Neueinsteiger: Erfahrungsaustausch in der Dialyse

Schrottengel

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Hallo :-)

Ich möchte mich zuerst einmal kurz vorstellen:

Ich bin gelernte Altenpflegerin, habe in den letzten Jahren ambulant gearbeitet und dort hauptsächlich PD-Heimdialysen und Ports versorgt.
Nach Nachwuchs und Umzug arbeite ich nun seit einigen Wochen in einem Dialysezentrum.
Ich arbeite dort sehr gerne und ich bin froh, als AP ohne großes Hintergrundwissen dort arbeiten zu dürfen. Endlich ein Gebiet dass mir richtig Spaß macht und wahnsinnig interessiert :D


Nun ist meine Einarbeitung wenig bis gar nicht vorhanden aufgrund extremen Personalmangels. Alle Infos muss ich den Kollegen förmlich aus der Nase ziehen in der Hoffnung dass sie Zeit und Lust haben mir etwas zu erklären.
Leider bin ich im Umgang mit unseren Maschinen nicht geschult worden, bin ergo auch in der Bedienung nicht fit. Einige Alarme und deren Behebung wurden mir schon erklärt, so auch der "venöse Druckalarm".
Dieser ging heute kurz nach dem dialysestart bei einer Patientin los, ich wurde hingeschickt und kontrollierte natuerlich so gut ich konnte den Sitz der Nadeln, resettete den Alarm und wartete bis sich die Vene wieder bei 170-175 eingependelt hatte.
Eben so, wie es mir gezeigt wurde.
Ca eine Std später (ohne weitere Alarme) war die Vene para gelaufen...

Ihr könnt euch vorstellen was los war und es tat mir unendlich leid fuer die Patientin. Ich fühl mich jetzt noch Mies und weiß im Grunde aber gar nicht, was jetzt die Ursache war, was ich falsch gemacht hab und wie ich es hätte verhindern können und vor allem wie es mit der Patientin weitergeht...
Das konnte oder wollte mir leider keiner erklären.

Könnt ihr mir vllt helfen? Ich moechte sowas in Zukunft unbedingt vermeiden und hätte gern ein wenig Input über die zusammenhänge. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet :-)

Lg
 

Bluestar

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Leider bin ich im Umgang mit unseren Maschinen nicht geschult worden, bin ergo auch in der Bedienung nicht fit. Einige Alarme und deren Behebung wurden mir schon erklärt, so auch der "venöse Druckalarm".

Da sträuben sich mir ja direkt die Haare...Ich hoffe du weisst, dass du ohne Einweisung gar nicht an den Geräten arbeiten darfst !!! Kennst du das MPG oder die MPBetreibV ?

....arbeite ich nun seit einigen Wochen in einem Dialysezentrum.
Ich arbeite dort sehr gerne und ich bin froh, als AP ohne großes Hintergrundwissen dort arbeiten zu dürfen....
....Ich fühl mich jetzt noch Mies und weiß im Grunde aber gar nicht, was jetzt die Ursache war, was ich falsch gemacht hab und wie ich es hätte verhindern können und vor allem wie es mit der Patientin weitergeht...
Das konnte oder wollte mir leider keiner erklären.
Du arbeitest dort ohne medizinisches Hintergrundwissen...Hast du niemanden an die Hand bekommen der dich anleitet ? Unvorstellbar... Du solltest schleunigst darauf drängen eine vernünftige Einweisung/Schulung bzgl. Dialyse zu bekommen...Nichts gegen dich persönlich, aber es kann doch nicht sein, dass die dich so auf die Patienten loslassen ???
 

Laphroaig1815

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Da fühlt man sich ja richtig gut aufgehoben.

Wenn der erste Dialysepatient zu schaden kommt ändert sich ja eventuell was.
 

Bluestar

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Da fühlt man sich ja richtig gut aufgehoben.

Wenn der erste Dialysepatient zu schaden kommt ändert sich ja eventuell was.
Der erste Schaden ist ja schon da...Aber wahrscheinlich noch zu "klein" um Konsequenzen zu erwarten...:wut: Armes Dialysedeutschland...
 

Laphroaig1815

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Der erste Schaden ist ja schon da...Aber wahrscheinlich noch zu "klein" um Konsequenzen zu erwarten...:wut: Armes Dialysedeutschland...
Leider sehe ich und auch andere eher den Holzpyjama eher als schaden an damit sich was ändert.

Da bin ich echt froh das ich alles selber machen kann.
 

Schrottengel

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Hallo,

Bei der Einstellung ging ich davon aus, dass ich grundsätzlich am Patienten nichts tun werde, sondern erstmal einige zeit "mitlaufe", Maschinenschulungen erhalte, jemanden an meiner Seite habe, usw.
Dass ich eben eingearbeitet werde, wie es sich gehört und wie ich es aus meiner bisherigen Berufslaufbahn kenne.
Fragen nach Standards oder Konzepten konnten mir nicht beantwortet werden und das Thema Einarbeitung wurde von uns "neuen" bereits mehrmals angesprochen, stoesst aber auf taube Ohren.

Heute fragte ich nochmal nach, wie es nun zur gestrigen Situation kommen konnte. Angeblich hätte es etwas mit der Punktion des Shunts zu tun gehabt und es wäre eins zum anderen gekommen...
Hat mir jetzt auch nicht wirklich weitergeholfen.
Ich habe fuer mich beschlossen, nichts mehr zu tun, worin ich nicht vorher eingehend angeleitet wurde und habe das auch heute so gesagt, mit dem Teilerfolg, dass sich ein Kollege umgehend darum gekümmert hat, dass er nächste Woche Luft hat um uns neue Kollegen an den Maschinen einzuweisen.

Danke fuer eure Antworten,

Lg
 

Kanüle_15G

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hi, ich will deine frage beantworten.
wenn du einen venösen alarm hast, taste die stelle um die Einstichstelle ab, ist diese dick und hart, pumpe nicht starten hilfe holen.
Du kannst auch die nadel mit einer 5ml spritze anspülen um die lage zu prüfen. mach die spritze nicht ganz voll und ziehe erst blut ab. wenn du das nicht kannst liegt die nadel mit der spitze in der wand. dann hilfe holen.
beim reinspitzen auch ganz vorsichtig vorgehen.

liebe grüße
 

Dragstar

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wenn ich das so lese rollen sich mir die Zehnägel in die Höhe.....immer wieder das selbe !
Da ich ja in vielen Zentren rum komme durch meinen Job sehe ich viele Mißstände, gerade was auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter angeht. Ich selber war Mentorin bzw bin es noch immer, wenn man mich speziell dafür bucht.
Sorry , Du hättest an der Nadel gar nix machen dürfen, ich selber habe in der Zeit des Anlernens meinen Zögling zu den Alarmen begleitet um zu sehen was er tun würde, und warum er was so tuen würde. In dem Fall muss man in deiner Situation einfach Hilfe holen, selbst ich als Uralthase in der Dialyse korrigiere selten eine Nadel, sondern hole lieber denjenigen der punktiert hat, weil der weiß am besten was sein könnte.

Leider werden die neuen Mitarbeiter nur noch im Schweinsgalopp angelernt, viele wissen nicht mehr warum sie was tuen sollen, sie tuen es halt, weil sie es so gesagt bekommen haben, aber es gab keinerlei Erklärung dazu. Das tut mir in der Seele weh !

@Schrottengel, mach Dir keine Vorwürfe, Du kannst da nix dazu.....die hätten Dich nicht einfach los schicken dürfen, ich finde das unmöglich und auch fahrlässig !:knockin::knockin::knockin:
 

agi2604

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Hallo zusammen,

ich reihe mich auch mal ein :-)
Ich bin 26Jahre alt und arbeite seit 4 Jahren auf einer pneumologischen Station. Nun bin ich auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit.

Während meiner Ausbildung hatte ich einen Einsatz in einer Dialysepraxis. Die Arbeit dort fand ich toll.
Nun überlege ich seit Wochen ob ich den Schritt wagen soll. Evtl. ist es die "technische Komponente" die mich zögern lässt, oder auch die Unsicherheit das Gewohnte zu verlassen. :-) Andererseits habe ich kaum noch Freude an meiner jetzigen Tätigkeit, obwohl ich tolle Kollegen habe. Die können nur leider nicht alle " Misstände" aufwiegen.
Also, vielleicht kann mir jemand einen kleinen Tritt in den Allerwertesten geben:-) Oder gibt es hier jemanden, der den Sprung gewagt hat und kann seine Erfahrungen weitergeben.

Vielen Dank und lieben Gruss! agi2604
 

Bluestar

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Nun überlege ich seit Wochen ob ich den Schritt wagen soll. Evtl. ist es die "technische Komponente" die mich zögern lässt, oder auch die Unsicherheit das Gewohnte zu verlassen. :-) Andererseits habe ich kaum noch Freude an meiner jetzigen Tätigkeit, obwohl ich tolle Kollegen habe. Die können nur leider nicht alle " Misstände" aufwiegen.
Also, vielleicht kann mir jemand einen kleinen Tritt in den Allerwertesten geben:-) Oder gibt es hier jemanden, der den Sprung gewagt hat und kann seine Erfahrungen weitergeben.

"Missstände" gibt es in der Dialyse auch, wie eigentlich überall in der Medizin...
Allerdings steht dir mit 26 die Welt offen und ich finde, man sollte Erfahrungen in verschiedenen Fachrichtungen sammeln. Ich bin aus einer sicheren Position auf der Chirurgie mit 26 in die unsichere Selbständigkeit der ambulanten Pflege gegangen und nach zwei Jahren letztendlich wieder als Angestellte in der Dialyse gelandet. Ich habe keinen meiner Schritte bereut.
 

agi2604

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Danke für deine Antwort :-)
 
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Dialyse
Hallo zusammen,

Ich reihe mich mal in Die Vorstellungsrunde ein.

Ich bin 23 Jahre Alt und Arbeite jetzt seit 2 Jahren auf einer Dialysestation (davor nur auf Stationen) die an ein Uniklinikum angebunden ist.

Mein Wissenstand zu beginn der Arbeit auf der Station war recht Begrenzt und reichte nicht über die Tatsache hinaus das es sich um eine ,,Blutwäsche" handelt:D

Ich hatte bis zu meinem Hospitationstag nie groß was mit dem Thema Dialyse zu tun.

Die Einarbeitung erfolgte über 6 Wochen nach denen ich mich schon ein wenig sicherere fühlte.

Mittlerweile empfinde ich die Arbeit als sehr angenehm da neben den Routinearbeiten auch Zeit für den Patienten bleibt was im Stationsalltag meistens am Zeitproblem scheiterte:-)

Es ist am Anfang eine große Menge an Wissen die benötigt wird aber es ist auf jeden Fall machbar und sobald man das gelernte versteht macht es auch echt Spaß.

Die Entscheidung auf eine Dialysestation zu wechseln hab ich bis jetzt nicht bereut.

Lg
 
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Lenchen2009

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Juhu ich würde mich auch für diesen Fachbereich interessieren Arbeite seit 3 Jahren auf einer Intensiv bin nach dem Examen direkt dort hin, wie ist das den von der Bezahlung wenn ich mal so dreisst fragen darf?
Wenn man bei den meisten Dialyse Zentren Sonntags frei hat und sicher auch kein ND hat? Verdient man dan Arg weniger zur Normal Station oder Intensiv als nichts FWG-Fachweitergebildete?
 

FLORA.BLEIBT

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Fachkrankenpfleger f. Anästh.- und Intensivpflege
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Knecht für alles
kommt drauf an wo du arbeitest, gibt auch dialysezentren mit BD/RD an wochenenden und in der nacht, wenns das nicht gibt, dann fallen die zulagen weg. ergo es gibt weniger kohle..
ohne FWB in der regel EG P7 bis P8 ausser du handelst was anderes aus..
 

Angy1989

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Psychiatrie
Hallo zusammen, auch ich reihe mich hier mal bei den Neuankömmlingen ein:-)!
Ich bin 27 Jahre, habe 2011 mein Examen gemacht und seither auf einer akut psychiatrischen Station gearbeitet.
Nun möchte ich mich gerne beruflich umorientieren und interessiere mich sehr für den Bereich der Dialyse.
Ich hatte in der Ausbildung leider nicht die Möglichkeit in diesen Fachbereich zu hospitieren, jedoch habe wir eine Einrichtung besichtigt!
Am Montag hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch in einer privaten Dialysepraxis, welches sehr interessant war und ich nun am kommenden Montag zum hospitieren eingeladen wurde.
Nun bin ich sehr aufgeregt, da ich großes Interesse an dieser Stelle habe! Darum wollte ich fragen ob ihr evtl einige Tipps für mich habt, bzgl des Probearbeitens (welche fachlichen Fragen wären angebracht und mit welchen wirke ich wie ein Fachidiot :lol::kloppen:?) ebenfalls habe ich gelesen dass die privaten Einrichtung nicht so gut zahlen ... habt ihr Tipps für mich für die Gehaltsverhandlung ? Was ist eurer Meinung nach angemessen ?

Sooo ich hoffe dass meine Fragen nicht unverschämt sind und bedanke mich schonmal im Voraus für eure Hilfe!

Liebe Grüße
Angela
 

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