Ärztestreik an kommunalen Kliniken

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@Elisabeth:

Nun ist das nicht so, dass die Ärzte die Armen der Nation sind. Ihre Arbeit wird durchaus gewürdigt und entsprechend entlohnt.

Habe ich das gesagt? Natürlich können die von Ihrem Gehalt gut leben - genauso wie wir in der Pflege! Darum geht's auch gar nicht! Ist der Gehalt dessen, was Ärzte leisten und geleistet haben angemessen? Ich glaube nicht - einer der vielen Gründe warum ich in die Pflege bin, statt Medizin zu studieren.

Du kannst dir nicht vorstellen, dass zur Finanzierung der gestiegenen Ärztelöhne auch Pflegestellen vakant werden. Die Einnahmen sind gedeckelt durch die DRGs. Die Ausgaben sind vorgegeben durch Tarifentscheidungen. DKG-Positionspapier zum Tarifkonflikt des MB und der TdL

Gelernt habe ich es, mitbekommen in den letzten 4 Jahren auch. Wobei ich zu Deinem Leidwesen festsetllen mußte, das Arzt- wie auch Pflegestellen in gleichermaßen reduziert wurden.

Was soll eine Einrichtung machen, um nicht bankrott zu gehen? Ist relativ einfach (und doch so schwer): Umverteilung der Arbeit. Das bedeutet:Pflege entlastet Ärzte und Hilfskräfte entlasten Pflege. Wenn Hilfskräfte die ganzen Pflegetätigkeiten übernehmen: Grundpflege und Krankenbeobachtung dann kann man examiniertes Personal reduzieren. Um ärztl. Tätigkeiten zu übernehmen brauchts nicht viel Pflegepersonal.

Die Fußball-WM ist bei Dir offentsichtlich noch nicht angekommen - ganz so schwarz sehe ich es nicht. Klar das vermehrt eingespart werden muß, um nicht bankrott zu gehen. Aber da gibts noch ganz andere Möglichkeiten, die zuerst kommen: Objektpflege an dritte abgeben. Dazu gehören Handwerker, Techniker, Putzdienste, Sicherheitsdienste.
Verwaltungsaufwand minimieren.
Generika statt den teuren Originalmedikamente
Etc....

Erst dann kaommt das Personal. Und da wir ja dann ab 2009 völlig im Wettbewerb sind, wird das Haus gewinnen, das Pflege und med. KnowHow am besten miteinander verbindet. Allzusehr darf daher das Pflegepersonal in den Krankenhäusern nicht schrumpfen! Und wird es daher auch nicht.

Ergo: Du hast recht, wenn du die Pflege allgemein siehst. Examinierte Fachkräfte werden aber in den nächsten Jahren Platz machen für (mehr) Pflegehilfskräfte. Es ist derzeit im klinischen Bereich noch von 70/30 die Rede. Das wird sich noch nach unten korrigieren müssen aus finanziellen Gründen. Die Grundversorgung des Pat. ist gewährleistet... mehr will der Pat. nicht.

Bist Du sicher, das der Patient nicht mehr will?
Warum schließen nicht wenige eine Privatversicherung ab?

PS Habt ihr in der Schule eigentlich über die Finanzierung von Krankenhäusern und die Auswirkungen der DRGs gesprochen?

Jaaa...haben wir! Ist schließlich ein Teil des Lehrplanes an deutschen Krankenpflegeschulen!

Nur: Geld einzusparen kann man an vielen Stellen - am Ende sollte immer das Personal stehen. Und die meisten Häuser wissen das auch. Denn: Auch die Pat. bekommen mit, wenn das Personal knapp wird und dadurch die Pflege schlecht - und gehen woanders hin, wo es besser ist.

Und wenns ja so schlecht wird in Deutschland, und die ganzen Ärzte ja so böse und gemein der Pflege gegenüber sind - ja warum streiken wir dann nicht?

Gruß
HHS
 
Also wenn ich sage...

Gut ausgebildete Pflegekräfte mit immensem medizinischen und pflegerischen Fachwissen sind ein Luxus den sich die Klinik nicht leisten will,
weil der Patient mit der Grundpflege ausreichend versorgt ist. Deswegen werden in Zukunft mehr Pflegehelfer eingestellt, weil billiger.

...hab ich das dann so grob richtig verstanden?
 
HHS schrieb:
Gelernt habe ich es, mitbekommen in den letzten 4 Jahren auch. Wobei ich zu Deinem Leidwesen festsetllen mußte, das Arzt- wie auch Pflegestellen in gleichermaßen reduziert wurden.

Der einseitig stattfindende schleichende Personalabbau von Pflegekräften (32.000
VK) seit 2003 in den Klinken konnte bisher nur durch stringente organisatorische
Maßnahmen und innovative Personal- und Gestaltungskonzepte der verantwortlichen
Pflegemanager/innen kompensiert werden. Hinzu kommt, dass der Pflege zusätzlich
durch den kalkulierten Bettenabbau weitere Personalverluste drohen. Im Vergleichszeitraum
wurde durch 2.500 neue Stellen im ärztlichen Bereich eine deutliche Verbesserung
vorgenommen. Daher gibt es unter den aktuell neuen Bedingungen keine
Spielräume mehr, Belastungsausgleiche herzustellen.
Unter diesen Entwicklungen lässt sich ein Pflegenotstand prognostizieren.

http://www.deutscher-pflegerat.de

Mit Personalrationalisierung wird am schnellsten und das meiste Geld gespart.
Outsourcing von Arbeitsbereichen, Putzdienst, Bettenaufbereitung, Küche etc sind nur die Vorboten.
Zeitarbeit in der Pflege ist kein Tabu mehr.
Die Folge der Privatisierung der Kliniken (kommunal wie Uni) wird aber auch zukünftig eine Konkurenzdenken entstehen lassen.
Service und Mileu an der Klinik wird entscheidend sein fürKH Wahl der Patienten.


BTW: Die Ärzte studieren an Unis die der Staat, das Volk bezahlt haben, sodas meiner Meinung die Ärzte in der Bringschuld stehen und nicht der Patient, wie es momentan eben ist.

@medizin-ersti
Zurück in die 80er mit den KPHS etc.
Wobei FAchkompetenz eine zwangsläufige Vorraussetzung ist für Pflegende, und keine Attribut durch das man sich hervorheben kann.
 
Actionpfleger schrieb:

BTW: Die Ärzte studieren an Unis die der Staat, das Volk bezahlt haben, sodas meiner Meinung die Ärzte in der Bringschuld stehen und nicht der Patient, wie es momentan eben ist.
Die Bringschuld wird doch durch die späteren höheren Steuerabgaben ausgeglichen. Die Unis haben doch mit den derzeitigen Forderungen der Ärzteschaft nichts zu tun. Oder darf man deswegen dann nicht streiken?
Genauso gut kann man sagen, dass die Ärzte jahrelang das heruntergewirtschaftete System durch Haufen der unbezahlten Überstunden, der AiP-Zeit und Famulaturen ( die im Gegensatz zu anderen akademischen Praktikas nicht bezahlt werden ) über die Runden gezogen haben. Nun stehen die KHäuser in der Bringschuld der Ärzte.
Und am Rande - die höchsten Einkommen haben immer noch die Funktionäre des Gesundheitssystems. Und da wird sich auch NICHTS ändern.
 
pflegus schrieb:
Die Bringschuld wird doch durch die späteren höheren Steuerabgaben ausgeglichen. Die Unis haben doch mit den derzeitigen Forderungen der Ärzteschaft nichts zu tun. Oder darf man deswegen dann nicht streiken?
Welche höheren Steuerabgaben?
Ein Assistent hat mit gleicher Steuerklasse den gleichen Betrag wie ich zu bezahlen.

Sie haben nicht den max Steuersatz.
Es geht mir darum das alle den Ärzten zustimmen (auch Pflegende) ohne über die Fakten im klaren zu sein.
Die Assistenten werden bestimmt keinem sagen was sie verdienen, gewscheige den je nach Punken ihre Poolbeteiligung (die schon mal das halbe Jahresgehalt übersteigen kann).

Die Uniärzte haben das eingefordert was diese durch den Austritt der Unis aus dem Tarifvertrag eingebüßt haben (was Ärzte nach TVöD in kommunalen Klinken schon seid Jahren bekommen), ist akzeptabel, doch was auf kommunaler Ebene nun läuft ist für "mich" nich in ordnung, wenn es auch um das weitere Überleben kleinerer Kliniken geht, die keine Sponsoren aus der Wirtschaft oder Pharma bekommen wie die Unikliniken.
Heidelberg z.B. kann durch Rücklagen den Verlust des Steikes kompensieren.
 
Actionpfleger schrieb:
Ein Assistent hat mit gleicher Steuerklasse den gleichen Betrag wie ich zu bezahlen.
Allein das ist doch unfair. Wie kann es sein, dass die Bruttobeträge gleich sind??? Ist doch klar, dass gestreikt wird..
 
pflegus schrieb:
Allein das ist doch unfair. Wie kann es sein, dass die Bruttobeträge gleich sind??? Ist doch klar, dass gestreikt wird..
Nicht Bruttobeträge sondern Prozentual zum Bruttolohn.
Leute, lesen bildet!!
Ich habe in Postings weiter oben genug Quellen angeben.
3300€ Brutto für einen Berufanfänger (ohne Bereitschaftsdienste).
 
Also zahlen die Ärzte doch höhere Abgaben. ( Wen interessieren die Prozente? Es geht um die absoluten Zahlen.)
 
Actionpfleger schrieb:
doch was auf kommunaler Ebene nun läuft ist für "mich" nich in ordnung, wenn es auch um das weitere Überleben kleinerer Kliniken geht, die keine Sponsoren aus der Wirtschaft oder Pharma bekommen wie die Unikliniken.
Dann arbeiten die Kliniken nicht effizient genug.
Sind die Ärzte nicht die Einzigen, die in einem KH das Geld " einfahren"? Oder zahlen die KKaseen noch für irgendwelche nichtärztliche Leistungen? Habe diese Meinung in einem anderen Forum gelesen, möchte hier nachfragen.
 
Actionpfleger schrieb:
~2300€ "Netto" für einen Berufanfänger ist bei leibe nicht wenig!
Genug Zahlen?
Ärzte sind als Berufseinsteiger die best bezahlten Akademiker!
Dafür 6 Jahre ohne Einkommen studieren, dementsprechend später Geld verdienen, unbezahlte Praktika im Studium und Überstunden.
Aber wir wollen ein bisschen rechnen: 2300 netto, unser Stat.Arzt ist Montag bis Freitag von 8.00 bis so um 18.00 im KH. Macht 50 Stunden in der Woche ( die Nachtdienste nicht mitgezählt ), also ca. 200 Stunden im Monat. 2300 durch 200 macht 11,50 in der Stunde netto. Dafür 6 Jahre lernen? Sicher gibt es eine Poolbeteiligung, aber ich habe auch die Nächte nicht mitgezählt.
Und es wird bei uns nicht gestreikt. Die Ärzte meinen, es gehe ihnen noch richtig gut im Vergleich zu kommunalen.
 
pflegus schrieb:
Dafür 6 Jahre ohne Einkommen studieren, später Geld verdienen, unbezahlte Praktika im Studium und Überstunden.
A)Studieren an Unis die aus Steuergeldern bezahlt werden.
Die Ausbildung für einen Arzt kostet gut und gerne mal 50.000€ (Dozenten, Unterrichsräume,Arbeitsmaterialien etc.)
B)Die DRGs beinhalten auch Pflegerelevante Aufgaben, siehe Pflegerelevante DRGs d.h. es wird eine Leistung abgerechnet nach Diagnose
Der Gewinn ist also abhängig von:
-der erbrachten Leistung (Pflege und Medizin)
-der Qualität
-der Ökonomie (aufgewandte Kosten,Liegedauer)

BTW. Die Überstunden dürfen nicht verfallen, es sei den der Chefarzt erkennt nur ein gewisses Kontingent an (was häufig der Fall ist, weil der Vorgesetzte diese eben anerkennen muß).

Was aber nicht ursächlich von der Geschäftsleitung veruracht wird.
Es gilt die 38,5h/ Woche für kommunale Klinken und eben 42h/Woche für Uniklinken.
Ein Assistentin bei uns hat in ihren 7 Jahren hier im Haus 960h angesammelt (ausbezahlt sind das nachdem diese gekündigt hat ~26.000€ ohne Zuschläge)
 
HHS schrieb:
Gelernt habe ich es, mitbekommen in den letzten 4 Jahren auch. Wobei ich zu Deinem Leidwesen feststellen mußte, das Arzt- wie auch Pflegestellen in gleichermaßen reduziert wurden.
HHS schrieb:
Aber da gibts noch ganz andere Möglichkeiten, die zuerst kommen: Objektpflege an dritte abgeben. Dazu gehören Handwerker, Techniker, Putzdienste, Sicherheitsdienste.
Verwaltungsaufwand minimieren.
Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung
Krankenhäuser 1991 - 2004

Ärztliches und nichtärztliches Personal (umgerechnet in Vollkräfte)
Krankenhäuser 1991 - 2004


Die Fallzahlen steigen bei gleichzeitiger Reduzierung der Liegdauer... bedeutet mehr (Grund-)pflegeaufwand. Das müßte bedeuten, wir haben einen steigenden Bedarf an Pflegekräften. Dies finde ich in den Statistiken nicht. Diese Zahlen sprechen eine andere Sprache. Pflegekräfte werden reduziert. Und so wie Pflegekräfte reduziert werden, werden Ärzte proportional mehr.

Das Outsourcing von Leistungen zur "Objektpflege" ist schon seit Jahren am Laufen. Auch das belegen die Zahlen. Die Reserve, die du da vermutest dürfte mehr als gering sein.
HHS schrieb:
Bist Du sicher, das der Patient nicht mehr will?
Warum schließen nicht wenige eine Privatversicherung ab?
Patienten schließen eine Privatversicherung ab, weil sie sich davon eine bessere MEDIZINISCHE Betreuung erhoffen. Die Pflegeleistungen sind gleich- egal ob Kassenpatient oder Privatpatient.

Pat. unterscheiden zwischen wertvollen medizinischen Aspekten und grundpflegerischem Beiwerk. Da Grundpflege aus ihrer Sicht sich in Richtung Füttern, waschen, trockenlegen bewegt... siedeln sie diese Tätigkeiten in der Laienpflege an. Und leider erleben Pat. auch allzuoft nichts anders als Laienpflege.

2009 wird das Haus überleben mit dem besten Mix aus Logistik, moderner Medizin und preiswerter Pflegeleistungen. Die Betonung liegt auf preiswert. Das Personal wird nicht zahlenmäßig schrumpfen, sondern sich in der Zusammensetzung gravierend verändern. Hilfskräfte werden massiv zunehmen.

Es gibt bis dato keine Studie die sauber nachweisen konnte, dass pflegerische Leistungen der Grundpflege nur von dreijährig examinierten Fachkräften qualitativ hochwertig erbracht werden können.
HHS schrieb:
Und wenns ja so schlecht wird in Deutschland, und die ganzen Ärzte ja so böse und gemein der Pflege gegenüber sind - ja warum streiken wir dann nicht?
Weil wir nichts haben, um es in die Waagschale zu werfen. Jede Tariferhöhung wurde in den letzten Jahren mit Personalreduzierung bezahlt. Dieses Rad ist nicht mehr weiter drehbar und man hat die Ausweichmöglichkeit in Richtung Hilfspersonal gefunden. Und da ist noch ne Menge Veränderung möglich.
Streiken lohnt sich nur, wenn wir ähnlich den Ärzten Vorbehaltsaufgaben nachweisen können. In dem Falle kann man dann per Fakten von Engpässen reden.

Elisabeth
 
Actionpfleger schrieb:
~2300€ "Netto" für einen Berufanfänger ist bei leibe nicht wenig!
Genug Zahlen?
Ärzte sind als Berufseinsteiger die best bezahlten Akademiker!

Sagt angeblich die Statistik - die Realität sagt dazu was anderes: 1600 - 1800 netto für einen Berufsanfänger. Das ist gerade mal 200 Euro mehr als das was ich bekomme. Und das bei noch angenehmen Arbeitszeiten!
 
Elisabeth Dinse schrieb:
Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung
Krankenhäuser 1991 - 2004

Ärztliches und nichtärztliches Personal (umgerechnet in Vollkräfte)
Krankenhäuser 1991 - 2004


Es gibt bis dato keine Studie die sauber nachweisen konnte, dass pflegerische Leistungen der Grundpflege nur von dreijährig examinierten Fachkräften qualitativ hochwertig erbracht werden können. Weil wir nichts haben, um es in die Waagschale zu werfen. Jede Tariferhöhung wurde in den letzten Jahren mit Personalreduzierung bezahlt. Dieses Rad ist nicht mehr weiter drehbar und man hat die Ausweichmöglichkeit in Richtung Hilfspersonal gefunden. Und da ist noch ne Menge Veränderung möglich.
Streiken lohnt sich nur, wenn wir ähnlich den Ärzten Vorbehaltsaufgaben nachweisen können. In dem Falle kann man dann per Fakten von Engpässen reden.

Elisabeth


Tja wenn das so ist - dann schaufeln wir halt weiter unser Grab!
Laßt unsere zig Pflegeräte, - verbände etc. weiter gegen die Ärzte wettern, während sie Ihr eigenes Berufsfeld vergißt!

Ich sehe leider, das mehr Energie darin gesteckt wird gegen die Ärzte zu wettern, anstatt sich weiter um die Pflege zu kümmern!

Leute, so kommen wir nicht weiter! Pflege vs. Ärzte - es ****t mich an!:angry:

Ich finde die Streiks sehr wohl berechtigt - die Arbeitszeiten sind alles andere human.

Wenn es daanch geht, zu sagen, das jeder Arbeit haben soll, dann kann ich nur einen bekannten Wissentschaftler zitieren, der mal im Spiegel sowie im Stern sagte, das es in Zkunft keine Arbeit mehr geben wird.

Gruß
HHS
 
Actionpfleger schrieb:
A)Studieren an Unis die aus Steuergeldern bezahlt werden.
Die Ausbildung für einen Arzt kostet gut und gerne mal 50.000€ (Dozenten, Unterrichsräume,Arbeitsmaterialien etc.)
B)Die DRGs beinhalten auch Pflegerelevante Aufgaben, siehe Pflegerelevante DRGs d.h. es wird eine Leistung abgerechnet nach Diagnose
Der Gewinn ist also abhängig von:
-der erbrachten Leistung (Pflege und Medizin)
-der Qualität
-der Ökonomie (aufgewandte Kosten,Liegedauer)

BTW. Die Überstunden dürfen nicht verfallen, es sei den der Chefarzt erkennt nur ein gewisses Kontingent an (was häufig der Fall ist, weil der Vorgesetzte diese eben anerkennen muß).

Was aber nicht ursächlich von der Geschäftsleitung veruracht wird.
Es gilt die 38,5h/ Woche für kommunale Klinken und eben 42h/Woche für Uniklinken.
Ein Assistentin bei uns hat in ihren 7 Jahren hier im Haus 960h angesammelt (ausbezahlt sind das nachdem diese gekündigt hat ~26.000€ ohne Zuschläge)

Natürlich wird die Ausbildung von den Steuergeldern bezahlt - schließlich will das Volk von diesen später auch gut behandelt werden, oder nicht?
 
Ich sehe leider, das mehr Energie darin gesteckt wird gegen die Ärzte zu wettern, anstatt sich weiter um die Pflege zu kümmern!

Recht hast du... aber warum kümmern wir uns darum den Ärzten den Rücken zu stärken. Warum unterstützen wir deren Forderungen, wohl wissend, dass es zu weiteren Einsparungen im Bereich der examinierten Pflege kommen wird?

Leute, so kommen wir nicht weiter! Pflege vs. Ärzte - es ****t mich an!

Es kann nicht heißen: gegen die Ärzte. Es muss heißen: für mehr Selbstbewußsein in der Pflege. Nicht das was wir nicht leisten wollen/sollen ist wichtig sondern was wir leisten können muss endlich beschrieben werden. Und dabei kann es nicht (nur) um die Übernahme der ärztlichen Tätigkeiten gehen. Pflegefachkompetenz zeichnet sich durch andere Aspekte aus.

Elisabeth
 
Elisabeth Dinse schrieb:
Recht hast du... aber warum kümmern wir uns darum den Ärzten den Rücken zu stärken. Warum unterstützen wir deren Forderungen, wohl wissend, dass es zu weiteren Einsparungen im Bereich der examinierten Pflege kommen wird?
Ich glaube nicht, das es die Schuld der Ärzte ist, wenn es tatsächlich demnächst an unsere Kragen geht. Ärzte haben sich bekanntlicherweise jahrelang noch weniger gewehrt als wir Pflegekräfte. Beide Gruppen, Ärzte wie auch Pflege, wurden ausgenommen. Jetzt wehren sich die Ärzte - recht effektiv. Klar, das wir dann eben herhalten müssen. Statt also gegen die Ärztestreiks zu gehen, sollten wir mitgehen.



Es kann nicht heißen: gegen die Ärzte. Es muss heißen: für mehr Selbstbewußsein in der Pflege. Nicht das was wir nicht leisten wollen/sollen ist wichtig sondern was wir leisten können muss endlich beschrieben werden. Und dabei kann es nicht (nur) um die Übernahme der ärztlichen Tätigkeiten gehen. Pflegefachkompetenz zeichnet sich durch andere Aspekte aus.

Elisabeth

Eben: für mehr Selbstbewußtsein - und das muß man den Ärzten zu Gute halten: Das haben sie mit den Streiks gezeigt. Das man da sich nicht beliebt macht ist klar - und sollte auch kein Grund dagegen sein!
Doch die Pflege hat mit Ihren Organen leider nix zu tun als ständig die Ärzte wegen ihres neuens Selbstbewußtseins runterzuputzen.

Ich würde mich freuen, wenn unsere Organe dafür sorgen würden, das sich da was ändert. Doch solange das nicht geschieht, kann ich sie nicht unterstützen.

Jetzt weißt Du auch, warum ich für die Streiks der Ärzte bin - weil sie etwas tun, was wir schon längst hätten tun sollen. Die Schweizer habens vor vielen, vielen Jahren vorgemacht - das Ergebnis findet zuhauf hier im Forum!
Das sollte uns zu denken geben!

Gruß
HHS
 
Ärzte haben sich bekanntlicherweise jahrelang noch weniger gewehrt als wir Pflegekräfte. Beide Gruppen, Ärzte wie auch Pflege, wurden ausgenommen.
Zitat aus DKG zum Einkommen von Krankenhausärzten in Deutschland
Darüber hinaus seien die Einstiegsgehälter junger Ärzte nach ihrer Approbation zum 01.10.2004 durch die Abschaffung der Arzt-im-Praktikum-Phase (AiP) um 170 Prozent angehoben worden. Durch die Abschaffung des AiP würden Mediziner gegenüber Absolventen anderer Studiengänge mit Staatsexamen, bei denen entsprechende Referendarzeiten beibehalten wurden (Jura, Lehramt), inzwischen sogar deutlich bevorzugt, betonte DKG-Präsident Kösters.
Deine Aussage, dass die Ärzte in den letzten Jahren keine Gehaltssteigerungen hatten ist somit unhaltbar.
Doch die Pflege hat mit Ihren Organen leider nix zu tun als ständig die Ärzte wegen ihres neuens Selbstbewußtseins runterzuputzen.
Sebstbewußtsein??? Ich nenne es jammern auf sehr hohem Niveau.
Ich würde mich freuen, wenn unsere Organe dafür sorgen würden, das sich da was ändert. Doch solange das nicht geschieht, kann ich sie nicht unterstützen.

Jetzt weißt Du auch, warum ich für die Streiks der Ärzte bin...
Aaahja, die Verbände sollens also richten. Welchen Sinn macht es für den Strei der Ärzte zu sein und zu hoffen, dass die eigene Berufsgruppe davon profitieren wird???

Was machst du berufspolitisch? Wo bringst du dich genau ein?

Elisabeth
 
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