Ehemalige Depressionen und Krankenpflege

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von hyung, 07.08.2016.

  1. hyung

    hyung Newbie

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    Hallo,

    ich habe schon mal eine Frage im Thema zur betriebsärztlichen Untersuchung gestellt, mache mir aber immer noch Sorgen bezüglich meiner Narben.
    Ich habe an Arm und Bein Selbstverletzungnarben, die aus einer depressiven Phase von vor vier Jahren stammen. Ich war damals für zwei Wochen in der Psychiatrie und anschließend in Therapie.

    Mittlerweile geht es mir aber wieder gut. Ich bin ich seit einem Jahr nicht mehr in Therapie und die Anti-Depressiva nehme ich schon seit ca. zwei Jahren nicht mehr.
    Bei der betriebsärztlichen Untersuchung wird die Ärztin meine Narben auf jeden Fall sehen und mich wahrscheinlich darauf ansprechen, oder? Ich habe einfach die Befürchtung, dass ich deswegen nicht zur Ausbildung zugelassen werde, obwohl mein Zustand wieder stabil ist.
    Ich weiß, dass die Ausbildung verdammt anstregend wird, aber ich bin bereit dafür. Ich möchte neue Herausforderungen meistern, ich möchte mich da reinhängen. Das Ganze ist mir echt wichtig. Aber.. kann es wirklich sein, dass ich wegen meiner damaligen depressiven Phase nicht übernommen werde?
     
    #1 hyung, 07.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 07.08.2016
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich könnte mir vorstellen, dass der Betriebsarzt ein Gutachten von Deinem Therapeuten verlangt. Solche über die "normale" betriebsärztliche Diagnostik hinausgehenden Untersuchungen sind auch bei bestimmten somatischen Erkrankugen Usus. Wenn der Therapeut Dich als stabil einschätzt, sehe ich keinen Grund, Dich als "aus gesundheitlichen Gründen nicht geeignet" einzustufen. Ich kenne Pflegekräfte, die psychisch krank, aber mit Medikamenten gut eingestellt sind und ohne Probleme arbeiten.

    Die betriebsärztliche Untersuchung soll keine Schikane sein, sondern hauptsächlich Eurem Schutz dienen. Es macht keinen Sinn, eine Ausbildung zu beginnen, wenn man gesundheitlich nicht dazu in der Lage ist und sich wohlmöglich selbst noch größeren Schaden zufügt. Daneben hat der Arbeitgeber natürlich auch eine Verantwortung gegenüber den Patienten.
     
  3. DevotedAlaska

    DevotedAlaska Newbie

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    Hallo, hyung.

    Ich stimme -Claudia- zu. Ganz recht; es ist so, dass damit u.a. unsere Psyche geschützt wird. Wenn wir im Laufe der Ausbildung an der Lehre kaputt gehen, ist niemandem geholfen. Ich bin froh um die betriebsärztliche Untersuchung. Nämlich weil ich von ehrlichen, erfahrenen Menschen gesagt bekomme, ob ich überhaupt "geeignet" bin.

    Ich bin selbst ein angeschlagener Mensch. Bei mir ist der Verdacht auf eine bipolare Störung. Ich habe bis jetzt nicht mal eine Lehre angefangen, weil ich A) nicht wusste: Was lernen? und B) weil ich lange Zeit nicht belastbar war. Seit ich auf die richtige medikamentöse Behandlung richtig eingestellt bin, geht es mir um einiges besser und auch die Schwankungen ließen so nach, dass sogar meine Betreuer mich für eine ausbildungsreife Person halten (natürlich auch für den Pflegebereich). Da ich in einer therapeutischen Wohngruppe lebe, erhalte ich z.B.Unterstützung von einigen Seiten. Ich denke, ich würde die Ausbildung sicher nicht mal so rocken oder einfach mal mit Leichtigkeit schaukeln. 'Ist sicher ein Brocken, aber ich weiß, dass ich das mit Stabilität kann, da das auch mein Ziel ist. Das ist, wie ich lese, sicher auch dein Ziel! :-)

    Leider habe ich auch einen Arm voller Schnitte. Ob ich es bereue ist das andere, aber auf jeden Fall denke ich, dürfte dich z.B. dein baldiger Chef nicht ablehnen, nur weil das nicht "schön aussieht". Ich weiß nicht, ob du auch deswegen Angst hast, aber egal ob und wenn, ich finde es wichtig auch das einmal ausgesprochen zu haben.

    Wenn ich mal ganz absrakt denken würde, könnte man auch mal in den Ventilator ausversehen gelangt haben oder man ist in die Messer eine Mähdreschers gefallen. Klar... Klingt hart, und ich weiß auch (noch) nicht, wie das in der Pflege ist (das ist mein Wunsch, das noch im Leben und z.B. hier in diesem Forum herauszufinden) aber ich glaube aufgrund einer äußerlichen Auffälligkeit/Entstellung der Haut, sollte man trotzdem eingestellt werden. Das ist auch meine Meinung.

    Denn halten alte Narben einen davon ab, jemandem das Leben zu retten oder jemanden zu pflegen? ...Zumindest, wenn die eigenen Narben nichts mit der eigenen aktuellen Situation zu tun haben. Entschuldigung, ich nehme an, das Thema ist nicht brandneu, aber ich dachte, ich hinterlasse mal einen Gruß! Und: Nur mal so... Mit eigenen Erfahrungen aus dem Leben, z.B. mit Depressionen, kann man Menschen auch helfen und ihnen den Weg zeigen! ;) Das ist meine Denkensweise...
     
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