Nachtdienst machen?

Hallo,
ich hab da mal ne frage, ich arbeite seid dem 09.03.2009 auf einer Chirurgichen Station. Ich arbeite auch schon in meinem eigenen Bereich. Jetzt soll ich, weil viele unserer Kollegen krank sind im Nachtdienst einspringen. Ich soll am Montag erst mal ne halbe probe nacht mit einer kollegin machen und dann am 11. & 12.06.09 alleine Nachtdienst machen. Ich habe aber angst davor. Denn wir haben einen haufen Pflegepatienten, und 4 MRSA Patienten. Ich muss das dann alles alleine machen.

Was soll ich tun?

Soll ich den Nachtdienst machen? :gruebel::gruebel:

danke für eure antworten

Also weil ich hier der Böse bin und den Thread zum explodieren gebracht habe, nehme ich mir noch mal den Anfang vor.
Meine Antwort darauf hatte ich meines Erachtens eigentlich gegeben.

Mach dir klar, welche Verantwortung du da trägst, ob du sie tragen solltest bzw möchtest und ziehe deine Konsequenzen daraus.

Beispiel:
Nach meinen bisher recht traumatischen Erfahrungen im Nachtdienst, habe ich an meiner neuen Dienststelle meiner Chefin sofort ganz ehrlich gesagt, dass ich ggf. einen Vertrag ohne Nachtdienst mit weniger Geld akzeptieren würde, oder aber den Job hinschmeiße.
Dazu ist natürlich ein entsprechendes Klima notwendig! Ich habe einfach gespürt, das ich mit sowas (wärend der Probezeit!) zu meiner Sttaiionsleitung gehen kann und sie mich verstehen würde. Sie hat mir auch ganz ehrlich Verständnis entgegengebracht und mir nochmal erläutert, was ich zu erwarten hätte. Eine Garantie, das ich nicht auch mal alleine Nachtdienst machen muß, kann sie mir nachwievor nicht geben, weil sie mit den Vorgaben der PDL kämpfen muß.
Ich mache überdurchschnittlich viel Nachtdienst auf der Station, aber dafür nie alleine - bisher.
Ist keine echte Lösung, aber das man verstanden wird und die Ansichten sogar geteilt werden, hat mir geholfen.
Wie gesagt, würde ich ggf. aber auch kündigen. Das habe ich bereits zwei mal vorher schon getan, weil ich mit die Pflegepraxis dort nicht vertretten konnte.

Der Schritt und die Entscheidung ist nicht einfach. Willst du Geld verdienen, oder dich noch im Spiegel anschauen können?

Uns würde dein Feedback sehr interessieren.
 
Ja,sehe ich auch so.Die Finninen haben vor Monaten gestreikt,haben 27 Prozent mehr Gehalt eingefordert.Haben auch sonst gute Bedingungen(...)
.
Verhältnismässig viele Finnen arbeiten hier im (nord)norwegischen Gesundheitswesen , weil die Arbeitsbedingungen in Finnlnd unisono als schlecht empfunden werden.
Bin mit vielen Finnen befreundet und höre bei Gesprächen immer wieder heraus, dass die Arbeitsbelastung durch die Personalsituation in Finnland den deutschen Verhältnissen sehr ähnelt.......
 
@corinna86
seit 2 Jahren examiniert...chirugische Station, hat Angst im Nachtdienst zu versagen...
Ich denke jede/r hier hat in seinen Berufsanfangsjahren die Unsicherheit die einen befällt,sobald man Nachts auf sich allein gestellt ist, alle Entscheidungen allein fällen muß gespührt:
ich erinnere mich nach meinen ersten Nächten von überlaufenden Redonflaschen und blutenden Bauchwunden geträumt zu haben. Recht nervös war ich,tlw zitterten mir die Hände.
Vlt.bietet sich für Dich die Lösung Deine Unsicherheit offen anzusprechen und für die 2 Nächte eine/n zB Studentischeaushilfe zu bekommen.Den Weg könntest Du gehen.Und nach einigen weitern Nächten Dein Resümee`ziehen.
Mit der Zeit wird Dein Selbstvetrauen in Deine Fähigkeiten wachsen und Du wirst nicht mehr so von Unsicherheit belastet sein.
In diesen Thread wuseln alle wild durcheinander Corinna ist mit vielen der Aussagen aber nicht wirklich weitergeholfen.
Es gibt einige Pflegekräfte,die mit dem Nachtdienst einfach nicht zurechtkommen-manche Stationen (können)Rücksicht darauf nehmen-andere nicht.
Schlimmstenfalls muß man für sich die Konsequenzen ziehen und gehen.
Nachtdienst von vornerein abzulehnen-ohne Nachts mal gearbeitet zu haben,halte ich für keine gute Idee.
 
Es gibt einige Pflegekräfte,die mit dem Nachtdienst einfach nicht zurechtkommen-manche Stationen (können)Rücksicht darauf nehmen-andere nicht.
Schlimmstenfalls muß man für sich die Konsequenzen ziehen und gehen.
Nachtdienst von vornerein abzulehnen-ohne Nachts mal gearbeitet zu haben,halte ich für keine gute Idee.

Ein sehr gute kurze Zusammenfassung der Möglichkeiten.

Elisabeth
 
Klar ist es manchmal oder auch öfters nicht leicht alleine die Arbeit in den Nächten alleine zu bewältigen. Aber es ist nun mal so dass es hier selten mehrere Nachtwachen auf einer Station gibt. Das wussten wir alle vor, aber spätestens während unserer Ausbildung und konnten doch ein wenig erahnen auf was wir uns da einlassen. Dass man nicht immer alles mitbekommt versteht sich von alleine. Aber wenn die alte Dame aus dem Bett fällt dann fällt sie, leider. Egal, ob wir alleine oder zu zweit auf der Station sind. Und mal ganz ehrlich: irgendwann kennt man seine Leute. Bei frischen OPs geht man sowieso öfter nachschauen und bei auffälligen Patienten bleibt die Zimmertüre sowieso offen stehen. Klar können auch immer unvorhergesehene Dinge passieren. Ich habe seit 9 Jahren mein Examen und mache seit 8,75 Jahren alleien Nächte. Klar hatte ich Angst vor der 1. Nacht alleine, aber irgendwann wird man sicherer in seinem Tun. Wenn alle Stricke reissen gibt es ja auch noch einen Arzt an den man sich wenden kann wenn man nicht mehr weiterweiss.
Was die Bezahlung betrifft: Dass wir wegen der sehr grossen Verantwortung zu wenig verdienen versteht sich von selbst. Dennoch finde ich es manchmal auch unfair wenn ich sehe dass sich die Sr. auf z.B. Wöchnerinnen den Popo platt sitzen während ich mir Löcher in die Schuhe laufe und wir alle das gleiche Geld bekommen.
 
Das wussten wir alle vor, aber spätestens während unserer Ausbildung und konnten doch ein wenig erahnen auf was wir uns da einlassen. Dass man nicht immer alles mitbekommt versteht sich von alleine. Aber wenn die alte Dame aus dem Bett fällt dann fällt sie, leider. Egal, ob wir alleine oder zu zweit auf der Station sind. Und mal ganz ehrlich: irgendwann kennt man seine Leute. Bei frischen OPs geht man sowieso öfter nachschauen

Ich kann meine Argument nur noch einmal erneut untermauern.
Ich sprach nicht von Damen die aus dem Bett fallen, sondern von ernsthaft instabilen also vital bedrohten Patienten.

Bei "frischen OPs" geht man "öfter" ja? Wenn du alleine bist, hast du dafür keine Zeit. Und naturgemäß sind die wirklich bedürftigsten Patienten die stillsten und gehen genau deswegen unter.
Beispielsweise hatte ich in einer Nacht einen Junge mit einer arteriellen Schnittverletzung frisch aus dem OP bekommen. Dieser blieb 6 Stunden unbeobachten und ohne kontrollierten Verband auf meiner Station. Ich hätte nicht gemerkt, wenn er verblutet. Vielleicht kannst du es dir nicht vorstellen, aber ich hatte in dieser Nacht Wichtigeres zu tun.
Es gab Patienten, die hatten es noch nötiger.
Und solche Abstriche zu machen bzw. solche Prioritäten setzen zu müssen, dass ist das grausame einer solchen Nacht.

Wenn alle Stricke reissen gibt es ja auch noch einen Arzt an den man sich wenden kann wenn man nicht mehr weiterweiss.

Dann arbeitest du in einem Luxushaus.
Auf meinen Arzt muß ich Nachts auch mal stundenlang warten, weil dieser in der 1. Hilfe einfach noch wichtigere Dinge zu tun hat und sein "Ersatz" auf der Neo eben mit seinen Würmchen genug zu tun hat.

Dennoch finde ich es manchmal auch unfair wenn ich sehe dass sich die Sr. auf z.B. Wöchnerinnen den Popo platt sitzen während ich mir Löcher in die Schuhe laufe und wir alle das gleiche Geld bekommen.

Ach Mensch, jetzt geht das los. Ist das arm und peinlich!!!
Wir laufen an Kollegen vorbei... und anstatt uns zu freuen, dass sie mal die Gelegenheit zum Sitzen haben, sind wir gleich neidisch. Hast du ne Ahnung wie es auf ner Wöchnerin zu gehen kann? Das ist genauso harte Arbeit, wie bei dir auch. Bist du die ganze Schicht dort auf der Wöchnerin und siehst sie wirklich nur sitzen?
Das ist doch nur dein neidischer Eindruck.

Das ist doch genauso bei PDL-Besuchen. Die kommt immer wenn Ruhe ist und man das einzige Mal in der Woche es schaft, sich pünktlich zum Frühstück hinzusetzen.
 
Das wussten wir alle vor, aber spätestens während unserer Ausbildung und konnten doch ein wenig erahnen auf was wir uns da einlassen.

Ich liebe dieses Argument. Es kann immer verwendet werden, um jegliche Form von Forderung abzuschmettern.
Übrigens steht dir auch frei, die Station zu wechseln, wenn dir der Stress für das Geld zuviel ist. Das wusstest du sicher vorher auch schon, dass es auf deiner Station stressiger ist, als auf der Wöchnerinnen-Station.

Gruß,
Lin
 
Da ich nicht zitieren kann mach ich das jetzt so:

Zu moonkid: Was zum Himmel ist wichtiger als sich um die Patienten zu kümmern die es nötig haben? Und eine frische OP wie in deinem Beispiel die arterielle Schnittverletzung zählen dazu. Es ist mit Sicherheit auf einer pädiatrischen Station noch etwas komplizierter, da Kinder sich nicht melden können oder nicht wollen aus Angst, etc. Und da bin ich rigoros: Ich versorge meine Patienten und die zuerst. Was ich an "drumherum" nicht schaffe bleibt eben liegen. Es gibt wichtigere Dinge als Bestellungen zu tätigen oder Medis zu stellen.

Zu Lin:
Ich wusste sehr wohl vor meinem Examen auf was ich mich da einlasse. ICH wusste dass ich alleien Nachtdienst machen muss in dem Haus wo ich arbeite, ich wusste ungefähr welches Arbeitspensum auf mich zukommt. Wenn ich mir hier manche Beiträge durchlese habe ich allerdings den Anschein dass manche das nicht wussten. Bevor ich einen Beruf erlerne muss ich mich doch über die Gegebenheiten informieren...
Und ich mache meinen Beruf trotz aller Umstände und natürlich auch einiger Missstände gerne!
 
... ich wusste ungefähr welches Arbeitspensum auf mich zukommt. Wenn ich mir hier manche Beiträge durchlese habe ich allerdings den Anschein dass manche das nicht wussten.

Warum beschwerst du dich dann darüber, dass es bei euch so stressig ist und es auf einer anderen Station so ruhig ist?
Man weiß vielleicht, dass man alleine ND hat, aber bevor man nicht selbst alleine ND gemacht hat, weiß man nicht, was es bedeutet.

Alleine ND zu machen, halte ich für unverantwortlich dem Pat. und vor allem dem AN gegenüber.

Gruß,
Lin
 
Ist es eigentlich vertretbar allein Nachtdienst zu machen im Heim mit ca.64 Bewohnern- (davon ist eine beschützende Station).
 
Hallo
Ich arbeite seit über 10 Jahren fast aussschließlich im Nachtdienst, und seit fast 30 Jahren in der Krankenpflege. Meine Nachtdienste habe ich in dieser Zeit immer alleine gemacht.Was damals normal war , wäre heute wahrschleinlich ziemlich fahrlässig und würde so manchem die Haare zu Berge stehen lassen. Die Angst etwas zu übersehen, oder Patienten zu gefährden war und ist eigentlich mein ständiger Begleiter, auch wenn die Angst sich von Jahr zu Jahr mit der Erfahrung und Routine minimiert.
Es ist sicher angenehmer einen Nachtdienst zu zweit abzuleisten. Dies halte ich auf einer Normalstation für Erwachsene aber für übertrieben.
Man kann nicht alle Notfallsituationen abdecken und für alle Eventuallitäten bereit sein. Dafür habe ich 3 Jahre gelernt um Prioritäten zu setzen, Situationen einzuschätzen, gefährliche Situation erkennen und im Vorfeld entschärfen. Wir haben in unserem Haus auf jeder Normalstation eine Nachtsschwester/Pfleger auf Wöchnerinnen zusätzlich noch die Hebamme und auf der Station mit Aufwachzimmer eine Zweitwache. Zusätzlich gibt es eine Hauswache, die für Patiententransporte verantwortlich ist, uns beim Lagern hilft und die Pause ablöst.Geht es auf einer Station mal besonders heftig zu (viel isolierte Patienten,Überwachungen usw.) hilft die Hauswache auf dieser Station mit. Gibt es einen Notfall ist sie sofort zur Stelle. Auch der Arzt(Internist) steht innerhalb kürzeser Zeit auf der Matte wenn ich einen Notruf absetze, ist er unabkömmlich kommt eben der Chirurg oder Anästhesist. Reißen alle Stricke wird der Patient auf ITS gefahren, wo sich unsere hochkompetenten Kolleginnen kümmern bis der Arzt kommt.
Ich habe meist ziemlich anstrengende Dienste, viele Pflegefälle, desorientierte Patienten,Isolationen,Überwachungen etc. und damit mir auch bestimmt nicht langweilig ist wurde alles administrative was nur irgend geht in die Nacht gepackt, damit der Tagdienst entlastet ist(dünne Personaldecke), aber Papier ist geduldig und kann liegenbleiben.
Ich würde um nichts in der Welt auf meinen Nachtdienst verzichten, ich entscheide -organisiere und arbeite alleine, und so geht es den meisten meiner Dauernachtdienstkolleginnen. Wahrscheinlich muss man für den Nachtdienst geboren sein um ihn unbeschadet zu überstehen.
Auch bei uns gibt es Mitarbeiter die keinen Nachtdienst machen wollen, und dieser Wunsch wird so gut es geht respektiert.
Alesig
 
Ich habe ähnlich lange Erfahrung wie Alesig.
20 Jahre in verschiedenen Fachrichtungen auf Station, seit 8 Jahren in der Ambulanz und Notaufnahme. Habe in 5 verschiedenen Kliniken gearbeitet.

Auf Station kenne ich den Nachtdienst nicht anders als alleine mit 1 Springer für das ganze Haus.
Einarbeitungsnächte? Sowas gab es gar nicht !

Manche Nächte waren wirklich der reine Horror und dann geht man auch nicht mit einem guten Gefühl nach Hause.
Aber sind wir doch mal ehrlich: nicht alle Nächte verlaufen sooooooo schlimm wie hier beschrieben wurde.
Es geht auch schon mal ohne die grossen Katastrophen ab und bleibt bei den Kleinen *ggg*

In der Notaufnahme machen wir zu dritt Nachtdienst. Auch dies reicht oft nicht aus.
Nach 10 Stunden im Galopp und trotzdem nicht Aufgefüllt usw ... ist jeder platt und unzufrieden.
Noch dazu, dass teils Arzthelferinnen dabei sind, die vieles nicht machen dürfen oder können! (Kostenfaktor)

Es ist ganz normal, wenn jemand Sorge hat, vor dem 1. Nachtdienst alleine.
Dann muss man alleine Verantwortung übernehmen, selbst denken und Prioritäten setzen.
Dies bedeutet sich weiter zu entwickeln und genau DAS ist doch auch wichtig!
Ich würde nicht immer nur dort stehen bleiben wollen, wo ich gerade bin.

Sieh es als Herausforderung, nehm sie an und geb dein Bestes.

Nur schade, dass sich Corinna überhaupt nicht mehr hier äussert!

Liebe Grüsschen
Allaja
 
Wir haben hier teilweise ein Kommen und Gehen - eben weil die Fachkräfte keinen Nachtdienst allein machen wollen.
Keiner will halt die Verantwortung übernehmen wenn was passiert.
mmmhhhh....ein wenig ist mir ja auch davor unheimlich aber wenn es nicht anders geht,muß ich da durch.
Liebe Grüße an alle hier :)
 
Hallo,
ich hab da mal ne frage, ich arbeite seid dem 09.03.2009 auf einer Chirurgichen Station. Ich arbeite auch schon in meinem eigenen Bereich. Jetzt soll ich, weil viele unserer Kollegen krank sind im Nachtdienst einspringen. Ich soll am Montag erst mal ne halbe probe nacht mit einer kollegin machen und dann am 11. & 12.06.09 alleine Nachtdienst machen. Ich habe aber angst davor. Denn wir haben einen haufen Pflegepatienten, und 4 MRSA Patienten. Ich muss das dann alles alleine machen.

Was soll ich tun?

Soll ich den Nachtdienst machen? :gruebel::gruebel:

danke für eure antworten


Hallöle Corinna!

Jetzt warte ich schon ein paar Tage ganz gespannt darauf, ob du nun den Nachtdienst angetreten hast. Und wenn ja, wie war es?
Würde mich freuen, wenn du von deinen Erfahrungen berichtest:)

Lieben Gruß
 
Also erstmal zu Lin:
Wenn du meinen Beitrag richtig gelesen hättest hättest du festgestellt, dass ich mich nicht beschwere! Und zwar aus dem Gruns, dass ich wusste was auf mich zukam und ich diesen Job gerne machen, mit ALLEM was dazu gehört!!

Und nun zu Alesig:
Genau so sehe ich das auch. Es sind nicht immer katastrophale Nächte, man kann mit einiger Erfahrung Situationen recht gut einschätzen und man hat von sämtlichen Seiten Unterstützung wenn nix mehr geht. Sowohl von ärztliche als auch von pflegerischer Seite.

Manchmal ist es natürlich sehr unbefriedigend wenn man nicht jedem Patienten gerecht werden konnte. Aber wir haben uns diesen Beruf nun mal ausgesucht. Auch ich bin während und kurz nach Der Ausbildung sehr motiviert und perfektionistisch an die Sache ran gegangen und wollte alles für jeden tun. Nach einiger zeit merkte man dass es nicht immer geht. Heute sage ich: Ich tu mein Bestes und mehr als arbeiten kann ich nicht. Ich bin kein Übermensch, der es jedem recht machen will. Ich arbeite, setze meine Prioritäten, die ich vertreten kann und gut ist.
 
Also so wie ich es verstanden habe ist Corinna zwar seit 2 Jahren examiniert, arbeitet aber erst seit drei Monaten auf dieser Station. Das kann man ja nicht über einen Kamm scheren.
Ich stelle mir (in Anbetracht dessen, dass ich ab Oktober selbst vor der Situation stehe) schon vor, dass es angenehmer ist wenn man erst Nachtwachen macht wenn man sich auf der Station auskennt. Drei Monate ist da so eine Grenze. Der eine hat sich da schon eingelebt und weiß wo alles ist, kann mit typischen Situationen umgehen. Der andere braucht eben etwas länger.
 
Ich zitiere:

Dennoch finde ich es manchmal auch unfair wenn ich sehe dass sich die Sr. auf z.B. Wöchnerinnen den Popo platt sitzen während ich mir Löcher in die Schuhe laufe und wir alle das gleiche Geld bekommen.

Aber lassen wir das, es wird der TE wohl nicht weiterhelfen.

Gruß,
Lin
 
Möchte hier mal erwähnen,daß corinna86 diese Frage auch,etwas anders gestellt, in einem anderen Board angebracht hat. Dort schaffte man es nicht in Vorwürfe und "gezicke" zu verfallen, sondern auf die Frage einzugehen.
WARUM :gruebel: das bei Krankenschwester de nicht möglich ist,frag ich mich seit Monaten,trotzdem lese ich hier am liebsten-aber das ist ein anderes Thema....
Ich kenne diese"Popo-platt sitz"(auch E...schaukeln...)Diskussion auch-ich denke-gerade im Chirugischen Bereich ist die Arbeitsbelastung(gerade auch Nachts)in den letzten Jahren sehr stark gestiegen.Die Patienten sind oft älter, multmorbide-die Operationen gerade an großen Kliniken der Max.-Versorgung-nehmen Ausmaße des "gerade noch machbarem an".
Hat eine Pflegeperson früher 16Pat Nachts versorgt-sind es heute 25 und mehr. Kleine OP`s führen nur noch kleinere Häuser durch.
Ich kann das beurteilen,da ich auf Abdominal-Gefaß-Unfallchirugie viel Nachtdienst gemacht habe und vor 20 Jahren wurde Nachts noch gestrickt und gelesen.Heute unvorstellbar? Nein, denn auf manchen Stationen gibt es sie noch...und die bekommt das selbe Geld-wie die Schwester auf der Chirugie,die sich 10h die Hacken abrennt.
Ich habe es auch fast nie geschafft die transplantierten Patienten wirklich alle 2h VZ zu Kontrollieren-vor lauter Wichtigem gibt es manchmal nichts noch Wichtigeres.
Und? Ab 21.00Uhr schläft die PPR ....
Meine Konsequenz war,eine solche Horrorstation zu verlassen
-ich mache jetzt meist in Ruhe meine Arbeit
-bin zufrieden, schlafe besser
-gehe mit gutem Gewissen nach Hause
-freue mich wieder-zum Dienst zu fahren
...auch wenn ich irgendwie die Sonden,Drainagen,Wunden und und und immernoch vermisse....
Ob Corinna86 sich nochmal meldet??? :)
 
Welchen Traumjob hast du gefunden, erzähl, und lass uns hoffen!
 

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