Ärztestreik an kommunalen Kliniken

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Hmmm, meinst Du wirklich die Ärzte sind daran Schuld, dass für Pflegepersonal zu wenig Geld bezahlt wird?(...)
z.Z. denke ich, dass wir die Missstände in der Pflege, auch dass Personal reduziert wird nicht dem Streik der Ärzte anlasten können.

Nein, das meine ich nicht, dass die Ärzte "Schuld" an unseren knappen Gehältern haben.
Sondern, die Krankenhäuser kämpfen so schon ums nackte überleben.
Die Ärzte bekommen mehr Geld.
Geld, das von vornherein knapp oder gar nicht da war.
Deswegen muß gespart werden. U.a. an Pflegepersonal. Und wenn es nicht direkt um Entlassungen geht, dann fängt man beispielsweise an, Fortbildungen für das Pflegepersonal zu streichen. Mit solchen Kleinigkeiten fängt es an, und die tun auch sicher auch den meisten noch nicht weh.
Wo soll denn das Geld sonst herkommen? An Toilettenpapier sparen die bestimmt nicht.
Es werden also in naher Zukunft noch mehr Missstände zu bemängeln sein, denn noch sind die Auswirkungen des Streiks nicht "hautnah" spürbar.

Ich gönne es den Ärzten. Wenn sie glücklicher werden, bitte. Wenn sich dadurch ihr Verhalten bessert und zunehmend auch wieder ihre Aufgaben übernehmen statt alles zu delegieren, gut.

Trotzdem: ich finde es nach wie vor unverschämt, mit welch hoher Forderung Ärzte auf die Straße gingen. Somit rationalisieren sie sich selbst weg. Ein Arzt ist schon lange nicht mehr ein Halbgott in Weiß, aber viele scheinen noch davon überzeugt zu sein.

Jedenfalls blicke ich seit dem Streik verachtend auf die Ärzteschaft. Sie zeigten nicht nur ihre Gehaltsvorstellungen, sondern auch ihre mangelnde Moral gegenüber Patienten und anderen Betroffenen.

LG
Trisha
 
Hallo Trisha, ich bin ganz deiner Meinung! Ich frage mich immer noch was aus der anfänglichen Forderung der Ärzteschaft (bessere Arbeitszeiten) geworden ist. Stattdessen bekommen die mehr Kohle, machen aber immernoch ihre Gesundheit mit diesen ewiglangen Diensten kaputt bzw. gehen total unkonzentriert und überarbeitet in die Klinik. Da bringt denen eine Gehaltserhöhung auch nix bzw. den Patienten die die überarbeiteten Ärzte immernoch dulden müssen und evtl. ihre Gesundheit deshalb an denen verlieren.
Und bei weniger Pflegepersonal, was ja aus den Gehaltserhöhungen der Ärzte dann resultiert, können die dann auch nicht mehr soviel delegieren wie sie bisher getan haben bzw. es gerne würden.
Wenn jedesmal die Pflegestellen reduziert werden und die noch Verbliebenen sich den Hintern aufreißen um für 2 Mitarbeiter mit zu arbeiten die es nicht mehr gibt, dann übernehme ich doch nicht wie gefordert noch mehr ärztliche Tätigkeiten (siehe mein Zitat aus einer Klinikum- Website zum aktuellen Geschehen; auf Seite 7 vom Thread). :schraube:

Hätten die sich mal ihre Gehaltserhöhung gespart und ihre Arbeitszeiten/ Arbeitsbedingungen mal reformiert. Denn da würde bestimmt der Beruf Arzt in Deutschland wieder etwas attraktiver werden und mit dem gesparten Geld könnten sie dann zusätzlich Ärzte einstellen. Und keine Berufsgrupppe biebe da auf der Strecke bzw. den Pat. würde das bestimmt auch sehr geafllen.....Ja, ich weiß, alles Wunschdenken.....:schlafen:
 
Was hier verbreitet wird ist ja teilweise übelste VKA- oder Ver.di-Polemik. Scheinbar haben die es geschafft, durch Schürung von Angst und Verbreitung von Unwahrheiten den Ärzten die Schuld am siechen Gesundheitsystem zu geben. Es ist eine Frechheit zu behaupten, die Ärzte seien Schuld, wenn Mitarbeiter in Pflegeberufen gekündigt werden.

Die Forderung nach den 30% mehr Gehalt setzte sich aus den Gehaltseinbußen durch den TVöD und den massiv geleisteten unbezahlten Überstunden zusammen. Im Vergleich zu den unteren Lohngruppen ist der Einkommensverlust bei den Ärzten im TVöD um einiges mehr. In den vergangenen Jahren haben zudem Ärzte durch unbezahlte Überstunden das Gesundheitsystem -und damit auch den Pflegebereich- im Milliarden-Euro Bereich subventioniert.

In dem nun ausgehandelte Vertrag bekommt ein Arzt als Berufsanfänger 3.420€ brutto anstatt 3.260€. Wenn man nun die Arbeitszeitverlängerung von der 38,5h auf die 40h Woche abzieht, bleibt ein Gehaltsplus von weniger als 1%. Bei den Fachärzten und den Oberärzten ist zugegebermaßen ein Gehaltsplus von max. 14% möglich.
Zudem wurde die zulässige Arbeits-Gesamtzeit für Dienste der höchsten Bereitschaftsdienststufe auf 18h beschränkt und die wöchentliche Arbeitszeit auf max. 58h beschränkt.

Einige Teilnehmer in diesem Fred (Emergency-Pfleger, Joerg...) scheinen hier ihre Minderwertigkeitskomplexe den Ärzten gegenüber ausleben zu müssen, was eigentlich sehr schade ist. Sicher gibt es viele Kollegen, die sich für für Halbgötter in Weiss halten und ihre Weisungsbefugnis mißbrauchen, aber ein Großteil der Ärzte ist sich bewußt, dass nur ein gutes Verhältnis zwischen Pflege und Ärzten nicht nur gut für sie selbst, sondern auch für die Patienten sind.

Ich (bin übrigens Arzt, wers noch nicht gemerkt hat:mryellow:) finde auch, dass in die Gehälter in der Pflege im Vergleich zum übrigen Arbeitsmarkt deutlich zu niedrig sind. Es geht halt nicht, dass immer mehr Leistung im Gesundheitssystem mit den gleichen Mitteln finanziert werden muss. Entweder es wird mehr Geld ins Gesundheitsystem gepumpt, oder man reduziert sein Ansprüche und wir machens wie die Briten: ab 70 gibts keine Hüft-TEP mehr!

Gruß
C.
 
Wieso muss ein Arzt sich in einem Pflegeforum äußern? Lernt man im Studium eigentlich etwas über subjektive Wahrnehmung und deren Folgen? Hier wird nichts weiter als das Bild aus Sicht der Pflegekräfte gespiegelt.

Übrigens: als Arzt muss einem doch bewusst sein, dass Forderungen Folgen haben. Und eine der Folgen wird sein, dass Pflege vermehrt ärztl. Tätigkeiten übernehmen wird müssen. Sie sind halt billiger als ein Doc.
Pflegekräfte wissen in diesem Falle sogar von was sie sprechen: sie erleben seit Jahren, dass jede Lohnerhöhung mit einer Reduzierung der Arbeitskräfte einherging.

Ich bin übrigens der Meinung, dass genug Geld ins Gesundheitswesen gepumpt wird- es wird nur zuviel vergeudet. Dies nicht alleine durch die Ansprüche der Pat. ... der größte Anteil wird ducrh die Berufsgrupppe der Ärzte verschleudert. manglnde Organisationsfähigkeit und fast völlig fehlendes Talent seine eigenen Grenzen einschätzen zu können.

Elisabeth
 
Wieso muss ein Arzt sich in einem Pflegeforum äußern? Lernt man im Studium eigentlich etwas über subjektive Wahrnehmung und deren Folgen? Hier wird nichts weiter als das Bild aus Sicht der Pflegekräfte gespiegelt.

...und gleich gehts weiter mit Polemik.
Es ist halt das Schöne am WWW, dass es einem die Möglichkeit gibt, auch über den Tellerrand hinauszublicken, und was ist daran verwerflich?

Übrigens: als Arzt muss einem doch bewusst sein, dass Forderungen Folgen haben. Und eine der Folgen wird sein, dass Pflege vermehrt ärztl. Tätigkeiten übernehmen wird müssen. Sie sind halt billiger als ein Doc.
Pflegekräfte wissen in diesem Falle sogar von was sie sprechen: sie erleben seit Jahren, dass jede Lohnerhöhung mit einer Reduzierung der Arbeitskräfte einherging.

Ich bin gerne bereit, ärztliche Tätigkeiten abzugeben. Vielleicht komm ich dann mal pünktlich nach der Arbeit nach Hause.
Es wäre sogar mal eine sehr gute Sache, dies konsequent durchzuziehen. Betten machen, Essen verteilen, Nachttische abwischen, Patienten durchs Haus karren, das wären doch Tätigkeiten, die Hartz IV Empfänger machen könnten. Dann könnte man auch pflegerische Tätigkeiten nach unten deligieren und noch viel mehr Personalkosten sparen. Aber wollen wir das? (Entschuldigung, das war jetzt auch Polemik).

Ich bin übrigens der Meinung, dass genug Geld ins Gesundheitswesen gepumpt wird- es wird nur zuviel vergeudet. Dies nicht alleine durch die Ansprüche der Pat. ... der größte Anteil wird ducrh die Berufsgrupppe der Ärzte verschleudert. manglnde Organisationsfähigkeit und fast völlig fehlendes Talent seine eigenen Grenzen einschätzen zu können.

An was sind die Ärzte eigentlich nicht schuld? Dieses ständige Pauschalisieren und Verallgemeinern lässt bei Ihnen tief blicken.

So einfach ist das ganze doch nicht. Man kann nicht nur durch Sparen und Rationalisieren eine immer ältere und dadurch krankheitsanfälligere Bevölkerung mit einem unveränderten Budget auf dem aktuellsten Stand der Medizin behandeln. Also muss man sich entscheiden was man will. Mehr Geld zahlen, oder weniger Leistung bekommen.
 
Hallo, Schallkopf! Ob du jetzt Arzt bist oder nicht, ist ja schnuppe, hier kann ja jeder seinen Senf beitragen......
Nun ja, also ich persönlich habe zugegebenermaßen keinen Plan was da mit ver.di zwecks den Gehaltsverhandlungen der Ärzteschaft abging. Wie schon von >Elisabeth Dinse< berichtet sind das alles unsere Eindrücke von der ganzen Situation. Ich habe echt keine Ahnung was da ver.di so propagiert hat. :weissnix:

Mir langen jedenfalls schon die Pressemitteilungen der Kliniken, wo steht das natürlich an Bettenminimierungen, Stationsschließungen und Stellenkürzungen (es wird nicht laut gesagt, es wird da speziell die Pflege gemeint) gedacht werden muss, da ja die Kliniken soundsoviel Millionen eingebußt haben durch die Streiks. Und obendrein liest man da noch das überlegt werden muss, ob manche Dinge vom Arzt noch getan werden müssen (das bedeutet natürlich auch wieder mehr Kompetenzen für die Pflege bzw. mehr Vernatwortung für das gleiche geringe Gehalt).
Ob ihr am Monatsende abzüglich eurer Ausgaben 30 Euro mehr habt ist mir ehrlich gesagt egal, mich macht es traurig das die Pflege immer das Nachsehen hat und noch mehr von euch übernehmen muss, für 'nen Tritt in den Hintern............
Klar könnt ihr jetzt sagen, das hat der Marburger Bund, die Kliniken und sonst wer erfunden, aber ihr seit dachte ich für bessere Arbeitszeiten/ Bedingungen auf die Starße gegangen!? Wurden diese irgendwie reformiert, so wie eurer Gehalt? Das trojanische Pferd läst grüßen...............

......naja, englische Verhältnisse sind fnde ich kein Vorbild.......Die Menschheit lebt immer länger, denn ich z.B. werde so um die 90 Jahre (bei halbwegs intakter Gesundheit). Also 20 Jahre mit kaputter Hüfte herumzurennen wäre da nicht mein Ziel......Wobei ich ja auch kräftig in meine Kasse einzahle. Wie soll das denn ethisch vereinbart werden, wenn die zivilisierte Menschheit im großen Rahmen an der "100" krazt!?
 
Was hier verbreitet wird ist ja teilweise übelste VKA- oder Ver.di-Polemik. Scheinbar haben die es geschafft, durch Schürung von Angst und Verbreitung von Unwahrheiten den Ärzten die Schuld am siechen Gesundheitsystem zu geben. Es ist eine Frechheit zu behaupten, die Ärzte seien Schuld, wenn Mitarbeiter in Pflegeberufen gekündigt werden.

woher meinst du soll denn das Geld kommen, dass jetzt an die Ärzte ausgezahlt wird?????????
Sicherlich wird keine Klinik sagen : "Liebe schwester wir müssen sie entlassen, weil unsere Ärzte zu teuer geworden sind!"Das sicher nicht, aber dann werden halt einfach Zeitverträge nicht verlängert und die freigewordenen Stellen nicht besetzt! So einfach ist das! Fällt doch kaum auf!

Eine Frechheit finde ich, wenn man schwestkranke Patienten in die Hände von Pflegedienste entlässt, nur weil im Krhs keine Zeit und kein ärztliches Personal mehr war, weil alles mit Trillerpfeiffen draußen nach mehr Geld schreit. Udn leugnen brauch man das auch nicht, ich habe es erlebt!!!!!!!!!! :x


Die Forderung nach den 30% mehr Gehalt setzte sich aus den Gehaltseinbußen durch den TVöD und den massiv geleisteten unbezahlten Überstunden zusammen. Im Vergleich zu den unteren Lohngruppen ist der Einkommensverlust bei den Ärzten im TVöD um einiges mehr. In den vergangenen Jahren haben zudem Ärzte durch unbezahlte Überstunden das Gesundheitsystem -und damit auch den Pflegebereich- im Milliarden-Euro Bereich subventioniert.


Ja, ja, wer macht das nicht?????
Ich habe für weniger als die Hälfte gearbeitet und auch massig Überstunden gemacht, und auch mir wurde 2/3 meines Gehalts abgezogen.
Und ich sehe nicht, dass die Ärzte den Pflegeberech subventioniert haben, wenn ja, dann habt ihr was falsch gemacht.

wird mehr Geld ins Gesundheitsystem gepumpt, oder man reduziert sein Ansprüche und wir machens wie die Briten: ab 70 gibts keine Hüft-TEP mehr

Kein Kommentar, da denke ich mir lieber meinen Teil, sonst werd ich noch ausfällig! :wut:
 
Ich bin gerne bereit, ärztliche Tätigkeiten abzugeben. Vielleicht komm ich dann mal pünktlich nach der Arbeit nach Hause.
Es wäre sogar mal eine sehr gute Sache, dies konsequent durchzuziehen. Betten machen, Essen verteilen, Nachttische abwischen, Patienten durchs Haus karren, das wären doch Tätigkeiten, die Hartz IV Empfänger machen könnten. Dann könnte man auch pflegerische Tätigkeiten nach unten deligieren und noch viel mehr Personalkosten sparen. Aber wollen wir das?


Also ehrlich,

bin ja echt begeistert, wie wahnsinnig angesehen unser Beruf in deinen Augen ist.
Ich bin nicht Krankenschwester geworden, um den Ärzten den Hintern nachzutragen.
 
:rofl: Liebe Zara, du sprichst mir aus der Seele! Ich wollte meinen Beitrag im etwas gemäßigten Ton schreiben, aber innerlich koche ich so wie du......:x

.....bestimmt berichtet dann der liebe >Schallkopf< in diversen anderen Ärzteforen (Ärztblatt, wirklich sehr interessant was die Ärzteschaft da manchmal von sich gibt) was die Krankenschwestern sich mal wieder einbilden :zunge:

Naja, ich glaube diese Diskusion ist zur Zeit eh verzwickt. Bin mal gespannt ob ich jetzt mal meine Zusage von einer Klinik bekomme wo ich mich beworben habe. Die PDL damals hätte mich gerne genommen, bis der Streik kam.......
 
Na dann Butter bei die Fische: Was soll Pflegekraft übernehmen? BE, i.v. Spritzen, MS/ Urinkatheter legen usw.- das ist sicher mehr als sinnvoll. Ich habe nur wenige Ärzte kennen gelernt, die diese Tätigkeiten sehr gut beherrschen. Für diese Tätigkeit brauchts eigentlich nur handwerkliches Geschick.

Der Chirurg operiert... nur leider gibts in dieser Spezies nur sehr wenige, die auch was von modernem Wundmangement verstehen. Wie wärs denn mit der Abgabe dieser Aufgabe als Vorbehaltsaufgabe für Pflegekräfte/ Wundmanager.

Geriatrische, multimorbide Pat. werden von Fachärzten behandelt- ein kleines Problem: der Facharzt kennt sich nur noch in seinem Fach aus. Wie wäre es, wenn man als Arzt eingestehen würde, dass man keinen blassen Schimmer von Pflegerisiken und deren Versorgung hat? Ergo: Abgeben in Fachhände.

Die enterale/ parenterale Ernährung von Pat. ist nach wie vor in Deutschland ein Stiefkind der Ärzte: abgeben an Fachpersonal. Anordnen kann Pflegekraft auch und die kann den Pat. vielleicht sogar besser beurteilen- sihet sie ihn doch den ganzen Tag.

Schmerztherapie... ein weites Feld. Der Koordinator wäre besser eine Pflegefachkraft die es sogar schon gibt.

CTAs könnten die Einsatzzeiten der Ärzte im OP reduzieren- übernehmen sie doch kleinere chirurgische Arbeiten.

Man könnte viel, wenn... ja wenn sich eine starke Ärztelobby nicht gegen solche Veränderungen währen würde. Welcher Berufsstand sorgt schon für die Demontage seiner eigenen Profession.

Polemik: Ich denke, es wird so kommen, wie oben beschrieben... auch dank des Ärztestreiks. Und viele Ärzte werden noch das große Staunen bekommen, was alles geht.

Elisabeth
 
Hallo @all,

die Auswirkungen des Streiks der Ärzte enden bei uns derzeit so:
Keine Verlängerung von auslaufenden Verträgen - egal bei wem.
Da wir in der Pflege fast ausschliesslich unbefristete Verträge haben, sind wir nicht wirklich betroffen, allerdings werden wir wohl einige Ärzte verlieren.
Pflegekräfte werden derzeit innerhalb der GmbH hin- und herversetzt.

Wenn ich mich bei Ver.di nicht verlesen haben, bekommen wir doch auch eine "rasante" Lohnerhöhung von 35,- Euro.

Lieber Schallkopf,
wie nett, dass du uns so geliebte Tätigkeiten abgeben würdest, aber nein Danke, wir sind mit unseren Tätigkeiten genug beschäftigt, als dass wir auch noch eure übernehmen möchten - zumindest ich in meinem Bereich.
Soll ich mal raten was es wäre? Blutentnahmen? Ich kenne Bereich in dem die Pflege die Blutentnahmen macht, da sind die Zahl der Entnahmen drastisch gestiegen.
Ich hätte auch keine Probleme dir Aufgaben aus meinem Bereich abzugeben, wie etwa die Bilanzen.

Abgesehen davon, sehe ich uns als gleichberechtigtes Team - wenn du mit mir arbeitest, werde auch ich mit dir arbeiten.

Sonnige Grüsse
Narde
 
Zuletzt bearbeitet:
Was hier verbreitet wird ist ja teilweise übelste VKA- oder Ver.di-Polemik. Scheinbar haben die es geschafft, durch Schürung von Angst und Verbreitung von Unwahrheiten den Ärzten die Schuld am siechen Gesundheitsystem zu geben. Es ist eine Frechheit zu behaupten, die Ärzte seien Schuld, wenn Mitarbeiter in Pflegeberufen gekündigt werden.
Ver.di oder VKA-Polemik? Herr je, das habe ich nun wirklich noch net von ärztl. Seite gehört! Wie wäre es, wenn Du einfach mal über den Tellerrand des Marburger Bund schauen würdest und Dich mal in Deiner Klinik mit anderen Leuten, außer Deinen Arztkollegen unterhältst und da meine ich nicht nur die Pflege, sondern auch die Hauswirtschaft und die Technik (mal soll es net glauben, aber die gibt es wirklich!) Ups Polemik, ich schäme mich!

Die Forderung nach den 30% mehr Gehalt setzte sich aus den Gehaltseinbußen durch den TVöD und den massiv geleisteten unbezahlten Überstunden zusammen. Im Vergleich zu den unteren Lohngruppen ist der Einkommensverlust bei den Ärzten im TVöD um einiges mehr. In den vergangenen Jahren haben zudem Ärzte durch unbezahlte Überstunden das Gesundheitsystem -und damit auch den Pflegebereich- im Milliarden-Euro Bereich subventioniert.

Was haben die Ärzte denn Subentioniert? Wenn Eurer Berufsstand endlich mal gescheit arbeiten und wirtschaften würde, hätten wie dieses Diskussion gar net. Aber es ist nun mal so, dass scheibar 90% der Ärzte (ich rede jetzt von der Inneren Medizin, da ich Chirurgie & Co net einschätzen kann) unter der Abkürzung DRG immer noch "Deutsche Rettungsschwimmer Gemeinschaft" verstehen. Denn nach dem eigentlichen Sinne arbeitet da keiner!

In dem nun ausgehandelte Vertrag bekommt ein Arzt als Berufsanfänger 3.420€ brutto anstatt 3.260€. Wenn man nun die Arbeitszeitverlängerung von der 38,5h auf die 40h Woche abzieht, bleibt ein Gehaltsplus von weniger als 1%. Bei den Fachärzten und den Oberärzten ist zugegebermaßen ein Gehaltsplus von max. 14% möglich.
Zudem wurde die zulässige Arbeits-Gesamtzeit für Dienste der höchsten Bereitschaftsdienststufe auf 18h beschränkt und die wöchentliche Arbeitszeit auf max. 58h beschränkt.
Trotz allem hat der MB das ursprüngliche Angebot der VKA abgelehnt (welches, zumindest was die Arbeitszeiten angeht, besser war als das für die Uni-Ärzte), nur weil sie eben net auf die, überzogenen, Gehaltsvorstellungen des MB eingegangen ist!

Einige Teilnehmer in diesem Fred (Emergency-Pfleger, Joerg...) scheinen hier ihre Minderwertigkeitskomplexe den Ärzten gegenüber ausleben zu müssen, was eigentlich sehr schade ist. Sicher gibt es viele Kollegen, die sich für für Halbgötter in Weiss halten und ihre Weisungsbefugnis mißbrauchen, aber ein Großteil der Ärzte ist sich bewußt, dass nur ein gutes Verhältnis zwischen Pflege und Ärzten nicht nur gut für sie selbst, sondern auch für die Patienten sind.

Ich soll Euch Ärzten gegenüber Minderwertigkeitskomplexe haben? Wenn ich die hätte, hätte ich schon längst Medizin studiert!
Das sich der Großteil der Ärzte bewusst sein soll, dass ein gutes Verhältnis zwischen Arzt und Pflege bestehen soll, halte ich, zumindest für die Klinik in der ich schaffe, für ein Gerücht! Aber es soll ja Kliniken geben in denen das so ist.

Ich (bin übrigens Arzt, wers noch nicht gemerkt hat:mryellow:) finde auch, dass in die Gehälter in der Pflege im Vergleich zum übrigen Arbeitsmarkt deutlich zu niedrig sind. Es geht halt nicht, dass immer mehr Leistung im Gesundheitssystem mit den gleichen Mitteln finanziert werden muss. Entweder es wird mehr Geld ins Gesundheitsystem gepumpt, oder man reduziert sein Ansprüche und wir machens wie die Briten: ab 70 gibts keine Hüft-TEP mehr!

Gruß
C.

Bis auf den Teil mit den Briten, sind wir uns hier wohl einig.

Was das deligieren von ärztl. Tätigkeiten an uns angeht, brauche ich wohl nichts mehr zu sagen, da hat Elisabeth Dinse schon genug gesagt und hey lieber Herr Doktor, das wird so kommen und dann kannst Du Dir an einer Hand abzählen, welche Stellen gekürzt werden. Sicher net die der "billigen" Krankenschwester, sondern die des teuren Arztes! :aetsch:

Diese Konsequenz wurde bei uns in der Klinik bereits gezogen. Alle befristeten Verträge der Pflege wurden bislang unbefristet verlängert, alle Schüler, die sich beworben haben, wurden übernommen.
Bei bereits 2 Ärzten, die ihren Vertrag verlängern wollten und das auch von ihrem Chefarzt unterschützt wurde, wurde die Verlängerung abgelehnt und es sieht im Moment net so aus, als das da Ersatz kommt!
 
Es wäre sogar mal eine sehr gute Sache, dies konsequent durchzuziehen. Betten machen, Essen verteilen, Nachttische abwischen, Patienten durchs Haus karren, das wären doch Tätigkeiten, die Hartz IV Empfänger machen könnten. Dann könnte man auch pflegerische Tätigkeiten nach unten deligieren und noch viel mehr Personalkosten sparen.
Hallo Schallkopf,
in welcher Welt lebst du eigentlich? Für diese Tätigkeiten, bin ich nicht zuständig, dafür haben wir unsere Stationsassistentin und den Patientenfahrdienst.

Liebe Grüsse
Narde
 
Aber es ist nun mal so, dass scheinbar 90% der Ärzte (ich rede jetzt von der Inneren Medizin, da ich Chirurgie & Co net einschätzen kann) unter der Abkürzung DRG immer noch "Deutsche Rettungsschwimmer Gemeinschaft" verstehen. Denn nach dem eigentlichen Sinne arbeitet da keiner!

*lol* Du triffst den Nagel auf den Kopf.


Elisabeth
 
Bin zur Zeit ein Famulus - mein Arzt rennt die ganze Zeit, ein Drittel der Zeit verbringt er mit berufsfremden Sachen wie Briefe schreiben, DRG-Verschlüsselung, Telefonate mit KKasen etc.
Hallo Pflegus,
wer soll denn deiner Meinung nach diese Tätigkeiten machen?

Schönen Abend
Narde
 
Bin zur Zeit ein Famulus - mein Arzt rennt die ganze Zeit, ein Drittel der Zeit verbringt er mit berufsfremden Sachen wie Briefe schreiben, DRG-Verschlüsselung, Telefonate mit KKasen etc. Habe heute seine Lohnabrechnung gesehen - Samstagdienst, von 9.00 bis 17.00 für exakt 50 Euro..

Na offensichtlich einer der wenigen, der weiss was DRG's sind! Weiter so und das ganze Thema wendet sich zum Guten!

@ Narde: Na 3 mal darfst Du raten! Weise Kleidung, ist für alle der Depp, und der Doktor denkt, er tut diesen Leuten was Gutes.
 
Hallo Pflegus,
wer soll denn deiner Meinung nach diese Tätigkeiten machen?

Schönen Abend
Narde

Stationssekretärin oder so..
Der Punkt ist bloss - ärztlicherseits hat man genauso mit Sachen zu kämpfen, für die man gar nicht ausgebildet worden ist. Ist doch das gleiche auch mit dem KPPersonal. Dann wird versucht, den Druck weiterzugeben.
 
Hm Pflegus,
das hatten wir früher, Arzt diktiert seine Briefe, diese werden geschrieben, dann erneut korrigiert und vtl. nochmal geschrieben, hier war leider keine Zeit gespart.
Wie sollen die DRG's kodiert werden wenn keiner weiss, was kodiert werden soll?

Liebe Grüsse
Narde
 
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