Therapie bei medikamenteninduziertem Tremor

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Gelöschter User 45894

Gast
Hallo,

ich habe eine Frage zur Therapie bei Tremor.

Seit der Einnahme von Elontril habe ich einen Ruhetremor an beiden Händen. Eine Therapie mit Propranolol bringt nur unzureichenden Erfolg. Auch die Erhöhung von 40 mg auf 120 mg brachte keine wirkliche Verbesserung. Wenn ich mehr als 120 mg nehme, rauscht mein RR ab, hab ich gestern getestet. Ich habe zusätzlich noch Asthma und seit der Erhöhung vermehrt Dyspnoe, besonders unter Belastung.
Meine behandelnde Ärztin (Psychiaterin) kennt als Therapiemöglichkeit nur Propranolol.
Das Elontril abzusetzen, ist aktuell keine Option.

Weiß jemand, ob es da noch andere Medikamente gibt, die besser helfen?
 
Betablocker bei Asthma (bronchiale?) sind eigentlich eher kontraindiziert. Jedenfalls fallen dadurch für mich viele RR-Medis weg. Mir fällt für dich spontan noch Primidon und Gabapentin ein. Als Einzelmedikation oder in Kombination anwendbar.
Ich finde es immer beschämend, wenn Ärzte so schmalspurig denken. Jeder Pflegeschüler mit einem ArzneimittelPocket in der Hand kann Alternativmedikamente raussuchen. Aber vielleicht ist deine behandelnde Ärztin schon länger raus aus der Inneren/Kardiologie und nicht ganz Uptodate. Bist du noch bei einem Internisten in Behandlung? Bluthochdruck und Asthma sind jetzt nicht unbedingt die Fachgebiete eines Psychiaters.
 


Bin jetzt kein Psych Experte, aber schau dir die Links mal an. Propanolol bei Asthma ist halt iwie uncool finde ich... Insbesondere wenn du halt noch inhalative B2-Sympathomimetika zu dir nimmst, da hätte ich auch Atemnot.
 
Betablocker bei Asthma (bronchiale?) sind eigentlich eher kontraindiziert. Jedenfalls fallen dadurch für mich viele RR-Medis weg. Mir fällt für dich spontan noch Primidon und Gabapentin ein. Als Einzelmedikation oder in Kombination anwendbar.
Ich finde es immer beschämend, wenn Ärzte so schmalspurig denken. Jeder Pflegeschüler mit einem ArzneimittelPocket in der Hand kann Alternativmedikamente raussuchen. Aber vielleicht ist deine behandelnde Ärztin schon länger raus aus der Inneren/Kardiologie und nicht ganz Uptodate. Bist du noch bei einem Internisten in Behandlung? Bluthochdruck und Asthma sind jetzt nicht unbedingt die Fachgebiete eines Psychiaters.

Meine Grunderkrankung sind Depressionen und eben Asthma. Ich habe keinen Bluthochdruck. Das Propranolol hab ich nur als Off-Label-Use gegen den Tremor verschrieben bekommen. Das Asthma hatte ich in den letzten Jahren gut im Griff, es trat "nur" bei Erkältungen zum Vorschein, weshalb ich deswegen nur beim Hausarzt in Behandlung bin.
Vermehrte Dyspnoe ist erst seit der Propranololerhöhung aufgetreten. Ich hatte in meinem ganzen Leben zusammen noch nie so oft Atemnot, wie in letzter Zeit. Das scheint meine Ärztin aber völlig außer Acht zu lassen. Mit einem unserer Kardiologen hab ich mal drüber gesprochen und der bestätigte auch, dass Propranolol bei Asthma gar nicht geht.
Zudem es ja nicht mal wirklich hilft.
 


Bin jetzt kein Psych Experte, aber schau dir die Links mal an. Propanolol bei Asthma ist halt iwie uncool finde ich... Insbesondere wenn du halt noch inhalative B2-Sympathomimetika zu dir nimmst, da hätte ich auch Atemnot.

Mir war gar nicht bewusst, dass Propranolol Asthma verschlimmern kann. Ich hab mich schon gewundert, warum ich seit einigen Wochen öfters schlecht Luft bekomme, bis mich gestern einer unserer Kardiologen darauf hinwies, dass das vom Propra kommen kann.
Gestern hab ich testweise 160 mg genommen hab. In Kombi mit der Hitze ist mein eh schon niedriger RR dann natürlich komplett abgerauscht.
Leider kennt meine Psychiaterin scheinbar nur Propranolol. Und das auch erst, nachdem ich konkret danach gefragt habe. Es muss irgendeine andere Lösung her, der Tremor macht mich echt wahnsinnig.

Die Links werde ich mir mal anschauen, danke.
 
Warum ist es keine Option das Elontril abzusetzen bzw. auf was anderes umzustellen???
 
Warum ist es keine Option das Elontril abzusetzen bzw. auf was anderes umzustellen???
Ich habe schon einiges an Medis durch und bis jetzt hat, außer dem Elontril, nichts geholfen. Runterdosieren hab ich probiert, funktioniert aber (noch) nicht.

Ich bin davon ausgegangen, dass meine Psychiaterin weiß, was sie mir verschreibt. Gestern hab ich der Vetretung gesagt, dass ich immer wieder Atemnot habe, aber sie meinte, das könne nicht vom Propra kommen bzw. sie wüsste da jetzt keine Lösung und hat mich auf nächste Woche vertröstet.

Wenn ich das richtig verstanden hab, würde es die Atemnot noch verschlimmern, wenn ich jetzt jedes Mal das Spray (Salbutamol) nehmen würde?
 
So wie jeder andere Betablocker übrigens auch. :-?
Als der Doc mir das gestern sagte, ist mir das dann auch mal bewusst geworden. Eigentlich auch logisch, aber bis jetzt bin ich noch nie in die Situation gekommen, das in Frage zu stellen. Wieder was dazugelernt. Meinem Hausarzt hätte es ja auch auffallen müssen. Dann hoffe ich, dass meine Ärztin das am Dienstag auch so sieht.
Atemnot und Tremor sind beides ziemlich doof, wenn man den ganzen Tag körperlich aktiv ist und teilweise filigrane Arbeiten (Fäden ziehen z.B.) erledigen muss.
 
Ich war heute bei meiner Ärztin. Die hat mich dann zusammengefaltet, warum ich denn das Proranolol und das Salbutamol weitergenommen habe.
Ich habe sie dann drauf hingewiesen, dass ich das bis vor kurzem noch nicht wusste und dass es ja doch eher ihre Aufgabe ist, die Interaktion der Medis, die sie mir verschreibt, zu kennen. Ich soll das Salbutamol sofort weglassen. Auf die Frage hin, wie ich denn nun bei Atemnot reagieren soll, meinte sie, dass das ja wohl die Aufgabe des Hausarztes sei. Stimmt ja, hilft mir aber für den Moment so gar nicht weiter.

Sie sagte mir dann, dass das Zittern meiner Hände ja gar kein "richtiger" Tremor wäre, dafür wäre es nicht schlimm genug. Zur Verdeutlichung: Wenn ich an ein volles Glas in der Hand habe und den Arm ausstrecke, schwappt das Wasser über.
Außer dem Propranolol gebe es keine Therapiemöglichkeit gebe. Sie wollte mir dann ein neues Antidepressivum aus der gleichen Stoffgruppe andrehen. Auf meinen Einwand hin, dass die Chance dann ja groß ist, dass ich davon genauso Tremor bekomme, meinte sie erbost: "Dann schlagen Sie doch was besseres vor!! Dann müssen Sie halt stationär gehen. Sie lassen sich ja eh nix sagen!"

Da hat's mir dann gereicht und ich habe mich verabschiedet. Zudem hab ich keine Lust mehr, alle 3 Monate nen neuen Arzt zu haben (Ich bin in einer Institutsambulanz), dem ich dann wieder 2h lang meine ganze Geschichte berichten darf. Ich werd morgen mal bei einigen Ärzten anrufen, die Neurologen und Psychiater sind. Ich hoffe, da ergibt sich was.
 
Yo da würde ich mir auch Mal ne alternative suchen was den Druiden angeht. Inhalative Alternative wäre z.B. Atrovent.
 
Ich war heute bei nem anderen Druiden. Die hat nur noch den Kopf geschüttelt, als ich ihr das mit dem Propranolol und der vorherigen Ärztin erzählt habe. Sie hat mir jetzt Primidon verschrieben. Ich soll das Propranolol erst mal weiter nehmen, aber in geringerer Dosierung und sofort abbrechen, wenn es mit der Atemnot zu schlimm wird. Ich soll mit 3 Mal einer halben Tablette (also je 125mg) starten. Heute Abend hab ich also eine halbe genommen, aber danach war ich total abgeschossen. Ich hab mich gefühlt, als wäre ich hackedicht. ABER: Der Tremor ist (zumindest gefühlt) weniger geworden! Ich werde morgen trotzdem erst mal ne Vierteltbl. nehmen. In dem Zustand wie heute kann ich ja nicht arbeiten.
Wegen dem Spray werde ich meinen HA trotzdem mal konsultieren, für den Fall, dass ich das Propranolol doch weiternehmen muss. Danke für deinen Tipp dahingehend.
 
Als Update: Aktuell nehme ich 60mg Propranolol und 750mg Primidon gegen den Tremor. Wenn ich abgelenkt bin, ist es okay. In Ruhe dagegen immer noch sehr nervig.
Zudem habe ich mittlerweile Dyskinesien durch das Elontril, gegen die ich Akineton nehme.

Meine Ärztin ist am Ende mit ihrem Latein. Weiß weder eine weitere Therapiemöglichkeit gegen den Tremor, noch gegen die restlichen Symptome.

Ich muss also scheinbar lernen mit Dyskinesien, Tremor, starken Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit und depressiven Löchern zu leben.
 
Und damit möchtest du auf ITS arbeiten? Mutig.
 
Und damit möchtest du auf ITS arbeiten? Mutig.
Ja. Auf Station hatte ich bis jetzt deswegen keine Nachteile. Auch nicht im ITS-Einsatz.
Probleme habe ich damit hauptsächlich im Privatleben.
Ich hätte den Kommentar gar nicht schreiben sollen, ein Anflug von Naivität.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Deine Erkrankung wird es dir sicherlich nicht einfacher machen. Der Druck auf Intensiv ist gerade für Anfänger verdammt hoch, das muss dir klar sein. Da musst du schon ziemlich fest im Sattel sitzen um auf Dauer klarzukommen. Wird nochmal ne Nummer anders sein wenn du nicht mehr Azubi bist und mitläufst sondern plötzlich alleine die Verantwortung hast. Aber wirste alleine merken ob es klappt oder nicht.
 
Deine Erkrankung wird es dir sicherlich nicht einfacher machen. Der Druck auf Intensiv ist gerade für Anfänger verdammt hoch, das muss dir klar sein. Da musst du schon ziemlich fest im Sattel sitzen um auf Dauer klarzukommen. Wird nochmal ne Nummer anders sein wenn du nicht mehr Azubi bist und mitläufst sondern plötzlich alleine die Verantwortung hast. Aber wirste alleine merken ob es klappt oder nicht.
Mir ist klar, dass der Druck sehr hoch sein wird. Das haben mir die PDL und auch mein Vater (selbst seit Jahren Krankenpfleger auf ITS) auch schon gesagt.
Es ist der Bereich, der mich am meisten interessiert und der Einsatz, der mir bei weitem am besten gefallen hat.

Meine Einschränkungen haben nicht nur Nachteile: Wenn ich mir ein Ziel in den Kopf gesetzt hab, dann setze ich auch alles daran, dieses zu erreichen.
Sonst hätte ich diese Ausbildung kein zweites Mal durchgezogen.

Wenn ich dann irgendwann merken sollte, dass es auf ITS wirklich nicht passt, kann ich immer noch wechseln. Aber dann hab ich es wenigstens probiert.
 
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Reaktionen: renje
Eine Dosistitration dürfte während eines signifikant emotionalen Ereignisses äußerst mühselig werden.
 

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