Minusstunden durch Coronavirus

Ina2019

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Hallo,

bei uns in der ambulanten Pflege sagen immer mehr Kunden ab wegen dem Coronavirus.
Sie versorgen sich selber oder werden durch die Angehörigen versorgt.
Voll verständlich.

Dadurch entstehen aber leider täglich Minusstunden (fast 3-4 Stunden Minus zu wenig am Tag) bei vielen Kollegen.

Wie regelt Ihr das.
Klar kommen irgendwann wieder bessere Zeiten (hoffe ich), aber das alles wieder aufzuholen …..
 

trixie

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Ist der Arbeitgeber da nicht in der Pflicht, Kurzarbeitergeld für euch zu beantragen?
 

-Claudia-

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Interessante Kombination: Auf der einen Seite demnächst nicht mehr wissen, woher sie die dringend benötigten Pflegekräfte nehmen sollen, auf der anderen Seite Pflegekräfte im ambulanten Dienst, die über zuwenig Arbeit klagen.

Man könnte Euch zuallererst die angesammelten Mehrarbeits- und Überstunden abfackeln lassen. Aber wäre es nicht theoretisch möglich, Pflegende von ambulanten Diensten vorübergehend in den Kliniken zu beschäftigen? Wir werden nämlich nicht ausschließlich die beatmungspflichtigen Corona-Patienten dort haben, sondern auch solche mit "ganz normalem" Krankheitsgeschehen, das sich nicht an Termine hält. Elektive OPs können wir verschieben, aber Patienten werden weiterhin wegen Frakturen oder akuten Erkrankungen kommen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle bekommen, Chemotherapie oder Bestrahlung erhalten müssen usw.
 
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Ich glaube auch kaum, dass irgendwer in der Pflege in nächster Zeit über zu wenig Arbeit zu klagen braucht.

Aber das sich auch jeder irgendwie selbst ausmalen und ich glaube nicht, dass irgendwer einer Pflegekraft Kurzarbeitergeld zahlt, anstatt sie ins nächste Krankenhaus zu schicken...
 

einer

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Aber das sich auch jeder irgendwie selbst ausmalen und ich glaube nicht, dass irgendwer einer Pflegekraft Kurzarbeitergeld zahlt, anstatt sie ins nächste Krankenhaus zu schicken...
Hört sich zwar logisch an, ist aber arbeitsrechtlich nicht ganz so einfach.
Selbst das Ausbilden von Schülern im Krankenhaus eines anderen Trägers in der gleichen Stadt brauchte einen Vorlauf von 18 Monaten (eine Fachabteilung, 6 Wochen Einsatz). Es müssen Verträge gemacht werden, in denen alle Eventualitäten erfasst sind.
Nur bei Verteilung über die Regierungen der Bundesländer (im Katastrophenfall ) sind diese "Kleinigkeiten" außer Kraft gesetzt. Aber so weit sind wir in Deutschland zum Glück noch nicht.

LG Einer
 
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-Claudia-

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Das brauchst Du gar nicht: Im Katastrophenfall konnten wir schon immer da eingesetzt werden, wo wir gebraucht wurden. Diese Regelungen gibt es längst (lest Euch den Katastrophenplan Eures Hauses mal durch!). Bisher hatten wir nur noch keine Katastrophen, die sich über mehrere Wochen erstreckten.

Unser Haus hat eine Koordinierungsstelle für freiwillige Helfer eingerichtet, als Anlaufstelle für Pflegende ebenso wie für Ärzte, Studierende etc.
 

Bachstelze

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Ja, und wenn die flexibel eingesetzte Person irgendwie zu schaden kommt, ist später keiner zuständig und alle reden sich raus, weil der Verantwortungsbereich nicht vorab ausreichend geklärt wurde.
 

-Claudia-

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Ja, und wenn die flexibel eingesetzte Person irgendwie zu schaden kommt, ist später keiner zuständig und alle reden sich raus, weil der Verantwortungsbereich nicht vorab ausreichend geklärt wurde.
Wann hattest Du Deine letzte Corona-Epidemie?
 

-Claudia-

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Bei einem Arbeitsunfall bist Du über die BG versichert. Das gilt sogar bei ehrenamtlicher Tätigkeit. Und im Katastrophenfall soll das nicht mehr gelten? Wo steht das?
 

Bachstelze

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Ich beneide Menschen, die noch glauben sie wären im Erkrankungsfall und langanhaltender Arbeitsunfähigkeit gut abgesichert und vor Armut gefeit.
 

-Claudia-

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Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit kommen in Deiner Welt also nur dann vor, wenn man aufgrund einer Pandemie an einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt wird.
 

ludmilla

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Ich finde, dass was diese „Arbeitnehmerüberlassungen“ angeht, sehr viel im Unklaren bleibt! U.a. versicherungsrechtliche Dinge. Aber wie man bewertet, wer denn was noch machen kann, sagt einem keiner, auch nicht wer das letztlich festlegt!
Ich kenne jede Menge Ex-Pflegekräfte, alle waren gut ausgebildet mit Fachweiterbildungen usw. Die meisten haben aus gesundheitlichen Gründen (Rücken, Knie, Schlafstörungen, Burnout usw.) der Pflege den Rücken gekehrt. Und etliche sind bereits seit mehr als 10 Jahren in anderen Jobs...., die kann man doch nicht zwingen! Oder müssen die sich komplett die Gesundheit ruinieren?
 
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-Claudia-

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Ich kenne jede Menge Ex-Pflegekräfte, alle waren gut ausgebildet mit Fachweiterbildungen usw. Die meisten haben aus gesundheitlichen Gründen (Rücken, Knie, Schlafstörungen, Burnout usw.) der Pflege den Rücken gekehrt. Und etliche sind bereits seit mehr als 10 Jahren in anderen Jobs...., die kann man doch nicht zwingen! Oder müssen die sich komplett die Gesundheit ruinieren?
Sorry, aber bei Ina2019 und ihren Kollegen handelt es sich um derzeit aktive Pflegekräfte, denen die Arbeit wegbricht. Es wäre bescheuert, wenn sie die Hände in den Schoß legen und vom Kurzarbeitergeld leben müssten, während zeitgleich in den Krankenhäusern der Punk abgeht. Bei uns ist zwar noch die Ruhe vor dem Sturm (von über 400 Infizierten in der Region müssen nur gut 27 Patienten im Krankenhaus stationär behandelt werden, ein paar haben wir aus Frankreich übernommen, alle anderen sollen sich zu Hause auskurieren), aber das kann sich rasch ändern.
 

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