Medikamente richten nach 4-Augen-Prinzip schwer durchführbar

Padrona

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Hallo,
habe folgendes Problem, arbeite auf einer Beatmungsstation auf der wir bisher in jeder Schicht unsere Medikamente für unsere zugeteilten Patienten selbst gerichtet und auch verabreicht haben.
Jetzt verlangt die PDL von uns das 4 Augen Prinzip, was aus meiner Sicht nicht durchführbar ist da ja jeder Blister unterschiedlich beschriftet ist und je nachdem an welcher Stelle er abgeschnitten wird ja nicht mehr zu erkennen ist um welches Medikament oder welche Dosierung es sich handelt. Zudem gibt es ja auch Medikamente die garnicht im Blister geliefert werden wie Nexium, PK-Merz. Novodigal usw. Somit ist die Fehlerquelle finde ich noch höher wie wenn ich selbst richte, kontrolliere und verabreiche.
Habe dazu keine Rechtlichen Angaben gefunden ob uns das vorgeschrieben werden kann oder nicht. Weiß hier wer mehr darüber ?
Hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt :-)
 

InetNinja

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Bei uns wird das so durchgeführt.

Die gängigen Medikamente kennt man vom Aussehen her. Verändert das Haus was bei der Bestellung gibt es wirklich Fotos von den Tabletten und deren Beschreibung.
Bei uns werden sie aus dem Bister gedrückt um zu verhindern das Pat. die Tabletten mit Blister runterschlucken.

Ich bin nicht ganz davon überzeugt. Es wird später einfach nochmal auf Plausibilität kontrolliert. Wirklich wissen was drin ist kann man nicht.
 

-Claudia-

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Bei uns gehen wir nach dem Vier-Augen-Prinzip vor. Spätdienst richtet für den folgenden Tag, Nachtdienst kontrolliert und teilt aus.

Wenn möglich werden die Tabletten im Blister belassen, gibt es keinen oder muss die Tablette geteilt werden, muss man zur Kontrolle halt notfalls die Packung zur Hand nehmen.
 

Neuromaus

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Bei uns wird auch nach 4-Augen-Prinzip gerichtet. Der ND richtet die Medis für den gesamten Folgetag (zu zweit). Bei uns kommen einige Tabletten von der Apotheke in abgepackten Tütchen. Da steht drauf, was drin ist und ist dann natürlich ohne Blister. Aber was da kommt, sind nur die gängigen Sachen, wo man weiß, wie die aussehen, da kontrollieren wir noch einmal, ob wirklich das drin ist, was draufsteht und ob das auch das ist, was angeordnet ist. Die restlichen Tabletten werden im ND von uns gestellt in einem Dosett für den ganzen Tag. Dieses wird natürlich beschriftet mit dem, was drin ist, und das Einfüllen der Tabletten erfolgt auch immer zu zweit. Die flüssigen Medikamente werden im ND nicht aufgezogen. Wir beschriften nur die Spritzen, wo die nachher mit aufgezogen werden.
Zu den Medikamentenvergabezeiten wird dann jeweils auch nochmal zu zweit nachgeschaut. Wir ziehen zu zweit die Säfte und Tropfen auf. Das heißt, beide schauen, dass es die richtige Flasche ist, und dass die Menge korrekt berechnet und korrekt aufgezogen ist. Die Tabletten werden auch direkt vor der Gabe nochmal kontrolliert. Die von uns gestellten kennt man natürlich schnell, aber am Anfang, wenn das Kind neu ist, schauen wir einfach einmal in die Packung, um zu sehen, ob alles richtig ist.
Das Ganze nennt sich Double Check Verfahren, weil eben doppelt gecheckt wird, jeweils nach 4-Augen-Prinzip.
 

Neuromaus

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Ach so, und Medis ins Zimmer geben machen wir halt nicht, weil wir ja mit Kindern arbeiten. Daher ist es auch nicht so problematisch, wenn es kurzfristige Medikationsänderungen gibt. Da die Medis wie gesagt unmittelbar vor der Gabe nochmal kontrolliert werden, fällt auch auf, wenn irgendwo eine Dosis geändert wurde, etwas abgesetzt wurde oder etwas neu angesetzt wurde.
 

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