Anfängerfrage zum Umgang mit neuen AVO´s

Miso

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Hallo,

ich bin Azubi zur Altenpflege in einem Stationären Pflegeheim und habe Fragen zum generellen Ablauf mit AVO´s.

Wenn bei "uns" ein Bewohner eine Hautablederung hat heisst es von den Fachkräften eigentlich immer nur: "Wie groß ist die Wunde? Wenn sie klein ist mach einen Verband"

Frage: Müsste nicht bei jeder Wunde zuerst eine Arztinfo geschrieben werde, so dass dieser Verbandsmaterial verordnet?

Wenn man nun diese AVO anfordert, wie verfährt man dann mit der Wunde bis die AVO bzw das Verbandsmaterial letztlich da ist? Provisorisch mit irgendeinem halbwegs passenden Verbandsmaterials eines anderen Bewohners?! Man kann ja schlecht ein Pflaster aus dem Erste-Hilfe-Kasten des Dienstzimmers drauf kleben.

Sinngemäß zu beispielsweise Hautrötungen: Wenn Bewohnerin A eine Rötung unter der Brust hat, darf ich dann ohne AVO eine Heilsalbe wie z.B. "Multilin" einfach von Bewohnerin B drauf machen? Oder muss auch hier zuerst eine Arztinfo geschrieben werden und der Arzt verordnet selbst etwas passendes?

Sorry das ich das hier so Frage, aber ich bekomme an meinem Arbeitsplatz nur verschiedene wischi waschi Erklärungen hierzu..

Danke!
 

YoungCare

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Hallo Miso,

In welchen Lehrjahr bist du den gerade?
Ich habe Mal zwei Jahre als KPH in einem Heim gearbeitet und schon einiges mit bekommen, hab zum Teil Wunden auch selbst versorgt und bin mit der Wundschwester mitgegangen.

Wie du sicherlich schon mitbekommen hast klaffen Theorie und Praxis oft weit auseinander. Prinzipiell ist es so ,das eine Fachkraft ohne Anordnung nichts medizinisches ausführen darf. Also was Medikamente betrifft, dazu zählen auch Salbe . Selbst für irgendwelche homöopathischen Sachen die vielleicht Angehörige mitbringen bräuchtest du eine Anordnung.


Jetzt versuche ich etwas dein Anliegen zu bearbeiten: Bei einer Ablederungswunde und wenn kein Bewohnerbezogenes Verbandmaterial da ist ,gehört es sich diese immer keimfrei abzudecken ,denn es stellt ja trotzdem eine Keimpforte da.

Jetzt ist da wieder dieser Spalt zwischen Theorie und Praxis, eigentlich sollte man kein bewohnerfremdes Material nehmen ,da es ja auch Kosten für den anderen birgt, aber jeder der in einer solchen Einrichtung arbeitet weiß was ich meine.

Das zweite Problem was wichtig ist,und in der Ausbildung nicht wirklich durch genommen wird ist das Mundmanagement. Ich selbst bekomme das meiste nur in der Praxis mit und selbst da scheiden sich die Geister ,aber das ist ja bei vielen so.
Was ich damit eigentlich sagen will ist, das du mit dem falschen Utensilien auch viel falsch machen kannst . Verband ist nicht gleich Verband...


Und wegen dem Intertrigo nimm Kompressen ,oder wir nahmen auch Baumwolle rester damit die Reibung minimiert wird.

Nicht einfach ne Salbe von Bewohner xy. drauf schmieren . Du weißt nicht ob der Intertrigo vielleicht schon Mykotisch ist oder ob der / die Bewohner die Creme vetragen.

Ich hoffe es hilft dir etwas weiter und hab nicht allzu viel Stuss erzählt. ;)
 

Miso

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Danke für deinen Beitrag,
eine Frage habe ich aber trotzdem noch:

Müsste man nicht - theoretisch - bei jeder neuen Wunde, bei jeder neuen Hautrötung grundsätzlich EIGENTLICH erstmal den HA informieren statt selbst zu versuchen die kleine Wunde selbst in den Griff zu bekommen bzw. bei der Rötung erstmal 2 Wochen lang Kompressen drauf zu legen?
 

YoungCare

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Wie definierst du eine Wunde? Eine " Wunde " ist für mich, wenn die Epidermis, also die erste Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen ist.

Wenn du bei einem beginnenden Ulcus eine Spannungsblase hast , dann ist das für mich noch keine Wunde, sondern sollte beobachtet werden bzw. wenn man diese aufsticht , dann sollte man eine Wunddoku machen.


Müsste man nicht - theoretisch - bei jeder neuen Wunde, bei jeder neuen Hautrötung grundsätzlich EIGENTLICH erstmal den HA informieren statt selbst zu versuchen die kleine Wunde selbst in den Griff zu bekommen bzw. bei der Rötung erstmal 2 Wochen lang Kompressen drauf zu legen?


Warum nicht, eine Hauptaufgabe einer Fachkraft liegt in der Krankenbeobachtung, vielleicht reicht es schon aus, wenn du eine Rötung,z.B unter der Brust entdeckst und diese mit Kompressen versorgst, um eine Besserung ein zu leiten-> Prophylaxen

Ich würde dir empfehlen, dich mit passender Literatur zum Thema zu beschäftigen. Bzw. erstmal in den normalen Pflegebüchern nach zu schauen.

Ich kenne es so, das in regelmäßigen Abständen die Hausärzte der Bewohner ins Haus kommen , wenn zwischenzeitlich was ist, dann muss halt eher eine Info erfolgen.

Wenn du dann anfängst irgendwann richtig zu arbeiten, also als Fachkraft, lernst du automatisch auch die Wichtigkeit der jeweiligen Situationen richtig ein zu schätzen.

Alles Gute dir.
 

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