Erste Anleitung

Bewertete Anleitungen laufen meist so ab, dass eine Lehrkraft der jeweiligen Schule da ist und den Schülern über die Schulter schaut.
Die Termine hierfür werden normalerweise rechtzeitig bekannt gegeben, so dass der Anleiter auf Station und der Schüler sich darauf vorbereiten können und keiner dafür seinen Urlaub opfern muss.
Der Anleiter auf Station muss für die Anleitung, die eine Lehrkraft abnimmt, nicht unedingt anwesend sein, da Schüler und Lehrer alleine arbeiten.
Wünschenswert ist es dennoch, aber trotzdem auch delegierbar.
 
Ich glaube, manchmal würde es schon reichen, mit dem Azubi gemeinsam in einem Zimmer zu arbeiten... gemeinsam alle Tätigkeiten zu planen und entsprechend durchzuführen. Hätte den seltenen Vorteil, dass der Azubi das Gesamtpaket erlebt und nicht nur eine einzelne Handlung.

Elisabeth
 
Bingo Elisabeth !!!! Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen !
 
Bewertete Anleitungen laufen meist so ab, dass eine Lehrkraft der jeweiligen Schule da ist und den Schülern über die Schulter schaut.
Die Termine hierfür werden normalerweise rechtzeitig bekannt gegeben, so dass der Anleiter auf Station und der Schüler sich darauf vorbereiten können und keiner dafür seinen Urlaub opfern muss.
Der Anleiter auf Station muss für die Anleitung, die eine Lehrkraft abnimmt, nicht unedingt anwesend sein, da Schüler und Lehrer alleine arbeiten.
Wünschenswert ist es dennoch, aber trotzdem auch delegierbar.


Nicht in unserem Haus. Da ist die praktische Ausbildung fast ausschließlich den Praxisanleitern überlassen.

Und da es oft nur wenige Praxisanleiter auf Station gibt, kann man die Anleitung auch schlecht delegieren, da die Schule darauf besteht, dies müsse von den qualifizierten Kräften durchgeführt werden.

Ich glaube allerdings, dass dies eine bayerische Besonderheit ist. In Ba-Wü, wo ich bis vor drei Jahren gearbeitet habe, wurde es ein wenig anders gehandhabt. Es gab keine bewerteten Anleitesituationen, und auch Anleitungen von Kollegen ohne PA-Weiterbildungen zählten als Lernsituation.
 
Also ich arbeite auch in Bayern, und es kein bayr. Problem, Nein!
Jede examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin kann anleiten. Natürlich geht die Schule vermehrt auf die PA zu, aber auch die darf delegieren und muss nicht immer da sein. Bei uns im Haus werden Anleitungen von allen Schwestern abgezeichnet. Natürlich gibt es da, wie überall engagierte und solche, denen die Ausbildung der Schüler entweder egal ist, oder die sich das nicht zutrauen.
Leider ist es zugegebenermaßen auch auf einigen Stationen so, dass die SL die Meinung hat: dafür ist die PA zuständig, dafür haben wir sie doch. Und auch wenn da zwei oder drei auf einer Station sind, haben die mal frei, oder SD oder ND oder U. Da ist es dann auch schon vorgekommen, dass mal eine extra reinfährt. Die sind dann auch nicht begeistert, aber sie machens.
 
Was nutzt mir eine PA auf dem Papier. Sie erfüllt dann nur einen Zweck: die vom Gesetzgeber vorgeschrieben Anzahl auf dem Papier abrechnen zu können.

Deswegen: ohne Freistellung keine PA. Anleiten kann jeder, der Willens ist. Da brauch ich net ne amtliche Bestätigung.

Zumal: wird diese Arbeit eigentlich extra vergütet? Und reicht die dann um den Verdienstausfall infolge weniger Diensten und die anfallende Mehrarbeit abzugelten.

Elisabeth
 
Was nutzt mir eine PA auf dem Papier. Sie erfüllt dann nur einen Zweck: die vom Gesetzgeber vorgeschrieben Anzahl auf dem Papier abrechnen zu können.

Deswegen: ohne Freistellung keine PA. Anleiten kann jeder, der Willens ist. Da brauch ich net ne amtliche Bestätigung.

Zumal: wird diese Arbeit eigentlich extra vergütet? Und reicht die dann um den Verdienstausfall infolge weniger Diensten und die anfallende Mehrarbeit abzugelten.

Den Arbeitgeber zur Freistellung zu zwingen wird den wenigsten möglich sein. Eine gesetzliche Vorgabe hierzu gibt es nicht.

In der Regel gibt es keine zusätzliche Vergütung für Praxisanleiter. Ich kenne nur einige Häuser, die ihren PAs einen Bonus zahlen.
 
Hast schon ne Druckmöglichkeit: wenn keiner sich für den Job bereit erklärt ohne Freistellung. Da das mehr als unwahrscheinlich ist- der Altrusimus lässt grüßen.

Elisabeth
 
Eben. In welchem Haus halten wir so gut zusammen, dass alle bereits vorhandenen und sich in Weiterbildung befindenden PAs gemeinsam die Arbeit niederlegen? Wenn mir einer den Laden nennen kann, bewerbe ich mich dort sofort. 8)

Wenn sich ein einzelner Praxisanleiter tatsächlich auf die Barrikaden traut, stünde er dort auf verlorenem Posten. Auf den Einzelnen kann der AG durchaus Druck ausüben.

Ich habe einen Arbeitsvertrag sowie die Stellenbeschreibung unterschrieben. Ich darf Überlastungen anzeigen, aber ich darf mich meines Wissens nicht einfach weigern, meinen Job zu machen.
 
Auch ein Einzelner kann sich enstcheiden- nämlich dagegen. Oder willst du zum Ausdruck bringen, dass der AG die MA zu dieser Tätigkeit "verdonnert"? Wie schon geschrieben: Anleitung ist nicht an die Position gebunden. nachteil für Schule und AG ergibt sich, indem es keine schriftlichen Nachweise mehr gibt.

Elisabeth
 
Die Medaille hat immer zwei Seiten. Der eine übt Druck aus und der andere beugt sich!
 
Hallo zusammen,

bei uns werden die meisten Anleitungen so"nebenbei" abgehandelt. So wie wir das mal in der Ausbildung gelernt haben, mit Vor-Zwischen-u.Abschlußgespräch, geht es bei uns schon mal Zeit-u.Personalmäßig überhaupt nicht. Die Azubis sind nicht zusätzlich geplant, so wie es sein sollte, und deshalb voll in den Stationsalltag eingeplant.

Die gründlichsten Anleitungen mache ich vor den KAP`s, da habe ich dann meist zwei Wochen intensiv Zeit mich um den Azubi zu kümmern. Ansonsten übernehme ich mit dem Azubi ein Zimmer zusammen mit allen anfallenden Arbeiten und erläutere die einzelnen Schritte.

Freigestellte Arbeitszeit oder irgendeine Vergütung ist bei uns auch Fehlanzeige, läuft alles nebenher oder zusätzlich zum Dienst.
Bin halt in erster Linie Krankenschwester und irgendwann viel später PA(wird mir stets von unserem PDL gesagt).

Naja, wenn ich es nicht so gern machen würde hätte ich es schon längst hingeschmissen.

LG Delta:cheerlead:
 
Ist das dann nicht ne Mogelpackung: Praxisanleiter auf dem papier aber net für den Azubi? Oder bist du eher ein Mentor?

Elisabeth
 
Auch ein Einzelner kann sich enstcheiden- nämlich dagegen. Oder willst du zum Ausdruck bringen, dass der AG die MA zu dieser Tätigkeit "verdonnert"? Wie schon geschrieben: Anleitung ist nicht an die Position gebunden. nachteil für Schule und AG ergibt sich, indem es keine schriftlichen Nachweise mehr gibt.

Elisabeth

Darf ich mich weigern, ein bereits innehabendes Amt weiter auszuführen? Ohne dass es einen anderen Mitarbeiter gibt, der den Part übernimmt? Oder wäre das rechtlich gesehen Arbeitsverweigerung? Könnte ich mir nämlich eher denken. Mein Arbeitsvertrag ist ja auch für mich bindend.

Der Nachteil der nicht vorhandenen Praxisanleiter ergäbe sich auch für die Schüler. Es kann ohne Zweifel (fast) jeder anleiten, aber nur der Praxisanleiter darf das praktische Examen abnehmen. Ergo: kein Ausbildungsabschluss. Die Schüler werden begeistert sein.
 
Wer will dir verwehren aus Gesundheitsgründen- du willst kein Burnout bekommen, das Amt abzugeben?

Meine Erfahrung: der AG nimmt alles, was er nur kriegen kann, wenns net zusätzliche Kosten bereitet. Wenn du dann krank wirst... lässt er dich fallen, wie eine heiße Kartoffel.

Jeder muss selber wissen, was ihm wichtiger ist: Gesundheit oder Prestige. Den Azubis ist es egal, wer sie anleitet. Ein engagierter MA kann auch anleiten.

Wenn du aussteigst, dann wird AG sich nen neuen Dummen suchen. Wobei auch da meine Erfahrung zeigt: das ist net so einfach. MA sind nicht dumm und erkennen ziemlich schnell wo man unnötig verheizt wird.

Das alles kann dir aber egal sein denn es geht um dich und deine Zukunft. Oder ist im Arbeitsvertrag ein weiterer Aufstieg verankert. Ein Aufstieg, der dir ermöglicht in späteren Jahren, wenn das Arbeiten am Bett net mehr möglich ist, die gleichen Bezüge zu erhalten wie aktuell?

Elisabeth
 
Ist das dann nicht ne Mogelpackung: Praxisanleiter auf dem papier aber net für den Azubi? Oder bist du eher ein Mentor?

Elisabeth
Hallo Elisabeth,
ich bin schon PA habe aber selten die nötige Zeit um wirklich intensiv einen Azubi anzuleiten. Entweder stehe ich kurzfristig mit einem Azubi im Dienst (konnte also die Anleitung nicht ankündigen bzw. vorbereiten) oder wir sind einfach zu "dünn" besetzt.

Meine SL bemüht sich schon sehr mich zusammen mit den Azubis in den Dienst zu planen, aber oft kommt irgendetwas dazwischen.
Ich bin auch schon oft länger geblieben oder eher zum Dienst erschienen um Gespräche mit den Azubis zu führen.

Ich habe auch einen motivierten Mentor zur Seite, aber bei uns dürfen z.B.Venenpunktionen, s.c.-Inj., Erstgespräche nur vom PA durchgeführt werden. Andere Personale erklären auch viele Arbeitstechniken, da habe ich aber ein Problem mit deren Durchführung (Hygiene, Ablauf etc.).

Bisher haben meine Azubis immer gut bei den KpA`s abgeschnitten, was mich bestärkt meine Arbeit mit den Azubis weiterhin so gut wie möglich auszuführen, auch wenn es zu so mancher Überstunde kommt.

LG Delta:cheerlead:
 
Jeder muss alleine wissen, wieviel er sich selber wert ist. *ironieon*Es geht doch nichts über die Selbstaufgabe zugunsten anderer. *irinieoff*

Elisabeth
 
Ich wollte euch mal kurz von meiner ersten Anleitung (durch die Mentorin auf Station) erzählen.
Ich hatte mich richtig darauf gefreut, in der Annahme eine kompetente Kraft :nurse:steht mir zur Seite, ich kann sie alles fragen, sie gibt mir Tipps und weist mich auf Fehler hin und sagt mir wie ich es besser machen kann.

Ich richte also den Pflegewagen und frage sie ob das so in Ordnung sei.
"Wenn du meinst..." - das war alles.
Ok, ich habe das gemeint und bin doch schon etwas verunsichert ins Krankenzimmer gegangen.
Jedes Mal wenn ich etwas gefragt habe, zuckte die Gute nur mit den Schultern.
Damit wollte sie erreichen, dass ich selber auf die Lösungen komme, hat mich aber dermaßen verunsichert, dass ich mich echt verwirrt fühlte.
Es war der zweite Patient im Krankenhaus, den ich gewaschen habe.
Im Nachgespräch erhielt ich dann nur die Frage "Habt ihr das nicht gelernt in der Schule wie man wäscht ?!"
Da fiel mir nichts mehr ein -
später habe ich dann gedacht, dadurch dass ich einmal gehört oder gelesen habe wie man Auto fährt kann ich es doch auch noch nicht ?!!!:motzen:

Heute hatte ich dann eine Anleitung von einer Lehrerin der Schule. Davor habe ich mich dann gefürchtet, besonders als ich hörte, ich muß die Krankheiten der Patienten vorstellen, erklären was das für den Patient bedeutet und was ich mir für die Pflege für Schwerpunkte setze.:cry:
(Es ist mein erster Einsatz und wir hatten in der Schule bis jetzt noch kein Krankheitsbild...)
Ich habe mich dann gestern am PC richtig schlau gemacht über all die Krankheiten und je mehr ich erfahren habe, desto mehr hat es mich fasziniert, auch wie das alles zusammenhängt und oft eine Krankheit die andere wieder begünstigt usw
Diese Anleiterin konnte ich wirklich auch alles fragen, sie hat meine Ideen aufgenommen - ich konnte ganz unbefangen mit den Patienten umgehen.
Dann mußte ich einen Fragebogen ausfüllen - was habe ich heute gelernt, was habe ich gut gemacht, was lief nicht gut- warum, was würde ich das nächste Mal anders machen...
Auch das fand ich zuerst ganz schön heftig - sich selbst so einzuschätzen und so -
aber dann fielen mir immer mehr Sachen ein und es war alles in allem sehr konstruktiv und ermutigend !:)
 
Hallo ihr lieben :) am 26.8 habe ich noch einmal eine Anleitung und ich hoffe diese wirde besser laufen... Danke für die vielen Tipps die werden mir bestimmt helfen :daumen: Laruna
 
Was mich wundert ist das mit der Temp. 35,7°C ist doch noch keine Untertemp.?

Wir haben in der Schule gelernt, dass man ab 36° Untertemperatur hat. Bin seit 3 Wochen in meinem ersten Einsatz und habe schnell gemerkt, dass somit jeder 3. Patient Untertemperatur hätte.
 

Ähnliche Themen