Erste Schritte auf der Intensiv

Fiodora

Newbie
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08.12.2019
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1
Ort
Wien
Beruf
DGKP
Akt. Einsatzbereich
Notfallambulanz
Funktion
psych. Pflegeexpertin | Studentin für Pflegewissenschaft
Hallo und einen schönen Abend an euch da draußen!

Ich bin erst vor kurzem auf diese Seite gestoßen und hab die letzten Tage viel gestöbert, gelesen, gustiert und war über diesen interessanten Fachaustausch querfeldein hellauf begeistert.

Wie ich bereits gesehen habe, gibt es mein Thema betreffend schon einige Beiträge. Die meisten liegen allerdings schon einige Jahre zurück und auch wenn sich vieles wiederholt und meine Gefühlslage den meisten nicht neu ist, wollte ich euch „kurz“ an meinen Neulingserfahrungen teilhaben lassen. :cheerlead:

Ich arbeite seit ca. 4 Jahren in der internen Notfallambulanz. Parallel dazu habe ich auch Dienste auf der Fachabteilung für Nephrologie, Hepatologie und Gastrologie bespielt - wir sind eine große Abteilung, daher fällt die NFA in unseren Zuständigkeitsbereich und meine Kollegen und ich betreiben Wechseldienste. Einige - wie ich - bevorzugen NFA Dienste, viele meiner Kollegen beschränken sich allerdings auf die Stationsdienste, da ihnen die NFA zu stressig ist.

Die Dienste in der NFA haben mir ausgesprochen gut gefallen und ich bin auch der Meinung, dass dieser Bereich eigentlich genau der meinige ist. Ich denke, das spürt man einfach, das hat man in den Knochen. Dabei bin ich eher weniger der Adrenalinjunkie - mir gefällt einfach die abwechslungsreiche Arbeit, das enge Zusammenspiel in den verschiedensten Situationen. Schlussendlich lag es eher an den stationären Arbeitsbedingungen, die meinen Entschluss bekräftigten, die Abteilung zu verlassen. Die Überlegung, die nächsten 10 Jahre auszusitzen, bis das Haus die Umbauarbeiten und das neue Konzept der NFA (Einführung MTS, eigenes Team, Abspaltung zur Abteilung und Zusammenlegung mit der Aufnahmestation etc.) umgesetzt hat, habe ich nicht wirklich in Erwägung gezogen. Also entschloss ich im Oktober, dass die Zeit für einen Neuanfang angebrochen ist und deponierte einen Versetzungsantrag bei meiner PDL.

Ich hatte mir vorgenommen, mich anhand meiner Interessen in erster Linie in Richtung der Spezialbereiche zu orientieren (Herzüberwachung, Intensivstation, Anästhesie und Aufwachraum, sowie Dialyse) und mich bei Bedarf in Evidenz halten zu lassen (die Wartelisten der jeweiligen Bereiche belaufen sich bereits im internen Interessentenkreis auf 12-18 Interessenten, nicht zu vergessen die externen Bewerber, welche aus fremden Häusern zum schnuppern vorbei schauen). Ich würde mich natürlich freuen, wenn sich ein Platz ergibt - realistisch gesehen wusste ich aber, dass die Chancen nicht nennenswert hoch waren. Mein Plan B belief sich auf die Hämatologie, denn die Stationsleitung der Abteilung war bereits vor meinem Versetzungsantrag an mich herangetreten und hatte mir eine Stelle in ihrem Team angeboten. Auch das wäre für den ersten Schritt absolut in Ordnung gewesen! Also ging ich dementsprechend entspannt und unaufgeregt an die ganze Bewerbungsthematik heran. :boxen:

Naja, es ging dann doch ein wenig flotter, als erwartet. Das erste Vorstellungsgespräch auf der Intensiv verlief besser, als ich zuvor gehofft hatte. Die Leitung hatte mir zwar bereits beim Telefonat eine Woche zuvor mitgeteilt, dass sie derzeit eigentlich voll besetzt sind und bereits auf reichlich Interessenten (mit abgeschlossener Fachweiterbildung) zurückgreifen könnten. Eingeladen wurde ich dankenswerter Weise trotzdem und freute mich natürlich wahnsinnig, als man mir im Rahmen des Gesprächs sogar einen Schnuppertag eingeräumt hat.

Der Schnuppertag an sich war großartig! :klatschspring:Ich bekam einen äußerst netten „Gastmentor“ an die Seite gestellt, konnte viel fragen, versorgte mit ihm gemeinsam seine intubierte Langzeitpatientin (war auch dementsprechend ein ruhiger Dienst) und empfand auch den Kontakt mit den anderen Kollegen als angenehm und ungezwungen. Ich erkundigte mich auch nach Einarbeitungskonzepten und er erklärte mir, dass dies individuell an den Mitarbeiter angepasst wird - allerdings fügte er an, dass sie bisher nur Personal angestellt hatten, welche bereits die Fachweiterbildung oder zumindest 1-2 Jahre Intensiverfahrung besaßen. Dies sei keine Grundvoraussetzung, allerdings hatte es sich bis jetzt immer so ergeben. Den Schnuppertag hatte ich insgesamt ohne große Erwartung einfach als freundliches Entgegenkommen empfunden.

Ein paar Tage nach meinem Schnuppertag trat meine Stationsleitung an mich heran und meinte, dass ich nochmals die Leitung der Intensiv kontaktieren sollte - sie hatte sich nach mir erkundigt und würde mich gerne für eine Woche auf ihre Abteilung holen. Meine Chefin ließ zudem anklingen, dass ich wohl einen guten Eindruck hinterlassen hätte. Da hab ich mich gefreut wie ein Schnitzel! :king:

Lange Rede, kurzer Sinn; jetzt sitze ich hier also und starte ab morgen für eine Woche auf die Intensiv. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, trotzdem gehe ich mit viel Respekt vor der kommenden Woche in’s Bett und hoffe natürlich auf das Beste. Vorab habe ich versucht, mich so gut wie möglich einzulesen, eingerostetes Wissen aufzufrischen und habe mir auch ein paar Fragen bereitgelegt, auf die ich zurückgreifen kann, sollte es mir wider Erwarten die Sprache verschlagen. Ich möchte einen möglichst guten Eindruck hinterlassen. Die Möglichkeit, auf die Intensiv zu wechseln, wäre ein Traum!


Nun zu euch:

Macht vielleicht gerade jemand auch seine ersten Babyschritte in diesem Bereich und möchte seine Erfahrung teilen?

Habt ihr Ratschläge/Tipps/Tricks, die einem den Einstieg in diesen Bereich ein wenig erleichtern?

Wie ist es euch an euren Schnuppertagen / ersten Diensten ergangen? Ist euch dabei etwas besonders im Gedächtnis geblieben?

Was würdet Ihr als erfahrene Fachpersonen von euren Neulingen "erwarten", wenn sie Probedienste bei euch absolvieren?

Liebe Grüße,
Fio
 

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