Gehalt verhandeln

Onkel Etsch

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Also unter den Akademikern sind Lehrer nun nicht grade die bestbezahlte Gruppe. Kommt dabei natürlich auf die Schulform an.
Und die Gehälter von Oberstudienräten schwanken je nach Region durchaus, ich weiß jetzt nicht wie Du grade auf die 4857 € kommst?
Die 4857 Euro habe ich von einer einigermassen seriös erscheinenden Internetseite. Das deckt sich auch mit den gut 4600 Euro in deiner Quelle. Natürlich gibt es Berufsgruppen die deutlich mehr als Lehrer verdienen KÖNNEN. Aber es gibt z.B. BWLler, die als Sachbearbeiter oder im öffentlichen Dienst viel weniger als Lehrer verdienen. Und 5000 Euro sind ein Spitzengehalt für einen Ausbildungsberuf.
 

Martin H.

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Die 4857 Euro habe ich von einer einigermassen seriös erscheinenden Internetseite. Das deckt sich auch mit den gut 4600 Euro in deiner Quelle.
:weissnix: Also irgendwie schreiben wir anscheinend grad aneinander vorbei... meine Aussage war ja eigentlich, daß man das bei Lehrern (bzw. Oberstudienräten) nicht so genau sagen kann, da es stark schwankt (je nach Bundesland); hier noch mal die Zahlen aus meinem 1. Link:

Gehalt Oberstudienrat / Oberstudienrätin
Datenbasis: 280 Datensätze
RegionQ1ØQ3
Deutschland:3.417 €4.857 €7.460 €
Baden-Württemberg2.847 €4.833 €7.608 €
Bayern4.040 €5.370 €7.714 €
Berlin3.201 €5.626 €9.413 €
Brandenburg2.697 €3.833 €5.887 €
Bremen3.275 €4.655 €7.148 €
Hamburg3.907 €4.453 €5.047 €
Hessen2.566 €4.774 €7.207 €
Mecklenburg-Vorpommern2.596 €3.689 €5.666 €
Niedersachsen3.168 €5.256 €7.691 €
Nordrhein-Westfalen2.055 €4.319 €6.380 €
Rheinland-Pfalz3.902 €5.322 €6.948 €
Saarland3.614 €5.138 €7.891 €
Sachsen2.732 €3.883 €5.963 €
Sachsen-Anhalt2.696 €3.832 €5.886 €
Schleswig-Holstein3.017 €4.288 €6.586 €

Natürlich gibt es Berufsgruppen die deutlich mehr als Lehrer verdienen KÖNNEN. Aber es gibt z.B. BWLler, die als Sachbearbeiter oder im öffentlichen Dienst viel weniger als Lehrer verdienen.
Das ist aber wohl dann eher die absolute Ausnahme:

"In der Regel liegt das monatliche Einstiegsgehalt für einen Betriebswirt zwischen 2.500 und 4.500 Euro brutto – je nach Branche und Beruf."
Quelle:

Das sind aber wohlgemerkt Berufseinsteiger.
Ein Oberstudienrat hingegen ist ganz sicher kein Berufseinsteiger mehr. :wink1:
Und wenn Du auf der Seite weiter runter scrollst, findest Du Gehaltsangaben bis teilweise 11.000 oder 12.000 € - so viel verdient ein Lehrer im Leben nicht pro Monat.
Und 5000 Euro sind ein Spitzengehalt für einen Ausbildungsberuf.
;) Da sind wir uns sicher einig.
Ist aber in der Pflege nicht normal, jedenfalls nicht als "normal" Festangestellter.
 

Kalimera

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Ich möchte mal einen anderen Aspekt erwähnen. Keine Frage, dass ein Stellenwechsel mindestens das gleiche Gehalt ergeben sollte, gerne auch mehr in einem gewissen Rahmen, aber die Arbeitgeber haben letzten Endes nur ein gewisses Kontingent und müssen rechnen, kein Unternehmen kann mehr Geld ausgeben als es einnimmt. Will sagen, dass es nicht ausschließlich daran liegt, dass die Arbeitgeber die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. Ich denke auch, dass da sicher noch was geht an mehr Gehalt. Bei Tariflöhnen braucht es schon eine Begründung, warum jemand AT bezahlt werden soll. Wenn das publik wird kann der Arbeitgeber u.U. ein großes Problem haben. Insofern ist es gut, wenn man Qualifikationen vorweisen kann, im günstigsten Fall welche, die in keinem Tarifvertrag erfasst sind, da ist es dann am einfachsten. Da die AVR kein wirklicher Tarifvertrag ist wird es nochmal etwas komplizierter mehr an Gehalt zu zaheln, es braucht also da auch besonders gute Begründungen.
Alle die verhandeln sollten auch sicher wissen was sie verdienen. Zuschläge sind kein Grundgehalt, Leistungsvergütungen/Weihnachtsgeld müssen auf den Monat umgerechnet werden, U-tage müssen richtig bewertet werden...usw. Da sehe ich ganz große Unwissenheit bei einigen, die sich dann am Ende wundern, weil das angeblich versprochene nicht eingehalten wurde und lautstark erzählt wird, dass man belogen wurde.
Die Zeichen der Zeit mögen so gut wie nie stehen um Gehalt zu verhandeln, aber man sollte schon ein bisschen wissen wie und vor allen Dingen was man verhandelt, bzw. auf welcher Basis. Gerne den Marktwert testen, aber realistisch bleiben denke ich.
 
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Martin H.

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die Arbeitgeber haben letzten Endes nur ein gewisses Kontingent und müssen rechnen, kein Unternehmen kann mehr Geld ausgeben als es einnimmt.
Wie ich schon schrieb, ist aber das Geld aber ganz offensichtlich im System, sonst könnten die (doch sehr stattlichen) Summen für die Zeitarbeitsfirmen gar nicht bezahlt werden!
Bei Tariflöhnen braucht es schon eine Begründung, warum jemand AT bezahlt werden soll. Wenn das publik wird kann der Arbeitgeber u.U. ein großes Problem haben.
Welches denn? Daß ihm die Pflegekräfte die Bude einrennen, weil er bessere Konditionen bietet als andere Arbeitgeber?
Insofern ist es gut, wenn man Qualifikationen vorweisen kann, im günstigsten Fall welche, die in keinem Tarifvertrag erfasst sind, da ist es dann am einfachsten.
Aber gerade da wurde doch hier im Forum schon drauf rumgeritten, daß nur Weiterbildungen angerechnet werden sollen (und angeblich können), die z. B. in der Liste der DKG vorkommen!
Alle die verhandeln sollten auch sicher wissen was sie verdienen. Zuschläge sind kein Grundgehalt, Leistungsvergütungen/Weihnachtsgeld müssen auf den Monat umgerechnet werden, U-tage müssen richtig bewertet werden...usw. Da sehe ich ganz große Unwissenheit bei einigen, die sich dann am Ende wundern, weil das angeblich versprochene nicht eingehalten wurde und lautstark erzählt wird, dass man belogen wurde.
Da hast Du sicher recht und ich hatte auch schon Diskussionen mit Kolleginnen, die Brutto nicht von Netto unterscheiden konnten... :roll:
Aber was meinst Du mit "Urlaubstage richtig bewerten"? Und inwiefern müssen Leistungsvergütungen auf den Monat umgerechnet werden?
 

Ovian

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Wie viel ein Arbeitgeber an Kontingent hat und wie dieser eingeteilt wird ist mir persönlich vollkommen egal.
Fakt ist, dem Arbeitgeber fehlen aktuell 6 Pflegefachkräfte, eine Station ist geschlossen worden und ich bewerbe mich auf eine Stelle und verdiene aktuell XY im Tarif Y seit XX Jahren und möchte diesen Stand behalten. Natürlich muss man Urlaubstage, 13. Gehalt usw. ausrechnen, aber das ist selbsterklärend oder?

Dort sind einige Zeitarbeiter in der Einrichtung tätig (kenne zwei Krankenschwestern dort) und diese bekommen mehr Gehalt als die fest angestellten Pflegefachkräfte. Diese kann man sich leisten und einen Bewerber, welcher "nur" nach TVÖD gezahlt werden möchte ist zu viel? Erklären Sie mir das bitte. Oder gibt es zwei unterschiedliche Kontingente? Das wäre etwas anderes dann.

Urlaubstage richtig bewerten ist für mich ganz easy: aktuell habe ich 30 Tage welche ich mir einteilen kann wie ich möchte. Wenn mir eine Einrichtung 28 Tage anbietet habe ich zwei Tage weniger und ist schlechter. Ende.

@Martin H.:
Er meint bspw. 13. Gehalt Brutto anteilig monatlich durchrechnen. Im Grunde genommen ist es aber egal, denn wenn mein Grundentgelt beispielsweise 3,2k Brutto ist und mein 13. Gehalt sagen wir mal 80% vom Grundbrutto beträgt, kann ich einfach fragen ob ein 13. Gehalt gibt und wie viel % etc. und dann ists gut. Wenn eine Einrichtung kein 13. Gehalt hat bin ich im Übrigen sowieso raus :D Außer Grundentgelt ist in den 12 Monaten so hoch wie ein 13. Lohn, was ich aber bezweifle. Bei einem 13. Gehalt bekommt Staat mehr :-) Ist fast so traurig wie Überstunden auszahlen lassen (gibt es noch Menschen die das machen?).
 
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Kalimera

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Das Geld mag im System sein, aber im Gesundheitssystem und das heißt noch lange nicht, das es bei den Pflegenden ankommt.
Welches denn? Daß ihm die Pflegekräfte die Bude einrennen, weil er bessere Konditionen bietet als andere AG?
Nein, dass die Stammmannschaft das gleiche Gehalt möchte und Druck macht oder kündigt.
Momentan werden leider nur Weiterbildungen/Fachweiterbildungen anerkannt für eine erhöhte Vergütung, die von der DKG anerkannt sind. Andere Weiterbildungen/Fachweiterbildungen sollten aber auch anerkannt werden mMn.
Mit der richtigen Bewertung von U-Tagen meine ich, dass ich z.B. bei weniger Sollstunden und höherer Stundenvergütung auch gegenrechnen muss. Da kann es dann sein, dass ich trotz weniger Urlaubstage genausoviel Freizeit habe wie andere mit mehr Urlaubstage bei gleichem Gehalt. Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken
 

Kalimera

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@Ovian
Es steht jedem frei sein Gehalt zu verhandeln und zu entscheiden wo die eigenen Prioritäten liegen. Das monetäre Entgelt ist nicht für jeden das Wichtigste. Aber gerade wenn es darum geht erlebe ich leider viel zu häufig, dass viele nicht in der Lage sind richtig zu vergleichen.
Zeitarbeiter sind sicher teurer als Stammpersonal, dafür spart der Arbeitgeber andere Kosten, z.B. Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, anteilige Krankenkassenbeiträge, Zusatzversicherungen...ect. Langfristig mag es teurer sein, kurzfristig evtl. günstiger.
Ich bin kein Arbeitgeber und habe mein Gehalt auch entsprechend verhandelt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Komplexität manchmal vergessen wird, und es gut ist beide Seiten zu kennen.
 
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Martin H.

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Das Geld mag im System sein, aber im Gesundheitssystem und das heißt noch lange nicht, das es bei den Pflegenden ankommt.
Das ist ja mein Reden, schon immer. Diese exorbitanten Summen (und Deutschland ist sehr reich) zocken die entsprechenden Lobbygruppen ab, sprich u. a. Pharmaindustrie und Ärzte. Bzw. im Bereich von Pflegeheimen irgendwelche Aktionäre, die die schnelle Rendite wittern.
Dieses Geld steht aber zu großen Teilen auch und vor allem uns zu, denn die Leistung wird großteils von uns erbracht.
Daß Pflegekräfte hier ihren rechtmäßig zustehenden Anteil einfordern, ist nur recht und billig.
Nein, dass die Stammmannschaft das gleiche Gehalt möchte und Druck macht oder kündigt.
Ja und? Genau das wäre ja gut. 8-) Pflege stellt sich endlich mal auf die Hinterfüße. So sollte es sein.
Momentan werden leider nur Weiterbildungen/Fachweiterbildungen anerkannt für eine erhöhte Vergütung, die von der DKG anerkannt sind. Andere Weiterbildungen/Fachweiterbildungen sollten aber auch anerkannt werden mMn.
Genau das ist ja auch schon immer mein Reden. Aber da bekam ich hier im Forum schon massiv Gegenwind und einige finden das ja ganz toll und richtig, daß diese Weiterbildungen NICHT anerkannt werden.
Mit der richtigen Bewertung von U-Tagen meine ich, dass ich z.B. bei weniger Sollstunden und höherer Stundenvergütung auch gegenrechnen muss. Da kann es dann sein, dass ich trotz weniger Urlaubstage genausoviel Freizeit habe wie andere mit mehr Urlaubstage bei gleichem Gehalt.
Also reden wir jetzt übers Gehalt oder über Stunden?
Und freie Tage und Urlaubstage sind zwei komplett verschiedene Stiefel, das macht sich auch arbeitsrechtlich ganz deutlich bemerkbar.
Ich persönlich z. B. habe sicherlich mehr freie Tage als die meisten Kollegen im stationären Bereich (bei gleicher Arbeitszeit pro Monat). Dafür arbeite ich aber auch 12 Stunden pro Dienst. Sollte ich jetzt deshalb auf Urlaubstage verzichten?
Ich weiß jetzt nicht genau, auf was Du raus willst.
 

ZN-Ator

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Bei einem 13. Gehalt bekommt Staat mehr :-) Ist fast so traurig wie Überstunden auszahlen lassen (gibt es noch Menschen die das machen?).
Hmmm...... beim Lohnsteuerjahresausgleich zählt die Gesamtsumme und deshalb bekommst Du nicht weniger wenn Du mal einen Monat 1200 Euro zusätzlich bekommst oder aber 12 Monate 100Euro
 
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-Claudia-

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Aus dem Grund möchte ich nur tariflich als Gesundheits- und Krankenpfleger bezahlt werden und nicht übertariflich. Oder verstehe ich was falsch?
Zum einen wirst Du ja durch die vorgezogene Höherstufung bereits besser bezahlt, als es der Tarifvertrag vorsieht, zum anderen kannst Du nicht erwarten, dass alle Arbeitgeber dem gleichen Tarif angehören. Wenn Du im Tarif des neuen Arbeitgebers korrekt eingestuft bist, keinen Grund für eine höhere Einstufung geltend machen kannst, und die Einstufung nun mal unter Deinem augenblicklichen Verdienst liegen, wirst Du bleiben müssen.
 

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