Erste Hilfe bei...

Rabenzahn

Poweruser
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Standort
Kassel
Beruf
AN-Pfleger
Akt. Einsatzbereich
in Rente
Akute Ateminsuffizienz ( Aspiration )

Definition :

Plötzlich Störung der Atmung durch Ansaugen ( Einatmen ) fester oder flüssiger Stoffe. Die Atemwege sind durch einen Fremdkörper verlegt.


Ursachen :

Ausfall wichtiger Schutzreflexe ( z.B. Schluck –und Hustenreflex ) und das Eindringen von Fremdkörpern ( z.B. Schleim oder Erbrochenes ) in die Trachea.


Symptome:

· Unruhe
· Angst
· Atemnot ( Dyspnoe )
· Zyanose
· erschwerte Ausatmung
· brodelnde oder pfeifende Atemgeräusche
· inverse Atmung
· event. Husten
· event. Atemstillstand
· Tachykardie
· event. Blutdruckabfall
· event. Bewußseinsstörungen
· Todesangst


Therapie :

· Atemwege freimachen und freihalten
· enge Kleidungsstücke entfernen
· Rachenraum säubern
· Überstreckung des Kopfes
· Oberkörper erhöht lagern ( event, sitzen )
· bei Bewusstseinsverlust stabile Seitenlage
· bei Atemstillstand beatmen
· bei Herzstillstand Reanimation
· Notarzt und Rettungsdienst informieren

Innerhalb der Klinik gilt der jeweilige Standard zur Behebung von Notfallsituation.
 

Rabenzahn

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Atemstillstand


Definition :

Atemstillstand infolge einer Lähmung des Atemzentrums oder der Atemmuskulatur und/oder
Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper .


Ursachen :

· Verletzungen des Hirnstammes
· Intoxikationen
· Anästhesie mit Gabe von Muskelrelaxanzien
· apnoische Pausen nach der Hyperventilation
· Verlegung der Atemwege


Symptome :

· Bewusstseinseintrübung
· Bewusstlosigkeit
· Zyanose
· Fehlen der Atembewegungen des Brustkorbes und /oder der Bauchdecke
· Tachykardie
· event. Blutdruckabfall
· event. Herzstillstand


Therapie :

· Atemwege freimachen und freihalten
· Mundhöhle reinigen
· enge Kleidungsstücke entfernen
· Kopf überstrecken
· ggf. Beatmung durchführen
· ggf. Reanimationsmaßnahmen
· Notarzt und Rettungsdienst informieren

Innerhalb der Klinik gilt der jeweilige Standard zur Behebung von Notfallsituation.
 

Rabenzahn

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Hämoptoe


Definition :

Aushusten von blutigem Auswurf oder von reinem Blut aus der Lunge oder den Atemwegen.


Ursachen :

· Lungentuberkulose
· Lungentumoren
· Lungenstauung
· pulmonale Hypertonie
· Thoraxtraumen
· Lungenembolie



Symptome :


· Unruhe
· Angstgefühl
· hellrotes, meist schaumiges Bluthusten
· Orthopnoe ( schwerste Atemnot )
· Tachypnoe
· Zyanose
· Tachykardie
· Blutdruck normal oder erhöht



Therapie :

· sofort Rettungsdienst und Notarzt alarmieren
· Oberkörper hoch lagern, möglichst sitzen
· beengende Kleidung entfernen
· Patienten beruhigen
· Sprechverbot !!!
· Hustenreizung vermeiden !!!
· Infektionsscchutz beachten
· Vitaldaten beobachten

Innerhalb der Klinik gilt der jeweilige Standard zur Behebung von Notfallsituation.
 

Rabenzahn

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Lungenembolie

Definition :

Verstopfung einer Lungenarterie mit Unterbrechung eines mehr oder weniger großen Bereiches des Lungenkreislaufes


Ursachen :

Verstopfung der Lungenarterie durch z.B.
· Zellverbände
· Luft
· Fetttröpfchen
· Fremdkörper
· Thromben


Symptome :

· Unruhe
· Angstgefühl
· schweißbedeckte Haut
· Orthopnoe
· Tachypnoe
· Dyspnoe
· leichte bis starke Schmerzen
· Engegefühl im Brustkorb
· Zyanose
· Tachykardie
· eventuell Hämoptoe
· eventuell Halsvenenstauung
· eventuell Blutdruckabfall


Therapie :

· Patienten beruhigen
· Rettungsdienst und Notarzt alarmieren
· Oberkörper erhöht lagern, Arme aufstützen
· beengende Kleidung entfernen
· frische Luft zufächeln
· Vitalzeichenkontrolle
· mit Atemstillstand rechnen ( Beatmung durchführen )
· mit Herzstillstand rechnen ( Reanimationsmaßnahmen einleiten )
· Blutungsquellen unbedingt vermeiden !!! Wegen event. Lyse

Innerhalb der Klinik gilt der jeweilige Standard zur Behebung von Notfallsituation.
 

Rabenzahn

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Lungenödem


Definition :


Pathologische Flüssigkeitszunahme im Interstitium der Lunge mit Übertritt der Flüssigkeit in den
Alveolo – Broncho – Trachealraum


Ursachen :

· Linksherzinsuffizienz
· hypertone Krise
· Hypervolämie
· Nierenerkrankungen
· Inhalationstoxine


Symptome :

· Unruhe
· Angst
· schweißbedeckte Haut
· Orthopnoe
· Tachypnoe
· grobblasige Rasselgeräusche der Atmung
· Zyanose
· schaumiges Sputum
· Tachykardie
· Halsvenenstauung
· Blutdruck normal bis erhöht, später erniedrigt


Therapie :

· Oberkörper erhöht lagern
· Notarzt und Rettungsdienst alarmieren
· Lagerung eventuell sitzend und mit abgestützten Armen
· eventuell unblutiger Aderlass
· eventuell Beatmung durchführen

Innerhalb der Klinik gilt der jeweilige Standard zur Behebung von Notfallsituation.
 

Gaby

Gesperrt
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Hallo Rabenzahn,

wie immer denke ich bei solchen Beiträgen an die Kinder die wir immer wieder an unserer Station liegen haben.

Fremdkörperaspiration, kommen bei Kindern sehr häufig vor:

Bei Kindern kommt es immer wieder zu einer Fremdkörperaspiration. Fast alles wird im Kleinkindesalter gerne in den Mund genommen! Dies erfolgt oft unbeabsichtigt beim Spielen. Die Aspiration von erbrochenem Mageninhalt wird dazu gerechnet.

Was man alles so in einer kindlichen Trachea finden kann:

Erdnüsse stehen an erster Stelle. Daher hat es bei uns an der Station immer geheißen – keine Erdnüsse bei Kindern unter 3 Jahren. Man kann es jedes Jahr wieder verfolgen – es kommt die Weihnachtszeit und damit auch mindestens ein Kind mit einer Erdnussaspiration an unsere Station! Auch andere Nüsse werden gerne aspiriert – jedoch bei weitem nicht in diesem Ausmaß.

Gefährlich sind Erbsen und andere Hülsenfrüchte – wegen ihrer Quellfähigkeit. Die landen auch gerne in den Ohren der Kinder.

Apfelstücke und rohe Karotten, weniger andere Nahrungsmittel. Bei Äpfel vor allem die Apfelschale, jedoch auch einzelne kleine Apfelstücke möglich.

Bonbons, Stücke von Süßigkeiten – vor allem von „Lollis“.

Spielzeuge – Kleinteilen von LEGO, Perlen, Steckfiguren, Knöpfe, kleine Steine, Knopfzellbatterien ..... der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Es gibt wirklich nichts was Kinder nicht in den Mund nehmen – und es gibt daher auch nichts, woran sie sich nicht verschlucken könnten!

Gefährlich ist auch immer das Verschlucken von spitzen Gegenständen wie etwa Nadeln, diese können einen erheblichen Schaden anrichten, da sie weiterrutschen können und daher oft sehr tief liegen können.

Je nach Größe des aspiriertem Fremdkörpers bleibt dieser im Kehlkopf, in der Luftröhre oder in den großen Bronchien hängen. Häufiger im rechten, als im linken Hauptbronchus. Wird dabei das Bronchialvolumen verschlossen – kommt es zu einer Atelektase des dahinterliegenden Lungenabschnittes!

Häufig kommt es „nur“ zu einem teilweisen Verschluss des Bronchus und damit zu einem Ventilmechanismus. D. h. während der Inspiration gelangt Luft in den betroffenen Lungenbezirk – während der Exspiration kollabiert der Bronchus um den Fremdkörper – die Luft kann nicht mehr entweichen und die hinter dem Fremdkörper gelegenen Lungenabschnitte werden überbläht – mehr und immer mehr. Man sieht es an einem asymmetrischen Atemmuster.

Die Aspiration von Erbrochenem wird besonders bei jungen Säuglingen mit gastroösphaglaem Reflux beobachtet. Die Aspiration von Mageninhalt führt immer zu einer meist hämorrhagisch-nekrotisierenden Entzündung der Schleimhäute von Trachea und Bronchien. Kommt es in die Lungenperipherie, entwickelt sich ein Bronchopneumonie.

Kommt es in den ersten Lebensstunden immer wieder zu einer Aspiration – sollte man an eine Ösophagusatresie denken. Wiederholte Aspirationen in den ersten Lebenstagen – an eine tracheoösophagale Fistel denken.

Oftmals bleiben kleine Fremdkörper, die das Bronchialvolumen nicht stark einengen, unerkannt und werden mit Granulationsgewebe umgeben. Nach längerer Zeit, meist Wochen entwickelt sich chronische Lungenentzündungen (eitrige). Die Fremdkörper werden dann zufällig bei einem Röntgen oder einer Bronchoskopie entdeckt. Ein unauffälliges Röntgen bedeutet nicht immer dass keine Aspiration vorliegt. Dabei liegt in der Regel ein Versäumnis in der Anamnese vor. Weiteres kann es zu Atelektasen, Abszessen.

Gelingt es nicht den Fremdkörper innerhalb der ersten 24 Stunden zu entfernen, wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Bei einer chronischen Fremdkörperaspiration wird meist das Granulationsgewebe operativ entfernt.

Liebe Grüße aus Wien

Gaby
 

carmen

Poweruser
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Hallo @ all,

kann Gaby's Darlegungen nur bestätigen und zwar aus der Zeit, als ich in der Ambulanz tätig war.
Haarsträubende Dinge wurden da, besonders aus Kindern, heraus geholt und zwar aus den verschiedensten Körperöffnungen.

Der absolute Hammer war aber ein stets wiederkehrendes Erlebnis auf der Forensic.
Ein Pat. der absolute Stationspflicht hatte, also nie raus durfte aber raus wollte, schluckte Battarien, Rasierklingen, Bleistifte, kleine Löffel oder Draht.
Dadurch war er sich sicher, dass er die Stat. verlassen durfte, nämlich um in eine Klinik gebracht zu werden.
Das war jedesmal ein Höllenaufwand, da jedesmal die Polizei kommen mußte, ihm Hand- und Fußfesseln anlegte und mit der Polizei sowie einer Pflegekraft (Schüler/Schülerinnen waren da sehr beliebte Personen) in eine Klinik fuhr.
Beim letzten Mal, also als ich noch auf dieser Stat. war, da ging sein Schlucken einer Rasierklinge tödlich für ihn aus. Kein Arzt konnte ihn mehr retten trotz Not-OP.

Carmen
 

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