"Her mit der bezahlten Pause": Verhandlungstermin mit dem VKA im Juni

spflegerle

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Vor über einem Jahr (April 2018) wurde in den Tarifverhandlungen des TvÖD-VKA eine Einigung zum Thema "bezahlte Pause" offen gelassen, um den übrigen Teil des Tarifvertrages zum Abschluß zu bringen.
Nun endlich gibt es einen Verhandlungstermin zwischen Verdi und dem VKA: am 24.Juni 2019 sollen die Verhandlungen zu dieser Frage wieder aufgenommen werden.

Bin mal gespannt, was dabei herauskommt...

Wenn ich meine persönliche Erfahrung aus knapp 22 Jahren Intensivpflege nehme, dann ist diese Forderung mehr als gerechtfertigt. Eine echte Pause, wie sie zB für jeden Verwaltungsangestelten wohl üblich ist, mit Verlassen des Arbeitsplatzes, Gang in die Kantine oder ähnliches, eben ein wirkliches Abschalten für eine halbe Stunde, das kenne ich aus diesem Arbeitsalltag überhaupt nicht. Die Realität sieht eher so aus, dass das Durcharbeiten ganz ohne Pause üblich ist. Und nur äußerst selten wird dieses auch als nicht-genommene Pause dann in den Dienstplan eingetragen.

Eigentlich würde ich mir eher wünschen, dass genug Personal für ein Ablösen zur Pause vorhanden wäre, so dass ich die Station tatsächlich verlassen könnte. Aber da "mehr Personal" eher ein frommer Wunsch zu sein scheint, ist die Forderung nach bezahlter Pause nur konsequent und richtig.

Gruß spflegerle
 

Leander

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Im Zusammenhang mit der Erfassung von Arbeitszeit wird das dann richtig interessant.
 

Neuromaus

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Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Ich finde für uns als Arbeitnehmer beides sinnvoll, die bezahlte Pause und die Erfassung der Arbeitszeit.

In Bezug auf die Pause hat @spflegerle ja schon argumentiert. Dem würde ich nur noch hinzufügen wollen, dass wir zwar nicht immer ohne Pause durcharbeiten, aber wenn wir Pause haben, sind es eigentlich so gut wie nie wirklich 30min und schon gar nicht am Stück, weil immer zwischendurch jemand klingelt oder am Pflegestützpunkt steht etc. Und da schreibt auch niemand auf "Pause nur 20 min mit Unterbrechungen von 3x2 min, also insgesamt 14min Pause".

Und in Bezug auf die Arbeitszeiterfassung ist es ähnlich. So 10-15min länger sind doch der "normale Standard", den sich niemand aufschreibt. So zwischen 15 und 30min ist es unterschiedlich, und erst ab 30min wird konsequent eingetragen, dass man Überstunden gemacht hat. Wenn das elektronisch erfasst werden würde, hätte man also innerhalb kürzester Zeit viel mehr Stunden angesammelt.
Frage ist nur: Was hat das für eine Konsequenz? Wenn kein Personal da ist, kann man seine Überstunden ja auch nicht "abfeiern". Klar, es gibt Leute, die sich die Stunden gerne auszahlen lassen, das ist eine Option, aber die anderen?

Ich bin auf jeden Fall mal sehr gespannt, wie sich die Dinge entwickeln...
:wavey:
 

Resigniert

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Da die Alternative halt umsonst zu arbeiten bedeutet, "chippe" ich jede Mehrarbeit. Was glaubst du, wieviel Stunden in einem Jahr zusammenkommen? Wie viele Stunden glaubst du habe ich in 40 Jahren schon umsonst gearbeitet? Bin ich eine Ehrenamtlich arbeitende?
 

Romsen2014

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Also für meine 30 Minuten Bereitschaftsdienst wurde ich noch nie extra bezahlt. Ich verstehe auch bis heute nicht wieso das immer noch so hingenommen wird.
 

spflegerle

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Schon kurios, dass es mal als Errungenschaft galt, die Stechuhren abzuschaffen, galten sie doch nur als Gängelung der Mitarbeiter.
Und in unserer Branche wären alle froh, wenn die tatsächlichen Zeiten korrekt erfasst würden.

Alleine bei mir auf der Station würden bezahlte Pausen im Jahr 5475 zusätzliche Überstunden bedeuten. Was macht das an Vollzeitäquivalenten?
Bei der Masse an Überstunden, die durch eine solche Regelung auflaufen würden, rechne ich nicht mit einfachen Verhandlungen zwischen Verdi und dem VKA.

Gruß spflegerle
 

spflegerle

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So, da hat sich also der VKA schon vor dem Verhandlungstermin als nicht verhandlungswillig geoutet:
Sie habens einfach immer noch nicht verstanden: mit ihrer ewigen Blockadehaltung bzgl. echten Verbesserungen für Pflegekräfte verschärfen die Arbeitgeber den Fachkräftemangel weiter und weiter. Völlig dämlich...

Es ist wohl langsam an der Zeit, mal wieder über einen großangelegten Streik nachzudenken.

spflegerle
 

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