Schwangerschaft im 1. oder 2. Lehrjahr

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MazalTov

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Werte Community,

Ich überlege Ausbildung als GuK oder Duales Studium ab nächstes Jahr anzufangen. Bin 34 und es wird vielleicht passieren, dass ich schwanger werde. Wie sind die Chancen? Darf ich weiter in die Schule oder werde ich gleich in Mutterschutz geschickt?
Bin ich dann krankenversichert?

3 Jahre ist lange Zeit, und in meinem Alter kann man das nicht mehr verschieben, deswegen mache mir auch Gedanken
Vielen Dank
 

Jillian

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Es ist möglich, trotz Schwangerschaft die Ausbildung in den 3 Jahren zu beenden. Im Kurs über mir war ein Mädel, die ausschließlich die vorgeschriebenen Mutterschutzzeiten zu Hause blieb, und danach sofort wieder einstieg, und auch sonst keinen einzigen Tag krank war. Allerdings war das sicher kein Zuckerschlecken.

Ansonsten hättest du die Möglichkeit zu verlängern, oder entweder die Schwangerschaft oder die Ausbildung zu verschieben. Ungewollt und ungeplant schwanger werden ist ja Gottseidank heute vermeidbar. Musst du entscheiden, welches Konzept deiner Lebensplanung eher entspricht. Ausbildung mit Säugling macht es auch nicht unbedingt leichter, aber das muss jede Frau selber wissen, was sie sich zutraut.
 
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MazalTov

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Ich werde auf jeden Fall Kind behalten wollen und weiß aber nicht ob während Schwangerschaft Arbeit überhaupt erlaubt ist? Wird das nicht zum Teil schädlich fürs Baby?
 

Jillian

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Bestimmte Arbeiten sind dann nicht mehr erlaubt: MuSchG
 

renje

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Es ist möglich, trotz Schwangerschaft die Ausbildung in den 3 Jahren zu beenden.
Nein ist es nicht, da auf jeden Fall 8 Wochen nach der Geburt ein Beschäftigungsverbot besteht.
Vor der Geburt mit Einwilligung beider, ist aber unrealistisch - MuSchG.
Also Fehlzeiten auf jeden Fall überschritten und dass man keine sonstigen Fehlzeiten in 3 Jahren hat ist ebenso unrealistisch, auch während der Schwangerschaft wird wahrscheinlich der eine oder andere Tag anfallen.
Selbst wenn sich der AG darauf einlassen sollte, dass bis zum letzten Tag gearbeitet wird - gut wenn da der Schulblock reinfällt ok.
Aber die 8 Wochen danach bleiben trotzdem.
Gut wenn man auch hier in die Schule gehen sollte...
Wer versorgt das Baby?
Unrealistisch - also mindestens ein halbes Jahr Verlängerung, da die meisten Schulen nur einmal im Jahr anfangen, dann 1Jahr.
 
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Lillebrit

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Da man als Schwanger viele Tätigkeiten nicht machen darf (nicht mal ein Bett schieben!) und es eben dem Ausbildungszweck nicht entspricht nur am Schreibtisch zu sitzen, wird meistens ein BV ausgesprochen und die Ausbildung unterbrochen. Es darf auch in vielen Gebieten überhaupt nicht eingesetzt werden....
Natürlich kann man Einsätze wie Psychiatrische TK oder Gyn vorziehen, ein normalert Einsatz auf den Stationen ist aber nahezu unmöglich!
Man steigt dann nach Geburt und ggf Elternzeit wieder ein.

Jetzt kommt aber dazu, dass dieses Jahr die LETZTE GuKP Ausbildung startet und danach eben nur noch Generalistik angeboten wird.
Ein Wechsel wird nicht ohne weiteres möglich sein- die Theorie zur GuKP wird ja nicht mehr angeboten.

Im nächsten Jahr beginnt die Generalistik, die deutlich schärfere Fehlzeitenregelungen vorsieht. Auch ist der Einsatz zB in der ambulanten Pflege schwanger nicht möglich- dieser macht aber in den ersten beiden Jahren einen Anteil von 11 Wochen aus!

Ausbildung und Schwangerschaft passen nicht gut zusammen ....überleg Dir, den Kinderwunsch vorzuziehen und dann in 2 oder 3 Jahren die Ausbildung zu beginnen.
Sollte die Kinderbetreuung nicht abgedeckt sein, ist es sowieso schwierig den Dienst um 6 Uhr zu beginnen.
Von "unsere" schwangeren Schülern kommt so gut wie keiner wieder....
 
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Jillian

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@renje So kategorisch unmöglich scheint es nicht zu sein, wenn es doch die besagte Schülerin wie beschrieben durchgezogen hat. Wie sie es geregelt hat, weiß ich im Einzelnen nicht. Aber sie war nach 3 Jahren examiniert. Mit Kind.
 

Martin H.

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Ich überlege Ausbildung als GuK oder Duales Studium ab nächstes Jahr anzufangen.
Ab dem Jahr 2020 gibt es keine Ausbildung zur GuK mehr.
Es gibt dann nur noch die generalistisch ausgebildete Pflegefachfrau (bzw. -mann) oder aber (wer das möchte) kann nach zwei Jahren sich für die Altenpflege oder die Kinderkrankenpflege entscheiden.
Siehe auch
 

-Claudia-

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Ausbildung und Schwangerschaft passen nicht gut zusammen ....überleg Dir, den Kinderwunsch vorzuziehen und dann in 2 oder 3 Jahren die Ausbildung zu beginnen.
Sollte die Kinderbetreuung nicht abgedeckt sein, ist es sowieso schwierig den Dienst um 6 Uhr zu beginnen.
Von "unsere" schwangeren Schülern kommt so gut wie keiner wieder....

Ich kenne ein paar Schülerinnen, die die Ausbildung nach Mutterschutz und teilweise Elternzeit wieder aufgenommen und erfolgreich abgeschlossen haben. Ganz ohne Unterbrechung ging es natürlich nicht, aber sie standen auch nicht ohne Berufsabschluss da. Kommt zwar sicherlich auf das soziale Netz zur Kinderbetreuung an und aufs Leistungsvermögen der jungen Mutter, aber unmöglich ist das nicht.
 

Lillebrit

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Das soziale Netz ist das A und O ! Leider ist das bei den jungen Schülerinnen (Anfang bis Mitte 20), die ungeplant schwanger werden oft nicht gegeben...
Kindergartenzeiten sind nicht mit Schichtdienst vereinbar und als kleine Schule auf dem Lande kann man keinen Teilzeitkurs einrichten.
 
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Ach so , was man nicht vergessen darf: die Schwangerschaft ist das eine , die echten Probleme kommen wenn das Kind da ist!
Arbeitsrechtlich hat man Anspruch auf 10 Tage "Kind Krank" pro Jahr, aber im Ausbildungsrecht werden diese Zeiten den Fehlzeiten der Mutter zugerechnet!
Nicht selten kommt es also bei Müttern zu einer Überschreitung der Fehlzeiten durch das Kind....was eine Verlängerung der Ausbildung nach sich zieht.
Ohne echtes soziales Netz (z.B. Betreuungsmöglichkeiten des kranken Kindes durch die nicht mehr erwerbstätige Oma, die Inder Nähe lebt ) ist es schwer ....
 

MazalTov

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Jetzt habe ich noch paar Fragen an euch, ich versuche das zu formulieren:

1. Mutterschutz geht ab dem Tag, wo ich dem Arbeitgeber Bescheid sage dass ich schwanger bin? also ab 2-3 Monat Schwangerschaft bis Geburt gehen noch ja 7 Monate, und danach noch Mutterschutz nach Geburt? Also ich verliere 1,5 Jahr?

2. Bevor ich schwanger werde, darf ich zB mehr Stunden machen oder abarbeiten damit es für Zukunft angerechnet wird?

3. Welche Möglichkeiten bestehen für mich, wenn ich bei Charite mache? Dort fängt Ausbildung 2 Mal im Jahr an, ich träume nur Halbes Jahr zu verpassen (!!!!!!!!!!!!!)

Leider kann ich ein Kind nicht planen oder so, aber mindestens 1 Jahr wird es noch dauern bis ich Schwanger werde oder auch 2 da ich vor kurzem mein Vater verloren habe durch Krebs und erst Mal das eine abarbeiten möchte. Nur 3 Jahre ist lang.

Ich habe kaufmännischen Abschluss als Immobilienkauffrau, durfte ich dann die Weile mindestens in Aufnahme arbeiten?
ich möchte selber nicht zuhause sitzen und dieses Ausbildung ist sehr wichtig für mich.
Früher hatte ich immer Kinder verschoben und gearbeitet, das hat zu dem Punkt gebracht, wo ich alleine mit 34 da stehe und keine Familie habe und aus diese Fehler habe ich gelernt - man muss sich Gedanken vorher machen und sich gut vorbereiten.
 

-Claudia-

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Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung. Auf den ersten Teil darf frau im Einverständnis mit dem Arbeitgeber verzichten, die acht Wochen nach Geburt sind unumgänglich.
 

MazalTov

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6 Wochen vor der Geburtstermin? dh fast ganze Schwangerschaft darf ich arbeiten? 8 Wochen nach Geburt ist ja verständlich.
 

MazalTov

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Mir scheint, dass ich mindestens 1 Jahr verpasse, dies passiert aber auch in jeden anderen Beruf.
 

-Claudia-

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6 Wochen vor der Geburtstermin? dh fast ganze Schwangerschaft darf ich arbeiten?
Jepp. Das Mutterschutzgesetz untersagt nur bestimmte Tätigkeiten mit Gefährdungspotential. Z.B. darf eine werdende Mutter nicht mehr nach 20 Uhr arbeiten und einige Tätigkeiten mit potentiellem Verletzungsrisiko nicht durchführen. Gegen das Arbeiten an sich spricht während der Schwangerschaft nichts. Vorausgesetzt natürlich, Mutter und Kind geht es gut.
 
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Mutterschutz ist das eine. Aber das andere ist, wie hier z.T. schon angeklungen ist, das Beschäftigungsverbot. Z.B. wird dieses auch ausgesprochen, wenn du nicht über ausreichenden Immunschutz verfügst. Beispielsweise Parvovirus oder CMV sind für das Kind gefährlich, wenn du dich während der Schwangerschaft damit infizierst. Ich weiß nicht, ob es allgemein so ist, aber bei uns ist es so, dass du bei negativem CMV-Status sofort ins Beschäftigungsverbot gehst. Und auch, wenn du grundsätzlich weiterarbeiten darfst, sind, wie ebenfalls schon angeklungen ist, eben sehr viele Tätigkeiten verboten, z.B. alles, was mit Blut zu tun hat, also Spritzen, Infusionen... Und da diese Dinge auch Ausbildungsinhalte sind, könnte es schon sehr schwierig werden, das durchzuziehen (schwierig heißt aber nicht unmöglich).
Na ja, und dann muss man natürlich auch mal vorsichtig daran denken, dass nicht jede Schwangerschaft gleich ist und wie im Kapitel "Physiologische Schwangerschaft" im Lehrbuch verläuft. Du kannst unter Übelkeit und Erbrechen leiden, womit du dann nicht wirklich arbeiten gehen kannst. Und wenn du jetzt 34 bist und in 1-2 Jahren schwanger werden willst... Über 35 zählst du als Risiko-Schwangere. Und auch wenn dir natürlich jeder eine schöne und unkomplizierte Schwangerschaft wünscht, kann es nunmal leider sein, dass es Probleme gibt (z.B. vorzeitige Wehen, Frühgeburtsbestrebungen... mehr zähle ich jetzt nicht auf, weil ich dir keine Angst machen will), mit denen du keinesfalls mehr arbeiten kannst. Das ist nicht unbedingt der Regelfall, aber eben auch nicht ausgeschlossen, und das sollte man berücksichtigen.
 

MazalTov

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Also,
wenn ich das jetzt richtig verstanden habe,
wenn mir und Baby gut geht, könnte ich eventuell in halben Jahr wieder in Ausbildung zurück kommen, da bei Charite 2 Mal im Jahr man anfangen kann und diese Zeit bekomme ich weiter 75% der Ausbildungsgeldes gezahlt oder?

Ich will nur mir alles ausrechnen und vorbereitet sein.
 

Neuromaus

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Ich will nur mir alles ausrechnen und vorbereitet sein.
Deswegen solltest du nicht nur den Idealfall betrachten, den du dir wünschst (dir und dem Baby geht es gut, und du kannst nach 6 Monaten wieder einsteigen). Zumal es ja auch auf den Zeitpunkt ankommt. Wenn dein Mutterschutz kurz nach Beginn des neuen Ausbildungshalbjahres beginnen würde, würdest du ja auch mindestens die 8 Wochen Mutterschutz nach der Geburt in diesem neuen Halbjahr fehlen. Und den Geburtstermin so genau zu planen, dass er genau in diese Zeiten passt, dürfte nicht so einfach sein.
 
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