Mundschutz tragen zwischen operativen Eingriffen?

schnuppi

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Hallöchen!
in unseren OP- Sälen haben wir Raumluftklasse 1a/ Laminar Air Flow. In dem angrenzenden Sterilgut Bereich - dort werden Instrumentensiebe und Einmalmaterial gelagert - 1b.

Tragt Ihr den Mundschutz auch zwischen 2 Eingriffen?
Ich finde es einfach angenehm, wenn man den Mundschutz nach Anlegen eines Verbandes und dem sterilen Vorbereiten der nächsten Operation entfernen und einfach mal frei durchatmen kann.

Nun sollen wir durchgehend, laut Hygiene, den Mundschutz in diesen Bereichen tragen, auch, wenn keine Operation stattfindet. Zudem soll das Reinigungspersonal während der Zwischenreinigung einen Mundschutz tragen.

Wie wird das in Euren OP- Abteilungen gehandhabt?
 

FLORA.BLEIBT

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nöö.. nur bei saal aufenthalt
 

schnuppi

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@ Flora .bleibt
Was meinst Du mit: Nö, nur bei Saal Aufenthalt.
Immer, wenn Du Dich im Saal aufhälst, oder nur, wenn ein Patient im Saal ist. Und das Reinigungspersonal?
 

opjutti

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Bei uns wird im Saal, im Waschraum, in der Einleitung und in den Sterilgutlagern immer Mundschutz getragen. Selbstverständlich auch zwischen den Operationen und natürlich tragen auch unsere Reinigungskräfte Mundschutz bei der Zwischen- und Endreinigung.

"Durchatmen" können wir auf dem Versorgungsgang und im Aufenthaltsraum.

Schönen Arbeitstag!
 
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schnuppi

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Bei uns wird im Saal, im Waschraum, in der Einleitung und in den Sterilgutlagern immer Mundschutz getragen. Selbstverständlich auch zwischen den Operationen und natürlich tragen auch unsere Reinigungskräfte Mundschutz bei der Zwischen- und Endreinigung.

"Durchatmen" können wir auf dem Versorgungsgang und im Aufenthaltsraum.

Schönen Arbeitstag!
Danke, opjutti. Dir auch.
 

FLORA.BLEIBT

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bei uns nur wenn pat. im saal ist
 

matras

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Es ist unerheblich wie das woanders gemacht wird! Eure Hygiene sollte die Festlegung durch die Hygienekommission treffen lassen. Dies Festlegung durch die Hygienekommission hat für Euch in Euren Haus Dienstanweisungscharakter und ist damit für alle verbindlich. Die Festlegungen können von Haus zu Haus variieren und sind im Allgemeinen den Bedürfnissen der jeweiligen Klinik angepasst.
 

FLORA.BLEIBT

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naja kann ja trotzdem interessant sein mal einen blick über den tellerrand zu werfen und sich zu erkundigen wie es so in anderen häusern läuft... also ruhig blut...
 
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matras

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Schnabelbecher

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Sobald der Verband drauf ist,nehmen wir den MS ab,wenn wir wollen.
Im leeren Saal, auf den Fluren,etc tragen wir meistens keinen Mundschutz.
 

OP-Assi

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Spannend, dass das so unterschiedlich gehandhabt wird.

Also, ich habe in meinem OP-Praktikum ziemlich klare Regelungen kennen gelernt, die auch die Auszubildenden dort als "State of the Art" bestätigen. (Ausnahme ist ein ambulante OP, indem ich mal hospitiert habe. Der hat 'ne ander Stufe gehabt, da dort nur kleine HNO-Eingriffe stattfinden.) Im ganzen ZOP galt immer im Saal Maske tragen und auf dem Sterilgutflur auch. Wenn man Siebe oder Technik von irgendwo herholt bleibt die Maske einfach auf. Finde ich auch sehr logisch. Es ist ja nicht im Sinne einer Keimminimierung, wenn ich schön meine Luft in den Raum atme bis der Patient dazustößt und dann z.B. am offenem Knie operiert wird. Die Keime verbleiebn ja eine weile im Raum und können trotz RLT aufgeschleudert werden. Wie auch opjutti beschrieben hat, gilt das uneingeschränkt für alle, auch Reinigungskräfte etc. Auch wer nur kurz durch die Tür schaut, hat die Maske vorm Mund zu haben. In den Raum reinzugehen, und sie dann erst aufzusetzen oder ähnliches wurde nicht tolleriert.

Schon klar, es gelten die Hausstandards. Ich sage nur, das macht aus meiner Sicht viel Sinn. Die Anforderungen aus der Literatur sind ja sowieso häufig utopisch. Heißt ja aber nicht, dass man zumindest einigermaßen dicht herankommen sollte. Aber was weiß ich schon. :D Fange ja erst meine Ausbildung an.
 

matras

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Die darin puplizierten Sachverhalte sind auch nicht wirklich neu. Trotzdem halten die Berufsgenossenschaften an der Trennung stur fest!!!
 

FLORA.BLEIBT

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neu nicht, aber nun sind sie wirklich wissenschaftlich fundiert.

das die BG daran festhält hat ja auch ganz andere gründe..
 

Zabe

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Festzuhalten ist, dass der Mitarbeiter sich in einem sterilen Bereich aufhält.
Der Mensch ist in diesem Umfeld die größtmögliche Kontaminationsquelle. Deshalb sollte der Mitarbeiter definitiv einen Mundschutz tragen, solange wie er sich in einem Raum befindet der eine sterile Arbeitsumgebung fordert. Der Mundschutz ist somit genauso wie Handschuhe etc. nötig um die Umgebung nicht zu kontaminieren.

Zum Thema "durchatmen" gibt es ebenfalls bestimmte Vorgaben die nicht überschritten werden dürfen. Sobald der Mundschutz als FFP1 eingestuft wird, ist die maximale Tragezeit pro Arbeitsgang vorgeschrieben. (Mehr dazu in der Tabelle 32, DGUV-R 112-190, Arbeitsschwere A2)


Freundliche Grüße
 

einer

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Deshalb sollte der Mitarbeiter definitiv einen Mundschutz tragen, solange wie er sich in einem Raum befindet der eine sterile Arbeitsumgebung fordert. Der Mundschutz ist somit genauso wie Handschuhe etc. nötig um die Umgebung nicht zu kontaminieren.
Ich habe auch nie durchgehend mit Handschuhen im OP gearbeitet. Zumindest nicht als Springer.

Zum Thema "durchatmen" gibt es ebenfalls bestimmte Vorgaben die nicht überschritten werden dürfen. Sobald der Mundschutz als FFP1 eingestuft wird, ist die maximale Tragezeit pro Arbeitsgang vorgeschrieben. (Mehr dazu in der Tabelle 32, DGUV-R 112-190, Arbeitsschwere A2)
Bitte die Quelle wenn möglich so hinterlegen, dass man sie finden kann. Bei Eingabe der von dir genannten Quelle landet man immer auf Seiten für Atemschutz (Geräte) Aber ohne Bezug zu Schutzmasken, die in Krankenhäusern üblich sind.

LG Einer
 

Zabe

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Guten Abend,
das Sie teilweise keine Handschuhe im OP getragen haben ist kein Argument dafür den Mundschutz ebenfalls nur teilweise zu tragen.
Ich kenne auch Kunden die bei der Zubereitung von Zytostatika keine Handschuhe tragen wollen, "da sie das schon seit 20 Jahren so machen und sie noch leben." Diese Argumentationen führen zu keinem Ergebnis und haben keinen rechtlichen und wissenschaftlichen Hintergrund.
Sie haben im Gesundheitswesen eine Verantwortung gegenüber einem Patienten. Das Tragen von Hygienebekleidung ist das mindeste, um diese Verantwortung gerecht zu werden.

Anbei die Quelle für das Thema FFP1 Masken und Tragezeitbegrenzung. Leider gibt es keine einzelne Ausgabe zu diesem Thema der DGUV.
Fragen und Antworten - Rund um Einsatzkleidung, Handschuhe und Co. - Arbeitsschutz im Ehrenamt
 

einer

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das Sie teilweise keine Handschuhe im OP getragen haben ist kein Argument dafür den Mundschutz ebenfalls nur teilweise zu tragen.
Habe ich auch nie behauptet. Im OP-Saal trage ich grundsätzlich einen Mundschutz. Ich bezog mich lediglich auf die Empfehlung, im OP-Saal (ich vermute, dass damit der Sterilbereich gemeint ist) grundsätzlich immer Handschuhe zu tragen, um eine Kontamination zu vermeiden. Auch mit Handschuhen kann ich Flächen oder Patienten kontaminieren. Bei Tätigkeiten ohne Patientenkontakt oder Kontakt mit kontaminierten Oberflächen ist die regelmäßige hygienische Händedesinfektion weitaus effektiver. Das dauerhafte Tragen von Handschuhen gaukelt einem "Sauberkeit" nur vor.

LG Einer

P.S. Standart OP-Mundschutz (Korrekt: Mund-Nasen-Schutz) sollte übrigens bei Verschmutzung oder Durchfeuchtung, spätestens aber alle 2 Stunden gewechselt werden !!
Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

P.P.S. Standardmäßig wird im OP mit "normalen" OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz) gearbeitet. Atemschutzmasken (FFP) werden nur in Fällen aerogen-übertragbarer Krankheiten im OP eingesetzt.
 

Schwester B.

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Eine Frage:
Ich kenne es so: der Mund-Nasen-Schutz wird vor jeder OP gewechselt; spätestens nach 2 Stunden.
Ich werde demnächst im Augen-OP einer Praxis arbeiten. Dort fängt der Arbeitstag mit bis zu 13 Katarakt-OPs an. Beim hospitieren ist mir aufgefallen, dass die Mitarbeiter den Mundschutz nicht vor jeder OP wechseln. Die Begründung: die Eingriffe dauern nur eine Viertelstunde und mit Blutspritzern hätte man ja kein Problem in dem Fach. :oops:

Wie seht ihr das?
 

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