Ernüchterung macht sich breit...

mellseins0815

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Hallo Zusammen,

bin neu hier im Forum, lese zwar schon länger hier quer, was mich auch dazu bewogen hat mich doch für die Ausbildung als GuK zu entscheiden.
Zu mir gibts folgendes zu sagen, ich bin 42 Jahre, habe Mann, Kinder, Tiere, Haus und war sieben Jahre in der Altenpflege (davon ein Jahr mobil) als Schwesternhelferin tätig. Aber ich wollte mehr, habe lange überlegt und wollte das die Kinder aus dem gröbsten raus sind, bevor ich mich für eine Ausbildung entscheide. Nun ja seit 01.04.2017 hab ich es ja nun gewagt, habe mich zuvor an drei Schulen beworben und auch drei Zusagen erhalten. Habe mich dann für die entschieden, die für mich besser zu erreichen ist und von der ich bisher nur gute Resonanzen gehört habe.

Nun kommt das große Aber: Wir sind jetzt seit vier Wochen in der Schule und die Ernüchterung macht sich breit. Unsere Klasse ist sehr groß (30 Schüler, männlich u. weiblich in einem guten Verhältnis). Natürlich sind die Altersunterschiede und die Vorkenntnisse sehr weit gefächert. Was ja im Prinzip auch kein Problem sein sollte. Aber ich hab langsam keine Lust mehr, Probleme untereinander werden direkt vor der Klasse ausgetragen, es wird gelästert, gemobbt und ausgegrenzt, es werden Chatverläufe rumgereicht, in alles wird sich ungefragt eingemischt und Ratschläge erteilt die komplett unnötig sind.
Mich macht das wütend und auf sowas hab ich keine Lust. In all den Jahren hab ich keine Probleme gehabt mich mit Menschen auszutauschen und auch Kritik einzustecken, aber was da abgeht, dass nimmt mir bei weitem die Lust darauf weiter zu machen.
Ich hoffe man kann es einigermaßen nachvollziehen, wenn ich alles haarklein erzähle wird es zu lang, darum lasse ich es erst einmal so stehen.
Ich frage mich, ob sowas in den Anfängen normal ist, oder ob ich vielleicht wirklich einfach zu empfindlich bin.

Lg Mia
 
Naja, ein Stück weit sind solche Auseinandersetzungen in jeder Klasse normal. Wobei die einen halt ruhiger sind und die anderen weniger.
Ist es mit diesen Kämpfen untereinander so arg, daß der Unterricht gestört wird?
Wirst Du selber gemobbt und ausgegrenzt?
 
Abwarten, zum Ende der Probezeit sortiert sich das etwas aus...
 
Hallo.

Ich geh auch auf die 40 zu und bin im 2. Lehrjahr.
Im ersten Block war es bei mir genauso. Es ist schlichtweg ein kleiner Kulturschock gewesen. Immerhin ich war 15 Jahre nicht mehr in der Schule. bzw. ich war in der Berufsschule Kauffmännischer Berufe. Da geht es weit anders zu als in der Pflegeschule.

Was hab ich gemacht. Ich hab mich arrangiert. Für mich stand/ steht ganz klar, "deswegen gebe ich nicht auf"
Ich habs erstmal ausgehalten. Ich hab auch meinen stand. Dann bin ich auch noch einer der offen seine Meinung sagt, auch wenn sich Klassenkammeraden gerade doof verhalten oder dämlich anstellen. Tafelputzen ist da ein gutes Thema. Oder die Mobbinggeschichten. Da bin ich dann teils. Manche mögen mich. manche meiden mich, einer ist immer darunter der meint mich angreifen zu müssen. Das ist nicht wild, nervt mich nur.

Vor allem wenn man vorher in einer Branche gearbeitet hat in der sich die Kollegen "Erwachsen" verhalten haben. In der Pflege sieht man Verhalten, das wäre auf dem freien Markt nicht möglich. Da verliert man schlichtweg seinen Job. Da ist der Druck sich vernünftig zu benehmen halt größer. BErufserfahrung ansich ist grundsätzlich förderlich für die Ausbildung. Ich zerre sehr davon. Aber manchmal steht man da und kann nur mit dem Kopf schütteln und sich wundern.

Was bleibt. Es ändert sich nicht wirklich. Es ist mal mehr mal weniger gut auszuhalten.

Ein wichtiger Bauteil dieser Ausbildung ist durchhaltevermögen. Wenn du im Praxisblock bist kommen noch andere frustrierende Erlebnisse hinzu. Im ersten Praxisblock hab ich nach 2 Wochen geheult. Ich konnte so gar nicht damit umgehen das ich wieder Azubi bin und auch genauso behandelt werden. Zudem sehe ich aus wie 25 und nicht wie knapp 40. Grundsätzlich ist der Umgang freundlich, aber es fehlt an Zeit für den Azubi und einiges mehr.

Was ich selber doch sehr merke. Wenn man als älterer in so einer Klasse sitzt, dann erfährt man den Generationskonflikt. Ich erwische mich häufig wo ich aus der Haut fahren könnte und mir aber eingestehen, ich war damals kein Stück weiter oder besser. Es nervt stellenweise, aber das ist eben das Problem der "älteren" wir müssen uns da in Nachsicht üben.

Dennoch... Ich mag den Job und ich zieh es bis zum Ende durch.
Halt die Ohren steif.
 
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Natürlich sind die Altersunterschiede und die Vorkenntnisse sehr weit gefächert. Was ja im Prinzip auch kein Problem sein sollte.
Ich konnte so gar nicht damit umgehen das ich wieder Azubi bin und auch genauso behandelt werden.

Ich glaube, dieses (übrigens nicht ungewöhnliche) Phänomen wird von so manchem Quereinsteiger gewaltig unterschätzt. "Im Prinzip" ist einem bewusst, dass man wieder Azubi ist, vieles noch nicht wissen kann, ein Teil der Vorgesetzten jünger sind als man selbst - und man denkt sich, als vernünftiger Mensch sollte man damit zurecht kommen. "In echt" stürzt man von einem beruflich etablierten Experten aufs Anfängerniveau zurück, und das kratzt bei vielen gewaltig am Ego. Kann ebenso passieren, wenn man innerhalb des Berufs in einen neuen Bereich wechselt. Eine frühere Kollegin von mir wechselte nach 20 Jahren im OP auf die Palliativstation und konnte überhaupt nicht mit diesem Statusverlust umgehen (und hat mit Mobbing und Staffing reagiert, bis sie schließlich die Stelle gewechselt hat). Vom OP auf Station - Kulturschock?

Hinzu kommt der Bewerbermangel in der Pflege; das Niveau der Azubis sinkt seit Jahren (wobei Alter und Qualität nicht unbedingt miteinander korrelieren). Verschiedene Schulabschlüsse, unterschiedliche Vorbildung, oft viele Nicht-Muttersprachler - das alles macht den Unterricht nicht leichter.

@mellseins: Hast Du jemanden, mit dem Du darüber sprechen kannst? Eine andere Quereinsteigerin in der Klasse? Jemanden unter den Lehrkräften? Die JAV? Bis zu einem gewissen Punkt ist diese Ernüchterung vollkommen normal.
 
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Am meisten von den Klassenkammeraden

- Ständig zu spät kommen
- beleidigen von Lehrern (Führungskräften)
- Arbeitsverweigerung
- Mobbing (auch Lehrer)
- Stören des Unterrichts
- Cypermobbing
- Meuterei
- Einfach mal so unangemeldet den Unterricht verlassen... Was die alle immer für wichtige Termine haben wenn ein langweiliger Lehrer auf dem Plan steht ;)
- und dann immer dieses blöde Handy im Unterricht

Aber auf der anderen Seite ist eine Schule die das einfach so durchlassen und nicht ahnden. Das finde ich schlimmer.

Bei den Kollegen auf Station erlebe ich auch häufig Verhaltensweise die würde man im Freien Markt nicht akzeptieren. Kommen aber zu Stande weil sie überarbeitet sind und werden auch genau deswegen nicht geahndet.
Würde sich auch nur ein Bankangestellter, Handwerker, Aldi Verkäuferin etc. auch nur annähernd Kunden so gegenüber benehmen wie Pfleger es ihren Patienten gegenüber häufig tuen, dann währen die schneller weg als man gucken kann.
Aber das ist einfach Größtenteils dem Pflegenotstand geschuldet und die paar AR.lö.... darunter können halt in der Masse verschwinden.

Was ich allerdings nun unter Kollegen schon gesehen habe was ich woanders noch nicht gesehen habe
- Stühle über den Flur werfen
- Vorsätzliches falsch ausstellen von Zeugnissen
- Lügen und Erpressung
- Umkleidekabine verwüsten
- Kollegen in Patienten/ Dienstzimmer einsperren
- Lauthals streiten
- Rumzicken...
- Dokumentenfälschung
etc.
Ich schieb das auch mal auf den Pflegenotstand und die Überarbeitung. Das kann man natürlich auch woanders sehen. Bekommt man in 2 Jahren allerdings nicht so schnell zusammen :D ;)
Die Belastung reibt schon ordentlich die Gemüter auf. DAs merke ich vor allem auch an mir selber. Ich war auch mal sehr viel ausgeglichener...

Ich für meinen Teil hab das einfach bis zu einem Gewissen Grad akzeptiert. Es ist halt so, da wo viel Druck herrscht passieren komische Dinge. Dennoch stehe ich auch für mich ein. Nur weil es so ist muß man es nicht hinnehmen. Allerdings dauert es bis man seinen Weg gefunden hat damit umzugehen. Am besten hilft mir, wie Claudia schon sagte, mit jemanden darüber zu sprechen.
Auch hilft es die Dinge einfach versuchen so gut wie möglich mit Humor zu nehmen. Meine Brüder und Mann sind alle im Rettungsdienst, da hast du das gleichen in Grün, nur mit mehr Männern. Und es ist erstaunlich wie Zickig Feuerwehrmänner seien können. :D
Also geben wir uns in Regelmäßigen Abständen ein "Best of Krankenhaus XY" und rollen uns am Boden über Sachen die uns vor Wochen noch zur Weißglut getrieben haben. Und es passieren einfach wirklich Dinge die können nur im Gesundheitswesen passieren... Da kann man mit super Quartett spielen :D :D :D

Bei mir an der Schule bin ich ja nicht der einzige Dino und nicht alle Schüler sind so Banane... Es gibt immer ne Handvoll die richtig Doof sind, da fragt man sich wirklich: "wie finden die jeden Morgen zur Arbeit"? und dann gibt es eine Handvoll sehr beeindruckende junge Menschen, die auch echt Spaß machen.

In der 3. Woche meiner Ausbildung stand ich vor dem Lehrer und fragte ihn :"Ist das normal, geht das jetzt 3 Jahre so?" Und er so ganz Trocken : "ja das ist so, nehmen sie es locker" Gelingt mir sehr häufig nicht. Aber dennoch bester Rat...
 
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Hallo in die Runde :P

Bei mir war es genauso. Ausbildung mit 42 angefangen, natürlich die älteste in der Klasse.
Obwohl meine Kinder damals selbst Teenager waren (15 und 17) war ich schockiert wie es bei den jungen Leuten zugeht...
Ich habe mich großzügig aus alles raus gehalten. In Gruppenarbeiten habe ich versucht das beste heraus zu machen.
Liebeleien, Streitigkeiten, Mobbing, offene Aggressionen gegenüber Mitschüler und Lehrer, leider alles alltägliche Dinge.
Die Probezeit war am dramatischsten. Von anfangs 35 sind gerade mal 25 geblieben. Der erste Klinik Block war auch einer Achterbahnfahrt der Gefühle, den leider sieht die Realität der Pflege in der Praxis doch ganz anders aus als das was wir in der Schule gelernt haben.

Meine Empfehlung: Augen zu und durch.
 
@InetNinja

beleidigungen, mobbing, dokumentenfällschung, freiheitsberaubung, erpressung....

alles samt und sonders straftaten !

wie reagiert da eigentlich die leitung, wenn sie/er über diese vorfälle in kenntnis gesetzt werden?
( falls er/sie darüber in kenntniss gesetzt werden .... aber vielleicht ist es ja bei euch ähnlich wie im aktuellen bundeswehrskandal, wo sich negative verhaltensstrukturen so verfestigt haben, dass diese bereits als systemimmanent angesehen werden )
 
Hallo mellseins0815,

ich kenne eine so ähnliche Situation. Ich arbeite seit kurzen (1.12.2016) in einen Team (11 Personen: Alter zwischen 25 und 29 Jahren, 1 Person 39 Jahre alt, 2 Personen und ich: Alter zwischen 49 und 51 Jahren).

Ich stelle fest, dass wir "Alten" uns nicht mehr profilieren müssen und unser Können nicht unter Beweis stellen müssen.

Was nicht heißt, das wir nicht mehr "Neues" lernen und wissen wollen.

Meine "Alten" Kolleginnen und ich arbeiten gerne mit den jungen Kollegen.

Was ich besonders an den jungen Kollegen/innen mag: Ihr Fachwissen, ihre Dynamik, ihren Mut, ihren Willen.

Ein Schwamm darüber, dass sie sich profilieren wollen (manche habe ich vor meinen inneren Auge mit Schwämmen übersät, grins...)

Wenn ich mich daran zurück erinnere, wie ich in den Alter gewesen bin, dann glaube ich, ich muss auch von Schwämmen übersät gewesen sein.

Wie war das? Samthandschuhe, muss sich jeder selber herstellen. Der eine kann das und braucht einiges an Zeit, bis sie fertig sind. Der andere hat nie in seinem Leben die Lust dazu gehabt, welche herzustellen.

Bitte halte durch und vollende Deine Ausbildung. Ich weis, dass Du das schaffst. Du wirst Deinen Platz in der Pflege finden.

Ich grüße Dich ganz lieb,

pepita - sheep
 
Am meisten von den Klassenkammeraden
(...)
Aber auf der anderen Seite ist eine Schule die das einfach so durchlassen und nicht ahnden. Das finde ich schlimmer.
Ok, das hängt dann aber von der jeweiligen Schule ab. Einige sind da sehr konsequent (muß man als Pädagoge auch sein, sonst geht man unter), andere nicht.
Bei den Kollegen auf Station erlebe ich auch häufig Verhaltensweise die würde man im Freien Markt nicht akzeptieren. Kommen aber zu Stande weil sie überarbeitet sind und werden auch genau deswegen nicht geahndet.
Würde sich auch nur ein Bankangestellter, Handwerker, Aldi Verkäuferin etc. auch nur annähernd Kunden so gegenüber benehmen wie Pfleger es ihren Patienten gegenüber häufig tuen, dann währen die schneller weg als man gucken kann.
Sorry - aber das kann ich mir nicht vorstellen.
Ja, habe auch schon Fehlverhalten auf Station miterlebt - keine Frage.
Aber ich würde eher im Gegenteil sagen, das, was sich z. B. so mancher Handwerker rausnimmt, da hätte es bei uns in der Klinik schon gleich wieder massive Beschwerden seitens mancher Patienten und (vor allem) Angehörigen gegeben, weil man nicht schnell genug gesprungen ist (daß ein paar Zimmer weiter jemand reanimiert wurde, interessiert ja nicht) - für so einen Quatsch darf man sich dann tatsächlich rechtfertigen! :roll:
Aber wenn der ach so überarbeitete Handwerker entweder gar nicht oder irgendwann erscheint (und dies auch keinerlei Konsequenzen hat), dann weiß ich ganz klar wer sich hier mehr rausnehmen kann.
 
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Danke für Eure Antworten,

naja mobben würd ich das nicht nennen, aber meine Antworten passen nicht zur allgemeinen Meinung.

@InetNinja : Du sprichst mir aus der Seele, ich habe bisher ja nur den Schulblock. Und ja es ist ein Schock. Vielmehr schockiert mich noch, dass sogar "Erwachsene meines Alters" da mitmachen und sich der Gruppendynamik hingeben um beliebt zu sein. Nicht falsch verstehen, mir ist egal was andere denken oder ob man mich mag, ich möchte die Ausbildung ja für mich machen und nicht für die Klasse, aber es ist wirklich hart, weil ich mich solch einer Gruppendynamik nicht hingeben möchte.

@-Claudia- : Ich bin ja nicht neu in der Pflege, aber muss ganz ehrlich sagen, ich habe im Altenheim sehr oft examinierte Altenpflegerinnen gehabt die meine Kinder hätten sein können und keine von denen hätte sich so benommen. Wie gesagt was mich noch mehr schockiert, ist dass die Älteren sogar noch mitziehen um bei den Jüngeren angesehen zu sein.
Wie gesagt in der Klasse hab ich den Stempel weg. Ich spreche viel mit meinem Mann, meiner Tochter (17) und das hilft schon sehr. In der Schule hab ich noch mit keinem gesprochen, Klassentechnisch würde es eh nicht lange "unter uns" sein, sondern sofort wüßte die ganze Klasse bescheid.

Nächste Woche haben wir "Teambuilding", finde es lächerlich, weil diese Klasse wahrscheinlich kein Team werden kann, wenn ständig über andere hergezogen wird, wenn es dann raus kommt ist es nicht wahr, war anders, dann werden Chatverläufe breitgetreten..., bin gespannt was dabei raus kommt, bisher ist ja Saufgelage geplant, da ich kein Alkohol trinke, bin ich da auch schon raus aus der Sache.

Ich hoffe also auf den Praxisblock und das Ende der Probezeit :D

LG
 
Wie gesagt in der Klasse hab ich den Stempel weg. Ich spreche viel mit meinem Mann, meiner Tochter (17) und das hilft schon sehr. In der Schule hab ich noch mit keinem gesprochen, Klassentechnisch würde es eh nicht lange "unter uns" sein, sondern sofort wüßte die ganze Klasse bescheid.

Nächste Woche haben wir "Teambuilding", finde es lächerlich, weil diese Klasse wahrscheinlich kein Team werden kann, wenn ständig über andere hergezogen wird, wenn es dann raus kommt ist es nicht wahr, war anders, dann werden Chatverläufe breitgetreten..., bin gespannt was dabei raus kommt, bisher ist ja Saufgelage geplant, da ich kein Alkohol trinke, bin ich da auch schon raus aus der Sache.
Vorsicht. Self-fulfillig prophecy.
 
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@-Claudia- : verstehe nicht wo das eine selbsterfüllende Prophezeihung sein soll. Ich beuge mich nicht der Gruppendynamik und mobbe Leute, trete alles breit vor der Klasse, wohl aber habe ich meine Meinung diversen Leuten in der Klasse mitgeteilt wie ich ihr handeln finde, prompt war es nach der Pause in aller Munde. Darum behalte ich meine Meinung nun für mich. Und ja ich trinke keinen Alkohol und werde sicher nicht damit anfangen. Oder meinst Du etwa ich sollte jetzt bei allem mitmachen, damit ich mich nicht selbst ausgrenze. Verstehe deine Antwort grade wirklich nicht.
 
Sie meint es, mMn, bezogen auf die Teambildungsmaßnahme.
Wenn du schon reingehst, mit "das ist doch lächerlich", ist es schwer, es in deinen Augen kosntruktiv und vielleicht sogar positiv ausgehen zu lassen...
 
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Sie meint es, mMn, bezogen auf die Teambildungsmaßnahme.
Wenn du schon reingehst, mit "das ist doch lächerlich", ist es schwer, es in deinen Augen kosntruktiv und vielleicht sogar positiv ausgehen zu lassen...
nein, denke nicht das es schwer wird konstruktiv zu sein, allerdings haben sich ja schon Teams gebildet und wer da nicht mit macht, der gehört nicht zum Team, wurde ja mehrfach in den letzten Wochen bewiesen. Darum denke ich das es lächerlich ist, solch eine Maßnahme zu machen, fängt ja schon bei der Zimmervergabe an, über das was für die Gemeinschaft mitgebracht werden soll, hin zu den Fahrgemeinschaften und nicht zuletzt zu den Dingen die "gemeinschaftlich" geplant werden sollen. Wie soll denn da ein Team draus werden? Mir persönlich ist es egal, es ist nicht meine erste Teambildungsmaßnahme und sicher auch nicht die Letzte, aber bei allen anderen waren die Personen im Vorfeld schon ganz anders, von daher lächerlich.
 
@Martin H.
Handwerker draußen, also außerhalb des KH's können sich Sachen wie Unfreundlichkeit und Pampigkeit nicht leisten. Die Auftragslage ist in manchen Sparten so schlecht. Gibt auch im Handwerk Sparten wo der Arbeitnehmer ein Monopol hat. z.B. Maurer, davon gibt es zu wenig. Befreundete Handwerksbetriebe wie Elektriker etc. achten jedenfalls darauf das der Kollegen mit den Kunden professionell sprechen. Zu spät kommen etc. sind häufig nicht vermeidbar...

Man muß dazu sagen das sich Patienten und Kunden im benehmen aber auch unterscheiden. Ich finde Patienten und Angehörige treten auch sehr viel häufiger unverschämt auf. Das habe ich in meiner Karriere als Kauffrau nicht so häufig erlebt. Ich hatte sehr viel mit Handwerksbetrieben, aber auch mit Privatkunden zu tuen. Wobei ich den Kontak zu den Handwerkern sehr viel angenehmer fand. Das Anspruchsdenken ist in der Wirtschaft zwar ausgeprägt (Kunde ist König), aber in der Pflege finde ich es etwas schlimmer.

@mellseins0815
Was Claudia meinte ist das man wirklich mit einer Negativ Haltung in die Sache reingeht. Und bis zu einem Gewissen Grad beeinflusst das einen wirklich schon. Hätte ich mir damals auch nicht träumen lassen.

Zu dem Teamgefüge. Das wandelt wirklich ständig. Mal ist die eine Gruppe Bestfriends und im nächsten Block hassen sie sich. Da bekommt wirklich jeder sein Fett ab. Selbst das Mädel von der man glaubt das sie nichtmal sprechen kann und wirklich jeder Konfrontation aus dem weg geht.

Wie du selbst sagst du spricht mit deinem Mann und deinen Kindern. Ich muß sagen das Gespräch mit meiner Stieftochter finde ich da schon gewinnbringender. Sie ist Haar genau in dem Alter wie meine Klassenkammeraden und da bekommt man schon eine andere Perspektive und ist auch froh das dass eigenen "Stief"Kind nicht so ein Verhalten an den Tag legt. Ich kann jedenfalls nicht aufhören meine Stiefkinder zu loben und die Eltern die sie dazu erzogen haben.

Ich trinke übrigens auch keinen/ bis ganz wenig Alkohol, ich rauche nicht und mit Drogen hab ich gar nichts am Hut. Reichlich in meiner Klasse hauen sich am Wochenende zu und kiffen dabei. Mir graut es vor der Klassenfahrt. Aber ich werde sie mit machen...

Ich versuch mich immer soweit es geht raus zu halten und den Dingen seinen lauf zu lassen. Man muß sich als Erwachsener wirklich sehr viel zurückhalten. Organisation ist für mich ein leichtes, da tuen sich die Kammeraden natürlich schwer, müssen sie das doch erst lernen. Da die Füsse still zuhalten und den Kollegen das nicht vorweg zu nehmen ist anstrengend. Aber erstmal wenn man sie lässt, kommt am Ende erstaunlicherweise was bei rum. Hat nur länger gedauert und war halt stressiger... Und man erfährt dann doch, das sie auf einen zukommen und um Hilfe bitten. Das habe ich zur Facharbeit dann erlebt. Da muß ich mich schon zusammenreißen... Das ist ein Gefühl zwischen "Oh wie schön ich werde gebraucht und geschätzt" und "Du blöde Schla... kannst mich mal am Ar... Lecken" weil sie vorher blöde zu mir war. Die Kunst ist es mit diesem inneren Emotionalen Krieg umzugehen und dennoch Teamfähig zu sein. Ich mußte/ muß Geduld, zuversicht und verzeihen in den letzten 2 Jahren lernen.

Auch wenn ich sehr viel rum heule, mich häufig wundere was alles so möglich ist und wie man nur kann...

Es ist die Möglichkeit auch selber Gelassenheit zu lernen. Es passieren leider auch unfaire Dinge und da fahre ich echt regelmäßig aus der Haut. Und eins halte ich mir gerne vor Augen, das hilft Durststrecken zu überwinden. "Das und den Wahnsinn muß man erstmal aushalten und nachmachen" und das neben Haushalt, Kinder, eigene Eltern, finanzielle Not etc... Wenn du fertig bist kannst du mal sowas von Stolz auf dich sein...

Ich bin in meiner Klasse die einzige ältere. Deswegen sehe ich nicht was die anderen älteren Kollegen machen und wie sie damit umgehen. Mir gehen eher die Lehrer auf den Keks die wirklich unverschämtes Verhalten nicht unterbinden und einem sogar raten dabei mit zumachen. Für mich hat das was von Resignation.
 
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Reaktionen: mellseins0815
In der Pflege sieht man Verhalten, das wäre auf dem freien Markt nicht möglich. Da verliert man schlichtweg seinen Job.

Muss das hier nochmal unterstreichen, erlebe das genauso.
Wieviele Pflegende wirklich nicht nur ihr Herz, sondern auch ihren Enddarm auf der Zunge tragen ist traurig und der Grund dafür, dass Pflege nicht anerkannt ist.

Grüße,
Tool
 
Muss das hier nochmal unterstreichen, erlebe das genauso.
Wieviele Pflegende wirklich nicht nur ihr Herz, sondern auch ihren Enddarm auf der Zunge tragen ist traurig und der Grund dafür, dass Pflege nicht anerkannt ist.

Grüße,
Tool
:D sehr schöne Umschreibung... :D :D
 
Die anfängliche Ernüchterung kennt wohl fast jeder von uns. Man hatte sich das alles anders vorgestellt.... selbst ein Pflegepraktikum, ein FSJ oder ein BFD kann einen nicht komplett auf das vorbereiten, was eine Ausbildung letztendlich verlangt. Allerdings ist die Klasse selbst ein starker Faktor. An meiner Schule gab es Klassen, die funktionierten wie ein Uhrwerk und waren allseits beliebt (unsere gehörte dazu), und solche, vor der Lehrer und Praxisanleiter Sch*ss und Unwollen hatten. Woran es liegt - keine Ahnung. Schaffen kann man's trotzdem, wenn man die 4 Buchstaben gehörig zusammenkneift.

Ich frage mich allerdings, wieso man einen Ausbildungsbetrieb, der so dermaßen eklatant scheitert und schlecht funktioniert, nicht wechselt? Wenn soviel daneben läuft, wie wir hier Woche für Woche lesen, und man kein gutes Haar an der Ausbildung lässt, sollte man sich doch mal nach Alternativen umschauen! Es gibt genug Berufsschulen und Kliniken, wo der Umgang mit und die Ausbildung von Pflegenachwuchs auf hohem Level regelmäßig mit Erfolg gelingt.
 
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