Pneumonieprophylaxe in anderen Ländern

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von hartwig, 19.07.2009.

  1. hartwig

    hartwig Stammgast

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    Wird international von "Pneumonieprophylaxe" gesprochen, versteht man darunter im allgemeinen eine ärztliche Prophylaxe, beispielsweise in Form einer Impfung. Dies erscheint ja auch sinnvoll, denn eine Prophylaxe bezieht sich ja auf die Vermeidung der Erkrankung, in diesem Fall also der Schutz vor dem Erreger. Unter pflegerischer Pneumonieprophylaxe werden in engerem Sinne hygienische Massnahmen verstanden.
    Meine Frage an alle Kollegen ausserhalb Deutschlands: Was wird bei euch unter dem Begriff "Pneumonieprophylaxe" verstanden?

    Gruss Hartwig
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich mach mal ein allgemeines Statement und ziehe damit den Beitrag wieder hoch: Wenn man sich die Pathophysiologie der nosokomialen Pneumonie ansieht, so wird in D mehr Wert auf die Atelektasenprophylaxe, denn auch die Pneumonieprophylaxe gelegt. Ausnahme: Intensivstationen. Aber auch hier erfolgen die Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe nicht selten unbewusst.

    Die Pneumonie beim mechanisch beatmeten Patienten: Von der Pathophysiologie zur Prvention - SN Band 4 Nr 3, Sept 1997
    Die nosokomiale Pneumonie : eine schwierige Diagnose - SN Band 1 Nr 1 Sept 1994

    Elisabeth
     
  3. bun

    bun Junior-Mitglied

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    hallo,

    ich koennte dir erzaehlen , wie es in england auf intensivstationen laeft .
    es herrschen dort bestimmte "ventilator care bundles" also fuer alle beatmeten patienten.
    diese beinhalten offiziell 4 themen, die taeglich verfolgt werden um eine
    VAP zu vermeiden./ (ventilator acquired pneumonia)
    # GU prophylaxis (gastric ulcer)- gabe von proton pump inhibitor zb pantozol
    # thrombose prophylaxis - zb clexane
    # sedation hold- taeglich wird die sedierung gestoppt um den neurologischen zustand des pat. zu beurteilen und eine evt. extubierung zu betrachten ( hat im uebrigen laut studie die ventilationszeit von ungefaehr 7.4 tagen auf 3,9 reduziert.
    #30% kopfteil hochstellen (aspirationsprohylaxe)

    hatte dieses thema in meinem fachexamen und ich denke dass meine artikel aus dem allgemeinen englischen sprachraum stammten, zb australien und usa.

    liebe gruesse bun
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das mit der Sedierung stoppen, kann ich mir noch herleiten: Verkürzung der Beatmungsdauer als Risikoreduzierung- aber Thromboseprohylaxe?????

    Elisabeth
     
  5. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    kein thrombus -> keine embolie -> keine verminderte atemaustauschfläche -> keine pneumonie

    ?
     
  6. bun

    bun Junior-Mitglied

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    ja, das ist der hintergedanke
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Irgendwie begreife ich es noch nicht. Ein Thrombus behindert die Perfusion. Was hat das mit einer noskomialen Pneumonie zu tun? Eine nosokomiale Pneumonie braucht einen Errger...

    Halt- ich glaub jetzt hab ichs. So wie in D fast ausschließlich wert auf die Atelektasenprophylaxe gelegt wird und diese Maßnahmen als Pneumonieprophylaxe verkauft werden... so hat UK auch einen anderen Fokus: Es geht nicht um die nosokomiale Pneumonie als einzigste Ursache für eine Störung der Atmung. Hier werden alle Aspekte beachtet, die den Gasaustausch beeinträchtigen könnten. >>> Dann trifft m.E. aber der Begriff Pneumonieprophylaxe auch nicht zu, da dies nur ein Teilsegment aller Maßnahmen beschreibt.

    Interessantes Thema. Und man beschäftigt sich mal wieder mit der Physiologie der Atmung-

    Elisabeth
     
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