Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    04.02.2002
    Beiträge:
    142
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    ZNA
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    @Karo:
    Schön, dass du lachen konntest, dann habe ich ja heut schon meine gute Tat des Tages getan:mrgreen:
    Aber zu meiner Verteidigung: ich arbeite nicht auf Station, sondern in der ZAB/ Notaufnahme, da geht das schon mit den 3-5 Kippen. Gibt aber natürlich auch Dienste, in denen rauche ich nicht eine Zigarette, weil eben keine Zeit ist. Und wenn sich unsere Nichtraucher 5 Minuten hinsetzen, dann garantier ich dir, dass sie auch sitzen und ihre Ruhe haben. Denn den Rest machen dann die Raucher. Bin nämlich kein Kollegenschwein!
    Abgesehn davon mag ich diese "Raucher vs. Nichtraucher"- Stimmung nicht, die sich auf Stationen und auch hier immer wieder bemerkbar machen. So wie ich das sehe, ist jeder (egal ob süchtig oder nicht) dankbar, wenns mal ruhig ist und man mal ein paar Minuten sitzen kann (oder eben rauchen). Und zu den 40 Min. mehr Pause: ich rechne meinen Kollegen nicht vor, wie viel Minuten sie mehr Pause haben, wenn z.B. der Nachtdienst ruhig ist. Ich denke, alles im Leben gleicht sich wieder aus:-)
    Aber wenns beruhigt: meine Sucht wird mich wahrscheinlich meine Lunge, meine Beine und irgendwann mein Leben kosten. Und das für 40 Min. mehr Pause:wink:
     
  18. Karo6

    Karo6 Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    874
    Zustimmungen:
    2
    Achso okay, dann muss ich wirklich verständnis zeigen und dir die 40 min. mehr gönnen! :mrgreen: Du arme zukünftige AVK Patientin!
     
  19. Julien

    Julien Poweruser
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    23.02.2008
    Beiträge:
    745
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin RbP
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Akt. Einsatzbereich:
    Neonatologie
    Funktion:
    NIDCAP-Professional
    1. Eure Erfahrungen mit dem Rauchen als Personal/ Patient.
    Ich rauche nicht selbst, aber ich weis, daß man es riecht, ganz gleich, wie lange man nach der Kippe noch draußen zum Lüften rumsteht. Und wenn mir als Patient eh schon schlecht ist, muß ich nicht noch Nikotin inhalieren von der Schwester, die sich über mich beugt.

    2. Erfahrungen die ihr mit Kollegen/ Patienten gemacht habt.
    Die Kollegen auf der Station auf der ich im Moment arbeite, gehen nach dem Dienst draußen im Nottreppenhaus eine rauchen. Das soll mir egal sein. Was richtig ärgerlich ist sind kettenrauchende Eltern. Mütter, die man mit vorzeitigen Wehen aufnimmt und die dann ganz ungerührt erzählen, daß sie eine Schachtel am Tag rauchen :angry:Oder der Säugling letztens, der mit RSV kam und Sauerstoff brauchte, und dessen Eltern versichert haben, nicht in der Wohnung zu rauchen. Fragt sich dann nur, woher das Kind (mit und ohne Kleidung) so intensiv nach Rauch roch...

    3. Warum raucht man als Fachmann im Gesundheitswesen, obwohl man täglich die Folgen sieht, bezw. die Folgen genau kennt.
    Es ist eine Sucht wie jede andere, und daher nicht so leicht aufzugeben. Ich hab auch so meine Probleme die Finger von Fast Food und Süßigkeiten zu lassen.
     
  20. Keen01

    Keen01 Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.02.2007
    Beiträge:
    107
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungshelfer beim DRK, Schichtleitung für 45 Bewohner
    Ort:
    Düsseldorf
    Akt. Einsatzbereich:
    Curanum Resinorenresidenz Düsselhof
    Vielen Dank Leute!

    Bitte macht weiter so.

    Je mehr Ihr schreibt desto besser kann ich eine klare Meinung für meine Facharbeit bilden.

    Ich möchte deshalb nochmals um die Beteiligung von euch bitten.

    Vielen Dank Keen01:-)
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Rauchen Pflegeberuf Facharbeit Forum Datum
News Patienten und Bewohner brauchen hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen Pressebereich 26.07.2016
News Klinikpatienten brauchen mehr Pflegepersonal – jetzt! Pressebereich 07.04.2016
News Staatssekretär Laumann: "Wir brauchen 20.000 Pflegekräfte mehr im Jahr" Pressebereich 02.03.2016
News Aufruf: "Pflegeeinrichtungen brauchen mehr Personal!" Pressebereich 23.06.2015
News Neue Studie: Heime brauchen mehr Personal Pressebereich 14.05.2015

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.