Hier antworten dir Krankenpfleger/-schwestern, die schon jahrelang in diesem Beruf arbeiten. Glaubst du nicht, dass wir eher wissen, wie es in unserem Beruf zugeht, als eine Berufsberaterin oder das Internet?
Ich an deiner Stelle würde mich eher wundern, wenn hier alle schreiben würden, es ist alles sooo toll. Jeder Beruf hat positive, wie auch negative Seiten. Jeder Mensch mag ein paar Seiten an seinem Beruf, ein paar aber auch nicht so gerne.
Ich wette, wenn du deine Bekannten fragst, die als KS arbeiten, werden sie dir auch negatives erzählen.
So, jetzt noch mal als Zusammenfassung. Schichtdienst ist anstrengend. Ich mag ND auch nicht so gerne, weil er ich danach lange brauche, dass mein Körper sich von der Zeitumstellung wieder erholt. Ich nehme das aber in Kauf, weil ich es das meiste Geld dafür gibt und ich nun mal auf einer Station arbeite, wo er dazugehört. Dass brauchst du nicht als jammern auffassen, denn wenn ich den ND nicht mehr machen will, denn ich habe mir diesen Beruf ausgesucht und es gehört einfach dazu. Wenn ich es nicht mehr will, überlege ich mir was ich sonst machen will.
Zur Freizeitgestaltung: ich habe damit kein Problem, wenn meine Freunde mal ohne mich fortgehen. Immer kann man halt nicht dabei sein. Stört sie aber auch nicht. Sie akzeptieren es, deswegen sie es ja auch meine Freunde. Dafür haben sie wieder andere Vorteile von mir

(z.B. Babysitten unter der Woche, wenn es schwierig ist, jemanden anderen zu finden).
Zum Geld: man wird sicher nicht reich, in diesem Beruf. Er ist sicher unterbezahlt für die Verantwortung, die man trägt und für die körperlich und psychische Anstrengung. Das brauchst du auch nicht als jammern auffassen, ich komme mit dem Geld aus. Würde ich keinen Schichtdienst machen und die Zulagen nicht bekommen, wäre es mir zuwenig.
Ich liebe dafür das Arbeiten in einem Team, immer wieder neues zu lernen, mit sovielen verschiedenen Menschen Zeit zu verbringen (ich denke, dass hast du in keinem anderen Beruf), die Freude, wenn sie ein Ziel erreicht haben (sei es eine positive Diagnose, endlich nach Hause gehen zu dürfen, wieder selbstständiger zu werden, weil jemanden nach Appetitlosigkeit endlich wieder ein Essen geschmeckt hat, etc.), Lebensgeschichten zu hören und noch ganz vieles mehr. Das wiegt für mich wieder viele negative Punkte auf und es ist meine ganz persönliche Meinung. Jemanden, den oben genannte Punkte (oder andere) massiv stören, wird nicht lange in diesem Beruf arbeiten oder nicht glücklich sein.
Gruß,
Lin