Ärztestreik an kommunalen Kliniken

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Eckpunkte zum Tarifabschluss für die kommunalen Kliniken

Allen Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser in Deutschland kommen die "Eckpunkte" für einen Tarifvertrag zugute, auf die ver.di, dbb tarifunion und kommunale Arbeitgeber sich am 1. August 2006 in Frankfurt am Main geeinigt haben. Die ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst hat sie mit großer Mehrheit gebilligt.

Die Krankenhäuser seien angewiesen auf die Zusammenarbeit "intakter, hochleistungsfähiger Teams" betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Da dürfe nicht eine Berufsgruppe alle Spielräume für sich alleine nutzen. "Wir haben eine Spaltung in den Krankenhäusern verhindert", sagte der Vorsitzende der dbb tarifunion, Frank Stöhr.

Diese Einsicht hat in den vergangenen Wochen auch die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gewonnen, da die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ihre Botschaft mit Warnstreiks und Aktionen bekräftigt hatte. "Im Sinne des sozialen Friedens im Gemeinwesen Krankenhaus" habe die VKA dieser Lösung zugestimmt, erklärte deren Präsident Thomas Böhle.

Im Durchschnitt um zehn bis elf Prozent steigen die Einkommen der Ärztinnen und Ärzte kommunaler Kliniken: in fünf Stufen auf 3.400 bis 4.100 Euro pro Monat im Tarifgebiet West. Fächärztinnen und -ärzte erhalten dort in vier Stufen zwischen 4.300 und 5.600 Euro. Für Oberärztinnen und -ärzte gibt es eine Zulage von 500 Euro, für leitende Oberärztinnen und -ärzte 750 Euro. Im Tarifgebiet Ost werden davon jeweils 95,5 Prozent ab 1. Juli 2006 und 97 Prozent ab 1. Juli 2007 gezahlt.

Vereinbart ist zudem die 40-Stunden-Woche als regelmäßige Arbeitszeit der Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Kliniken, die einzelvertraglich auch auf 38,5 Stunden verkürzt werden kann, sowie eine maximale Schichtdauer von zwölf Stunden am Tag, die nicht mehr als viermal in Folge und innerhalb von zwei Wochen nicht mehr als achtmal geleistet werden darf.

Da solche Schichten nicht mit Bereitschaftsdienst kombiniert werden dürfen, wird es künftig keine chronisch übermüdeten Ärztinnen und Ärzte mehr geben. Dem wird auch dadurch entgegen gewirkt, dass die Arbeitszeiten künftig elektronisch oder auf andere Art erfasst werden.

Zeiten ärztlicher Berufserfahrung, auch als "Arzt im Praktikum", werden bei der Zuordnung zu den Stufen angerechnet. Für die Teilnahme an Kongressen und Fachtagungen werden pro Jahr bis zu drei Arbeitstage bei vollen Bezügen gewährt. Die Zuschläge für Einsätze im Rettungsdienst werden von 15,41 auf 20 Euro erhöht.

Auch die anderen Beschäftigten der kommunalen Kliniken profitieren von diesem Abschluss:

Stationsleitungen erhalten künftig eine – dynamisch zu erhöhende – Zulage von 30 Euro. Der bisher nicht geregelte Bereitschaftsdienst an Feiertagen wird mit einem Zuschlag von 25 Prozent der jeweiligen Entgeltgruppe vergütet.

Alle Beschäftigten außer den Ärztinnen und Ärzten erhalten eine monatliche Pauschale zum Ausgleich ihrer Fahrkosten in Höhe von
  • 35 Euro im Tarifgebiet West sowie
  • 33,43 Euro ab 1. Juli 2006 und 33,95 Euro ab 1. Juli 2007 im Tarifgebiet Ost.
    Teilzeitbeschäftigten werden gemäß ihrer Arbeitszeit anteilige Beträge gezahlt.
Erhöht werden ab 1. Januar 2007 auch die Monatsentgelte der Auszubildenden in kommunalen Kliniken, im Tarifgebiet West auf:
  • 737 Euro im ersten,
  • 797 Euro im zweiten und
  • 896 Euro im dritten Ausbildungsjahr.
Im Tarifgebiet Ost gelten die Bemessungssätze wie oben.

Der Bereitschaftsdienst wird für alle Beschäftigten einheitlich geregelt: Abhängig von der während dieser Zeit „erfahrungsgemäß durchschnittlich anfallenden Arbeitsleistungen“ werden als Arbeitszeit gewertet:
  • 60 Prozent (bei bis zu 25 Prozent Arbeitsleistung),
  • 75 Prozent (bei 25 bis 40 Prozent Arbeitsleistung) und
  • 90 Prozent (bei 40 bis 49 Prozent Arbeitsleistung).
An Feiertagen wird für die als Arbeitszeit errechnete Zeit des Bereitschaftsdienstes ein Zeitzuschlag in Höhe von 25 Prozent des Stundenentgelts der Stufe 2 der jeweiligen Entgeltgruppe gezahlt.
Frank Bsirske kündigte an, dass die Details dieses Abschlusses nun bundesweit in Betriebs- und Personalversammlungen mit allen Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser diskutiert werden.


Quelle: n-tv.de
Kommunale Krankenhäuser
Einigung ohne Marburger Bund



Im Tarifkonflikt um die Bezahlung von 400.000 Beschäftigten an den kommunalen Kliniken haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaften ver.di sowie dbb Tarifunion auf einen Abschluss geeinigt. Das teilte der Vorsitzende der dbb Tarifunion, Frank Stöhr, am Dienstag in Berlin mit.

Die Arbeitgeber erklärten in Frankfurt, es sei ein Durchbruch in wesentlichen Eckpunkten erzielt worden. Die Entgelte für die Beschäftigten sollten bis zu 20 Prozent steigen. Zudem sei eine 40-Stunden-Woche vereinbart worden mit der Möglichkeit einer Absenkung auf 38 Stunden. Die Regelungen treten ab 1. September 2006 in Kraft.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatte auch für den Fall eines Abschlusses weitere Streiks angekündigt. Sie war an den Verhandlungen in Frankfurt am Main nicht beteiligt, obwohl sie die meisten der 70.000 betroffenen Ärzte vertritt.

"Wir haben eine Spaltung in den Krankenhäusern verhindert", sagte Stöhr. "Mit den vorliegenden Eckpunkten sind wir den berechtigten Interessen der Ärzte genauso gerecht geworden, wie den Ansprüchen des Pflege-, Reinigungs- und Verwaltungspersonals."
Gut so! Entweder alle mehr Geld oder keiner. Aber wie zu erwarten war, heult der MB ja auf seiner Homepage schon mal richtig rum. http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2006/pm55_06.php

Und das es dem MB nur um bessere Arbeitszeiten geht, glaubt doch hoffentlich niemand mehr. Sollte jemand wirklich an die Ehrlichkeit des MB glauben, sollte er/sie sich das mal durchlesen http://gesundheit-soziales.verdi.de/tarifpolitik/oeffentlicher_dienst/kommunen_presse_zu_tarifkonflikt/data/pm_VKA_zu_MB_Forderung_27062006.pdf
 
Ich habe da mal eine Frage - ich arbeite im OP und die Ärzte streiken mittwochs und donnerstags .. nun wurde von der PDL (?) angeordnet, daß wir entweder Überstunden nehmen oder auf Station arbeiten. Ist das zulässig ? - schließlich müssen wir in den Bereitschaftsdiensten insbesondere am Samstag und Sonntag ausgefallene Nicht Notfälle bis in die frühen Morgenstunden mit abarbeiten. - Wir arbeiten Stufe C und das heisst, der nächste Tag ist kostenneutral auszuschlafen.:emba::emba:
 
Hallo Gerd,

meiner Meinung nach im Rahmen des Direktionsrechtes möglich.
Überstunden sind zu vergüten, natural mit Zuschlag oder mit geld, wobei natural den Vorrang haben soll, arbeit an anderem Ort im KH möglich, da du wahrscheinlich keinen definitiven Vertrag hast, auf dem der Arbeitsplatz OP im KH vermerkt ist.
 
Gerd schrieb:
Ich habe da mal eine Frage - ich arbeite im OP und die Ärzte streiken mittwochs und donnerstags .. nun wurde von der PDL (?) angeordnet, daß wir entweder Überstunden nehmen oder auf Station arbeiten. Ist das zulässig ?
Laut ver.di ganz klar und eindeutig: Heimschicken? Nein, niemals!
Das arbeiten auf einer anderen Station ist aber wohl durchaus zulässig :-) Meist ist der Vertrag ja mit dem Haus und nicht mit dem Bereich abgeschlossen.

Ulrich
 
Ärztestreik

Hallo. Wie sieht es Momentan Bei Euch aus? Wie ragieren die Pat. das kein Arzt an best. Tagen zu sprechen ist? Nur im äusseresten Notfall. Und das Krankenpflegepersonal versucht, die Lücken abzudenken. Einzelgespräche etc.
 
Nun ja...unsere Patis haben zum Teil Verständnis für die Docs, allerdings sind sie auch etwas missgestimmt, wenn sie keine Einzelgespräche bekommen...
Bei uns ist es Untersagt an Streik-Tagen irgendwelche ärztlichen Tätigkeiten zu übernehmen...ebenso Einzelgespräche...
Natürlich werde ich keinen Pati wegschicken, der auf mich zu kommt und reden möchte, aber so sagen es halt die Oberen...
Aber sicherlich ist es so, dass an diesen Tagen das PP etwas mehr abfangen muss...das lässt sich auch kaum vermeiden... 8)
 
Was sagt ihr zu den Ärztestreiks?

Ein dickes fettes Hallo an alle,

also ich möchte mich jetzt mal so richtig aufregen,
habe heute von der deutschen Krankenhausgesellschaft ein Schreiben geslesen das war das Allerletze.
Leute da kam mir die kalte Galle hoch.

Es wird ja immer gesagt die armen kleinen Ärzte werden zu schlecht bezahlt, aber dass das Quatsch ist, müsste eigentlich jede Krankenschwester und jeder Krankenpfleger wissen.

Ein Berufsanfänger verdient in einer kommunalen Klinik 3.300 Euro brutto
Ein Assistenzarzt bekommt demnach 3600 Euro
Ein Facharzt bekommt 4600 Euro

Die Zulagen sind auch nicht schlecht:

Ein Funktionsoberarzt: 350 Euro
Ein leitender Oberarzt: 250 Euro

Bereitschaftszulage

Ein Assistenzarzt: 600 Euro
Ein Facharzt: 700 Euro
Ein Oberarzt: 780 Euro

Ein Oberarzt verdient in Deutschland ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von mehr als 99.000 Euro,
Ein Chefarzt dann schon circa 278.000 Euro

Alle Zahlen sind Bruttobeträge!!!!!!!!!!!!

Aber jetzt mal ehrlichlich ist das nicht pervers?

Jetzt werden wieder viele Buhrufe aufkommen die sagen wollen:
"Wieso die Ärzte haben ja doch so viel Verantwortung"
Aber was ist denn mit den Krankenschwestern und Pflegern im 3-Schicht-System?
Die im Nachtdienst 35 Patienten alleine versorgen müssen, manchmal sogar 2 Stationen, und wenn dann was passiert steht uns kein Arzt im Rücken, die Arschgeigen denken doch sowieso nur an sich und ihren guten Ruf, sofern sie denn überhaupt einen haben.
Wir werden wie immer mal wieder aussenvor gelassen und das ist verdammt nochmal nicht richtig.
Die Gehälter der Ärzte steigen und steigen auf unsere Kosten.
Ich arbeite zum Beispiel in einer zentralen Notaufnahme mit einer integrierten
Aufnahmestation. Wir haben im Schnitt so 80-100 Patienten am Tag "abzuarbeite."
Es ist eine so enorme Belastung Tag für Tag für einen so lächerlichen Lohn, dass ich überlege aus dem Beruf zu gehen.
Wofür morgens aufstehen, für 1.000 Euro ausgezahlt?

Wir werden doch oft behandelt wie der letzte ******, ob vom Patienten, von der Pflegedienstleitung, von Angehörigen oder auch wie so oft von den so bettelarmen Medizinmännern.

Wir erfahren kaum noch Dank und Anerkennung.

Es ist auch ein ganz übles Phänomen, das sicher schon viele on euch beobachtet haben, kommt der Professor mit seinem Gefolge und den frischgewaschen, schneeweißen Kittel in das Patientenzimmer zur Visite,
neigen sich die Häupter der Patienten und auch einiger Schwestern und es wird zu allem JA un Amen gesagt, kommt aber die Schwester oder der Pfleger,
die ja nun wirklich die meiste Zeit am Patienten verbringen und auch meist den meisten Kontakt zu ihm haben, wird uns bestenfalls vor die Füße gespuckt.


Wir sollten alle in Deutschland auch mal die Arbeit niederlegen, mal sehen was dann passiert, dann bricht das Krankenhaussystem nähmlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Wir sollten auch streiken: für mehr Geld und vor allem für die Anerkennung, denn die fehlt in diesem Land.

Die Ärzte sollten auch wieder lernen, das es ohne uns auch nicht geht,
denn die meisten haben es doch vergessen.

CIAO:wut:
 
@ Emergency Pfleger:

Tja, was soll man dazu sagen!? Mir fällt da auch nix mehr ein.....:verwirrt:

Ich kann nur aus meinem Nähkästchen plaudern und das sieht so aus:

nach einer sehr aussichtsreichen Bewerbung in einer großen Klinik wo mich eine PDL einstellen wollte ist jetzt ein zähes Warten (wenn sich die Stelle nicht eh schon erledigt hat) angesagt. Denn jetzt nach den Ärztestreiks haben die Einstellungsstop, Personalkürzungen, Bettenminimierungen und Stationsschließungen angeordnet. Mehr fällt mir dazu nicht ein. :wut:

Pah, jetzt habe ich gerade noch die Pressemitteilung von der Klinik wo ich eigentlich bald hätte anfangen können bzw. wo ich mal gelernt habe, gelesen:

Da steht was von Mehrkosten im nächsten Jahr um die 21 bis 22 Millionen Euro (wg. Ärztestreik, Gesundheitsreform, Mehrwertsteuererhöhung sowie höhere Energiekosten). Weiter heißt es ".......das bedeutet nicht nur eine weitere Leistungsverdichtung für alle Mitarbeiter, sondern wir müssen auch prüfen, ob gewisse Leistungen unbedingt von Ärzten erbracht werden müssen.....".

Was heißt das jetzt? Noch mehr "Kompetenzen" und Verantwortung für's "Fußvolk" Pflegepersonal für weiterhin lächerliche Löhne im Vgl. zu den Göttern in Weiß!?:angry:
 
Hallo Emergency-Pfleger,

Du sprichst mir aus der Seele. Nur leider sind es zu wenig Pflegekräfte die das so sehen. Klar hätten wir auch mit dem TVöD besser dastehen können, aber dazu hätte die gemeine Pflegekraft ja mal den A... vom Hocker bekommen müssen! Aber das geht ja net, weil ich dann den Pat. ja net mehr so versorgen kann wie sonst und ihm schon gar net hinterherputzen kann, oder dem Doktor zeitnah die Visite ausarbeiten kann und ihm die Hand aus der Sonne legen kann.
Sowass geht ja net.
:wut: Nur hat das unsere Helden in Weis bei ihrem Streik interessiert? NEIN! Wieso auch? Wenn was net lief, hat es ja eh die dumme Schwester abbekommen, denn die Ärzte machen ja alles richtig und sind ja sooooooo arm!
Wenn ich sehe, dass wir in Worms vor ca. 4 Wochen einen Warnstreik von Seiten von Ver.di hatten, bei dem es um die Verbesserung des TVöD ging (der Abschluss kam ja, nur waren es halt net 150 Euro sondern nur 30), und von den gut 700 Pflegekräften des Hauses nur 40 zur Stelle waren, der Rest waren halt Arbeiter aus dem Haus, oder Ver.di-Mitglieder anderer Fachrichtugen, wird mir echt übel! Wie soll es denn dann besser werden?
Richtig, gar nicht! Die AG lachen sich doch über solche Aktionen kaputt. Immerhin sehen sie ja, dass es dem Großteil der Belegschaft ganz gut zu gehen schein. Klar hinterher wird dann wieder auf Ver.di geschimpft, denn die setzen sich ja net ein. Ja wie denn auch, ohne Unterstützung.
Dass eine geschlossene Einheit was bewirkt, haben die Ärzte ja bewiesen! Wenn das die Pflege, als größte Berufsgruppe, auch mal begreift, sehe ich für die Tarifrunde 2007/08 net all zu schwarz, nur leider wird es die Pflege net begreifen und deswegen kann man nur sagen, 'spart schon mal, es wird bald noch weniger Geld im Lohnsäckel sein'! Wenn es dann aushandelt ist und das erste Gehalt kommt, ist das Geschrei zwar wieder groß und an allem ist Ver.di oder, in ganz harten Fällen von Tarifrechtsunkenntnis, der Betriebsrat (ja das habe ich mir als Betriebsratsmitglied vor kurzem erst von einer Kollegen anhören dürfen) schuld, aber die Pat. sind glücklich und der Herr Doktor hatte jeden Tag seinen frischen Kaffee.

So jetzt geht's mir wieder gut.
 
Hallo nochmal,


was ich auch noch sagen wollte, wir, die Pflegekräfte machen auch viel zu viel.
Wir wischen den Ärzten den A..... ab.

Mit mir nicht mehr.
Bei uns ist es so, die Notaufnahme ist in 3 Bereiche unterteilt: den Internistischen/Allgemeinchirurgischen, den Traumatologischen Bereich und die
Zentrale Aufnahmestaion und dann noch der Schockraum.
Alle diese Bereiche müssen wir versorgen.
Wenn morgens um 7.00 die Patienten auflaufen, ist natürlich kein Arzt zu Stelle. Wenn man ihn dann anpiept wird man angeschnautzt und erst Stunden später lässt er sich bei uns blicken, egal ob Chirurg oder Internist.
Die Härte ist dann aber, dass der bettelarme Doktor alles voraussetzt.
Zum Beispiel das sämtliche Diagnostik gelaufen ist.
Mit mir nicht mehr.
Ich lehne es jetzt ab, Gipse zu machen oder Zugänge zu legen, ich lehne es einfach ab. Es sind sowieso ärztliche Tätigkeiten, und zum Beispiel beim Gipsen kann man ja auch viel verkehrt machen und außerdem werden die dafür bezahlt ich als Pfleger nicht.
Ich habe die Nase so voll.

Wusstet ihr eigentlich, das sogar eine Krankenkassenangestellte sehr viel mehr verdient als eine Schwester im 3-Schicht-System und das kann es nicht gewesen sein.

Also macht nur noch das wofür ihr bezahlt werdet- für die Pflege-
versucht niemals dem Arzt zu gefallen.
 
Hallo.

Die Ärzte rationalisieren sich mit ihrer Gier selbst weg.
Die Leidtragenden sind mal wieder die Kranken.
Und die arbeitenden Normalbürger, die demnächst sicher wieder mehr in die Kassen einzahlen müssen.

Wer soll und kann diese Gier der Ärzte bezahlen?
Niemand kann das.
Also wird gespart.
In der Pflege z.B.

Ob sich die Ärzte damit einen Gefallen getan haben...?
Und: wie lange hält die Befriedigung mit ein paar Teuros mehr im Portemonaie an?
Wird die Arbeitsqualität und -leistung der Ärzte zukünftig besser?

Ich kann Emergency-Pfleger in dem Fall beipflichten:
Pflege, bleibt bei Euren Waschschüsseln.

Die Pflege müßte halt auch mal streiken - abgesehen von den Patienten sind es die Ärzte, die als erstes jammern werden:
"Schwääääääster, Visiiiitääääh!! Wo bleiben Sie denn??? Und warum haben Sie das Blut noch nicht abgenommen??? Der Verbandwechsel ist ja auch noch nicht gemacht!!
Schwester???"

:flowerpower: LG Trisha
 
"Schwääääääster, Visiiiitääääh!! Wo bleiben Sie denn??? Und warum haben Sie das Blut noch nicht abgenommen??? Der Verbandwechsel ist ja auch noch nicht gemacht!!
Schwester???"
Ich liebe dieses Satz und bin vom entsetzten Gesichtsausdruck des Arztes immer wieder beeindruckt, wenn ich ihm entgegendonnere, dass ich Krankenpfleger und kein Arztpfleger bin und er seine Aufgaben gefälligst selbst zu machen hat. :rofl:
 
Ich verstehe nicht ganz worüber Ihr so sauer seid?
Dass die Ärzte für mehr Gehalt kämpfen?
Dass ihre Gehaltsforderungen überhöht sind?
Dass sie vorher nicht mal bei der Pflege nachfragten, ob diese dabei vielleicht mitziehen wollen?
Ihr könnt doch nicht den Ärzten anlasten, dass sie mehr Gehalt wollen, geregeltere ARbeitszeiten...ect.
Ihr könnt Ihnen auch nicht anlasten, dass sehr viele Pflegende sehr gerne dem Arzt alles recht machen wollen.
Ihr könnt Ihnen nicht mal anlasten, dass sie solche Angebote gerne annehmen und dann Arbeiten abschieben. Der Mensch im Allgemeinen ist bequem und wenn dann der netsprechende Arzt auch noch sieht, dass er der entsprechenden Pflegekraft eine Freude macht, wenn er sie Viggo schieben lässt, Blut ebnehmen lässt..ect. Warum soll er sich dann Gedanken darüber machen?
Ich bin der Meinung wenn Ihr schon sauer sein wollt, dann über die Pflegekräfte, die eine Professionalisierung unserer Berufsgruppe boykottieren. Es gibt Genügende in unseren Reihen.
Und dabei haben die wenigsten Ärzte mit dran gearbeitet.
Und jetzt bitte nicht steinigen.
 
Das Problem liegt ja auch darin, dass bei Geldmangel eher Pflegekräfte als Ärzte entlassen werden. In Berlin z.B. ist die Zahl der Ärzte in den letzten 15 Jahren gleich geblieben, die der übrigen Krankenhausbeschäftigten hat um fast ein drittel abgenommen.
 
Hallo sigjun,

steinigen werde ich Dich sicher nicht, denn Du hast ja im Grunde 100%ig recht.
Was mich an unseren Ärzten stört ist die Arrgoanz mit der sie in den Streik gegangen sind. Bei uns im Haus gab es Sachen, da hat es einem die Schuhe ausgezogen. So sind die Docs am ersten Steiktag durch die Zimmer der Pat. haben Flugblätter verteilt und die Pat. informiert, was ja ihr in meinen Augen auch die Pflicht der Docs ist. Nur ist dann kurze Zeit später die Geschäftsführung mit der Pflegedirektion durch die Zimmer und haben ein Prospekt des VKA (welcher schon optisch mehr hergemacht hat, als der A4-Wisch der Docs) verteilt. Was machen unsere lieben Ärzte nur wenig später? - Gehen durch die Zimmer, sammeln die Prospekte wieder ein und erzählen den Pat., dass da nur Lügen drin stehen und der ärztl. Dienst solche Aktionen der "Gegenseite" mit Steikverstärkung quitieren würde. :wut:

Was die Übernahm gewisser ärztl. Tätigkeiten durch einige Schwestern angeht, habe ich für diese Kollegen absolut kein Verständis und für einen Arzt der der Meinung ist, dass er dann auch den anderen Kollegen seine ungeliebten Sachen aufs Auge drücken kann, auch net. Aber solchen Ärzten kann man mit einem flotten Spruch, der ihnen die Augen wieder für die Realität öffnet, zu Leibe rücken. Allein die Frage, ob der Herr Doktor Pat. X von der Bettpfanne holt, wenn ich die Viggo bei Pat. Y lege, reicht dann schon.
 
Das Problem liegt ja auch darin, dass bei Geldmangel eher Pflegekräfte als Ärzte entlassen werden. In Berlin z.B. ist die Zahl der Ärzte in den letzten 15 Jahren gleich geblieben, die der übrigen Krankenhausbeschäftigten hat um fast ein drittel abgenommen.

Frage, entlasse ich als AG lieber einen teuren Arzt und stelle dafür eine Krankenschwester ein, der ich dann ärztl. Aufgaben übertrage, oder entlasse ich eine "billige" Krankenschwester wobei ich weiss, dass der Doktor ihre Aufgaben net übernimmt?
Wobei man sagen muss, es muss net mal unbedingt eine Krankenschwester sein, es reicht auch eine Arzthelferin, die dann rumgeht und Viggos legt und Blut abnimmt.
Ich denke schon, dass sich unsere Ärzte ins eigene Fleisch geschnitten haben.
 
Hallo.

In der Tat wurde in den letzten Jahren ärztliches Personal aufgestockt, während pflegerisches Personal nach und nach entlassen wurde oder keine mehr eingestellt wurden.
Ich laste es den Ärzten trotzdem an, denn die Ärzte verdienen zum großen Teil sehr, sehr gut. Nun wird es so sein, dass an Pflegepersonal weiter gespart werden muß, denn das Geld für die Ärzte, das sie mehr bekommen, muß irgendwo gespart werden. Und in und an der Pflege wird immer zuerst gespart. Und DAS geht zu Lasten der Patienten!
Sicher hat der Streik irgendwo einen Sinn und eine Berechtigung.
Aber streiken für mehr Gehalt, für sooo viel mehr Gehalt, das ist unverschämt. Schlechte Arbeitsbedingungen kann man auf Dauer nämlich nicht mit mehr Geld entschädigen.
Ich denke, sigjun, Du wirst es auch noch irgendwann, irgendwie, irgendwo auch noch zu spüren bekommen, dass für die Pflege und das Pflegepersonal zukünftig noch mehr Gelder fehlen werden.
Ob Du es dann den Ärzten immer noch nicht anlastest?

LG
Trisha
 
Hallo.
Ich denke, sigjun, Du wirst es auch noch irgendwann, irgendwie, irgendwo auch noch zu spüren bekommen, dass für die Pflege und das Pflegepersonal zukünftig noch mehr Gelder fehlen werden.
Ob Du es dann den Ärzten immer noch nicht anlastest?

LG
Trisha

Hmmm, meinst Du wirklich die Ärzte sind daran Schuld, dass für Pflegepersonal zu wenig Geld bezahlt wird?
Dass Ärzte aufgestockt wurden, liegt zum einen Teil auch daran, dass das ArZG umgesetzt werden musste. Was vorher Bereitschaft war ist heute Dienstzeit, ohne Auftstockung wäre das nicht zu schaffen gewesen. Auch in der Pflege wurde da aufgestockt, wo Bereitschaften wegfielen, allerdings in geringerem Ausmaß, da überwiegend schon 3-Schichtsysteme vorhanden waren, außer in einigen Funktionsbereichen.
Zu wenig Geld ist im gesamten Ges.system vorhanden, zwangsläufig auch für die Pflege.
Und Fakt ist nunmal, dass niemand außer uns selbst für die Pflege kämpfen wird.
Und nun kommt wieder die Frage, was sind Aufgaben, die nur die Pflegenden machen können?
Ich sage nicht, dass ich nie meine Meinung ändern werde, aber z.Z. denke ich, dass wir die Missstände in der Pflege, auch dass Personal reduziert wird nicht dem Streik der Ärzte anlasten können.
Eine schreckliche Zukunftsvision:
Angehörige übernehmen die Grundpflege der Patienten, Azrthelferinnen führen die Anordnungen der Ärzte aus, Verbände machen Wundmanager, Gespräche übernehmen Psychologen, Seelsorger, Sozialpädagogen, geschulte Hilfskräfte übernehmen die Klingeln und Prophylaxen, Mobilisation übernehmen die Physiotherapeuten.
Tabletten verabreichen nach Kontrolle durch Famulanten oder PJ`ler ebenfalls Hilfskräfte....ect
Da wird mir Angst und Bange und ich möchte sofort aufstehen und erzählen was Pflege leistet, kann und nur professionell Pflegende machen können.
Aber was wird das sein?
 
Hallo Sigrid,

also lasst euch doch bitte nicht alle täuschen.
Von wegen die Kassen des Gesundheitssystem sind leer.
Die gesamte Politik versucht doch nur die gesellschaft zu täuschen,
ich nenne das VOLKSVERDUMMUNG!!!!!!!!!!!

Ihr dürft niemals einem Politiker Glauben schenken, dass ist grundverkehrt, verdammt nochmal.
Auf das Thema nochmals zurückzukommen, von wegen i.v-spritzen und so, was ist denn, wenn dem Patienten wirklich mal was passieren sollte, glaubst Du, nur weil der Arzt es an Dich delegiert hat, steht er auch hinter dir um dich zu verteidigen?
Das ich nicht lache.

Und sicherlich trifft auch die Ärzte eine gewisse Schuld daran, das wir zu schlecht bezahlt werden, wenn die ihre Forderungen so hoch schrauben, wird´s bei uns eingespart.
Ich meine ein Krankenhaus ist doch ein System, wir sollten Hand in HAnd arbeiten. Man hätte uns fragen sollen, wie wir darüber denken oder uns in den Streik miteinbeziehen sollen.
Sch... man nichts ist passiert.

Wir gehören doch dazu.

Bei und im Haus sind jetzt sogar 15 Prozent Reinigunskräfte eingespart worden, die sind schon so arm dranne, verdienen ohne hin schon kaum was und jetzt das.
Die gehören ebenfalls dazu.
Denkst du vielleicht auch, dass ein Doktor sich hinstellen würde, und den Boden wischen würde?
Ich glaube nicht.
Siehst Du wir werden alle bluten müssen, damit sich der Herr Doktor den nächsten BMW auf sein 5.000qm Grundstück stellen kann.

CIAO
 
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