Umgang mit "extrem" manischen Patienten!

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von mc.gran, 29.02.2008.

  1. mc.gran

    mc.gran Newbie

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    Hallo alle zusammen!
    Wir haben schon seit längerer Zeit mit einen sehr schwierigen
    Patienten zu tuen. Lange Zeit hing er in einem Tief fest und befindet sich nun seit ca. 2 Jahren in einer manischen Phase. Von seiner Persönlichkeit sowieso schon ein sehr unangenehmer und dominanter Mensch. Sobald dieser Patient bei uns auf der geschlossenen Abteilung ist, dreht sich alles um ihn. Er macht die Mitpatienten verrückt und auch das Personal. Verbale ausbrüche, unbelehrbarkeit und sogar gewalt gegenüber Pflegepersonal. So wollte er einer Schwester eine Tüte über den Kopf stülpen. Zudem leidet er unter einen Diabetes m. der so ziemlich außer Kontrolle gerät. (von 40 - 560 mg/dl). Sein Herz ist nicht mehr in Ordnung, eine Niere funktioniert nicht mehr. Auf gut Deutsch: "Der Mann ist körperlich am Boden"!
    Ein Therapieziel ist nicht in Sicht. Wahrscheinlich wird er an seinen Somatischen Erkrankungen sterben.

    Meine Frage an euch: " Habt Ihr ähnliche Patienten erlebt"?
    Wie ist das dann ausgegangen?

    Wir haben natürlich schon viele manische Patienten betreut, aber dieser bricht wirklich alle Maßstäbe.
     
  2. vader

    vader Newbie

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    Hallo,

    ja solche haben wir auch. Sind extrem schwierig zu handeln. Medikamente die helfen würden sind durch die somatischen Erkrankungen kontraindiziert.

    Einen männlichen Patienten der auch etwa über diesen Zeitraum manisch war. Diesen mussten wir nach einiger Zeit fixieren da er vollkommen ausser Rand und Band war und jegliche Einnahme von Medikamenten abgelehnt hat. Nach einiger "rumdoktorerei" haben wir doch etwas gefunden was ihn etwas runterschraubt.

    Sowas kommt leider öfter vor und kostet einiges an Nerven.


    Gruß

    vader
     
  3. alex_

    alex_ Newbie

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    Wir haben auch solche Fälle, eine davon ist schwanger, was die Bandbreite an Medikamenten enorm einschränkt. Es ist schwierig im Alltag, wenns zu heftig wird und viele anderen Patientin unruhig werden (zB weil sie nachts andauernd versucht in die anderen Zimmer zu gehen und versucht Zigaretten zu schnorren oder zu stehlen) hilft meist leider nur Isolierung.
     
  4. mc.gran

    mc.gran Newbie

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    Tja, zu der Isolierung ist es nun auch ganz aktuell gekommen. Eine Therapie ist das aber nicht.
     
  5. der Dude

    der Dude Junior-Mitglied

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    Eine Isolierung nicht als Sanktion, sondern zur Reizabschirmung wäre doch therapeutisch. Ausserdem könnte man auch mit intensivierter Bezugspflege, sprich Einzelbetreuung arbeiten, wenn es das Personal hergibt.

    Gruß,
    der Dude
     
  6. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    hall,
    die letzte Idee empfinde ich schon als Zumutung. Wer soll das aushalten?
    Die Isolierung zur Reizminderung und zum Schutz der Mitpatienten ist ok, kann aber nur vorübergehend angewendet werden.
    Benzos würde ich einstweilen bevorzugen und dort zur Not auch Dormicum.
    Langfristigen Therapiezielen wird sich der Patient nicht mehr hingeben.
    Möglicherweise macht ihn seine "Endzeitstimmung" auch so hemmungslos? Dann wären disziplinarische Dinge mit in Erwägung zu ziehen.
    Aber egal wie, zu tolerieren ist das Verhalten so und auch so nicht, weil in jedem Fall für alle Beteiligten sehr belastend.
    MfG
    rudi09
     
  7. alex_

    alex_ Newbie

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    Hm, welche gäbe es da?
     
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