Dürfen Schüler bei Fixierungen helfen?

grobi1309

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Wundexperte (ICW) / Praxisanleiter
Wir haben in den letzten Wochen öfter die Diskussion gehabt, ob der/die Schüler(in) bei einer Fixierung weggeschickt wird, anwesend sein darf oder sogar mithelfen darf/soll.

Ich bin der Meinung, dass Schüler(innen) durchaus dabei sein sollten. Nicht in vorderster Reihe versteht sich von selbst. Wenn sie damit einverstanden sind, finde ich das gut, da sie sonst nie den Ablauf sehen. Gerade wenn sie vor haben später in der Psychiatrie zu arbeiten, sollten sie wissen und kennen, was sie erwarten könnte.

Viele sind da anderer Meinung. Ich habe jetzt auch von der Schulleitung gehört, dass das nicht erwünscht sei.

Was meint ihr dazu ?
 
Wie hat die Schule das begründet?

Elisabeth
 
Hallo!

Als ich in der Psychiatrie eingesetzt war, gab es auch die Disskusion um eine 3.Kurs-Schülerin kurz vorm Examen, ob sie mit zu Notrufen laufen soll oder nicht. Und die Stationsleitung hat damals beschlossen, dass sie Mitlaufen sollte, denn wenn sie ausgelernt hat, muss sie sich solchen Situationen auch stellen. So wird sie nicht ganz ins kalte Wasser geschmissen.
Ich denke mal mit den Fixierungen sollte man es ähnlich halten. Aber haLT auch nur soweit sich die Schüler das zutrauen.

Liebe Grüße,
Brezel
 
Ich gehe mal davon aus, dass ein Azubi sich nicht an dem Prozedere beteiligen möchte. Was wäre dann?

Elisabeth
 
Wie gesagt, wenn sie nicht wollen dann nicht. Ich werde keinen dazu zwingen. Aber bisher wollten immer viele, damit sie mal sehen wie es abläuft.
 
Ich bin ja mal gespannt auf die Antwort der Schule.

Elisabeth
 
Kann jetzt nur aus meiner Lehrzeit reden da wir in MRV keine Schüler haben.
Aber auf der Akut wenn es hart auf hart kam waren auch wir Schüler gefordert.
Ich hab bereits im 1. Lehrjahr mit fixiert hatte auch einen Schlüssel für den Gurt.
Kam auch nicht auf idee mich da neben hin zu stellen und einfach zu schauen:gruebel:
 
Warum darf man nicht mit zu Notfällen laufen, oder bei Fixierung zusehen oder helfen.:gruebel:
Ich war da teilw. ganz normal allein damit....Kann ich nicht verstehen. Kaum hat mans Examen dabei, soll man alles können oder was. Absolut unverantwortlich. Das ist doch nur Papier.:knockin:
 
Zu den Fixierungen kann ich nichts sagen, da ich nicht in einer psychiatrischen Abteilungen arbeite, aber warum sollte ein Schüler nicht bei Notfällen dabei sein? Wie sollte man sonst lernen, wie man handelt? Ja gut, theoretisch lernt man ja alles, aber ich glaube es von Vorteil, die Möglichkeit zu haben bei einem realen Notfall dabei sein zu können. Natürlich sollte man danach schon mit dem Schüler reden, gerade wenn er vorher noch nie so eine Situation miterlebt hat.

Gruß,
Lin
 
Also meine persönliche Meinung deckt sich ja mit euren. Ich möchte nur ein paar Argumente noch sammeln um da auch vernünftig diskutieren zu können.

Kennt denn jemand irgendwelche rechtlichen Belange, die das Beisein eines schülers/einer Schülerin verbieten ? Ich habe bisher nichts in der Richtung gefunden.

Ich bin zwar auch noch nicht lange examiniert, aber ich habe es mittlerweile immer so gemacht, dass ich den Schülern anfangs erklärt habe was wann wie warum passiert/passieren könnte und habe bei Fixierungen oder bei Alarm ein Auge auf sie geworfen, damit ihnen nichts passiert.

Aus meiner Schülerzeit kenne ich es auch so, dass ich der Erste war, der zum Alarm geshcickt wurde. Die Begründung dafür war am Wochenende "Du bist ja auch ein Mann". Das ist für mich kein Argument, sondern eine Ausrede. Aber ich werde sehen was die offiziellen Aussagen der Schule sind. Ich halte euch auf dem Laufenden.
 
Aus meiner Schülerzeit kenne ich es auch so, dass ich der Erste war, der zum Alarm geshcickt wurde.
Hallo Grobie,

kann das vielleicht der Grund sein? Bei einem Alarm waren dann nur Schüler anwesend? Durch das generelle Verbot will man das möglicherweise umgehen.

Schönen Tag
Narde
 
Hallo Grobie,

kann das vielleicht der Grund sein? Bei einem Alarm waren dann nur Schüler anwesend? Durch das generelle Verbot will man das möglicherweise umgehen.

Schönen Tag
Narde

Nee, daran liegts nicht. Es sind meist maximal 2 Schüler anwesend. Aber die männlichen Schüler werden halt immer geschickt, vor allem die großen und starken ;)
 
Ohne die Gründe der Schule zu kennen, kann man meines Erachtens nicht argumentieren.

Ausbildungsgesetz= Krankenpflegegesetz

§ 3 Ausbildungsziel
(1) Die Ausbildung für Personen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2 soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand pflegewissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten vermitteln. Die Pflege im Sinne von Satz 1 ist dabei
unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der zu pflegenden Menschen auszurichten. Dabei sind die unterschiedlichen Pflege- und Lebenssituationen sowie Lebensphasen und die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Menschen zu berücksichtigen (Ausbildungsziel).
(2) Die Ausbildung für die Pflege nach Absatz 1 soll insbesondere dazu befähigen,
1. die folgenden Aufgaben eigenverantwortlich auszuführen:
a) Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,
b) Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,
c) Beratung, Anleitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,
d) Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,
2. die folgenden Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung auszuführen:
a) eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen,
b) Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation,
c) Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen,
3. interdisziplinär mit anderen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten und dabei
multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen von Gesundheitsproblemen zu entwickeln.
(3) Soweit in Modellvorhaben nach § 4 Abs. 7 erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten erprobt werden, hat sich die Ausbildung auch auf die Befähigung zur Ausübung der Tätigkeiten zu erstrecken, für die das Modellvorhaben qualifizieren soll. Das Nähere regeln die Ausbildungspläne der Ausbildungsstätten.
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/krpflg_2004/gesamt.pdf

Elisabeth
 
Hallo zusammen,

es spricht auch vieles dafür, Schüler im Rahmen der Ausbildung mit den Vorgehensweisen bei Fixierungen vertraut zu machen. Fixierungen geschehen notwendigerweise nicht nur in der Psychiatrie, sondern auch in anderen Abteilungen, und sie ist nicht zu Ende, wenn der Patient flach im Bett liegt.
Dann fängt nämlich die Kunst des Fixierens erst an, nämlich in der korrekten Anlage der entsprechenden Fixierungsgurte. Nicht wenige Folgeschäden geschehen aufgrund unsachgemässer Anlage, wnn der Patient Befreiungsversuche startet.
Die Hersteller bieten dazu auch Schulungen an, die sicher aus haftungsrechtlicher Sicht sinnvoll sind.
Fixieren ist nicht nur festbinden, und es gehört aus meier Sicht eindeutig in die Grundausbildung. Wer also auch dabei Wert auf qualitativ korrektes Vorgehen legt, schult seine Mitarbeiter, auch schon in der Ausbildung!

Mich würden daher wirklich auch die Gründe für die ablehnende Haltung der Schule interessieren! Ihr fixiert ja schließlich nicht aus Jux und Dollerei, sondern aus Abwägung der Schutzinteressen für den Patienten, unter Wahrung rechtlicher Aspekte.
 
Vielleicht ist ein Persoanenschaden bei einem der Azubis aufgetreten oder es gab eine Klage gegen einen Azubi wegen einer Fixierung oder übereifrige Eltern wollen ihre Kinder schützen .... . Ne wir kommen nicht dahinter.

Bitte frag bei der Schule nach und lass uns wissen, was zu dieser Anordnung führte.

Elisabeth
 
So was gibts noch? Ich dachte nicht, dass man Fixiergurte außerhalb des psychiatrischen Bereiches noch findet.

Gruß,
Lin
 
Hallo!
Wir haben bei uns im Krankenhaus keine psychiatrische Abteilung und bei uns gibt es auf allen Stationen (Innere und Chirurgie) ein Fixierungsset für Bauch, Arm und Beinfixierung.
Und ich habe es auch schon erlebt, dass Patienten auf der Inneren fixiert wurden z.B. auf Grund von Verwirrtheit bei Exsikkose und sie sich deshalb gegen eine Behandlung wehren.

Liebe Grüße
Brezel
 
Also bei uns im KH gibt es auch auf jeder Station eine "Fixierungskiste" mit Bauchgurten, Arm- und Beinfixierungen.. aber das ist OT. :mrgreen:

Bin auch mal gespannt auf die Begründung der Schule.. denn ich finde auch dass nichts dagegen spricht, bereits in seiner Ausbildung diese Erfahrung zu sammeln, wenn es sich denn sowieso gerade "ergibt". (Blöde Formulierung, ich weiß) Denn nach der Ausbildung wird man ja größtenteils wirklich oft ins kalte Wasser geworfen.. und da kann es m.E. nach nicht schaden, wenigstens schon einmal so eine Situation miterlebt zu haben.
 
So was gibts noch? Ich dachte nicht, dass man Fixiergurte außerhalb des psychiatrischen Bereiches noch findet.

Gruß,
Lin

Wie fixiert man einen Patienten denn ohne? Klar, "Standard" ist Fixierung nicht, aber zB auf Intensiv werden viele Patienten Drei-Punkt-Fixiert, und auch auf Allgemeinstationen kommt es immer wieder vor dass jemand im Durchgang ist und sich selbst gefährdet.
 

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