Pneumonieprophylaxe

Suse

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Hi !
Welche Maßnahmen führt ihr in eueren Häusern zur Pneumonieprophylaxe ( nach Standart ) durch ???
Sonnige Grüße von Suse
 

Tisi

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Hi!
Patienten machen z.b. Atemübungen oder Atemgymnastik mit der KG, dann natürlich dem Pat. den Rücken abreiben, wobei Franzbranntwein nicht mehr benutzt werden sollte, oft wird der Pat. auch mit Transpulmin eingerieben! In der Schule wurde uns gesagt, dass man theoretisch auch ganz normales kaltes Wasser benutzen kann, hauptsache der "Erschreckeffekt" ist da! Dann halt den Pat. wenn möglich oft aufsetzen, mobilisieren und z.B. am offenen Fenster frische Luft einatmen lassen!
Was macht ihr denn so?
Tisi
 

Suse

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Hi Tisi !
- ASE = atemstimmulierende einreibung
- Triflow ( Übungsgerät)
- Mobilisation
-atemunterstützende Lagerungen
- das Abhusten fördern ( Vibramax-Gerät), Flüssigkeit
Gruß Suse
 

Kps2001

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Hallo Ihr!

- Mobilaisation
- Blubberflsche
- Atem Coach (Trainer)
- Richtungsatmen
- Abreibung mit Aktiv Gel ( ähnlich wie Franz, aber ohne Alkohol)
- A/V/T Lagerung

Wir haben KG Schüler auf unseren Sationen, die die Patienten regelmäßig verwöhnen, da sie an einem Morgen nur 2- 3 Patienten haben, um die sie sich dann ausführlich kümmern! Leider werden die Prophylaxen seltener vom Pfelegpersonal durchgeführt, man achtet zwar darauf, aber in der Morgenpflege im stickigen Patientenzimmer brauch man mit sowas gar nicht anfangen, da bekommen die Pat eher nen Kollaps! :?
 

lulja

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Pneumonieprophylaxe mit Atemübungen

Hi,
Ich wollte mal machfragen,wie es aussieht mit der Brustatmung bzw.der Bauchatmung ob sie viel nütz bei Patienten und vor allem wieso ist sie am effektivsten oder gibt es noch andere Atemübungen zur Vorbeugung der Pneumonie!!!Was soll dadurch bewirkt werden...Ist sie hilfreich...


Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Übungen,,,
Oder was kann man zur Vorbeugung speziell der Pneumonieprophylaxe sagen!!!

Wäre echt nett,wenn ihr mir das beantworten könntet.


:up:
 
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Blümchen1985

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Hallo!

An Atemübungen kenn ich die Brust, Bauch und Flankenatmung. Werden selten durchgeführt. Eher von KG oder bei Praxisanleitungen ;)
Der Unterschied zwischen diesen Übungen liegt, wenn ich mich nicht irre, in der Belüftung der Lungenabschnitte. Bei Brustatmung eher die Oberen, bei Flankenatmung die Mittleren, und bei Bauchatmung die Unteren Lungenabschnitte.

Bei uns werden auch noch die VATI-Lagerungen durchgeführt.

Ob eine Prophylaxe am effektivsten ist oder nicht kann man schlecht sagen. Vielleicht ist es einfach das Zusammenspiel verschiedener Prophylaxen. Und manche Patienten bekommen trotz intensivster Prophylaxe trotzdem ne Pneumonie...

Ciao!
 

Elisabeth Dinse

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ASE (Basale Stimulation) wird aktuell nicht mehr als Pneumoniepropylaxe angewandt. Sie zählt zu den Kommunikationsangeboten. Eine prophylaktische Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden und ist auch nicht das Ziel der BasStim.

Abreibung mit Aktiv Gel ( ähnlich wie Franz, aber ohne Alkohol)
Von welcher Firma ist dieses Gel? Wir hatten von Esemtan Hautaktivgel. Dieses enthielt Ethanol = Alkohol. Die weiteren Inhaltsstoffe wirken lt. Firma: kühlend, durchblutend, juckreizstillend, desodorierend, antiseptisch.
Da stellte sich für uns die Frage: wozu dieses Gel benutzen? Hat es überhaupt eine Wirkung im Rahmen der Pneumonieprophylaxe? Keine Wirkung- kein Einsatz mehr- zumal die Hautschädigung bzw. allergische Reaktionen eindeutig sichtbar waren.

Wirkung von "Kälteschock" Habt ihr euch selbst schon mal beobachtet, wie die Atmung sich verändert beim Schreck. Das stets tief eingeatmet wird, konnten wir nicht beobachten. Und wieviel bringt es einmal tief einzuatmen?

Pneumonieprophylaxe kann sich meiner Meinung nach nicht mit einer 1-2 maligen Intervention begnügen. Die prophylaktischen Anwendungen müssen konstant angebotenw erden und gezielt wirken.

Und dann kommt die Frage: was kann alles eine nosokomiale Pneumonie auslösen? Minderbelüftung verschiedener Lungenabschnitte, Reizung der Atemwege durch Narkosegase/ Intibation, Dysphagie, Vorschäden durch Lungenerkrankungen, Schmerzen... .

Bei uns geht es vornemhlich um Lagerung (konsequente Belüftung aller Lungenabschnitte), Schmerzfreiheit, tiefe Insirationsübungen, langsame Exspirationsübungen (Lippenbremse), Mundpflege, ggf. Inhalation mit NaCl 0,9% zur Sekretlösung, Lagerungsdrainagen zur Sekretmobilisation, Aspirationsprophyalxe (besonders bei Pat. mit Dysphagie), Anwendung von Kinästhetik bei Mob. im Bett bzw. Transfers.

Elisabeth
 

Tobias

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Moin Elisabeth,
wir hatten auch die Diskusssion über Sinn und Unsinn Activgel.
Wir konnten auch keinen Nutzen finden, aber manch Pat. (oder lieber Klient) schwört darauf und dann soll er es auch bekommen! Wenns hilft .....:emba:!

LG Tobias
 

Elisabeth Dinse

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Wenns der Pat. braucht, soll er es bezahlen. So ist es üblich bei allen Mittelchen (mir fällt da immer das Granufink ein *g*) die keine nachgewiesene Wirkung haben.

Wir bemühen uns seit 2 Jahren, das Mittelchen aus dem Sortiment zu bekommen. Haben gerade einen "Rückfall" mit Bactolan Vital. Pflegekräfte brauchen offensichtlich was zum salben.
Als Alternative wird bei uns eigentlich O/W Lotion favorisiert: kühlender Effekt, Haut wird primär nicht geschädigt.

Elisabeth
 

Tobias

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Elisabeth Dinse schrieb:
. ... Pflegekräfte brauchen offensichtlich was zum salben. ...

Elisabeth
Hi,
ich denke nicht nur die Pflegekraft, sondern halt auch der Klient (in diesem Fall besonders die älteren, mit schon bestehender KH- Erfahrung).
Und wenn der "unzufrieden" ist, weil er nicht gesalbt/gecremt/eingerieben wurde, ist das keine gute Werbung! Das muß man abwägen.
Weist was eine Flasche kostet? Ich habe es nicht in der Hausliste gefunden. :|

LG Tobias
 

Elisabeth Dinse

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Gewohnheitsrecht zieht hier nicht. Die Kassen bezahlen nur das Notwendige- notwendig ist diese "Salbung" nicht. Der Pat. kann alternativ mit O/W Lotion "bearbeitet" werden.

Preis lt. Google: 11,10€ für 500ml. Da wird so mancher sich überlegen, ob er das nutzlose Zeug kauft. Vom Krankenhaus wirds aber verlangt. Der Bürger (egal wie alt) wird auch hier lernen müssen, dass die Solidargemeinschaft nicht für fragwürdiges "Wellness" aufkommt.

Elisabeth
 

Tobias

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Hi,
11 Teuro sind natürlich eine Argument!
Aber gegen so eine Gewohnheit anzukämpfen ist natürlich auch sehr schwierig, Du kennst es ja aus Deinem KH!
Letzlich schmieren sie ja weiter, nur was anderes, daß vielleicht noch günstige ist!

LG Tobias
 

heriion

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wieder hat sich die diskusion an einer kloinigkeit ufghängt.

ich finde zB. apirationsprophylaxe wichtiger, da lässt sich wirklich sparen. wir bekommen ständig immer die gleichen patienten, wegen aspirirten.

@elisabeth: was ist eine lagerungsdreinage?

was haltet ihr von feuchten zelt?
 

heriion

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Danke sehr,

Hört sich stark nach ITS an. Auf normalstationen kaum realisierbar. Aber eine gute Idee. Wir haben oft Erkrankungen der unteren Lungenabschnitte auf Stat.. Da die Patienten oft mehrere Erkrankungen haben kann ich das nicht anwenden.
 

Elisabeth Dinse

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Warum ist die Lagerungsdrainage auf einer normalen Station nicht möglich? Zeit kann kein Argument sein. Fürs verreiben von sinnlosen Lotionen war doch auch Zeit da.

Feuchtes Zelt- kenne ich noch aus der Zeit als KKS. Fand und finde ich nicht schlecht. Billigste Möglichkeit der Anfeuchtung der Atemluft.

Aber so ganz ohne Vernebler??? Das ist dann ja gar keine richtige Pflege. *ggg*

Elisabeth
 

heriion

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Ich "glaube" das nichtsedirte Pat. Kopf-tief-lagerungen nicht vertragen können. Probieren tue ich das nicht aus. In der Erklärung stand: ärtzliche Anordnung und Überwachung, Leider haben die Ärzte für sowas keine Zeit.

Im rahmen der Deku-prophlaxe werden immobile Pat sowieso gelagert, der Sekretfluss wird angeregt aber jetzt kann der Pat nicht richtig Abhusten und verweigert reflektorisch jede Art der Absaugung. Habt ihr da ein Tip?

griss eng, herion
 

Elisabeth Dinse

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Zuerst die Ursache fürs mangelnde Abhusten suchen: Schmerzen, zähes Sekret, allgemeine Schwäche

Schmerzfreiheit, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Inhalation (Sekretolyse), Lagerungsdrainage mit Vibrationsmassage (Sekretmobilisierung) während der Ausatmung

führt zur Sekretmobilisierung und Pat. wird Abhusten. Endotracheales Absaugen bei wachem Pat. ist eine Tortur. Nur wenige Pta. tolerieren dies in einer Notsituation. Wenn Sedierung zum Absaugen verweigert wird, mal überlegen woran es liegen könnte. Ich kann mich an eine Pat. erinnern, die eine erfolglose Reanimation beobachten mußte. Danach bekam sie Panikattacken als das Equipment zum Absaugen ans Bett gebracht wurde. Sie hatte es als dasselbe wioe bei dem anderen Pat. identifiziert und dachte sie müsse nun auch sterben. Es hat ein langes Gespräch Arzt- Pat. gebraucht um das Vertrauen wieder herzustellen.

Die Lagerungsdrainagen werden nicht über Stunden angeboten, sondern sind Lagerungen für 15-20 Minuten. Das dürfte auch auf einer peripheren Station möglich sein. Cave: Kreislaufproblematik beachten.

Elisabeth
 

narde2003

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München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
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HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo,
wir verwenden dazu Inhalation mit NaCl aber mit Vernebler (nicht Bronchitiskessel oder Ultraschallvernebler).
Lagerungsdrainage
Vibrationsmassage
KG-Übungen
Halten den Patienten zum Abhusten an.

Kein Transpulmin[r] oder dergleichen
Kein Franzbranntwein oder sonstiges Gelzeug

Verschneite Grüße aus München
Narde
 

Manegger

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Dipl. Pflegewirt
Moin zusammen,

Wir (Thoraxchirurgie) machen folgendes.
1. 4xtgl inhalieren mit je 1ml Panthenol und 1ml Emser Sole 1%, bei COPD Inhalation mit Sultanol oder entsprechenden anderen Broncholytika
2. Alle 20min sollen (meist tun sie es nicht) die Patienten mit "Coach II", ein Einatmungstrainer 4 kontrollierte Atemzüge tun und dokumentieren (Zettel liegt dem Gerät anbei)
Alternativ erhalten die Patienten den Mediflo 2 und machen, je nach Grunderkrankung und Symptomen und Compliance Ein- oder Ausatmungsübungen
3. Frühmobilisation nach Möglichkeit schon am 1.post Op Tag an den Tisch, auf alle Fälle raus aus dem Bett
4. Atemgynastikunterstützende Krankengymnastik in der Gruppe
5. 20-30 Min gemeinsames Singen in der Gruppe, nicht immer beliebt, nicht immer schön, aber oft unterschätzt und sehr wirksam.
6. In kritischen Fällen frühzeitige Fiberoskopie (Bronchoskopie mit flexiblem Gerät)
7. U.U. mehrmals spezielles Hustentrainig mit Hilfsmitteln (Hände auflegen, Laken um den Brustkorb)
8. Lagerungsdrainagen (selten)

Früher habe ich auch gevibraxt ohne Ende, 3 mal pro Schicht und in Kopftieflage, mit Franzbranntwein und Transpulmin und die Patienten wurden auch nicht gesünder, ich jedoch um einiges erschöpfter als heute!

Gruß
Klaus
 
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