Körperpflege lernen: an Dummys oder unter den Azubis?

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Wir haben auch MS gegenseitig gelegt, und meine Freundin und ich haben uns gegenseitig stundenlang Zugaenge gelegt, Vorteil: Meine armen Pat. mussten nicht leiden beim Legen ueben:)
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Das ist die richtige Einstellung! Lieber leide ich, als der Pat.. Vieleicht sollten wir unseren Doktoren dass auch mal vorschlagen. So gegenseitig operieren, nicht dass ein Pat. zu Schaden kommt. :verwirrt:
 
Ich finde es auch so komisch, dass das für die Lehrer so selbstverständlich ist, dass man das als Schüler macht. Dabei haben wir in der ersten Woche noch darüber gesprochen, dass die Intimsphäre eines Menschen immer geachtet werden muss in der Pflege.

Das ist ein Teil der Ausbildung. Dabei wird Pflegekräften eingebläut, dass sie in allen Dingen zurückstecken sollen. Immer erst der Pat., dann der AG und nach einer riiiiiiesen Lücke man selbst.

Ich fand es beim Lagern und Betten schon so schlimm. Ich musste mich ins Bett legen und Mitschüler haben mich gedreht und so. Dabei wurde ich von 2 Jungs am Hintern angefasst, an den Oberschenkeln, am Rücken. Ich finde das ganz schlimm, von fremden Menschen so am Körper berührt zu werden. Und Waschen und Zähneputzen ist ja noch einiges intimer als im Bett mobilisieren. Das kann ich einfach nicht.

Ich empfand das gegenseitige Lagern und Mobilisieren sehr hilfreich. Du selbst hat gesagt wie unangenehm das für Dich war. Jetzt denk Dir einen Pat., der vieleicht nur noch ein OP-Hemd an hat und der wird gelagert. Du warst dabei ja sicher komplett angezogen.
Wie in meinem oberen Thread schon gesagt, empfinde ich Selbstversuche, um des Schützen des Pat wegen, total sinnlos, um in einigen Situationen aber mal eine Selbsterfahrung zu machen (gerade beim lagern) ist das schon mal ganz gut.
Wir haben uns in der Ausbildung auch gegenseitig gewaschen, der Kurs war dabei streng nach männlein und weiblein getrennt und niemand musste. Wenn eine Schule das Angebot macht, ist das durchaus o.k., aber nur solange es Druck aufgebaut wird. Die Schulen sollten heutzutage doch soweit sein, dass sie das Ganze nicht mehr als Selbstverständnis ansehen.

Wie weit geht denn das noch? Müssen wir uns am Ende noch gegenseitig Blasen-Katheder legen? :(

Das wird sicher nicht kommen. Soweit gehen die Schulen dann doch nicht. Hoffentlich!!
 
Ich denke auch, dass ist eine Art Selbsterfahrung und wird auch bei uns so durchgeführt. Aber Nein, natürlich nicht im Intimbereich, also natürlich auch kein Blasenkatheterlegen! Das ist wohl klar!
Grundsätzlich kann ich natürlich auch niemand zwingen, es geht aber auch um die Selbsterfahrung, wenn man so daliegt, kann man sich besser in Pat. einfühlen und merkt erst wie wichtig es ist, JEDE Handlung zu informieren.
 
Alle Jahre wieder....

Und ich sehe es sehr kritisch, dass man das Erlernen von Kinästhetik, Bobath, BasStim usw. auf die Selbsterfahrung reduziert. Findet ihr es net verwunderlich, dass man glaubt, jeder Mensch nimmt auf die gleiche Art und Weise ein Angebot wahr?

Wahrnehmung ist etwas sehr indivdiuelles. Jeder hat zwar die gleiche Grundausstattung von der Natur mitbekommen...die Bewertung der Wahrnehmung erfolgt aber im Kopf. Und das Neuronale netz ist eben net identisch. Jeder wächst in einer anderen Umgebung mit anderen Menschen auf.
Und ob ich eine Berührung als angenehm oder unangenehm empfinde hängt damit zusammen, womit ich diese Berührung verknüpfe. Das ist gelerntes Leben.

Elisabeth
 
Also ich habe im FSJ schon viele Patienten gewaschen und habe da immer positive Rückmeldungen bekommen. Denke ich verfüge schon über ein großes Empathievermögen und kann mir vorstellen, dass die Situation grundsätzlich nicht angenehm ist für den Patienten, gerade weil ich selbst so schüchtern bin was meinen Körper betrifft. Deshalb habe ich immer sehr behutsam gewaschen und auf die Kommunikation geachtet und so, um es diesem Menschen so wenig unangenehm wie möglich zu machen. Aber jeder Patient ist auch anders. Habe auch Menschen gewaschen, die dabei gescherzt haben und mir danach sagten, dass sie sich jetzt wieder viel besser fühlen und ich das gut gemacht hätte. Anderen merkt man ihre Scham deutlich an und die haben sich dann bei mir manchmal entschuldigt, weil ich sie waschen musste. Da habe ich dann immer versucht die Situation zu entspannen und ganz besonders behutsam vorzugehen mit allem.

Naja, ich finde solche Selbsterfahrung deswegen auch total sinnlos. Ich muss doch nicht alle unangenehmen Erfahrungen eines Patienten am eigenen Leib erfahren, um Empathie für dessen Situation zu haben. Muss mir ja auch nicht das Bein brechen lassen und um einen Patienten mit starken Schmerzen zu verstehen. Ist für doch irgendwie logisch, dass man sich gedanklich in die Situation des Patienten hineinversetzt.

Ausserdem ist es doch etwas ganz anderes, ob ich wegen einer schweren Verletzung von einer Krankenschwester gewaschen werde, die ich eben nur als Krankenschwester kenne, oder ob ich von meinen eigenen Arbeitskollegen gewaschen werde ohne das es nötig ist. Welcher normale Mensch würde sich schon von seinen Arbeitskollegen waschen lassen? Doch wohl keiner freiwillig. Auch ein Patient würde das wohl nicht wollen.

Wenn ich starke Schmerzen habe, lasse ich einen Arzt auch an meinen Körper, weil es 1. nicht anders geht und 2. ich den Arzt nur als meinen Arzt sehe und nicht als meinen Kumpel oder Kollegin, mit der ich am nächsten Tag wieder beim Frühstück sitze. Ist doch überhaupt nicht vergleichbar.
 
Argumentiere genauso gegenueber deinen Lehrer! Ich finde du bringst es sehr gut rueber, und ich kann mir einfach nicht vorstellen, das er dich zwingen wird.

Voralledingen ist es nochmals anders wenn du im Krankenbett liegst,... ich war 14 Tage mal Kunde auf einer Intensiv im Mehrbettzimmer und es fuehlt sich anders an, als im klassenzimmer von Freunden gewaschen zuwerden.

Zwingen lassen wuerde ich mich auch nicht, eine Selbsterfahrung machen zumuessen! Kopf hoch du bekommst das deinem Lehrer erklaert!
 
Ich denke, es geht zumindest bei einigen Tätigkeiten (Lagern, Mobilisieren, Blutentnahmen) weniger um die Selbsterfahrung, sondern um das Erlernen einer manuellen Tätigkeit. An einem Gesunden kann ich mehrere Lagerungsmethoden am Stück ausprobieren, ohne dass es ihm dabei körperlich allzu schlecht ergeht. Für einen Patienten ist das zu anstrengend.

Aber auch Selbsterfahrung ist pädagogisch wertvoll und von daher als Unterrichtsmethode legitim. Einen Zwang dazu darf es jedoch nicht geben.
 
Hallo ihr Lieben.

Ich fange im September meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an und habe von Bekannten jetzt einige Dinge gehört, wozu ich mal wissen wollte, wie es bei euch ablief?!

Wir habt ihr das Waschen, an-/ausziehen oder auch Zähne putzen, oder was sonst noch zur täglichen Hygiene gehört, gelernt? An einem Dummy oder unter euch Azubis?!

Für Antworten wäre ich euch sehr dankbar. :wavey:
 
An uns selbst und in der Praxis. Wir haben kurze Kleider getragen und dann gewaschen
Aber keine Panik, ist ganz witzig gewesen...
 
Unter Anleitung am Patienten.
 
Unterschiedlich:

Essen anreichen, aus dem Bett mobilisieren, bestimmte Lagerungsformen, Blutdruckmessen und s.c.-Spritzen haben wir aneinander geübt. Ebenso bestimmte Verbandstechniken (man kann ein Bein auch wickeln, wenn derjenige eine Leggings trägt), und wir haben aneinander getastet, wo wir die intramuskuläre Injektion setzen würden (ohne eine solche zu verabreichen).

Waschen, Katheterisierung, Absaugen, Magensonde legen usw. habe ich am Patienten gelernt. Einen Dummie hatten wir lediglich beim Reanimationstraining.
 
Zum Thema gegenseitiges Waschen gibt es bereits Threads.

Wir habt ihr das Waschen, an-/ausziehen oder auch Zähne putzen, oder was sonst noch zur täglichen Hygiene gehört, gelernt?

Ich glaub von meiner Mutter und Oma durch Nachahmung :mryellow:.

Spaß beiseite....
Wir haben uns nicht gegenseitig wirklich gewaschen, sondern nur am Arm verschiedene Wassertemperaturen, Waschrichtungen, Waschlappen und Waschzusätze getestet. Das war es.

Zähneputzen, Rasur usw. wurde am Patienten in der Praxis durchführt.

Dummies werden mittlerweile immer häufiger eingesetzt auch außerhalb des Rea-Trainings. So ist zumindestens meine Erfahrung. Jedoch eher für Tätigkeiten, wie Blutentnahmen, Katheterisierung, MS-legen etc. .
 
Danke für die Antworten schon mal! :daumen:

Mary-Jane ich habe bis jetzt leider kein Thread dazu gefunden.
 
Der beste Anleiter ist der Pat. selbst. Und wenn der nicht "anleiten" kann... wird dir eine Kollegein das Handling zeigen.

Ansonsten- beobachte dich mal selber.... wie wäscht du dich selber am Waschbecken? Worauf achtest du? Zähneputzen dito? Wie bewegst du die Zahnbürste? Was vermeidest du? Worauf legst du wert? Wann möchtest du gefragt werden? Welche Infos, Lageposition, Umgebungsgestaltung bräuchtest du, um es selber machen zu können?

Selbsterfahrung beim gegenseiteigen Waschen ist genauso Unsinn wie das Üben an der Puppe.

Wenn ich ehrlich bin, dann versteh ich den Sinn der Dressurerwartung nicht. Sind wir schon so weit, dass wir den angehenden Azubis signalisieren: es gibt nur einen einzigen Weg und der muss penibel eingehalten werden? Wenn ja, dann wundert es mich nicht, dass es mit der Professionalität immer weiter bergab geht.

Immer dran denken: der FSJler, der Bufdi kann auch waschen, und das ganz ohne i-welche Ausbildung. Und die Ergebnisse sind in keinster Weise zu unterscheiden von dem, was man bei Exam. zu sehen bekommt.

Elisabeth
 
Immer dran denken: der FSJler, der Bufdi kann auch waschen, und das ganz ohne i-welche Ausbildung. Und die Ergebnisse sind in keinster Weise zu unterscheiden von dem, was man bei Exam. zu sehen bekommt.

Der wird in der Regel auch angeleitet und nicht ohne Vorwarnung auf den Patienten losgelassen. Zumindest zur Ganzkörperwäsche im Bett; die Hilfe am Waschbecken ist noch "normaler".
 
Ich glaube das gegenseitige waschen soll mehr darauf aus, das die Hemmschwelle weggeht oder?
 
@Claudia- das du niemandem eine Schüssel in die Hand drückst, davon war ich ausgegangen. Aber ein FSJler/Bufdi übt nicht erst die Handgriffe im "Trockenen". Er lernt durch Zuschauen und Ausprobieren.

@Flockie- die Hemmschwelle sinkt nicht, wenn man sich gegenseitig wäscht. Die Hemmschwelle soll auch gar nicht sinken. Es soll eine Achtung vor den Gefühlen des Pflegebdürftigen bleiben. Leider werden die im Alltag all zu oft übergangen. Ausrede: es geht schneller, wenn es die exam. Pflegekraft macht, wie es ihr andressiert wurde.

Elisabeth
 
Dann haben mir wohl alle anderen immer was falsches erzählt :|
Aber danke für die Info Elisabeth :)
 

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