Mal wieder "Sie" oder "Du"

Ich finde, dass Sr....und Vorname für Patienten und Bewohner einfacher zu merken sind. Trotzdem klappts mit dem Sie, obwohl ich jünger aussehe, als ich bin. So melde ich mich auch am Telefon und habe kein schlechtes Gewissen oder Gefühl dabei, erstens weis der Anrufer(Praxis,Angehörige oder sonstige), dass jemand von der Pflege dran ist und zweitens geht's schneller. Formell währs natürlich korrekt, wenn ich mich natürlich mit Station, vollem Namen melden würde, da ich jedoch nicht dauernd am Telefon sitze und ständig auf dem Sprung bin, nutze ich die Abkürzung.
 
Ich finde, dass Sr....und Vorname für Patienten und Bewohner einfacher zu merken sind. Trotzdem klappts mit dem Sie, obwohl ich jünger aussehe, als ich bin. So melde ich mich auch am Telefon und habe kein schlechtes Gewissen oder Gefühl dabei, erstens weis der Anrufer(Praxis,Angehörige oder sonstige), dass jemand von der Pflege dran ist und zweitens geht's schneller. Formell währs natürlich korrekt, wenn ich mich natürlich mit Station, vollem Namen melden würde, da ich jedoch nicht dauernd am Telefon sitze und ständig auf dem Sprung bin, nutze ich die Abkürzung.

Na klar.

"Frau Müller" ist ja auch unmerkbar, gegenüber "Schwester Alicia".


Sie/Du und jünger aussehen?

Ich denke doch wohl nicht, dass hier irgendjemand jünger aussieht als 14. SOmit sollte das SIE klar sein. Hochgradige geistige EInschränkungen bei unseren Patienten lasse ich mal außen vor.

Würde ich als dein Vorgesetzter mitbekommen, wie du externe Anrufer mit "Schwester ALicia..." begrüßt, anstatt mit "Johannes Hospital, Station 2, Frau Müller...", würde ich dich darüber belehren wie das richtig heißt. Bei konsequentem ignorieren, hättest ne Abmahnung.
 
Na klar.

Würde ich als dein Vorgesetzter mitbekommen, wie du externe Anrufer mit "Schwester ALicia..." begrüßt, anstatt mit "Johannes Hospital, Station 2, Frau Müller...", würde ich dich darüber belehren wie das richtig heißt. Bei konsequentem ignorieren, hättest ne Abmahnung.
Ich werd etwas O.T, aber dieses Statement ist wohl allgemein zeittypisch - Personal durch immer Pflichten unter Zeitdruck setzen, dann selbstgewählte Lösungen ( Zeit sparen, denn darum geht es band1 - ) mit Abmahnungen bedrohen. Das geht in dieselbe Richtung wie in der Systemgastronomie z.B., wo dem Personal die Annahme von Trinkgeld verboten wird.
Führungsqualität sieht anders aus.
Wenn band1 mit den an sie gerichteten Anreden klar kommt - why not ?
 
Wir haben inzwischen alle ein "eigenes" Telefon an der Frau, am Mann. Ich sehe an der Nummer, wer anruft. Unter Duz-Kollegen sage ich nur meinen Vornaman, wenn ich vor zwei Minuten noch mit ihm gesprochen habe auch einfach mal nur "Ja!"
Bei externen Anrufen Klinik, Abteilung, Nachname.
Bei fremden internen Anrufen Abteilung und Nachname.
Und bei erwachsenenPatienten stelle ich mich mit vollem Namen vor und der Berufsbezeichnung, bei Kindern mit dem Vornamen.

Ich lasse mich nur von Kindern duzen.

Frau Bachstelze ist für Patienten zumutbar. Eine persönliche Bindung möchte ich nicht. Sie sollen Vertrauen in meine Fähigkeiten haben, das kann man auch mit professioneller Distanz erreichen.

Ich habe das schon früh von meiner Mutter gelernt, die sich schon vor fünfzig Jahren mit dem Nachnamen hat anreden lassen. Ich fand das immer gut. Die Patienten hat das auch nicht gestört. Sie haben das nach kurzer Irritation akzeptiert und hatten nie Zweifel an ihrer Kompetenz, auch wenn sie nie der Kuscheltyp war.
 
Ich werd etwas O.T, aber dieses Statement ist wohl allgemein zeittypisch - Personal durch immer Pflichten unter Zeitdruck setzen, dann selbstgewählte Lösungen ( Zeit sparen, denn darum geht es band1 - ) mit Abmahnungen bedrohen. Das geht in dieselbe Richtung wie in der Systemgastronomie z.B., wo dem Personal die Annahme von Trinkgeld verboten wird.
Führungsqualität sieht anders aus.
Wenn band1 mit den an sie gerichteten Anreden klar kommt - why not ?


Weil da die Zeit falsch gespart ist. Bei Patienten und Anrufern repräsentiert man einen ganzen Berufsstand und auch das Haus. Nocheinmal, Schwester Anika bedeutet nichts. Es ist keine geschützte Berufsbezeichung. Jede Frau darf sich Schwester nennen. Sich mit Nachnamen und dem entsprechenden Titel vorstellen ist in anderen Branchen ohne Diskussion möglich.

Es ist für mich interessant, warum man das mit "Herzlosigkeit" verbindet. In Vertrauensberufen: Bankangestellten, Polizisten, Soldaten, Management... wird ein bestimmtes Auftreten respektive Anrede erwartet. Plfege sollte da keine Ausnahme darstellen.
 
Von Herzlosigkeit war m.M. nach nicht die Rede - Elisabeth meinte die berufsspezifischen Anforderungen.
Mir ging es bei Tröterstellung auch nicht um Sie oder Du, sondern die Anrede speziell bei männlichem Pflegepersonal ( Herr Pfleger geht mir nun einmal schwerer über die Lippen als "Schwester X" ) , wobei es - bei welchem "X" auch immer - ohne weiteres beim "Sie" bleibt.
Ich glaube, Du hast Dir den Tröt nicht kpl durchgelesen.
 
Ich werd etwas O.T, aber dieses Statement ist wohl allgemein zeittypisch - Personal durch immer Pflichten unter Zeitdruck setzen, dann selbstgewählte Lösungen ( Zeit sparen, denn darum geht es band1 - ) mit Abmahnungen bedrohen. Das geht in dieselbe Richtung wie in der Systemgastronomie z.B., wo dem Personal die Annahme von Trinkgeld verboten wird.
Führungsqualität sieht anders aus.
Wenn band1 mit den an sie gerichteten Anreden klar kommt - why not ?

Weil band1 hier den AG (und meinetwegen auch einen Berufsstand) repräsentiert. Und von den angestellten Mitarbeitern kann man durchaus professionelles Auftreten verlangen.

Was meinste was der Bankdirektor sagt, wenn sein Angestellter sich mit "Hallöchen, hier ist der nette Uwe" meldet? ;)

Achja, in der Pflege geht es aber um den MENSCHEN, nicht um schnödes Geld...


Die Annahme von Trinkgeld ist was anderes, aber ich krieg in den Medien öfters mit, dass vor ALlem Politikern hier immer Vorwürfe gemacht werden ... hmm, achso, da geht es ja um MEHR Geld.... ... ...
 
Mir ging es bei Tröterstellung auch nicht um Sie oder Du, sondern die Anrede speziell bei männlichem Pflegepersonal ( Herr Pfleger geht mir nun einmal schwerer über die Lippen als "Schwester X" ) , wobei es - bei welchem "X" auch immer - ohne weiteres beim "Sie" bleibt.
Und weil Dir das ebenso falsche "Herr Pfleger" schwer über die Lippen geht, wirst du übergriffig und duzt - lies Dir Deinen eigenen Eingangsbeitrag nochmal durch! - einen Menschen, den Du kaum kennst und der Dich siezen muss, will er sich nicht einiges von seinen Vorgesetzten anhören müssen.

Entschuldige bitte mein Unverständnis. Ich kann nachvollziehen, dass die Anrede "Schwester Claudia" verbunden mit "Sie" nicht despektierlich gemeint, sondern einer (überholten) Tradition geschuldet ist. Sie gefällt mir nicht besonders, aber ich nehme sie niemanden übel. Aber mich im beruflichen Kontakt von Patient zu Pflegekraft zu duzen ist unangebracht.
 
Von Herzlosigkeit war m.M. nach nicht die Rede - Elisabeth meinte die berufsspezifischen Anforderungen.
...
Ich meinet ganz konkret die Ausbildung. Viele sehen die einer Medizinerausbildung ähnlich- sozusagen der kleine Arzt. Sie übernehmen ärztl. Tätigkeiten usw.. Der Begriff "Schwester" wird hier traditionell als Titel gesehen auf den viele einfach nicht verzichten möchten. Das muss man akzeptieren.

Wer sich mit Frau/ Herr XYZ ansprechen lassen will- warum nicht. Ich bin eh der Meinung, dass man an den Taten erkannt und gemessen wird. "Schwester" ist auch kein geschützter Name. Jede Pflegekraft- egal welche Ausbildung kann sich so anreden lassen.

Nebenbei...
Duden | Schwester | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft
Deutscher Wortschatz - Portal
Schwester ? Wiktionary
Es zählt der allgemeine Sprachgebrauch. Und da liegt Expatient nun mal richtig. Ob so einige das gut finden oder nicht, ist dabei nicht relevant.

Elisabeth
 
Bin ja mittlerweile froh, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.
Das ist mein Beruf, genauso wie meine Nachbarin morgens in ihre Bäckerei fährt und Brötchen verkauft.
Anders sehe ich das ganze nicht. Ich trete meinen Dienst an, mache meine Arbeit so gut es geht, zieh mich um und mache Feierabend und nehme nichts mit nach Hause. Beruf und nicht Berufung, wie es viele gerne heroisch darstellen.

Gerade weil ich da vielen Menschen sehr nah kommen muss, finde ich es um so wichtiger, mich anderweitig abzugrenzen.
Meine Freunde duzen mich und sprechen mich mit Vornamen an. Davon ist ein Patient bei mir weiter entfernt, als wir von Neuseeland.
Ich will einfach keine enge Beziehung zu ihnen, vorallem auch als Selbstschutz. Dass heißt aber nicht, dass ich nicht profesionell arbeite und mich nicht hervorragend und vorallem professionell um sie kümmere.

Szenen die ich aus Altenheimen kenne, in denen Altenpflegerinnen irgendwelche Bewohner umarmen, sind für mich in 98% der Fällen undenkbar. Es ist mir einfach zu nah. Trost spenden kann ich auch aus etwas Distanz.
Und meine Schwester ist ein Teil der Familie, keine Mitarbeiterin in einem Krankenhaus.
 
Wieso unterstellst den Kollegen, die sich mit "Schwester" anreden lassen eine mangelnde Fähigkeit zur Abgrenzung? Der Arzt kann dies doch auch und das obwohl er sich mit seinem Titel anreden lässt.

Der Vergleich mit der Nähe zum Altenheim hinkt gewaltig. Die Beziehung, die sich dort ergibt, dürfte kaum mit der in Krankenhäusern vergleichbar sein. Nähe kann man auch zulassen ohne gleich die Distanz zu verlieren. Das hat nix mit Entweder-Oder zu tun.

Ansonsten sollte man mal überlegen, wie man argumentiert. Mit Fr. XYZ bzw. nur Vornamen und Sie dürfte sich wohl auch so manche Liebesdienerin anreden lassen. Die kommt den "Bedürftigen" noch näher als eine eine GuK jemals kommen wird. Und ich bezweifele, dass die auch nur noch einen Gedanken an den Kunden verschwendet, nachdem er gezahlt hat und gegangen ist. Die Damen dürfte wahre Meister in der Abgrenzung sein. Sonst könnte man so einen Beruf wohl kaum ausüben.

Elisabeth
 
Das habe ich so keinem unterstellt. Zwischen Doktor oder Professor und Schwester ist aber doch noch ein kleiner aber feiner Unterschied in Sachen "Titel".
Schwester kann sich auch der Hausmeister nennen. Doktor nicht. Und wie gesagt, meine Schwester ist Teil der Familie. In der Hinsicht finde ich diese Ansprache als vollkommen unangebracht. Pflege ist eben einfach nicht mehr dieses aufopferungsvolle, wie es früher einmal war. Dass ist auch gut, aber leider noch nicht überall angekommen..

So eine Beziehung wie in manchen Altenheimen zu Bewohnern besteht, würde ich übrigens auch da nicht aufbauen. Ich will es einfach nicht.
Ich will keinen Fremden so nah lassen. Stirbt jemand der mir nah ist, verletzt das. Stirbt ein Fremder, ist es mir egal zum Großteil egal. Und dass ist gut so.

Die von dir beschriebenen "Liebesdienerinnen" nutze aber auch nie ihren wirklichen Namen. In diesem Zusammenhang sollte man das auch nicht außen vor lassen.
 
Ich gebe Chris recht, die wenigsten "Liebesdienerinnen" werden sich mit ihrem richtigen Namen ansprechen lassen - und der Einsatz solcher Pseudonamen dient mit Sicherheit der Abgrenzung.
Ich unterstelle einer GuK, die sich mit "Schwester XY" anreden lässt, nicht mangelnde Professionalität, für mich hat das berufspolitische Aspekte. Und eine Schwester ist für mich entweder ein Familienmitglied oder eine Nonne.
 
Bin ja mittlerweile froh, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.
Das ist mein Beruf, genauso wie meine Nachbarin morgens in ihre Bäckerei fährt und Brötchen verkauft.
Anders sehe ich das ganze nicht. Ich trete meinen Dienst an, mache meine Arbeit so gut es geht, zieh mich um und mache Feierabend und nehme nichts mit nach Hause. Beruf und nicht Berufung, wie es viele gerne heroisch darstellen.

Gerade weil ich da vielen Menschen sehr nah kommen muss, finde ich es um so wichtiger, mich anderweitig abzugrenzen.
Meine Freunde duzen mich und sprechen mich mit Vornamen an. Davon ist ein Patient bei mir weiter entfernt, als wir von Neuseeland.
Ich will einfach keine enge Beziehung zu ihnen, vorallem auch als Selbstschutz. Dass heißt aber nicht, dass ich nicht profesionell arbeite und mich nicht hervorragend und vorallem professionell um sie kümmere.

Szenen die ich aus Altenheimen kenne, in denen Altenpflegerinnen irgendwelche Bewohner umarmen, sind für mich in 98% der Fällen undenkbar. Es ist mir einfach zu nah. Trost spenden kann ich auch aus etwas Distanz.
Und meine Schwester ist ein Teil der Familie, keine Mitarbeiterin in einem Krankenhaus.

So hat eben jeder seine Meinung. Ich mache es z.B. nicht dran fest wie jemand mich anspricht (wenn man mal von Du absieht), ob ich mich abgrenzen kann.
Ich weiß nicht ob das dadran liegt, dass solche Dinge mir generell ziemlich egal sind und mich eher andere Dinge an Patienten/Bewohnern berühren. Es gab Leute denen ich mich trotz "Sie" und "Nachname" weniger abgegrenzt gefühlt habe, als welche mit denen ich beim Vornamen war.

Ich finde es im Gegensatz immer schlimm wenn in Altersheimen genau so eine Förmlichkeit herrscht wie in einer Bank. Es ist eben meine andere Art von Job.. Genauso wie eine Erzieherin auch etwas anderes ist als ein Bankkaufmann. Nicht umsonst sind es "Jobs im sozialen Bereich". Ohne irgendeine Abwertung.
Ich habe eine ganze Zeit lang im Altenheim nebenbei gearbeitet. So, in jedem der Altenheime gab es Leute wo man wusste dass sie ganz selbstverständlich gesiezt und mit "Frau/Herr" angesprochen werden wollten. Genauso gab es aber auch welche, die sich damit sehr unwohl fühlten.
Warum soll ich diesen Menschen in ihrem ZU HAUSE nicht den Wunsch erfüllen und sie so ansprechen wie sie es möchten? I.d.r. waren wir dann wenigstens bei Vorname und Sie. Ich verstehe zumindest im Altenheim das Problem nicht.
Denn für mich hat "sich abgrenzen können" damit nur bedingt was zu tun.

Und ich bin bestimmt keine von denen, die das ganze als "Berufung" ansehen. Es ist mein Job, und i.d.r. reicht mir persönlich das als Abgrenzung.
 
Ich arbeite auf einer Inneren mit hohem Anteil an alten Patienten.
Nach der ersten Irritation "Frau XY", haben die keine Probleme damit. Sie vergessen oder behalten den Namen, genauso wie bei meinen Sr. Vorname Kolleginnen. Kein Unterschied auch im Verhalten zu mir als GuK.
Bei uns im Haus werden die Pfleger mit Herr Nachname angeredet, wir haben das immer schon so gemacht! Seit '79 bin ich dafür Zeuge
 
@Chris- niemand verlangt von dir, dass du deine Grenzen überschreiten musst. Deine Grenzen aber als das Maß der Dinge zu nehmen, ist schon ein bisschen anmaßend- oder?
Es kann sein, dass das von dir so verabscheute Umarmen eine Form der nonverbalen Kommunikation ist, die für den Bew. genau das ist was die Beziehung erst möglich macht. Von daher wäre es dann eine Form von Professionalität. Es geht im Pflegeheim nicht nur darum, die Hülle zu versorgen sondern auch die Seele zu berühren.

Zu den Liebsdienerinnen- kommt wahrscheinlich drauf an, wo und wie die Damen arbeiten ? *fg*

Schwester ist im deutschen Sprachraum laut Duden u.ä. nun mal eine legitime Bezeichnung für eine Pflegekraft. Das mag uns gefallen oder nicht. Es ist halt so. Und ich bin mir sicher, dass sich die Bevölkerunf durchaus bewusst ist, dass es da gravierende Unterschiede zwischen Schwester und Schwester gibt. Schließlich ist der Begriff nicht der einzigste in der deutschen Sprache, der mehrere Bedeutungen haben kann.

Wo liegt eigentlich unser Problem mit dem Begriff? Kann es sein, dass hier ähnliche Bestrebungen laufen wie bei der "pflegewissenschaftlichen Aufwertung" von "füttern, waschen, trocken legen" in "Essen anreichen, Ganzkörperwäsche, Inkohose wechseln"?
Worum geht es eigentlich? Sich abzugrenzen von dem Bild, dass die Bevölkerung von einer Pflegekraft hat? Das sollte doch wohl eher durch das Handeln erfolgen. Vielleicht würde der Bürger dann selber unterscheiden zwischen "Schwester" und Frau XYZ.

Elisabeth
 
Ich bin der Meinung, dass ein Frau ABC oder Herr XYZ Achtung und Respekt verschafft.
Die Anrede "Schwester" kommt ja meist ohne Namen und meint nicht mich persönlich, sondern irgendjemand, der gerade des Wegs kommt.

Pflege möchte anerkannt sein und als Fachkraft wahrgenommen werden. Ich finde, da gehört schon die Abkehr vom Namensschild mit "Schwester" und die Eigenvorstellung mit Frau ABC oder Herr XYZ dazu.
Die meisten männlichen Pfleger werden doch auch mit Herr XYZ angesprochen und aus Respekt sogar von den Patienten gesiezt. Da braucht es gar keinen eigenen Hinweis!
Nur bei den weiblichen Pflegerinnen hält sich das "Schwester mit Vornamen":(.

Aber solange die Meinung vorherrscht, dass diese Titulierung einfacher zu behalten ist, wird sich am Bild der Pflege in der Öffentlichkeit nicht viel ändern.
Ein Arzt ist in der Wahrnehmung immer der Herr Doktor, ob er nun den Titel erworben hat und ihn damit zu Recht tragen darf oder nicht;).

LG opjutti
 
Wo liegt eigentlich unser Problem mit dem Begriff? Kann es sein, dass hier ähnliche Bestrebungen laufen wie bei der "pflegewissenschaftlichen Aufwertung" von "füttern, waschen, trocken legen" in "Essen anreichen, Ganzkörperwäsche, Inkohose wechseln"?

Das hat mit deiner verhassten Pflegewissenschaft nix zu tun!
Ich füttere Tiere, Babies, Sauerteig aber keine erwachsenen Menschen. Trocken legen tue ich nur Dinge, aber keine Menschen. Und Waschen bleibt waschen....

Worum geht es eigentlich? Sich abzugrenzen von dem Bild, dass die Bevölkerung von einer Pflegekraft hat? Das sollte doch wohl eher durch das Handeln erfolgen. Vielleicht würde der Bürger dann selber unterscheiden zwischen "Schwester" und Frau XYZ.
Elisabeth

Oft bedingt das Handeln den Begriff, oft aber auch der Begriff das Handeln.

Als männlicher Pfleger kann ich Dir sagen, das ich das Wort "Schwester" wirklich hasse. Warum wohl nur? In der Diskussion hier wurde es bereits von jemanden sehr anschaulich gezeigt.....
 
Ops- *ironieoff* vergessen. Obwohl- unsere Altvorderen haben ihre pflegebedürftigen Eltern gefüttert, gewaschen und trocken gelegt. Tagtäglich tun dies in Deutschland die Angehörigen. Gut, das war/ist Laienpflege. Der Ablauf/ die Handgriffe dürfte sich wohl kaum unterscheiden.

In diesem Thread hat ein Laie gefragt, ob es legitim ist, Pflegekräfte mit Vornamen und Sie anzusprechen. Er hat sich bisher an die übliche, umgangssprachliche Variante "Schwester XYZ" gehalten und ist bei einem männlichen Pflege an seine Grenzen gestoßen.
Daraus wird jetzt eine Grundsatzdiskussion gemacht, ob es noch zeitgemäß ist, sich als Schwester vorzustellen und anreden zu lassen. Lächerlich. Das man als Mann nicht als Schwester angesprochen werden möchte... das Argument hat was. Zeigt es doch einmal mehr, dass man lieber Nabelschau betreibt als im realen Leben anzukommen.

Und diesmal ist der Ironiebutton nicht vergessen worden.

Elisabeth
 
Die Macht der Worte (und auch Wörter) mit ihrer Symbolkraft darf man nicht unterschätzen. Mit vielen Begriffen schwingen auch Menschenbilder mit. Den Begriff "Wärter" haben wir für den Krankenpfleger bereits erfolgreich flächendeckend abgeschafft. Arzthelferinnen nennen sich zunehmend stolz Medizinische Fachangestellte, Putzfrauen nennen sich Reinigungskräfte, Kindergärtnerinnen sind jetzt Erzieherinnen (in meiner Kindheit wurden die noch mit "Tante" angesprochen - auch von den Eltern.) ...die alten Begriffe kennt der Duden im Übrigen auch noch.
 

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