Ich habe bereits gesagt, dass das Dreyfuß-Modell, dass ausserdem aus der Wirtschaft stammt, hier nichts zu suchen hat.
Es geht um den UMGANG mit neuen Mitarbeitern.
Aber hat nicht Benner gerade dieses Modell auf die Pflege übertragen?
Schrieb sie nicht, dass eine fachmännische und gesunde Ausbildungsgrundlage eine auf Erfahrung begründete Fähigkeitsaneignung erlaubt?
Da steht für mich drin, dass eine frisch examinierte GuK zwar das notwendige Fachwissen besitzt, aber sich das Erfahrungswissen erst aneignen muss.
Insofern sind unterschiedliche Beurteilungen der Situationen im Stationsalltag vorprogrammiert.
Leider sind es oft die ganz banalen Dinge, die Missverständnisse aufkommen lassen, und bei bestehender Kommunikationsbereitschaft m.E. leicht zu klären.
Ich persönlich freue mich, erwarte es sogar, dass Schüler mich über neue Erkenntnisse informieren, nehme sie aber auch nicht einfach so hin, sondern möchte die Gründe dafür ebenso erörtert haben.
Gleichwohl erwarte ich von einer Frischexaminierten, dass sie, insbesondere in Krisen/Stresssituationen wo schnelles Handeln erforderlich ist, auch mir erstmal vertraut, da dabei mein Erfahrungswissen Situationen schneller und detaillierter erfassen können als sie es vermag.
Selbstredend sind Sätze wie: "Werde erst einmal so alt wie ich, das haben wir schon immer so gemacht" weder kommunikationsfördernd, noch klug.
Gleichwohl werte ich Sätze wie: "Das haben wir in der Schule aber so gelernt" ebenfalls nicht als besonders schlau.
So ein bisschen artet das hier in einen Generationskonflikt aus, dabei wollen wir doch alle nur das Gleiche: Voneinander lernen und produktiv zusammen arbeiten zum Wohle aller Beteiligten.
Oder sollte ich dabei völlig falsch liegen?