Bin ja mittlerweile froh, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.
Das ist mein Beruf, genauso wie meine Nachbarin morgens in ihre Bäckerei fährt und Brötchen verkauft.
Anders sehe ich das ganze nicht. Ich trete meinen Dienst an, mache meine Arbeit so gut es geht, zieh mich um und mache Feierabend und nehme nichts mit nach Hause. Beruf und nicht Berufung, wie es viele gerne heroisch darstellen.
Gerade weil ich da vielen Menschen sehr nah kommen muss, finde ich es um so wichtiger, mich anderweitig abzugrenzen.
Meine Freunde duzen mich und sprechen mich mit Vornamen an. Davon ist ein Patient bei mir weiter entfernt, als wir von Neuseeland.
Ich will einfach keine enge Beziehung zu ihnen, vorallem auch als Selbstschutz. Dass heißt aber nicht, dass ich nicht profesionell arbeite und mich nicht hervorragend und vorallem professionell um sie kümmere.
Szenen die ich aus Altenheimen kenne, in denen Altenpflegerinnen irgendwelche Bewohner umarmen, sind für mich in 98% der Fällen undenkbar. Es ist mir einfach zu nah. Trost spenden kann ich auch aus etwas Distanz.
Und meine Schwester ist ein Teil der Familie, keine Mitarbeiterin in einem Krankenhaus.