Ärztestreik an kommunalen Kliniken

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staiger11

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Hallo,

was haltet Ihr von dem neuerlichen Streik der Akademiker ?
Meine Meinung : Die verdienen um einiges mehr als wir und streiken, wenn Ihr mich fragt zu Lasten von uns und den Patienten. Und ich denke das Geld das sie dann mehr bekommen wird bestimmt wieder zu Lasten der Pflege eingespart !:kloppen: :kloppen:

Grüsse Franko
 

pflegus

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Das ist eine kosequente Fortsetzung des Szenarios. Man kann es sich halt als Arzt erlauben zu streiken, die Zeiten haben sich geändert und man sitzt auf dem längeren Hebel.
Ob die Patienetenversorgung stark darunter leiden wird, sei dahingestellt.
Abwarten und schauen, was passiert.
P.S.Sicher verdienen sie mehr, aber ist es ein Grund, nicht streiken zu dürfen?
 

neo57

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Hi,
es ist leider so sie streiken für mehr Geld aber die Kassen sind leer.:knockin:

Konsequenz = sie sollen mehr erhalten damit sie in der Einrichtung bleiben, denn sie sind zur Zeit Mangelware, das Geld wird dann wo anders eingespart, wo kann man einsparen?
Beim Personal d.h. frei werdende Stellen, egal in welchen Bereich werden nicht mehr besetzt. :dudu:
Da das Arbeitszeitgesetz die Dienstgeber dazu zwingt jede Abt. mit Bereitschaftsdienstregelung mit mind. 7 Ärzten auszustatten kann man sich schon ausrechnen wo eingespart wird.:gruebel:
 

HHS

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staiger11 schrieb:
Hallo,

: Die verdienen um einiges mehr als wir und streiken, wenn Ihr mich fragt zu Lasten von uns und den Patienten. Und ich denke das Geld das sie dann mehr bekommen wird bestimmt wieder zu Lasten der Pflege eingespart !:kloppen: :kloppen:

Öhmm...also mein Stationsarzt verdient etwa 200 Euro nette mehr - das ist ja wirklich einiges! [ironie-off]

Im Ernst - für mich und meine Kollegen ist es momentan in der Tat sehr schwer. Wir streiken nicht ( da anderer Tarifvertrag), müssen das aber ausbaden, da wir von den anderen Häusern die Patienten bekommen.

Sie haben Grund zum streiken, wie wir übreigens auch, und damit gönne ich es ihnen. Wenn es an die Pflegenden geht, dann leigt es nicht nur daran.
Die Probleme im Gesundheitswesen waren schon vor dem Streik da - und müssen da auch an der Wurzel gepackt werden!

Gruß
HHS
 

Tamara_München

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ich bin froh, dass die streikwoche vorbei ist und hoffe, dass keine weitere kommt ... von unten der druck der aufnahmeärzte/pflegekräfte ... der druck der patienten und der druck der obrigkeit, die auch genervt sind vom streik ...

dann noch meckernde kollegen "hach, was würden die machen, wenn wir mal streiken würden!!!"

letzten montag dann die flugblattverteilung zwecks "auflehnung der pflegekräfte" ... aber natürlich können da nur pflegekräfte streiken, die in der gewerkschaft sind UND vom oberpfleger frei gestellt werden ...

wie was ... ihr seid noch nicht in der gewerkschaft?!?!? warum denn nicht ...
 

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HHS schrieb:
Öhmm...also mein Stationsarzt verdient etwa 200 Euro nette mehr - das ist ja wirklich einiges! [ironie-off]

Im Ernst - für mich und meine Kollegen ist es momentan in der Tat sehr schwer. Wir streiken nicht ( da anderer Tarifvertrag), müssen das aber ausbaden, da wir von den anderen Häusern die Patienten bekommen.

Sie haben Grund zum streiken, wie wir übreigens auch, und damit gönne ich es ihnen. Wenn es an die Pflegenden geht, dann leigt es nicht nur daran.
Die Probleme im Gesundheitswesen waren schon vor dem Streik da - und müssen da auch an der Wurzel gepackt werden!

Gruß
HHS
Und was bekommt der Arzt aus dem Pool?
Sagen die wenigsten Ärzte, weil es das Poolgeld ja nur für Ärzte gibt. :roll:
Was verdient der Arzt durch seine Bereitschaftsdienste?
Alleinstehend?Kinder?etc.
Die Ärzte in den kommunalen Kliniken haben besser verdient wie die Uniärzte, (z.b. Weihnachts- Urlaubsgeld)
Mit der Lohnerhöhung sind die Uniärzte wieder gleich gezogen.

BTW:
Ein Berufsanfänger an einer kommunalen Klinik verdient im ersten Jahr nach TVöD ca.
3.300 € brutto im Monat einschließlich anteilig Weihnachtsgeld ohne Bereitschaftsdienst
(BD) bei 38,5 Stunden/Woche. Bei einer tariflichen Arbeitszeit wie der eines Uniklinik-Arztes
(42 Stunden/Woche) wären dies ca. 3.600 € /Monat. Ein erfahrener Assistenzarzt kommt
analog auf 4.000 € Bruttomonatsgehalt. Ein Facharzt erzielt sieben Jahre nach Berufseinstieg
4.600 € (jeweils ohne BD).
Fakt ist, das die Kliniken durch die Lohnerhöhung der Ärzte weiter rationalisieren werden, sprich Personal abbauen (auch Pflegepersonal :kloppen:).
 

Elisabeth Dinse

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Streik der Pflegekräfte... wo sind Pflegekräfte unentbehrlich???

Ich wiederhole mich gerne. Es gibt für Pflegekräfte keine Vorbehaltsaufgaben. Man kann das Gehalt höher setzen und dann anfangen Arbeiten neu zu organisieren ohne befürchten zu müssen, dass irgendeine Standesvereinigung Einspruch erheben kann. Alle derzeit von Pflegekräften erbrachten Arbeiten sind delegierbar und werden derzeit schon vieltausendfach delegiert an Azuibis, an Zivis, an FSJler.

Zum organisieren- es ist egal wo organisiert: es ist immer nur ein Teil vertreten. Eine Verkammerung mit Zwangsregistierung wollen wir ja nicht.

Verdi kann Tarifverträge abschließen. Welche Leistungen dafür erbracht werden sollen, da hält sich verdi (zurecht) sehr bedeckt und muss sich auch bedeckt halten, da sie keine Vorbehaltsaufgaben bestimmen darf.

Elisabeth
 

medizin-ersti

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Was meinst du mit Vorbehaltsaufgaben?
 

Elisabeth Dinse

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Vorbehaltsaufagben für Mediziner: wen würdest du deinen Blinddarm operieren lassen?
Die Antwort wirdt prompt kommen.

Aber wer hat In Deutschland das Monopol auf Diagnostik und Theraoie? Wer soll Diagnostik planen und Medikamente verordnen?

Ich kann anhand meiner lnagjährigen Tätigkeit mittlerweise ziemlich treffsicher feststellen, was in bestimmten Situationen nötig ist. Anordnen darf ich es trotzdem nicht, dass ist dem Mediziner vorbehalten.

Elisabeth
 

Lillebrit

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@medizin-ersti:
Vorbehaltsaufgabe meint Tätigkeiten, die NUR von einer best. Berufsgruppe erbracht werden dürfen.....

Wusstest Du z.B. , dass bei einer Geburt eine Hebamme zwingend dabei sein muss???? Der Arzt ist NICHT vorgeschrieben .....:mrgreen:
 

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Elisabeth Dinse schrieb:
Vorbehaltsaufagben für Mediziner: wen würdest du deinen Blinddarm operieren lassen?
Die Antwort wirdt prompt kommen.

Aber wer hat In Deutschland das Monopol auf Diagnostik und Theraoie? Wer soll Diagnostik planen und Medikamente verordnen?

Ich kann anhand meiner lnagjährigen Tätigkeit mittlerweise ziemlich treffsicher feststellen, was in bestimmten Situationen nötig ist. Anordnen darf ich es trotzdem nicht, dass ist dem Mediziner vorbehalten.

Elisabeth
Kenne ich zu gut aus meiner Praxis.
Zum Beispiel das Ansetzten von Schmerzmitteln und Umsetzten von Medikamenten wird den Pflegekräften überlassen.
Röntgenkontrolle nach Portanlage, EKG, Konsille nach Strumektomie etc.
Regelmäßige Labordiagnostik prä- und post operativ ansetzen ist auch unser Part, das der Laden läuft.
Weil die Ärzte scheinbar überfordert sind(kann ichnicht nachvollziehen, da unsere Chirurgen pünklich nach Hause gehen).
Mit zwei Stationsärzten für eine 24 Betten Station sind auch üppig.
Wobei ich das Wort Faul auch ab und an in den Mund nehme.

Durch Information und Interesse ist das auch kein Problem für mich, sind aber "Pflegefremde" Aufgaben.
 

Elisabeth Dinse

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@actionpfleger... ich sagte ja: ich könnte... wenn ich denn wollte. Will ich aber nicht, weil deutsches Gesetz dieses anders vorsieht. Bezahlt wird der Arzt für diese Leistung- nicht ich.
Der Kunde siehts übrigens genauso. Er möchte Fachkompetenz- was immer das sein mag aus Sicht der Pat.. Sag mal dem Pat. das der Doc gar nicht weiß, was du da machst. Die wenigsten werden es toll finden- wenn nicht sogar erbost darüber das der Doc zu faul ist.

Vorbehaltsaufgaben im Handwerk: Nur der Gasmonteur durfte meinen Herd anschließen. Garantie für die Hauselektrik... nur wenn der Elektriker aktiv wurde.

Elisabeth
 

medizin-ersti

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neo57

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Actionpfleger schrieb:
Kenne ich zu gut aus meiner Praxis.
Zum Beispiel das Ansetzten von Schmerzmitteln und Umsetzten von Medikamenten wird den Pflegekräften überlassen.
Röntgenkontrolle nach Portanlage, EKG, Konsille nach Strumektomie etc.
Regelmäßige Labordiagnostik prä- und post operativ ansetzen ist auch unser Part, das der Laden läuft.
Weil die Ärzte scheinbar überfordert sind(kann ichnicht nachvollziehen, da unsere Chirurgen pünklich nach Hause gehen).
Mit zwei Stationsärzten für eine 24 Betten Station sind auch üppig.
Wobei ich das Wort Faul auch ab und an in den Mund nehme.

Durch Information und Interesse ist das auch kein Problem für mich, sind aber "Pflegefremde" Aufgaben.

:gruebel: Also ich kenne hier nur Chirurgen die nie pünktlich nach Hause gehen oder nach dem BD noch 2-3 Std. dranhängen damit der Kunde zufrieden ist. Bei euch muß das reinste Chirurgenparadies sein.
Die Anästhesie hat hier das reinste Paradies z.B. 2. Frühstück ca. 9:00 Uhr, aber wir wissen ja "Das wichtigste für den Anästhesisten ist die Sättigung"
:spopkorns:
 

HHS

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Actionpfleger schrieb:
Und was bekommt der Arzt aus dem Pool?
Sagen die wenigsten Ärzte, weil es das Poolgeld ja nur für Ärzte gibt. :roll:
Was verdient der Arzt durch seine Bereitschaftsdienste?
Alleinstehend?Kinder?etc.
Die Ärzte in den kommunalen Kliniken haben besser verdient wie die Uniärzte, (z.b. Weihnachts- Urlaubsgeld)
Mit der Lohnerhöhung sind die Uniärzte wieder gleich gezogen.

BTW:
Fakt ist, das die Kliniken durch die Lohnerhöhung der Ärzte weiter rationalisieren werden, sprich Personal abbauen (auch Pflegepersonal :kloppen:).

Bereitschaftsdienste? Dafür kriegen sie nicht viel - abgesehen, das laut EU-Recht diese jetzt zwar Arbeitszeiten sind, aber in der Praxis so gut wie nicht umgesetzt!

Und leider ist es eben noch nicht Fakt - nenne mir ein Beispiel, bei dem nachweislich durch die Erhöhung des Ärztelohns zum Personalabbau in der Pflege führte!
 

HHS

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Actionpfleger schrieb:
Kenne ich zu gut aus meiner Praxis.
Zum Beispiel das Ansetzten von Schmerzmitteln und Umsetzten von Medikamenten wird den Pflegekräften überlassen.
Röntgenkontrolle nach Portanlage, EKG, Konsille nach Strumektomie etc.
Regelmäßige Labordiagnostik prä- und post operativ ansetzen ist auch unser Part, das der Laden läuft.
Weil die Ärzte scheinbar überfordert sind(kann ichnicht nachvollziehen, da unsere Chirurgen pünklich nach Hause gehen).
Mit zwei Stationsärzten für eine 24 Betten Station sind auch üppig.
Wobei ich das Wort Faul auch ab und an in den Mund nehme.

Durch Information und Interesse ist das auch kein Problem für mich, sind aber "Pflegefremde" Aufgaben.

Wirklich ein Chirurgenparadies - kenne ich nicht mal aus einer BG-Klinik - und die sind bekantlich noch besser gestellt als die kommunalen und Universitätskliniken!

Übrigens: Prä- und postoperative Laborkontrollen sind meistens Standart, ebenso die anderen Untersuchungen - ist normal und gängig. Eine Pflegekraft hat dies aber nicht anzuordnen, sonden nur auszuführen. Ebenso bei Medikamenten: ist definitiv bisher Arztsache!

Ansonsten halte ich es wie Elisabeth: Mein Arzt wird dafür bezahlt - nicht ixh! ich bin für die Pflege des Pat. zuständig. Und was dazu gehört, hat man ja gelernt!
 

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@HHS
24h Schicht bedeutet 8h Regeldienst+ 16h Bereitschaftsdienst.
Dabei wird die Bereitschaft mit ~100€ Brutto vergütet.

Weil die Klink auch die Preise nicht erhöhen kann, werden die kommunalen Kliniken eben durch Rationalisierungsmaßnahmen eben die Lhnerhöung kompensieren müssen.
Die LCE wird eben mit ~1900€ vergütet (je nach CMI), das Haus kann eben durch die DRGs leider keine 2100€ verlangen.
klar?

Ich weiß das ein "Arzt" Untersuchungen ansetzen muß, nur wenn ich weiß das die Untersuchung eh nötig ist und ich reagiere und einen Termin bekomme, kann eben auch die Therapie flüssiger laufen.
Bis ein Chirurg um 12.00d ann wieder auf Station ist, läuft dann eben an diesem Tag eben keine Sono mehr, weil Routinesonos bis 11.00 angemeldet werden müssen.

@RandyAndy
Dafür gehen die Internisten bei uns später
BTW: wir haben auch Gastärzte aus Lybien, die kosten das Haus nichts.
Auf internistischen Onkologie geht das Pflegepersonal fast immer 1h später nach hause, weil das Arbeitsaufkommen so groß ist.

@Elisabeth Dinse
Ich weiß schon was du meinst.
Ich wollte dir sicher nicht zu nahe treten, ich meinte nur das wir Pflegenden all zu oft an Dinge denken, damit die Liegezeiten passen und der Patient auch diagnostisch versorgt werden kann (Arzt zu erinnern, die Aufklärung zur Gastro,Colo; EK Anforderung bei Colon OPs,BG etc.).
Ich kann mich erinnern, als der alte Chef noch tätig war, haben wir Pflegende die kompletten Verbände am Wochenende und Feiertag gemacht weil kein Arzt kam (oder zu beschäftigt war).
Wir machen uns häufig zum Sekretär der Stationsärzte.

BTW: Ich bin auch Elektriker :D
 

HHS

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@actionpfleger:

eine gewisse Assistenz gehört zu unserer Aufgabe als Pflegende. Es ist die Aufgabe der Ärzte nunmal die Pat. zu operieren, und das geht nicht auf Station.

Problem ist eher die betriebsinterne Organisation - und das ist nicht unbedingt die Schuld der Ärzte.

Und warum lerne ich Verbandswechsel, wenn es Deiner Meinung nach nicht unsere Aufgabe ist?

Leider geht es hier wieder in die Richtung "was ist Pflege?" und nicht "sind die Streiks notwendig"

Ärzte haben ein sehr viel höheres Maß als Verantwortung als wir. Sie haben schlechtere Arbeitszeiten als wir. Für eine Verbesserung zu kämpfen ist mehr als nur notwendig. Nebenbei:auch das kann zu einer Verbesserung bei den Pflegenden führen - weniger gestresste Ärzte, weniger Fehler....

Gruß
HHS
 

Elisabeth Dinse

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Intensivüberwachung
@HHS Es ist auffällig, dass die Streiklust bei den Ärzten justament dann einsetzte als die Umsetzung des EuGh Urteils zum Bereitschaftsdienst bedrohlich näher rückte. Das da Unheil drohte ist bereits 2003 erkannt worden. Arbeitszeitmodelle: Patientenorientiert oder Gewinnmaximiert

Nun ist das nicht so, dass die Ärzte die Armen der Nation sind. Ihre Arbeit wird durchaus gewürdigt und entsprechend entlohnt.
ZAHLEN UND FAKTEN ZUR SITUATION VON KRANKENHAUSÄRZTEN

Du kannst dir nicht vorstellen, dass zur Finanzierung der gestiegenen Ärztelöhne auch Pflegestellen vakant werden. Die Einnahmen sind gedeckelt durch die DRGs. Die Ausgaben sind vorgegeben durch Tarifentscheidungen. DKG-Positionspapier zum Tarifkonflikt des MB und der TdL

Was soll eine Einrichtung machen, um nicht bankrott zu gehen? Ist relativ einfach (und doch so schwer): Umverteilung der Arbeit. Das bedeutet:Pflege entlastet Ärzte und Hilfskräfte entlasten Pflege. Wenn Hilfskräfte die ganzen Pflegetätigkeiten übernehmen: Grundpflege und Krankenbeobachtung dann kann man examiniertes Personal reduzieren. Um ärztl. Tätigkeiten zu übernehmen brauchts nicht viel Pflegepersonal.

Ergo: Du hast recht, wenn du die Pflege allgemein siehst. Examinierte Fachkräfte werden aber in den nächsten Jahren Platz machen für (mehr) Pflegehilfskräfte. Es ist derzeit im klinischen Bereich noch von 70/30 die Rede. Das wird sich noch nach unten korrigieren müssen aus finanziellen Gründen. Die Grundversorgung des Pat. ist gewährleistet... mehr will der Pat. nicht.

Elisabeth

PS Habt ihr in der Schule eigentlich über die Finanzierung von Krankenhäusern und die Auswirkungen der DRGs gesprochen?
 
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