Alterndes Personal in der Pflege

Entschuldige, du hast natürlich recht. Es gibt auch in jüngeren Jahren eventuell Einschränkungen.

Also korrigiere ich wie folgt:
Ich denke, wir gehen konform, dass es immer mal Situationen geben kann, wo die Leistungsfähigkeit zeitweise oder dauerhaft gemindert ist- egal wie alt der Betroffene ist.
Wie gehen wir dann mit Defiziten um? Soll ein Kollege, der vielleicht nicht mehr alle Arbeit schafft "entsorgt" werden?

Elisabeth
 
Wenn es nicht absichtlich wär, ist es nicht sehr kollegial, ihm im Regen stehen zu lassen,dann würde ich meine Hilfe anbieten

LG Kerstin
 
Ich gehe mal nicht von Absicht oder mangelnden Kommunikationsstrukturen aus.

Elisabeth
 
definiere mal bitte zeitweise oder dauerhafte Leistungsminderung.


Gruß
Dennis
 
zeitweise: z.B. Z.n. OP, Schwangerschaft
dauerhaft: z.B. typische Verschleißerscheinungen

Elisabeth
 
na ja, zeitweise kommt ja immer mal vor, aber bei dauerhaft muss ich ehrlich sagen, wenn man nicht kann sollte man lieber zu Hause bleiben, denn dauerhaft für jemanden mitarbeiten führt bei mir auch zu einer schnelleren, dauerhaften Leistungsminderung.
Obwohl ich auch sagen muss, wenn ich gesundheitlich dauerhaft eingeschränkt bin und mich an vielen Tagen zur Arbeit quälen muss, würde ich mich nach etwas anderem umsehen.

Und in vollem Bewusstsein, dass es mich auch eines Tages treffen kann, muss ich leider sagen:

Die Zeiten in denen man jemanden "durchziehen" kann (auch wenn es jemand ist der leider ein gesundheitliches Leiden hat) sind leider vorbei. Traurig aber leider wahr.

Gruß
Dennis
 
Wann wäre deiner Meinung nach der Zeitpunkt gekommen zur "sozialverträglichen Entsorgung"? Bei mehr Zeitverbrauch für die Tätigkeiten (z.B. bei der Körperpflege) als deine eigene Zeitvorgabe? Bei Unfähigkeit bestimmte Tätigkeiten zu übernehmen (z.B. Reduzierung der körperlichen Kraft)? Oder???

Elisabeth
 
Wer will denn hier jemanden entsorgen????

Ich kann das eigentlich nur von dir lesen. Ich mache keine Zeitvorgaben und ich bestimme auch nicht wie schnell wer was zu machen hat. Es ist mir egal ob jemand 120 Minuten eine Person wäscht oder 20.
Nur wenn ich 5 A3 Patienten habe und gleiche Nebentätigkeiten wie mein Gegenüber und wir auch beide um 6.00 mit der Arbeit beginnen muss um 14.00 alles gemacht sein. Fertig.
Sehe ich mich dazu nicht in der Lage? Was erwarte ich denn dann von meinen Arbeitskollegen? Kann ich einfach voraussetzen, dass sie meine Arbeit mit machen? Kann ich einfach voraussetzen, dass sie meine 100 Kg Patienten übernehmen und ich die leichteren Patienten bekomme?
Wo fängt "Gerechte Arbeitsteilung" an und wo hört sie auf?
Wo fängt denn Hilfe an und wo die Übernahme und kontinuierliche Mehrarbeit?

Ich finde es wird auch langsam etwas zu kleinkariert gedacht, ich spreche hier nicht von kleineren Hilfen, wenn meine 1,54m große, 56 jährige, mit (ich weiß sie gar nicht mehr alle) Erkrankungen mich bittet ihr beim Lagern eines 125 Kg Mannes zu helfen werde ich sicher nicht nein sagen, aber trotz alle dem macht sie ja den Hauptteil ihrer Arbeit selbst. Ein geben und nehmen kann man trotzdem prduktiv umsetzen, ohne gleich den Großteil der Arbeit auf sich selbst zu bürden.

Und ich stehe weiterhin dazu. Ich bin 24 und habe noch 43 Jahre Arbeit vor mir und ich muss selbst sehen wie ich diese überstehe und das geht nicht mit kontinuierlicher Mitarbeit für andere Personen, sei es jung oder alt, sei es faul oder die allseits bekannte LMAA Einstellung.

Gruß
Dennis
 
Eine gerechte Aufteilung der Arbeit wird es wohl nie geben. Dann müßten wir mit Maschinen arbeiten- die wären stets objektiv definiert.

Was diese Diskussion aber aufzeigt: wir erwarten von allen annähernd die gleiche Tätigkeit. Der berechtigte Einwand von Dennis macht es deutlich: es geht auch um die Arbeitskraft der Uneingeschränkten.

Aber wenn nicht "sozialverträgliche Entsorgung" und "gleichberechtigte Mitarbeit"... gibt es eventuell einen dritten Weg? Wie kann man Arbeitskräfte einsetzen, die eventuell nicht mehr den Anforderungen genügen können? Kann man eventuell auch Tagesabläufe anpassen?

Elisabeth
 
Ab ins Zentralssteri......

Nein, ich persönliche sehe da kein so großes Problem, aber ich werde meine "eingeschränkten" Kollegen gerne mal fragen, ob es ein Problem damit gibt, dass sie das gleiche an Arbeit leisten müssen wie ich.
Die Faulenzer muss ich ja danach nicht fragen. :mrgreen:
Und der Rest regelt sich, jedenfalls bei uns, über Zusammenarbeit, welche man ja trotzdem gewährleisten kann.
Stellt man die Weichen am Anfang gleich richtig ist gegenseitige Hilfe möglich und gefrustete Mehrarbeit einfach unnötig.


Gruß
Dennis
 
Ab ins Zentralssteri......

Was ist daran so verwerflich. Aus finanziellen Gründen werden sich viele ältere Kollegen eine vorzeitige Berentung genau überlegen müssen.

Wir hatten eine Kollegin, die kam morgens immer noch für 2 Stunden zum Waschen- auch eine denkbare Lösung.

Elisabeth
 
Nun, verwerflich?

Behauptet man das generalisiert und setzt es um ist es dann nicht auch eine sozialvetrgliche Entsorgung, nur eben ins Zentralsteri...?


Gruß
Dennis
 
Kommt auf die Sichtweise an und wie wird es vermittelt. Schlußendlich kommt es immer auf die Einstellung des Betroffenen an- hier vor allem auf die Einsicht und die Fähigkeit zur Flexibiltät. Gerade letzteres ist ja nicht unbedingt die Stärke aller Pflegekräfte. Stichwort: Rotation.

Elisabeth
 
Obwohl ich auch sagen muss, wenn ich gesundheitlich dauerhaft eingeschränkt bin und mich an vielen Tagen zur Arbeit quälen muss, würde ich mich nach etwas anderem umsehen.

Und in vollem Bewusstsein, dass es mich auch eines Tages treffen kann, muss ich leider sagen:

Die Zeiten in denen man jemanden "durchziehen" kann (auch wenn es jemand ist der leider ein gesundheitliches Leiden hat) sind leider vorbei. Traurig aber leider wahr.
Dann sei dir bitte auch bewußt, dass du vermutlich keine Anstellung mehr bekommst wenn du wegen gesundheitlichen Einschränkungen deinen Beruf nicht mehr ausüben willst. Zumindest ist dies ein riesiges Problem für die älteren Mitarbeiter.

Und in Anbetracht der riesigen Gehälter die wir bekommen, haben die wenigsten eine private Rentenversicherung, sodaß ein früherer Einstieg in die Rente ausfällt.

Mich persönlich ärgert nur, dass es pauschal immer heißt, dass die jüngeren für die älteren Mitarbeiter mitarbeiten müssen. Meine persönlichen Erfahrungen sind da ganz anders. Hatte ich auch schon geschrieben. Es gibt solche und solche und das in allen Altersgruppen.

Ich vergleiche auch die Leistungsfähigkeit anderer Mitarbeiter nicht mit meiner. Ich wehre mich aber energisch dagegen, wenn man mir den Stempel ältere und somit nicht mehr leistungsfähige Mitarbeiterin aufdrücken will.
 
Den will dir keiner aufdrücken. Wie ja auch schon öfter erwähnt wurde, hat Leistungsfähigkeit nichts mit dem Alter zu tun.

Du musst ja auch nicht den kompletten Arbeitgeber wechseln, vielleicht tut es auch der Fachbereich.....Möglichkeiten gibt es ja viele.....
Nur, wenn ich meinen doppelten Bandscheibenvorfall habe, werde ich auf jedenfall erwägen nicht mehr auf der Inneren zu arbeiten und im gemeinsamen Gespräch findet sich vielleicht auch eine Lösung in einen körperlich weniger anspruchsvollen Fachbereich zu wechseln.


Gruß
Dennis
 
Es geht hier eigentlich nicht nur um ältere oder jüngere- es geht hier um die Option: eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Und das ältere Mitarbeiter (50+) dies nun mal eher trifft als die jüngeren ist ein Fakt, den man nicht weg diskutieren kann. Der Gesetzesgeber hat die Rente mit 67 "verordnet". Wie gehen wir mit dieser Option um? Was wird aus den Kollegen deren Leistungsfähigkeit mit den Jahren einfach abnimmt?

Elisabeth

PS Ich hab übrigens was gegen die pauschale Aussage: die Jüngeren sollen erst mal so arbeiten wie wir. Das kann nicht die Lösung sein.
 
Bringt mich zu der Frage: wer bestimmt denn "Leistungsfähigkeit" wonach wird sie gemessen und beurteilt in unserem Beruf?
Stückzahl? (Na dann "gute Nacht")
Wenn der Gesetzgeber (und auch einige hier) der Ansicht scheinen, man kann sehr wohl Leistungsfähigkeit ausschliesslich in Pflegeminuten ausdrücken und damit über Stückzahl klarmachen wer (noch) für den Beruf geeignet ist, müssen endlich Gesetze her die über das abwracken, aussondern von "unwerten" Arbeitnehmern klare richtlienien schaffen!
Sowas hatten wir schon mal in unserer Geschichte!!! (na ja... so ähnlich) Es dürfte die traugrigste und grausamste Zeit der Weltgeschichte (gewesen) sein!
Dann gab es mal die Zeit wo man versuchte Begriffe wie "Sozialstaat" "Solidarität" mit leben zu füllen.
Wir steckten (voll Deutsch) die Menschen in Heime, Psychiatie, Krankenhäuser... gaben ihnen den Stempel "husch husch ab, in die vorbereitete Schublade! Damit wir wieder die schöne heile, junge, dymamische Welt sehen. Und gut is!"
In neuester Zeit haben wir uns entschieden die Menschen in den Schubladen ein bisschen raus zu lassen um sie gegeneinander auf zu hetzen... (Hatten wir auch schon öfter in der Weltgeschichte) Sinn dabe ist natürlich das sie sich gegenseitig die Schädel einschlagen. Damit wir (heutigen) "Leistungsträger" weiter n´ nettes leben haben!
Ich jedenfalls denke: so können und dürfen die auseinandersetzungen nicht debatiert werden!!!
Ich bin NICHT damit einverstanden das "Leistungsfähigkeit" der anderen von Leuten bestimmt wird, die sich als Ziel gesetzt haben den gesellschaftlichen Konsens des Miteinanders zum wohle von allen zu zerstören. Ich halte es für äusserst perfide Menschen gegeneinander aufzuhetzen.
Wenn der neue Konsens heissen sollte: Nur wer Jung und gesund ist, und/oder mehr Geld hat kann über den Wert eines Menschen Macht ausüben...
Bitte! Warten wir ein paar Jahre! Der Junge und gesunde wird schon mal alt und/oder Krank. (und wenn s soweiter geht wird der Reiche wenn er Alt und Krank ist auch Arm) Dann hoffe ich wird endlich verstanden das wir nur miteinander den Karren aus dem Dreck ziehen können. Dann ist es aber für viele schon zu spät!
Ich komme mir vor wie im Kindergarten: "Ich will das Förmchen haben! Deswegen hab ich dem auf die Mütze gekloppt! Und ausserdem bin ich Leistungsfähiger!" :knockin::knockin::knockin: Und pedagogisch einwandfrei: "Hasse gut gemacht! Ohne ellebogen kommse auch nicht durchs Leben..."
Wo lebe ich nur?
 
Heinz,

ich denke nicht, das man sich hier aufhetzt oder die Köpfe einschlägt, es geht hier rein darum:
Die Arbeit muss gemacht werden

und wenn ich am Ende des Tages 3/4 der Station "abgearbeitet" habe und mein Kollege oder Kollegin 1/4, dann kann irgendwas nicht stimmen und es ist egal ob der/die Kollege/in 20, 30, 40, 50 oder 60 ist. Ich beurteile keine Leisungen und setzte keine Zeiten, das tut meine Schicht durch ihre Zeitbegrenzung und mein Arbeitgeber durch die Personalbesetzung.
Habe ich 12 Patienten und kenne den Aufwand wird dieser aufgeteilt und dann wird gearbeitet und nur so funktioniert es.
Alles andere schafft, wie man hier unschwer übersehen kann, Unmut und der tut selten gut oder so irgendwie. :mrgreen:

Es hat eigentlich wie mehrfach festgestellt weniger mit dem Alter zu tun, statt mit dem körperlichen Vermögen, dass das im Alter nun mal leider nachlässt ist eine Tatsache, die man nicht ändern kann.
Trotzdem kann man seine Arbeit erledigen und wenn nicht?
Welche Lösung gibt es denn dafür?
Eine, die beiden Parteien gerecht wird?
Mache ich mehr oder die schwerer Arbeit, kann ich vielleicht tatsächlich mit 45 nicht mehr und wer nimmt mir dann die Arbeit ab?
Vielleicht niemand mehr......aber mein Kollege und jetzt will ich, einfach weil es besser passt, noch einmal das Alter ins Spiel bringen, sitzt seit 10 Jahren auf seiner Terrasse und freut sich seiner Rente, für die er in den letzten Jahren zuvor weniger hat Arbeiten müssen, soll das der Weg sein????
Das wage ich stark zu bezweifeln....


Gruß
Dennis
 
Wenn ich das alles hier so lese, werde ich immer wüternder. Nicht weil hier darüber diskutiert wird, dass es Kollegen gibt die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr so leistungsfähig sind, wie sie früher einmal waren oder weil bei denen die "noch" können anscheinend die Angst besteht, dass sie sich zu sehr verausgaben, sondern weil wir eigendlich die völlig falsche Diskussion führen.
Die Diskussion hat damit angefangen, dass alterndes Personal nicht mehr so leistungsfähig und nicht mehr wirtschaftlich sei.
Gegen solche Aussagen müssen wir und vehement zur Wehr setzen! Wir arbeiten mit und für Menschen. Wir dürfen es uns nicht länger gefallen lassen, dass unsere Stellen reduziert werden und jeder Mitarbeiter wirtschaftlich verträglich sein soll. Wo bleibt denn dann die Menschlichkeit. Wieviele Pflegeminuten man benötigt um Patienten/Bewohner psychisch zu betreuen hat noch kein Krankenkassenmitarbeiter zu ermitteln versucht, dabei sollte dass eine unserer wichtigsten Aufgaben sein. Wo bleibt denn die vielbeschworene Ganzheitlichkeit?
Nebenbei gesagt, wenn wir mehr Zeit für Betreuung und Beratung hätten, wäre der Beruf auch körperlich weniger anstrengend.

Gruß S.
 
Hallo
Ich bin eine alte Schwester mit diversen körperlichen Einschränkungen, seit fast 30 Jahren in der Pflege.
Was bedeutet das für mich ? Ich mobilisiere keine schweren unbeweglichen Patienten mehr alleine-ich hole mir Hilfe. Unser Gang ist seeeehr lang, also schaue ich daß ich auf einem Weg viele Dinge erledigen kann. Meine Patienten motiviere ich so toll, daß sie gut mitarbeiten und mir einen Teil körperlicher Belastung ersparen. Geht das mal nicht greife ich auf meine Erfahrung zurück, mein Wissen aus den vielen Fortbildungen und setzte dies dann ein um für mich und den Patienten möglichst schonend zu arbeiten.
Von Ärzten und Funktionseinheiten lasse ich mich schon lange nicht mehr hetzen, mein Arbeitsablauf ist hervorragend Strukturiert und alles was ich organisatorisch nicht auf die Reihe bringe ist auch für jeden anderen nicht organisierbar.Was früher mit Kraft und Hauruck und schnell schnell funktionieren mußte geht heute eben einen Tick ruhiger und mit viel Technick. Krank war ich die letzten 10 Jahre genau 6 Tage und die hatten nichts mit meinen Gebrechen zu tun. Ob ich bis 67 Jahre diese Arbeit machen kann ? Wahrscheinlich nicht, aber jetzt bin ich zu Alt um noch irgendwo eine andere Arbeit zu bekommen oder auch nur eine Umschulung.
Zur Zeit bin ich in der Arbeit noch um einiges Leistungsfähiger als so manch junge Kollegin, nur meine regenerationsphase zu Hause ist länger als früher.
Um mir möglichst lange meine körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten
widme ich mich in meiner Freizeit der Rückengymnastik, mache Yoga, gehe mit dem Hund spazieren und ärgere meine Pubis und meinen Mann.Das bißchen Haushalt nicht zu vergessen.*g*
Alesig
 

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