News Pflegenotstand: Muslimische Pfleger dürfen keine Karriere machen

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Die Wohlfahrtsverbände hoffen, neue Pfleger unter den Geflüchteten zu finden. Auch in den christlichen Verbänden werden Muslime umworben – aber noch immer benachteiligt.

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[Quelle: zeit.de]
 

Martin H.

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Stimmt.
Allerdings stimmt es, dass in Diakonie und Caritas Nichtchristen nur genommen werden, wenn sie dringend Leute brauchen. Sonst nicht.
Und das finde ich nicht ok.
 

Maniac

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Das stimmt auch nicht per se!

Gibt's aber noch häufig, vor Allem in den Führungsebenen.

Ob ich das schlimm finden soll, weiß ich aber nicht.
Wenn der Maurermeister nur Zeugen Jehvoas einstellen will, sollte das seine Entscheidung sein.
Und so auch im Großen.

Sehe aber auch für und wider
 
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Romsen2014

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Nun ja, finde es schon problematisch. Ich finde da passt der im Artikel verwendete Wortwahl:" Gesetzlich gestattetes Diskriminierungs Privileg" schon ganz gut. Finde es eher unpassend, dass halt "nur" Muslime als Opfer genannt werden. Wenn ich aus der Kirche austrete bin ich ebenfalls betroffen.
 
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Martin H.

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Das stimmt auch nicht per se!
Warum? Was stimmt denn nicht?
Ob ich das schlimm finden soll, weiß ich aber nicht.
Wenn der Maurermeister nur Zeugen Jehvoas einstellen will, sollte das seine Entscheidung sein.
Und so auch im Großen.
Da sehe ich einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot.
Diskriminierungsverbot | bpb
Den Kirchen werden hier Sonderrechte zugestanden, die gegen das Grundgesetz verstoßen und schon lange nicht mehr zeitgemäß sind.
 
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Romsen2014

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Also jetzt mal von weg von der Frage, ob dies realitätsnah ist oder nicht. Ich finde es bedauerlich, dass solch eine Diskriminierung im Jahr 2018 immer noch vom Gesetz gebilligt wird.
 

Romsen2014

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Also das neue Klinikum bei mir in der Nähe macht dies auch. Wenn du nicht der Kirche angehörst, wirst du erst einmal aussortiert. Und das obwohl sie erheblichen Personalmangel haben. Mal schauen, bekommen jetzt auch schon gehörigen Gegenwind von der Lokalen Presse.

Wurde auch gefragt, warum ich mich nicht dort bewerbe und lieber in eine 50km weit entfernte Stadt ziehen möchte. Als ich die Stellenanzeigen gelesen habe mit dem Punkt:" Wir fordern Loyalität des Arbeitnehmers" und im Kontext zu dem was die Kirchlichen Träger damit verstehen, wurde es mir wieder klar. :D

Aber ich denke, dass dies doch sehr Einrichtungs spezifisch ist.
 

Maniac

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Also das neue Klinikum bei mir in der Nähe macht dies auch. Wenn du nicht der Kirche angehörst, wirst du erst einmal aussortiert. Und das obwohl sie erheblichen Personalmangel haben. Mal schauen, bekommen jetzt auch schon gehörigen Gegenwind von der Lokalen Presse.

Wurde auch gefragt, warum ich mich nicht dort bewerbe und lieber in eine 50km weit entfernte Stadt ziehen möchte. Als ich die Stellenanzeigen gelesen habe mit dem Punkt:" Wir fordern Loyalität des Arbeitnehmers" und im Kontext zu dem was die Kirchlichen Träger damit verstehen, wurde es mir wieder klar. :D

Aber ich denke, dass dies doch sehr Einrichtungs spezifisch ist.
Sicher?

Wird gern vorgeschoben, wenn man nicht genommen wird. Lag ja an meiner Religion/ ethnischen Herkunft.

Bitte Behauptungen nur, wenn man so etwas sicher weiß... Oder eben als Vermutung kennzeichnen.

Loyalität zu erwarten ist ja aber auch so was von überaltet. Wie Tischmanieren, Zeugs der 50er Jahre.
 
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Romsen2014

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Also ich habe mich dort nicht beworben. Aber dies sind keine Behauptungen, da ich die PDL aus meiner früheren Praktikanten Zeit noch kenne und wir uns letztens wieder getroffen haben und diese mich gefragt hat wo ich denn nun arbeiten würde. Auf die Frage ob sie denn Stellen frei hätten, kam nur:" Sind sie denn in der Kirche?" Auf die gegenfrage ob dies denn relevant sein würde, kam nur ein:" Sonst können sie nicht bei uns arbeiten!" Habe natürlich jetzt keine Beweise bzgl. Quellen in Zeitungen etc. Aber bei einem anderen Träger, bei dem ich mich für die Ausbildung beworben habe, war auch zwingend ein Dokument notwendig, welches bestätigt das ich in der Kirche bin. Zusätzlich hätte ich noch Abgaben leisten müssen an einen "Schwesternverband".

Das schöne am Dorfleben ist ja, dass jeder jeden kennt. Ich bin mit dem Krankenhaus durchaus noch gut verwurzelt (das neue ist ein zusammenschluss aus 3 Krankenhäusern), daher kenne ich noch einige Personen und stehen immer wieder im Kontakt bei Stadt/Dorffesten etc.

Ist natürlich alles Induktive Forschung at its best, aber nun ja.

Loyalität zu erwarten ist ja aber auch so was von überaltet. Wie Tischmanieren, Zeugs der 50er Jahre.

Ach du liebes Lieschen, du weißt wohl ganz genau was ich damit meine. Die Loyalitätsverpflichtung der Kirchen geht ja wirklich von Konfessionszugehörigkeit bis zur Scheidung, welche auch als Sittenwidrig gesehen wird, was ja auch nicht selten vor dem Arbeitsgericht landet.

Des weiteren, würde ich mir immer 2x mal überlegen, bei kirchlichen Arbeitgebern zu arbeiten, allein aufgrund des "dritten Weges" aber dies sind natürlich persönliche Ansichten.

Ganz anders sehe ich es mit der "wirklichen" Loyalität. Ich habe mich letztens in einem Leserbrief (Lokalzeitung) über die skandalisierende Berichterstattung, gerade bzgl. Pflegekräften, kurz echauffiert und kurz dargestellt wieso diese Zustände zum Teil zustande kommen. Daraufhin wollte die Lokalzeitung mit dem Bundestags abgeordneten unseres Wahlkreises wissen wo ich den Arbeiten würde und uns "dort unterhalten. Dies lehnte ich ab, da es ungerecht meinem AG gegenüber wäre, da er mit dem Personalmangel genauso zu kämpfen hat wie wir! Und es würde ein falsches Signal setzen. Denn die Kliniken sind z.T. auch nur Opfer der vergangenen Politik.

Lange Geschichte, ohne Sinn, das Angebot sich mit mir oder anderen Pflegekräften die interessiert waren mit ihm über das Problem "Pflegenotstand" zu sprechen bestand bis heute erstmal nicht mehr, da er sich nicht mehr meldet.

Aber dies ist für mich loyalität, meinem AG gegenüber! Genauso mecker ich nie in der Öffentlichkeit (außer Anonym) über meinen AG. Er hat mir schließlich eine Ausbildung in meiner Heimatnähe ermöglicht. Wenn ich gehe, dann im guten und ohne irgendwelche Schuldzuweisungen. Auch das ist für mich loyalität. Und nicht ob ich nun einen Mann heirate, mich von meiner Frau scheiden lasse etc. ! Wie oben in einem Post schon erwähnt, ich finde es problematisch, dass wir im Jahr 2018 immer noch diesen 3 Weg haben und diese Loyalitätspflichten der Kirche immer noch diskutieren.

Aber auf der anderen Seite... Sie sind der Träger, sie bestimmen die Regeln.
 
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Maniac

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Danke für die Rückmeldung, zwei mal :up::up:

:-)
 
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Martin H.

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Aber du schriebst oben allgemeingültig für Diakonie und Caritas, also sicher über 1000 Einrichtungen.
Auch in meinem Ausbildungshaus (ebenfalls Diakonie) war das Pflicht. Eine einzige meiner Mitschülerinnen haben sie auch ohne Konfessionszugehörigkeit (sie war aus dem Osten) genommen, aber zu der Zeit herrschte auch ziemlicher Pflegenotstand. :wink:
Und ich kenne es von weiteren Beispielen aus meinem Bekanntenkreis, z. B. meine Frau ist extra wegen der Arbeit wieder in die Kirche eingetreten, einer meiner besten Freunde (vorher konfessionslos) ließ sich als Erwachsener taufen usw. Alle im sozialen Bereich tätig (aber nicht in der Krankenpflege).
Von daher kann ich mit Fug und recht sagen, daß es so ist; hier in Bayern hat man ohne Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche schlechte Chancen im sozialen Bereich. Außer (wie schon gesagt) sie brauchen halt grad mal wieder unbedingt einen... dann geht´s.
Abgesehen davon bezweifel ich auch mal, daß Du annähernd 1000 dieser Einrichtungen kennst, insofern ist meine Aussage genauso allgemeingültig wie Deine. :wink1:
 
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Auf der einen Seite kann ich verstehen das die Kirche Gottesfürchtige Menschen beschäftigen will. Demnach finde ich das was sie wirklich tuen dürfen, aber nicht immer nutzen, auch in Ordnung.

Was ich nicht in Ordnung finde ist das so ein Wichtiges Thema wie Kindererziehung, Pflege etc. sich in der Hand der Kirche befindet. Das ist einfach längst überholt. Verbraucher wie Arbeitnehmer kommen nicht unbedingt an die Kirche vorbei.

Natürlich hat auch die Kirche Personalprobleme und wirft deswegen häufig ihre eigenen Grundsätze über den Haufen. Ich hab es auch schon erlebt das christliche Träger AN nach einer Scheidung gekündigt hatten. Manchmal scheint es, als hätte man einen Grund gefunden einen unliebsamen rauswerfen zu können. Immerhin genießen AN bei christlichen Trägern auch Rechte die AN auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht genießen. Wie z.B. Sonderkündigungsrecht nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit

Die christlichen Träger sollten untereinander eine klare Linie ziehen. Entweder sind alle streng traditionell oder alle weichen es auf. So hinterlässt das kein Gutes Bild

Ich kenne ebenfalls Einrichtungen die auf eine Christliche Zugehörigkeit, eine generell Religionszugehörigkeit und gar keine bestehen. Ich bin bei einem christlichen Träger beschäftigt, aber bin ausgetreten. Mich würde man Weiterbeschäftigen wollen. Der Notstand ist groß. Zu meiner Einstellung wurde mir aber auch gesagt das man von mir erwartet den evangelischen Glauben anzunehmen. Das kann sich das Haus allerdings absolut nicht leisten.
 
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Martin H.

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Immerhin genießen AN bei christlichen Trägern auch Rechte die AN auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht genießen. Wie z.B. Sonderkündigungsrecht nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit
Was für Rechte denn? Und was ist das für ein Sonderkündigungsrecht?
 

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§14 abs. 5 AVR
§27 abs. 3 KAT
BAT KF §33 abs. 3 und 4 spezialisieren das noch weiter. Da wird z.B. eben die Scheidung als Wichtigen Grund genannt.

Die Sonderkündigungsrechte fallen mir adhoc einfallen. Den Rest müsste ich jetzt länger suchen.

Derartige Regelungen kann ich nur noch im Öffentlichen Dienst finden. Im privaten Arbeitsmarkt ist das wenn überhaupt wirklich nur selten. Dort erlangt man einen Sonderkündigungsschutz nur Aufgrund Zugehörigkeit vom Betriebsräten oder des erreichen eines anerkannten Grad der Behinderung.

Auch eine Besonderheit der Kirche. Es gibt ein Organ (MAV) was ausschließlich nur die Mitarbeiterseite vertritt. Betriebsräte sind für beide Seiten da.
Aufgrund der Regeln der Kirche bedingt, sind es weniger Rechte, denn die Kirche handelt primär aus "Nächstenliebe"

Ich will nicht behaupten das dieses das Verhältnis Rechte und Pflichten zugunsten des AN ausgleicht. Aber dennoch wenn man sich einen Christlichen AG anschließt dann sollte man die Regeln kennen. Wir haben in Deutschland die Wahl und müssen nicht für einen kirchlichen Träger arbeiten. Wir können. Die Kirche hat Aufgrund unserer Kultur und Tradition einen Sonderstatus den ich Legitim finde. Das wir Gesellschaftliche Verantwortung in ihre Hände legen steht auf einem anderen Blatt.

Und nein ich bin kein Freund der Kirche, Ich bin ausgetreten und nutze für mich den Personalnotstand. Dennoch wenn ich mich entscheide für die Kirche zu arbeiten kann ich nicht später rum heulen wenn ich benachteiligt werde. Ich weiß worauf ich mich da einlasse. Nebenbei erlange ich sogar als nicht Kirchenmitglied Rechte auf den Tarifvertrag was ich speziell nicht unbedingt als Selbstverständlich halte, da ich ja auch nicht die gegeben Spielregeln einhalte. Umkehrschluß ich muß die Pflichten einhalten.

Die Frage ist, ist die Institution Kirche noch Zeitgemäß? Ist es Zeitgemäß das sich diese Institution um unsere Soziale Belange kümmert? Und da kann man sich in Deutschland jetzt schön kloppen um diese Frage zu beantworten.
 
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Abgesehen davon bezweifel ich auch mal, daß Du annähernd 1000 dieser Einrichtungen kennst, insofern ist meine Aussage genauso allgemeingültig wie Deine. :wink1:
deine Ausbildung ist aber doch schon ein paar Jahrzehnte her, oder ;)

Ich traf ja auch nicht die Aussage: in konfessionellen Einrichtungen spielt die Zugehörigkeit keine Rolle.

Du wohl aber
. Allerdings stimmt es, dass in Diakonie und Caritas Nichtchristen nur genommen werden, wenn sie dringend Leute brauchen. Sonst nicht.
Und das finde ich nicht ok
du sprichst da von allen. Das schließt zb mein Haus hier mit ein. Und ist damit falsch.

Mit allen die du kennst, wäre ich einverstanden gewesen. Kann ja sein.
 

Martin H.

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"(5) Nach einer Beschäftigungszeit ( § 11) von 15 Jahren bei demselben Dienstgeber, frühestens jedoch nach dem vollendeten 40. Lebensjahr des Mitarbeiters, ist eine ordentliche Kündigung durch den Dienstgeber ausgeschlossen, soweit nicht § 15 etwas anderes bestimmt."
Ach Du meinst Unkündbarkeit? Schreib das doch bitte gleich. :wink1:
Hast Du aber im Prinzip beim öffentlichen Dienst genauso:
TVöD: § 34 Kündigung des Arbeitsverhältnisses
"(2) 1Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten, die das 40. Lebensjahr vollendet haben und für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden, können nach einer Beschäftigungszeit (Absatz 3) von mehr als 15 Jahren durch den Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grund gekündigt werden. 2Soweit Beschäftigte nach den bis zum 30. September 2005 geltenden Tarifregelungen unkündbar waren, verbleibt es dabei."
Also was ist jetzt hier bei den kirchlichen Trägern besser als bei den öffentlichen?
BAT KF §33 abs. 3 und 4 spezialisieren das noch weiter. Da wird z.B. eben die Scheidung als Wichtigen Grund genannt.
Da lese ich aber nichts von Scheidung?
"(3) Arbeitsverhältnisse von Mitarbeitenden, die das 40. Lebensjahr vollendet haben, können nach einer Beschäftigungszeit (Absatz 5) von mehr als 15 Jahren durch den Arbeitgeber nur aus einem wichtigen Grunde gekündigt werden. Soweit Mitarbeitende nach dem bis zum 30. Juni 2007 geltenden Arbeitsrecht unkündbar waren, bestimmt sich die Kündbarkeit nach den Bestimmungen des bis dahin geltenden BAT-KF § 55 Absatz 1 und 2.
(4) Als wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung gilt insbesondere der Austritt der/des Mitarbeitenden aus der evangelischen Kirche und der Verlust der Rechte aus der Ordination oder Vokation."

Auch eine Besonderheit der Kirche. Es gibt ein Organ (MAV) was ausschließlich nur die Mitarbeiterseite vertritt. Betriebsräte sind für beide Seiten da.
Sorry, das ist Unsinn.
Es gibt in kirchlichen Einrichtungen keinen Betriebsrat. Siehe 12. Gibt es einen Betriebsrat in kirchlichen Einrichtungen? | GerDiA
Und die MAV hat bei weitem weniger Mitspracherechte als ein echter Betriebsrat.
Ich will nicht behaupten das dieses das Verhältnis Rechte und Pflichten zugunsten des AN ausgleicht. Aber dennoch wenn man sich einen Christlichen AG anschließt dann sollte man die Regeln kennen. Wir haben in Deutschland die Wahl und müssen nicht für einen kirchlichen Träger arbeiten. Wir können.
Tut mir leid, aber das ist der blanke Hohn, wenn kirchliche Träger eine Quasi-Monopolstellung in einer bestimmten Region haben. Dann hilft mir meine theoretische freie Arbeitsplatzwahl wenig, wenn sie de facto sehr stark eingeschränkt ist.
Die Frage ist, ist die Institution Kirche noch Zeitgemäß? Ist es Zeitgemäß das sich diese Institution um unsere Soziale Belange kümmert?
Da triffst Du einen wichtigen Punkt.
Ich will ja hier die Kirchen keineswegs verdammen; es ist eher ein Armutszeugnis, daß der Staat, der sich eigentlich um Belange der Daseinsvorsorge zu kümmern hätte, aus solch ungeliebten Bereichen zurückgezogen und sie kirchlichen Trägern, aber auch (in den letzten Jahren verstärkt) privaten Trägern überträgt.
Insofern haben Diakonie und Caritas auch Aufgaben (Krankenpflege, Alten-, Behinderten- und Jugendhilfe) übernommen, die eigentlich Aufgaben des Staates sein müßten, vor denen er sich aber gerne drückt.
Aber dessen ungeachtet ist für mich ein extra Kirchenrecht bzw. Konfessionszwang für MA, die keinen "religiösen Beruf" (z. B. Pfarrer oder Diakone) ausüben, in keinster Weise gerechtfertigt.
Daß der AG Loyalität verlangen kann, hat doch damit nichts zu tun. Auch einem privaten AG gegenüber bin ich zur Loyalität verpflichtet, die darf aber niemals so weit gehen, daß es Einfluß ins Privatleben nimmt (z. B. gleichgeschlechtliche Beziehung, Scheidung etc.) oder daß mir elementare Grundrechte Vorenthalten werden (z. B. Streikrecht).
 

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