Sterilisation von chirurgischen Geräten

HolgerIPT

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Hallo liebe Leute,

ich würde gerne von Euch hören, wie Ihr Eure chirurgischen Geräte (aus der Wundversorgung) sterilisiert. Wir sind am überlegen, ob wir uns eine eigene Autoklave anschaffen sollen. Unklar ist hier noch, welchen Typ wir benötigen und wer dieses Ding dann regelmäßig auf die einwandfreie Funktion hin überprüft. Ist das Eichamt in der Lage zur Prüfung? Die Anschaffung ist nicht gerade günstig und die laufenden Kosten werden auch nicht gerade die Geldbörse erfreuen.
Auch stellt sich die Frage, ob Geräte aus dem unteren Preissegment die Autoklave schadensfrei überstehen.
Da kam uns die Idee, nach Firmen zu suchen, die wie Berufskleidung eben sterile chirurgische Geräte verleihen und nach dem Gebrauch wieder dem Kreislauf zuführen. Meine innere Stimme wehrt sich gegen den Gebrauch von Einweggeräten, wir brauchen nicht noch mehr Müll.

Ich währe Euch für jeden nützlichen Hinweis sehr verbunden. Vielleicht habt Ihr auch eine Idee oder Erfahrungen mit anderen Lösungsmöglichkeiten für unser Problem?
 

Trisha

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Hallo,

ich kenne es von kleineren PD´s, dass die auf Einmalartikel zurück greifen, während sich die Anschaffung eines Autoklaves für große und größere PD´s durchaus lohnt.
Mit Sterilisation von Instrumenten außerhalb habe ich keinerlei Erfahrung, ist sicher aber möglich.

Man müßte ausrechnen, wieviel Instrumente pro Woche oder Tag gebraucht werden, und dann gegenüber stellen, was auf Dauer günstiger ist.

In dem PD, in dem ich arbeitete, gab es einen eigenen Autoklave, für diesen wurde die Hygienefachkraft zuständig - wenn diese in Urlaub war, die PDL oder der GF.
Hat immer gut funktioniert.

LG
Trisha
 
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Hallo,

ich habe bis vor einem Jahr in einer Altenpflegeeinrichtung als Wundmanagementbeauftragte gearbeitet, im Rahmen dessen war ich u.a. auch für die Aufbereitung der Wundversorgungsinstrumente verantwortlich, hierfür benutzten wir einen Autoklaven, die Instrumente, die vorher desinfizierend gereinigt wurden, veschweisten wir in Sterilguttüten.
Bei einer Qualitätsüberprüfung wurde ich schließlich belehrt, dass das Sterilisieren im eigenen Autoklaven, trotz regelmäßiger Kontrollen, nicht sichergestellt werden kann und auch so nicht akzeptiert wird. Was nun, die Teile sind ja auch nicht gerade billig?!?
Als Maßnahme wurde vorgeschlagen, bei einem naheliegendem KH nachzufragen, ob die das Sterilgut von uns mit sterilisieren würden!

Derzeit arbeite ich mit Einmal- Materialien, die natürlich qualitativ schnell an ihre Grenzen stoßen, aber um eine Wundversorgung nach Standard durchzuführen sind diese Instrumente ausreichend.

L.G. Alexandra :evil:
 

Aloha

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Ich kenne das auch aus meinem Ex-Krankenhaus in D, dass dort Instrumente und Geraetschaften aus Arztpraxen und von Pflegediensten zum Sterilisieren abgegeben worden sind. Hat eigentlich immer gut geklappt.

Nachfragen kostet ja nix.... waere denn eine geeignete Klinik in der Naehe?
Dann lasst euch doch einfach mal ein Angebot machen (wenn die Klinik es denn uebernehmen wuerde) und vergleicht die Kosten ....
 

Nordlicht

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Moin zusammen,

wir haben auch ein eigenes Gerät, die Wartung übernimmt das Sanitätshaus, dass uns den Autoklaven geliefert hat.

Aufbereitung der Instrumente erfolgt durch die SchülerInnen nach Einweisung durch PA.

Allerdings kenne ich auch die Symbiose mit ortsansässigen Ärzten, die vorbereiteten Instrumente können abgegeben werden, wie sich die Geschäftsleitung und der Arzt da einigen, entzieht sich meiner Kenntniss.

Ich denke, unsere Instrumente haben sich schon lange amortisiert und die "Tütchen" zum Einschweißen sind im Großpack eingekauft.

Das Einzige, was zwischenzeitlich mal schlapp gemacht hat, war das Einschweißgerät; aber da kam auch die Lieferfirma und hat günstig reparieren können.
 

HolgerIPT

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Hallo Leute,

vielen Dank für die Anregungen. Zwischenzeitlich konnten wir ermitteln, dass die nahe gelegene Uniklinik ihr Geschirr extern sterilisieren läßt, Adressen und Angebote dazu sollen folgen.

Auch die Idee einer Arztpraxis einen Auftrag zu erteilen hat etwas für sich.

Die eigene Autoklave scheint uns augenblicklich die "schnellste" Lösung aber auch kostenintensivste Lösung zu sein.

@Alexandra; Ich konnte nichts Rechtliches oder Fachlich finden was gegen eine "eigene" Autoklave spricht, wurde die Beanstandung bei Dir wegen Handhabungsfehlern beanstandet?

Ich werde mich mit einem Ergebnis melden, wenn wir alle Wege und Kosten ausgelotet haben. :daumen:
 
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Hallo,

Bei uns wurden keine Handhabungsfehler beanstandet, wir hatten auch einen Sicherheitsmanager und eine Hygienefachkraft, die für einen einwandfreien Umgang gesorgt haben!
Die Dame, die uns da überprüft hat, muss wohl eine Fachausbildung in Hygiene gehabt haben, erzählte sie zumindest, sie sagte, dass jeder Zentralsteri im KH regelmäßige Prüfungen und Zertifizierungen durchlaufen muss, damit sie anerkannt werden, da dieser Prozess im Heim oder ambulanten Bereich nicht stattfindet, werden diese Autoklaven nicht gerne gesehen!
Ich finde das persönlich ziemlich überheblich, so bemüht man sich wenigstens steril zu arbeiten, aber ich denke irgendwas wird immer beanstandet, der restliche Teil der Prüfung war einwandfrei!

Liebe Grüße A. Böning
 

Nordlicht

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n'Abend zusammen!

Das Problem ist, dass derjenige, der ein Gerät betreibt auch dafür Sorge tragen muß, dass es einwandfrei arbeitet.
DIN-Normen und Medizinproduktebetreiberverordnung (schönes Galgenmännchen-Wort) müssen eingehalten werden.

Da wird z.B. gefordert, dass mit Hilfe von Bioindikatoren die Wirksamkeit überprüft wird.
Googelt mal, da gibt es einige Richtlinien und Verordnungen, wo sich Ott-Normal-Ambulanz es wirklich überlegen sollte, was Sinn macht.
Wie oben geschrieben, haben wir die Überprüfung der Wirksamkeit durch den Lieferanten geklärt.
 

steffi1963

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Mich würde interessieren,wie andere ambulante Dienste bei der Wundversorgung vorgehen,z.B. Sterilität.
Habt ihr sterile Scheren und Pinzetten?
Wir hatten Einmalpinzetten,aber keine Scheren.
Habt ihr sterile Scheren und was macht ihr damit nach der Wundversorgung?
 

Nordlicht

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Moin Steffi1963,

wir haben Pinzetten (chirurgisch, anatomisch), Scheren, Knopfkanülen etc.

1) Transport nach Benutzung in einer Plastikbox.
2) Einlegen in Desinfektionslösung und Aufbereitung
3) Einschweißen und Steri

Punkt 2-3 wird von unserer Aushilfe oder von Schülern:lol: durchgeführt.
Prüfung des Geräts durch Sanitätshaus.


Aber, habe ich gerade ein dejà vu? :verwirrt: habe ich so etwas nicht schon einmal geschrieben?

Und in dem Zusammenhang: mit kooperierenden Arztpraxen kann man sich einen Steri teilen...............

Es ist ja noch vor Sylvester, daher habe ich es wieder gefunden: Schau mal unter:
Sterilisation von chirurgischen Geräten


Guten Rutsch, Britta
 

narde2003

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Hallo,
und schon braucht Steffi nimmer zu suchen, sondern nur noch scrollen -
hab euch zusammengeführt:thinker:

Guten Rutsch
Narde
 
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Hallo liebe Leute,

ich würde gerne von Euch hören, wie Ihr Eure chirurgischen Geräte (aus der Wundversorgung) sterilisiert. Wir sind am überlegen, ob wir uns eine eigene Autoklave anschaffen sollen. Unklar ist hier noch, welchen Typ wir benötigen und wer dieses Ding dann regelmäßig auf die einwandfreie Funktion hin überprüft. Ist das Eichamt in der Lage zur Prüfung? Die Anschaffung ist nicht gerade günstig und die laufenden Kosten werden auch nicht gerade die Geldbörse erfreuen.
Auch stellt sich die Frage, ob Geräte aus dem unteren Preissegment die Autoklave schadensfrei überstehen.
Da kam uns die Idee, nach Firmen zu suchen, die wie Berufskleidung eben sterile chirurgische Geräte verleihen und nach dem Gebrauch wieder dem Kreislauf zuführen. Meine innere Stimme wehrt sich gegen den Gebrauch von Einweggeräten, wir brauchen nicht noch mehr Müll.

Ich währe Euch für jeden nützlichen Hinweis sehr verbunden. Vielleicht habt Ihr auch eine Idee oder Erfahrungen mit anderen Lösungsmöglichkeiten für unser Problem?
:king: Ich würde euch empfehlen, mal sich das (neue) Medizinproduktegesetz einschließlich der Betreiberverordnung zum Gemüte zuführen.
Es ist bei weitem nicht mehr so einfach Medizinprodukte aufzubereiten! Auch das RKI hat Empfehlungen herausgegeben, die per Medizinproduktegesetz verbindlich sind!
Gruß Michael
 

HolgerIPT

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Abschlussbericht

Erst einmal einen ganz lieben Dank für Eure Beträge und Anregungen.:wavey:

Wir haben uns nun sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und kamen zu folgendem Ergebnis: Unser Arbeitsgerät soll keimfrei sein und somit kommen nur Geräte zum einmaligen Gebrauch oder sterilisierte Geräte in Betracht. Fazit: Wir haben eine Autoklav bestellt und haben damit unser Problem gelöst.:king:

Hier noch einmal einen kurzen Abriss unserer Besprechungsergebnisse:

Einmalgeräte
Dafür:
+ Erfüllung der gesetzlichen Bestimmungen
Dagegen
- Qualität in Bezug auf Handhabung der angebotenen Geräte (Scheren)
- Ökologisch nicht vertretbar (Müllberg; Verbreitung von nicht erkannten
Erregern)
- Unwirtschaftlich sobald eine gewisse Anzahl benötigt wird

Sterilisation durch Arztpraxen
Dafür:
+ Unterliegen üblicherweise gleichen oder höheren Hygienestandards
Dagegen:
- Transportproblem ist ungelöst; Arztpraxis müssen wegen der kurzen Wege
ihre Geräte nicht steril verpacken
- Abhängigkeit von Multiplikatoren
- Unwirtschaftlich sobald eine gewisse Anzahl benötigt wird

Sterilisation durch Kliniken
Dafür:
+ Unterliegen üblicherweise gleichen oder höheren Hygienestandards
Dagegen:
- Unwirtschaftlich sobald eine gewisse Anzahl benötigt wird
(viel teurer als Einwegmaterial)

Anschaffung einer Autoklav (mit Zubehör)
Dafür:
+ Erfüllung der gesetzlichen Bestimmungen
+ Transportproblem ist gelöst (Einschweißung)
+ Ökologisch unbedenklich
+ Unabhängigkeit von Multiplikatoren
Wirtschaftlichkeit (wir haben recht viele Wundversorgungen)
Dagegen:
- Anschaffung ist anfänglich kostenintensiv

Wir haben hin und her gerechnet und konnten feststellen, dass wir genügend Wundversorgungen durchführen und sich daher für uns die Anschaffung einer Autoklav mit dem ganzen Zubehör gut rechnet.
 

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