- Registriert
- 02.02.2016
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- Akt. Einsatzbereich
- Internische Intensivstation
Guten Tag zusammen,
ich bin neu hier auf der Website, falls mein Beitrag hier nicht hingehören sollte, sei es mir bitte verziehen
Ich würde gerne eure Meinung zu meinem "Erlebnis" mit dem Rettungsdienst hören.
Es geht dabei um meine 19 Jahre alte Tochter, sie ist geistig behindert, inkontinent, Z.n. VSD-OP und leidet an Epilepsie (generalisierte Anfälle, GMs).
Mein Mann und ich haben sie letzte Woche abends generalisiert krampfend im Bett vorgefunden, wir haben ihr direkt ihr Notfallmedikament verabreicht (sie bekommt Diazepam 10mg rektal).
Leider hat der Krampf nach einigen Minuten immernoch nicht aufgehört, sodass wir den Rettungsdienst alarmieren mussten. Eine zweite Rektaltube, die sie dann normalerweise bekommen sollte, hatten wir nicht mehr zur Hand.
Irgendwann, nach 10 Minuten trafen die Herren von der Feuerwehr dann ein, meine Tochter war immernoch am Krampfen, mittlerweile ordentlich auf die Zunge gebissen und eine leichte Zyanose war auch dabei.
Die NEF-Besatzung kam zeitgleich mit dem RTW an, wir haben das Team direkt darauf hingewiesen, dass sie im Falle eines Krampfes sofort Diazepam rektal bekommen soll, bzw. dass sofort antikonvulsiv behandelt wird. Dazu muss ich leider noch sagen, dass sie Dormicum nicht verträgt, MAD ginge also auch nicht, ebenso wenig wie Lorazepam. Der Notarzt wollte "dem Alter auf keinen Fall etwas rektal geben" und hat sie daher erstmal weiterkrampfen lassen. Er hat zweimal versucht, bei ihr ne Braunüle zu versenken (hat natürlich zweimal ne grüne genommen
). Mein Mann (ebenfalls Krankenpfleger) und ich haben den Arzt mehrmals darauf hingewiesen dass sie sehr kleine, zarte Venen hat, und dass man lieber direkt die blaue Braunüle nehmen sollte.
Seine Antwort: "Neeeeee, die ist nur für Kinder."
Weil er keinen i.v.-Zugang legen konnte, wollte er einen intraossären Zugang legen.
Seine Kollegen haben meine krampfende Tochter die ganze Zeit festgehalten.
Er hat es tibial rechts versucht, ohne Lokalanästhesie, was meiner Tochter scheinbar wahnsinnige Schmerzen bereitet hat (da hörte der Krampf langsam auf). Nach mehrfacher, schmerzerregender NaCl-Injektion stellte der Arzt dann fest, dass der i.o.-Zugang nicht richtig liegt. Dann meinte er noch: "Oh, die hat ja aufgehört."
Er zog die Kanüle dann raus und wollte keine weitere mehr legen, da sie ja nicht mehr krampfte. Das braucht ein postiktaler Patient ja auch nicht, bei dem die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs hoch ist und der zum Status epi. neigt, ja auch nicht (Ironie).
Wir haben ihn dann gefragt, ob er nicht doch einen blauen Zugang legen wollte zur Sicherheit, er meinte: "Nö, dat braucht se' nich."
Wir haben ihn gefragt was er bitte macht, wenn sie nochmal krampft: "Dann leg ich nen EZ-IO (i.o.-Zugang)."
Auf den Hinweis, dass man bei meiner Tochter erst den Krampf mittels Rectiole beenden sollte und dann erst nen Zugang legen sollte, antwortete er wieder: "Dem Alter gibt man nix rektal."
Unsere Tochter wurde von den Neurologen in der Uniklinik Düsseldorf eingestellt, und die rieten uns auch zu dieser antikonvulsiven Therapie.
Aber scheinbar sind wir hier an einen Schlaumeier geraten
.
Auf dem Weg ins KH ist zum Glück alles gut gegangen, aber in der Klinik stellte man fest, dass der Notarzt ihr den Tibiakopf gebrochen hat und dass sich ein Riss längs des Schienbeins entlangzog. Meine Tochter wurde operiert und jetzt muss sie für einige Wochen einen Gips tragen
Ich find das Verhalten des Notarztes einfach nur unterste Schublade, zumal er nicht der behandelnde Neurologe meines Kindes ist, der über die antikonvulsive Notfalltherapie zu entscheiden hat bzw. diese abzusegnen hat.
Wie ist eure Meinung dazu? Vielleicht tummeln sich hier auch einige Rettungsfachkundige
Gruß, Anja
ich bin neu hier auf der Website, falls mein Beitrag hier nicht hingehören sollte, sei es mir bitte verziehen
Ich würde gerne eure Meinung zu meinem "Erlebnis" mit dem Rettungsdienst hören.
Es geht dabei um meine 19 Jahre alte Tochter, sie ist geistig behindert, inkontinent, Z.n. VSD-OP und leidet an Epilepsie (generalisierte Anfälle, GMs).
Mein Mann und ich haben sie letzte Woche abends generalisiert krampfend im Bett vorgefunden, wir haben ihr direkt ihr Notfallmedikament verabreicht (sie bekommt Diazepam 10mg rektal).
Leider hat der Krampf nach einigen Minuten immernoch nicht aufgehört, sodass wir den Rettungsdienst alarmieren mussten. Eine zweite Rektaltube, die sie dann normalerweise bekommen sollte, hatten wir nicht mehr zur Hand.
Irgendwann, nach 10 Minuten trafen die Herren von der Feuerwehr dann ein, meine Tochter war immernoch am Krampfen, mittlerweile ordentlich auf die Zunge gebissen und eine leichte Zyanose war auch dabei.
Die NEF-Besatzung kam zeitgleich mit dem RTW an, wir haben das Team direkt darauf hingewiesen, dass sie im Falle eines Krampfes sofort Diazepam rektal bekommen soll, bzw. dass sofort antikonvulsiv behandelt wird. Dazu muss ich leider noch sagen, dass sie Dormicum nicht verträgt, MAD ginge also auch nicht, ebenso wenig wie Lorazepam. Der Notarzt wollte "dem Alter auf keinen Fall etwas rektal geben" und hat sie daher erstmal weiterkrampfen lassen. Er hat zweimal versucht, bei ihr ne Braunüle zu versenken (hat natürlich zweimal ne grüne genommen
). Mein Mann (ebenfalls Krankenpfleger) und ich haben den Arzt mehrmals darauf hingewiesen dass sie sehr kleine, zarte Venen hat, und dass man lieber direkt die blaue Braunüle nehmen sollte.Seine Antwort: "Neeeeee, die ist nur für Kinder."

Weil er keinen i.v.-Zugang legen konnte, wollte er einen intraossären Zugang legen.
Seine Kollegen haben meine krampfende Tochter die ganze Zeit festgehalten.
Er hat es tibial rechts versucht, ohne Lokalanästhesie, was meiner Tochter scheinbar wahnsinnige Schmerzen bereitet hat (da hörte der Krampf langsam auf). Nach mehrfacher, schmerzerregender NaCl-Injektion stellte der Arzt dann fest, dass der i.o.-Zugang nicht richtig liegt. Dann meinte er noch: "Oh, die hat ja aufgehört."
Er zog die Kanüle dann raus und wollte keine weitere mehr legen, da sie ja nicht mehr krampfte. Das braucht ein postiktaler Patient ja auch nicht, bei dem die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs hoch ist und der zum Status epi. neigt, ja auch nicht (Ironie).
Wir haben ihn dann gefragt, ob er nicht doch einen blauen Zugang legen wollte zur Sicherheit, er meinte: "Nö, dat braucht se' nich."
Wir haben ihn gefragt was er bitte macht, wenn sie nochmal krampft: "Dann leg ich nen EZ-IO (i.o.-Zugang)."
Auf den Hinweis, dass man bei meiner Tochter erst den Krampf mittels Rectiole beenden sollte und dann erst nen Zugang legen sollte, antwortete er wieder: "Dem Alter gibt man nix rektal."
Unsere Tochter wurde von den Neurologen in der Uniklinik Düsseldorf eingestellt, und die rieten uns auch zu dieser antikonvulsiven Therapie.
Aber scheinbar sind wir hier an einen Schlaumeier geraten
.Auf dem Weg ins KH ist zum Glück alles gut gegangen, aber in der Klinik stellte man fest, dass der Notarzt ihr den Tibiakopf gebrochen hat und dass sich ein Riss längs des Schienbeins entlangzog. Meine Tochter wurde operiert und jetzt muss sie für einige Wochen einen Gips tragen

Ich find das Verhalten des Notarztes einfach nur unterste Schublade, zumal er nicht der behandelnde Neurologe meines Kindes ist, der über die antikonvulsive Notfalltherapie zu entscheiden hat bzw. diese abzusegnen hat.
Wie ist eure Meinung dazu? Vielleicht tummeln sich hier auch einige Rettungsfachkundige
Gruß, Anja
