Nun ist das nicht so, dass die Ärzte die Armen der Nation sind. Ihre Arbeit wird durchaus gewürdigt und entsprechend entlohnt.
Du kannst dir nicht vorstellen, dass zur Finanzierung der gestiegenen Ärztelöhne auch Pflegestellen vakant werden. Die Einnahmen sind gedeckelt durch die DRGs. Die Ausgaben sind vorgegeben durch Tarifentscheidungen. DKG-Positionspapier zum Tarifkonflikt des MB und der TdL
Was soll eine Einrichtung machen, um nicht bankrott zu gehen? Ist relativ einfach (und doch so schwer): Umverteilung der Arbeit. Das bedeutetflege entlastet Ärzte und Hilfskräfte entlasten Pflege. Wenn Hilfskräfte die ganzen Pflegetätigkeiten übernehmen: Grundpflege und Krankenbeobachtung dann kann man examiniertes Personal reduzieren. Um ärztl. Tätigkeiten zu übernehmen brauchts nicht viel Pflegepersonal.
Ergo: Du hast recht, wenn du die Pflege allgemein siehst. Examinierte Fachkräfte werden aber in den nächsten Jahren Platz machen für (mehr) Pflegehilfskräfte. Es ist derzeit im klinischen Bereich noch von 70/30 die Rede. Das wird sich noch nach unten korrigieren müssen aus finanziellen Gründen. Die Grundversorgung des Pat. ist gewährleistet... mehr will der Pat. nicht.
PS Habt ihr in der Schule eigentlich über die Finanzierung von Krankenhäusern und die Auswirkungen der DRGs gesprochen?
HHS schrieb:Gelernt habe ich es, mitbekommen in den letzten 4 Jahren auch. Wobei ich zu Deinem Leidwesen festsetllen mußte, das Arzt- wie auch Pflegestellen in gleichermaßen reduziert wurden.
Die Bringschuld wird doch durch die späteren höheren Steuerabgaben ausgeglichen. Die Unis haben doch mit den derzeitigen Forderungen der Ärzteschaft nichts zu tun. Oder darf man deswegen dann nicht streiken?Actionpfleger schrieb:
BTW: Die Ärzte studieren an Unis die der Staat, das Volk bezahlt haben, sodas meiner Meinung die Ärzte in der Bringschuld stehen und nicht der Patient, wie es momentan eben ist.
Welche höheren Steuerabgaben?pflegus schrieb:Die Bringschuld wird doch durch die späteren höheren Steuerabgaben ausgeglichen. Die Unis haben doch mit den derzeitigen Forderungen der Ärzteschaft nichts zu tun. Oder darf man deswegen dann nicht streiken?
Allein das ist doch unfair. Wie kann es sein, dass die Bruttobeträge gleich sind??? Ist doch klar, dass gestreikt wird..Actionpfleger schrieb:Ein Assistent hat mit gleicher Steuerklasse den gleichen Betrag wie ich zu bezahlen.
Nicht Bruttobeträge sondern Prozentual zum Bruttolohn.pflegus schrieb:Allein das ist doch unfair. Wie kann es sein, dass die Bruttobeträge gleich sind??? Ist doch klar, dass gestreikt wird..
Dann arbeiten die Kliniken nicht effizient genug.Actionpfleger schrieb:doch was auf kommunaler Ebene nun läuft ist für "mich" nich in ordnung, wenn es auch um das weitere Überleben kleinerer Kliniken geht, die keine Sponsoren aus der Wirtschaft oder Pharma bekommen wie die Unikliniken.
Dafür 6 Jahre ohne Einkommen studieren, dementsprechend später Geld verdienen, unbezahlte Praktika im Studium und Überstunden.Actionpfleger schrieb:~2300€ "Netto" für einen Berufanfänger ist bei leibe nicht wenig!
Genug Zahlen?
Ärzte sind als Berufseinsteiger die best bezahlten Akademiker!
A)Studieren an Unis die aus Steuergeldern bezahlt werden.pflegus schrieb:Dafür 6 Jahre ohne Einkommen studieren, später Geld verdienen, unbezahlte Praktika im Studium und Überstunden.
HHS schrieb:Gelernt habe ich es, mitbekommen in den letzten 4 Jahren auch. Wobei ich zu Deinem Leidwesen feststellen mußte, das Arzt- wie auch Pflegestellen in gleichermaßen reduziert wurden.
Einrichtungen, Betten und PatientenbewegungHHS schrieb:Aber da gibts noch ganz andere Möglichkeiten, die zuerst kommen: Objektpflege an dritte abgeben. Dazu gehören Handwerker, Techniker, Putzdienste, Sicherheitsdienste.
Verwaltungsaufwand minimieren.
Patienten schließen eine Privatversicherung ab, weil sie sich davon eine bessere MEDIZINISCHE Betreuung erhoffen. Die Pflegeleistungen sind gleich- egal ob Kassenpatient oder Privatpatient.HHS schrieb:Bist Du sicher, das der Patient nicht mehr will?
Warum schließen nicht wenige eine Privatversicherung ab?
Weil wir nichts haben, um es in die Waagschale zu werfen. Jede Tariferhöhung wurde in den letzten Jahren mit Personalreduzierung bezahlt. Dieses Rad ist nicht mehr weiter drehbar und man hat die Ausweichmöglichkeit in Richtung Hilfspersonal gefunden. Und da ist noch ne Menge Veränderung möglich.HHS schrieb:Und wenns ja so schlecht wird in Deutschland, und die ganzen Ärzte ja so böse und gemein der Pflege gegenüber sind - ja warum streiken wir dann nicht?
Actionpfleger schrieb:~2300€ "Netto" für einen Berufanfänger ist bei leibe nicht wenig!
Genug Zahlen?
Ärzte sind als Berufseinsteiger die best bezahlten Akademiker!
Elisabeth Dinse schrieb:Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung
Krankenhäuser 1991 - 2004
Ärztliches und nichtärztliches Personal (umgerechnet in Vollkräfte)
Krankenhäuser 1991 - 2004
Es gibt bis dato keine Studie die sauber nachweisen konnte, dass pflegerische Leistungen der Grundpflege nur von dreijährig examinierten Fachkräften qualitativ hochwertig erbracht werden können. Weil wir nichts haben, um es in die Waagschale zu werfen. Jede Tariferhöhung wurde in den letzten Jahren mit Personalreduzierung bezahlt. Dieses Rad ist nicht mehr weiter drehbar und man hat die Ausweichmöglichkeit in Richtung Hilfspersonal gefunden. Und da ist noch ne Menge Veränderung möglich.
Streiken lohnt sich nur, wenn wir ähnlich den Ärzten Vorbehaltsaufgaben nachweisen können. In dem Falle kann man dann per Fakten von Engpässen reden.
Elisabeth
Actionpfleger schrieb:A)Studieren an Unis die aus Steuergeldern bezahlt werden.
Die Ausbildung für einen Arzt kostet gut und gerne mal 50.000€ (Dozenten, Unterrichsräume,Arbeitsmaterialien etc.)
B)Die DRGs beinhalten auch Pflegerelevante Aufgaben, siehe Pflegerelevante DRGs d.h. es wird eine Leistung abgerechnet nach Diagnose
Der Gewinn ist also abhängig von:
-der erbrachten Leistung (Pflege und Medizin)
-der Qualität
-der Ökonomie (aufgewandte Kosten,Liegedauer)
BTW. Die Überstunden dürfen nicht verfallen, es sei den der Chefarzt erkennt nur ein gewisses Kontingent an (was häufig der Fall ist, weil der Vorgesetzte diese eben anerkennen muß).
Was aber nicht ursächlich von der Geschäftsleitung veruracht wird.
Es gilt die 38,5h/ Woche für kommunale Klinken und eben 42h/Woche für Uniklinken.
Ein Assistentin bei uns hat in ihren 7 Jahren hier im Haus 960h angesammelt (ausbezahlt sind das nachdem diese gekündigt hat ~26.000€ ohne Zuschläge)
Ich sehe leider, das mehr Energie darin gesteckt wird gegen die Ärzte zu wettern, anstatt sich weiter um die Pflege zu kümmern!
Leute, so kommen wir nicht weiter! Pflege vs. Ärzte - es ****t mich an!
Ich glaube nicht, das es die Schuld der Ärzte ist, wenn es tatsächlich demnächst an unsere Kragen geht. Ärzte haben sich bekanntlicherweise jahrelang noch weniger gewehrt als wir Pflegekräfte. Beide Gruppen, Ärzte wie auch Pflege, wurden ausgenommen. Jetzt wehren sich die Ärzte - recht effektiv. Klar, das wir dann eben herhalten müssen. Statt also gegen die Ärztestreiks zu gehen, sollten wir mitgehen.Elisabeth Dinse schrieb:Recht hast du... aber warum kümmern wir uns darum den Ärzten den Rücken zu stärken. Warum unterstützen wir deren Forderungen, wohl wissend, dass es zu weiteren Einsparungen im Bereich der examinierten Pflege kommen wird?
Es kann nicht heißen: gegen die Ärzte. Es muss heißen: für mehr Selbstbewußsein in der Pflege. Nicht das was wir nicht leisten wollen/sollen ist wichtig sondern was wir leisten können muss endlich beschrieben werden. Und dabei kann es nicht (nur) um die Übernahme der ärztlichen Tätigkeiten gehen. Pflegefachkompetenz zeichnet sich durch andere Aspekte aus.
Elisabeth
Zitat aus DKG zum Einkommen von Krankenhausärzten in DeutschlandÄrzte haben sich bekanntlicherweise jahrelang noch weniger gewehrt als wir Pflegekräfte. Beide Gruppen, Ärzte wie auch Pflege, wurden ausgenommen.
Deine Aussage, dass die Ärzte in den letzten Jahren keine Gehaltssteigerungen hatten ist somit unhaltbar.Darüber hinaus seien die Einstiegsgehälter junger Ärzte nach ihrer Approbation zum 01.10.2004 durch die Abschaffung der Arzt-im-Praktikum-Phase (AiP) um 170 Prozent angehoben worden. Durch die Abschaffung des AiP würden Mediziner gegenüber Absolventen anderer Studiengänge mit Staatsexamen, bei denen entsprechende Referendarzeiten beibehalten wurden (Jura, Lehramt), inzwischen sogar deutlich bevorzugt, betonte DKG-Präsident Kösters.
Sebstbewußtsein??? Ich nenne es jammern auf sehr hohem Niveau.Doch die Pflege hat mit Ihren Organen leider nix zu tun als ständig die Ärzte wegen ihres neuens Selbstbewußtseins runterzuputzen.
Aaahja, die Verbände sollens also richten. Welchen Sinn macht es für den Strei der Ärzte zu sein und zu hoffen, dass die eigene Berufsgruppe davon profitieren wird???Ich würde mich freuen, wenn unsere Organe dafür sorgen würden, das sich da was ändert. Doch solange das nicht geschieht, kann ich sie nicht unterstützen.
Jetzt weißt Du auch, warum ich für die Streiks der Ärzte bin...
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