Arbeitszeugnis wie zu werten?

Es gibt Zeugnisse, die den Vermerk tragen: "Dieses Zeugnis ist nicht codiert."
Die erste Frage, die man sich bei der Bewertung eines qualifizierten Zeugnisses stellen muß, ist die, ob es codiert ist und, wenn ja, von wem. War der Schreiber Fachmann auf diesem Gebiet oder nicht? Benujtzte er Textbausteine? Woher kamen die?
Und das finde mal raus!
(Noch eine Bemerkung am Rande: Es gruselt sich jeder Germanist bei dem Begriff "vollste", weil das Wort "voll" nicht gesteigert werden kann.
Ist aber in Zeugnissen leider so. Größere oder kleinere Hälften gibt es ja auch nur umgangssprachlich und nicht wirklich.)
 
Herr XY erledigte alle ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Im Kontakt mit Patienten und Angehörigen war Herr XY sehr einfühlsam und der Situation entsprechend im Verhalten jederzeit angemessen.

es sehr, danken ausdrücklich für die bei uns geleistete engagierte Mitarbeit und wünschen ihm beruflich weiterhin viel Erfolg und privat alles Gute.


Sehr geehrter Herr Sigjun,
Die obigen drei Absätze lassen das Zeugnis im Bereich zwischen sehr gut und gut deuten.
Es läßt meines Erachtens aber auch durchblicken, das es evtl. ein Problem mit Vorgesetzten gab. In der Regel würde da stehen, Herr XY war im Kontakt mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Patienten....
Und deshalb auch nur "zu unserer vollen"....
Aber im Schlußteil wird ihm gedankt und alles gute gewünscht, das ist widerum ein sehr gutes Zeichen.

Arbeitszeugnisse sind wichtig, aber der Mensch der dahinter steht, ist auch wichtig.
LG
SK
 
Es läßt meines Erachtens aber auch durchblicken, das es evtl. ein Problem mit Vorgesetzten gab. In der Regel würde da stehen, Herr XY war im Kontakt mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Patienten....
Und deshalb auch nur "zu unserer vollen"....
Nun wirdaber die Zusammenarbeit noch einmal extra erwähnt:
Die Zusammenarbeit mit der Pflegedienstleitung war jederzeit kooperativ-konstruktiv geprägt und bis heute außerordentlich erfolgreich.
Liest sich für mich nicht nach Problemen, auch wenn wiederum die codierte Zeugnissprache sagt, dass es anders zu werten ist, wenn beispielsweise die Vorgesetzten nicht zuerst erwähnt werden.
Bitte versteht mich nicht falsch, mir geht es weniger darum, ob dieses Zeugnis gut oder schlecht ist, sondern darum, was Einzelne deuten, denn ich denke diese Deutungen spiegeln durchaus wieder, wie unterschiedlich auch die entsprechenden Zeugnisleser deuten könnten, trotz der vielen Codes die existieren und sicher auch Anwendung finden.
Was I.R.Rigator schreibt halte ich für eine gute Idee, damit gar nicht erst nach Codes gesucht wird.
Bisher war ich in der glücklichen Lage für qualifizierte Zeugnisse nur die Vorlagen liefern zu müssen, und sollte ich mal ein solches Zeugnis schreiben müssen werde ich sicher den genannten Satz von I.R.Rigator dazu schreiben. Scheint mir die Aussagekraft zumindest um einiges klarer zu machen.
Wie sasklotz schon schreibt: Man sollte den Menschen dahinter bei Vorstellungsgesprächen nicht vergessen.
 
ich bin mittlerweile total hin- und hergerissen in bezug darauf wie das zeugnis wohl gemeint ist, aber wie einige schon sagen, liegt es am ende doch darin wie es der betrachter dann wertet. ich hatte meine neue stelle zwar schon bevor ich überhaupt das zeugnis bekommen habe, aber es ist ja doch etwas was man für sein weiteres berufsleben bekommt und ich finde es daher schon wichtig zu wissen wie es gemeint ist...

vielen dank für die vielen antworten... ich freue mich auch weiterhin über jede die dazu kommt :wink1:

liebe grüße
 

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