Post-operative BTM-Analgesierung

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von Susan27, 04.07.2005.

  1. Susan27

    Susan27 Newbie

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    Hi,

    ich habe gelesen, dass post-operativ bei größeren Operationen zur Analgesie BtM-Analgetika, meist Morphine, dem Patienten appliziert werden.

    Ich habe zudem erfahren, dass dabei sehr oft das Fertigarzneimittel Dipidolor (Piritramid) in der klinischen Praxis zur Anwendung kommt:

    1) Könnt Ihr mir daher sagen, warum Piritramid häufiger (?) gegeben wird anstatt Morphine (Morphin-Sulfat, Morphin-HCl etc.), diese sind doch viel schneller wirksam, oder? Welchen *Benefit/Vorteil* bei der Analgesie hat Piritramid dabei (Halbwertzeit, NW etc...)? Welche BtM-Analgetika werden bei Euch am häufigsten in der post-operativen Phase verwendet?

    2) Können Ihr mir sagen, welche BtM-Wirkstoffe in der post-operativen Intensivtherapie (ITS) noch hauptsächlich in Deutschland zur Anwendung kommen? Unterscheidet sich dies hinsichtlich der eingesetzen Wirkstoffe (nicht Menge!) zum Ausland?

    3) Werden in der Anästhesie post-operativ bestimmte BtM-Analgetika bei bestimmten "Operationstypen" wie etwa in der chirurgischen Traumatologie, Abdomen-/ Viszeral-, Neuro- Chirurgie etc. appliziert oder ist dies unabhängig von der vorangegangenen Operationsart?

    4) Kommt es in der klinischen, *stationären* Praxis vor, dass unmittelbar nach größeren OPs (z.B. Bauchchirurgie) in der *Intensivmedizin* überhaupt keine BtM-Analgetika gegeben werden müssen, sondern stattdessen auf Morphin-Derivate (Tramdol-HCl, Tillidin etc.) ausgewichen werden kann?

    Oder sieht es so aus, dass *präventiv* unmittelbar nach Ende der OP fast stets ausschließlich BtM-Analgetika zur Anwendung kommen?

    Vielen lieben dank für Eure Infos! :-)

    Viele Grüße und ruhigen Dienst wünscht...

    Susan
     
  2. Cystofix

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    Moin,

    zu 1.) Nunja, meines Wissens ist Mo u.a. wg seiner histaminliberierenden ( und damit über eine Vasodilatation zur Hypotonie führenden ) Wirkung in Deutschland ( ! ) zur postop. SZ-Therapie nicht sehr beliebt. In anderen Ländern ist es das Standardmedikament ( teilweise gibt es Dipi dort gar nicht ).
    Wir nutzen meist Dipi postop - wenn die Pat nachbeatmet werden auch Sufenta oder Ultiva ( in Kombi mit Propofol )

    zu 2.) Im Ausland sind Morphin ( und Fentanyl ) gerne benutze Medikamente, in unserem Haus wird auf der ITS wo ich arbeite meist Dipi genommen, bei Nachbeatmungen s.o.

    zu 3.) kann ich nur für Viszeralchirurgie/Gyn/Uro sprechen - nö, alle bekommen das gleiche ( Pat. mit Spinaler mal ausgenommen )

    zu 4.) Es kommt durchaus vor, dass die Pat. mit 2g Metamizol oder 1g Perfalgan gut bedient sind und nicht mehr brauchen, dann bekommen sie auch kein Dipi o.ä. - Tramadol / Tilidin werden bei uns so gut wie nie verabreicht.

    Und ja, meist bekommen die Pat im AWR Dipi ( auch präventiv - so könnte man es sehen ) in Kombi mit Metamizol - zumindest bei uns im Haus.


    Cys
    ( der sich seelisch und moralisch auf den ND heute abend vorbereitet, und das bei ca 28° und nur gelegentlich funktionierender Klimaanlage :P )
     
    #2 Cystofix, 04.07.2005
    Zuletzt bearbeitet: 04.07.2005
  3. Susan27

    Susan27 Newbie

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    Hi Cys,

    erstmal vielen, vielen dank für die wirklich guten & ausführlichen Antworten auf meine Fragen. :-)


    Kannst Du mir sagen, ob nachbeatmete (intubierte?) Patienten stets auf der ITS mit Propofol, Dormicum etc. zusätzlich *sediert* werden? Ist die Beatmung nur so zu ertragen oder was ist der genaue Grund bei ansonsten ausreichend balancierter Analgesie?


    Kennst Du die Gründe, warum Ihr post-operativ im Haus kein Tramadol appliziert?

    Nochmals lieben dank! :-)

    Viele Grüße
    Susan
     
    #3 Susan27, 05.07.2005
    Zuletzt bearbeitet: 05.07.2005
  4. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Moin,

    ja, nachbeatmete Pat. werden an sich immer auch sediert, allerdings oft so, dass sie spontan am Gerät atmen können, so ist es am erträglichsten. Ich kann hier nicht aus Erfahrung sprechen, denke aber, das die Beatmung recht unangenehm sein kann.

    Was verstehst Du unter balancierter Analgesie ? - die Kombination von Opiaten + NSAR o.ä.?

    Ich denke, dies ist ( wenn auch nur kurz ) zur Nachbeatmung nicht ausreichend.

    Anwendung finden hier wie gesagt Propofol, selten bei so kurzen Zeiten Midazolam, möglich wäre auch Clonidin, ist aber äusserst selten.

    Und nö, keine Ahnung weshalb Tramal nicht gegeben wird.
    Cys
     
  5. SchwesterSarah

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    Tramal/Tramadol

    Tramal/Tramadol führt sehr oft zu Übelkeit und Erbrechen post-op. Im AWR gibts bei uns für fast jeden Dipi, auf Normalstation Novaminsulfon oder Perfalgan.

    Liebe Grüße
    Sarah
     
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