Angst zu schlecht im Beruf zu sein.. Krankenpflege

Shelovee

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Ambulante Pflege
Hallo, ich bin 20 Jahre alt und seit September 2018 examinierte Krankenpflegerin. Die Ausbildung war eine sehr harte Zeit, Kollegen die einen fertig gemacht haben, nie was gezeigt haben, nie geholfen haben. Trotz allem habe ich es Gott sei dank geschafft mit der Note 2. ich arbeite seit September in der ambulanten Pflege. Mir macht der Beruf sehr Spaß und ich fühle mich auch in der ambulanten Pflege mittlerweile echt sicher, habe meine eigene Tour und eigentlich läuft alles dort ganz okay. Mein Freund ist Altenpflegehelfer und ich arbeite seit diesem Monat mit ihm in der Nachtschicht (ich auf 450€, 3 Nächte im Monat) in einem Heim. Mir hat das stationäre auch immer viel Spaß gemacht. Hatte gestern meine 3te Nacht und ich fühle mich einfach so unsicher. Ich hatte 2 Einarbeitungsnächte und die letzte allein als Fachkraft mit meinem Freund. Er ist wirklich super in seinem Job, er arbeitet dort auch schon seit November. Ich fühle mich einfach richtig dumm, nutzlos und irgendwie zu ungeeignet. Ich bin oft planlos und weiß nicht was ich machen soll. Klar muss man da erst reinkommen und die Bewohner kennenlernen aber irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl ich bin schlecht in dem Beruf und kann nichts. Ich mache mir jeden Abend Gedanken wie schlecht ich eigentlich bin und doch mehr kann. Im ambulanten Pflegedienst lieben mich meine Patienten und dort bin ich wie gesagt auch echt sicher und weiß dass ich dort meine Arbeit gut mache, aber warum habe ich dann das Gefühl im Altenheim so zu versagen? Mich macht das so fertig einfach. Ich habe zb eine Bewohnerin gelagert, mein Freund kam rein und meinte dass er das anders machen würde. Bei einer Bewohnerin voller Kontrakturen hätte ich ein wenig Probleme sie zu lagern und hab ihn um Hilfe gebeten. Sowas erwartet man doch nicht von einer Fachkraft dass sie nicht mal richtig lagern kann. Oder eine Bewohnerin bekommt Sonderkost. In der Ausbildung hatten wir selten irgendjemand mit einer Sonde und wenn hat man das mit Schwerkraft gesondet. Sowas als Fachkraft nicht zu wissen ist doch peinlich. Mich verunsichert das alles so, dass ich nach der Nachtschicht total traurig und depressiv mach Hause gehe. Ich muss auch meinem Freund immer fragen wie das und das sein muss oder was ich bei wem zu machen habe oder generell was ich machen muss. Meint ihr ich bin für die Pflege einfach nicht geeignet? Ich bin so traurig, ich liebe diesen Beruf aber wenn ich zu blöd bin und einfach nichts drauf habe hat es doch auch keinen Sinn...
 

ommi

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Anästhesie
Alleine schon dass du darüber nachdenkst und dir Gedanken machst, nachfragst und reflektiert bist ist eine der meiner Meinung nach besten Eigenschaften für die Pflege. Hinterfragen warum man was macht, Feedback holen, sich weiterentwickeln und lernen. Eine Ausbildung lehrt dich nicht alles und schon gar nicht den Alltag. Ambulante Pflege ist wieder was anderes als stationäre Pflege, egal ob Altenheim, Krankenhaus oder sonstwas.

Einfach dranbleiben, offen sein für Feedback aber gleichzeitig die Eigenschaft behalten zu hinterfragen ob etwas Sinn macht und warum man etwas wie macht. Vieles kommt mit der Erfahrung und in Situatonen zu kommen die neu sind, daraus lernt man und entwickelt sich. Auch dass du bei deinem Freund fragst oder fragen "musst" ist doch nichts negatives. Er kennt die Leute, er bekommt die tägliche Versorgung der Bewohner mit. Es gibt Helfer die kompetenter sind als jede Fachkraft und der Titel alleine muss nichts heißen. Egal ob Altenpfleger, Krankenpfleger, Helfer oder sonstwie. Ich war und bin immernoch froh wenn ich Dienst mit erfahrenen/erfahreneren Kollegen habe und mal um Rat fragen kann, unabhängig von Hierarchie.
 

malu68

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ZNA
Das richtige Lernen geht erst nach der Ausbildung los....
Ich habe vor 29 Jahren meine Ausbildung beendet und wenn ich irgendwo neu anfange, frage ich heute noch und schau mir auch die Dinge an, die ich eigentlich kann. Weil eben manche Sachen überall anders gemacht werden.
Ich Druck sozusagen den "Reset"- Knopf und gucke /hör mir alles an.
Ich finde nix schlimmer, als wenn Kollegen, die neu anfangen, sofort sagen "kann ich, mach ich, weiß ich".

Woran man eine fähige Pflegekraft erkennt ? Wenn sie das was sie gesehen und gehört hat, mit ihrem Wissen und ihren eigenen Erfahrungen verknüpft und somit schnell eingearbeitet ist.
Aber nach 3 Nächten ist auch das nicht der Fall. Gib dir mal 6-8 Wochen...oder 3 Monate... und dann erzähl hier nochmal, ob du dich immer noch so unfähig fühlst.... :flowerpower:
 

BellaSwan2012

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@Shelovee Du hast schon mit 20 deine Ausbildung abgeschlossen, dabei auch gute Noten gehabt. Jetzt bekommst positiven Feedback von deinen Patienten, vermutlich auch von deinen Kollegen / PDL etc.

Die kurze Antwort: Nein du bist nicht ungeeignet für den Beruf, du bist auch nicht unfähig. Wie hättest du deine Ausbildung sonst so gut schaffen können? Hätten dir die Lehrer während der Ausbildung sonst nicht gesagt "das ist nichts für dich, mach lieber etwas anderes"???

Was ich aber aus deinem Beitrag raus lese ist deine negativ Einstellung gegenüber dir selbst, und unrealistisch hohe Erwartungen an dich selbst - niemand erwartet, dass eine ex. Fachkraft alles weiß. Wenn man irgendwo neu kommt- dann muss man Dinge nachfragen die man nicht kennt - das ist vollkommen normal. Niemand wird denken, dass du nichts kannst oder unfähig bist. Und selbst wenn sie es denken würden - könnte es dir egal sein. Denn du weißt, dass du gut bist. Aber um so zu denken brauchst du ein gesundes Selbstwertgefühl und dicke Haut, an der (unberechtigt) Kritik abprallt.
Deshalb statt dich fertig zu machen und an dir zu zweifeln, ändere den Fokus deiner Gedanken und lenke es auf die Dinge die du schon gut kannst, auf deine Stärken, auf deine Lernfähigkeit etc.
 

MedCo61

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klinische Kodierfachkraft / MDA
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Kodierung Gastroenterlogie, Orthopädie, HNO, Schlaflabor, MDK Bearbeitung
Funktion
Kodierung Krankenhausfälle, Bearbeitung MDK-Prüfaufträge
Liebe Shelovee

Du hast seit 8 Monaten dein Examen. Wie viel Berufserfahrung hast du ? Bist du nicht immer noch ein Newbie ?
Gib dir mehr Zeit ein Profi zu werden !!!
Wer die Führerscheinprüfung bestanden hat, darf Auto fahren, ist aber noch lange kein guter Fahrer.
3 Nachtdienste pro Monat ist was anderes als täglich im Einsatz zu sein, bei 3 Nächten dauert es hält länger eine gute Fachkraft zu werden.
Halte durch,

alles Gute wünscht dir
MedCo :lamer:
 

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