Medizinstudium nach dem Examen

Themary

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Hallo, ich hoffe dass mir vielleicht jemand weiterhelfen kann.
Ich befinde mich gerade am Anfang des 2. Jahres in der Ausbildung und es ist das Richtige für mich. Allerdings bin ich noch unter 20 und wenn ich meine Ausbildung hoffentlich erfolgreich abschließe, dann bin ich voraussichtlich 21/22 Jahre alt. Ich habe nicht vor, 45 Jahre lang als GuK im Krankenhaus zu arbeiten, ich weiß, dass es sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten gibt und nicht nur ein Krankenhaus mein Arbeitgeber sein kann, aber ich liebe das Krankenhaus als Arbeitsplatz und möchte das auch in der Zukunft nicht missen.
Habe nun überlegt, mich nach meinem Examen für Humanmedizin zu bewerben, da mich das Medizinische weitaus noch mehr interessiert. Ich habe darüber vorher nie wirklich nachgedacht, da ich es für sehr unrealistisch hielt. Mein Abitur habe ich mit 3,3 bestanden und mir ist bewusst, dass das nicht eine Glanzleistung ist. Die Frage ist, ob ich mir die Ausbildung nach dem bestandenen Examen und erhaltener Urkunde direkt mit anrechnen lassen kann bei der Bewerbung für Humanmedizin, oder brauche ich zusätzlich für die Anrechnung noch Berufserfahrung? Außerdem habe ich ja zusätzlich Abi, womit ich ja grundsätzlich eine weitere Voraussetzung erfülle. Ist meine Vorstellung/Hoffnung überhaupt realistisch, wenn auch mit einigen Wartesemestern, in denen ich ja dann arbeiten gehen kann? Hoffe mir kann jemand weiterhelfen, vielen Dank im Voraus :-)
 
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Gelöschter User 50029

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mit dem abi wirst du selbst nach der Ausbildung noch ne ganze weile arbeiten müssen bist du nen platz bekommst...
 

Martin H.

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Kann man so pauschal nicht sagen, da die Vergabe der Studienplätze in Medizin (nach meinem Wissensstand) nicht nur über die Abiturnote erfolgt, sondern außerdem noch über Wartesemester sowie über den "Medizinertest":
Startseite und Aktuelles
Kann außerdem sein, daß einem bestimmte Sachen auch noch angerechnet werden, also früher war das z. B. Zivildienst, ein freiwilliges soziales Jahr o. ä.
Hab hierzu noch diese Seite gefunden:
https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=281
 
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Gelöschter User 50029

Gast
richtig, aber selbst dann wirst du nicht direkt reinkommen.. momentan läuft eine klage zur abschaffung des NC. ein urteil wird mitte/ende 2018 erwartet. laut Experten sehen die chancen auf erfolg der klage aber eher schlecht aus.
 

-Claudia-

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Die reguläre Wartezeit beträgt zurzeit 12 oder 13 Semester. Die Verdoppelung der Wartesemester durch den Besuch einer Ausbildung wurde schon vor etlichen Jahren abgeschafft, so dass Themary nach Abschluss der Ausbildung erst sechs Wartesemester aufweisen könnte (bei ihrem Alter gehe ich davon aus, dass der Ausbildungsbeginn unmittelbar nach dem Abitur erfolgte). Nach weiteren drei bis dreieinhalb Jahren im Beruf hätte sie ihren Studienplatz sicher, vorausgesetzt, dass sich die Anzahl der Wartesemester bis dahin nicht nochmals erhöht.

Ein Teil der Studienplätze wird aber von den Hochschulen direkt an Bewerber vergeben, auch bei einer geringeren Anzahl an Wartesemestern. Da wäre eine abgeschlossene Krankenpflegeausbildung möglicherweise von Vorteil. Ein früherer Kollege von mir hat so einen Medizinstudienplatz erhalten; allerdings hatte er zuerst die Krankenpflegeausbildung gemacht und dann, nach einigen Jahren Berufserfahrung, das Abitur nachgeholt.
 

Lillebrit

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Alternativ kannst Du natürlich auch an eine Uni ohne NC gehen: Witten/Herdecke, Budapest oder Szeged. In Witten musst Du allerdings ein sehr aufwändiges Aufnahmeverfahren durchlaufen....es gibt etwa 1200 Bewerber auf 40 Plätze. Was dort aber zählt sind Persönlichkeit und Eignung- nicht die Note :-) Fairerweise muss ich dazu sagen, dass es alles Privatuni sind. Zumindest in Witten kannst Du aber durch den umgekehrten Generationenvertrag die gebühren nach dem Studium zahlen. Im Ausland sind diese meines Wissens nach sofort zu entrichten,.
 

Onkel Etsch

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Was die Wartezeit angeht: es stimmt, dass man wenn man entsprechend lange gewartet hat was bekommen sollte, allerdings nur bis zu einer gewissen Notengrenze. Kann man auch bei Hochschulstart nachlesen: Der letzte zugelassene Bewerber mit x Wartesemestern UND Note x. Das Und ist entscheidend.
 

Martin H.

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Was die Wartezeit angeht: es stimmt, dass man wenn man entsprechend lange gewartet hat was bekommen sollte, allerdings nur bis zu einer gewissen Notengrenze.
:?: Wo steht das denn, kannst Du mal die genaue Passage zitieren? Bzw. unter welchem Unterpunkt dort steht das?
Und welche Note sollte das sein?
 

Onkel Etsch

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Hier der Originaltext —zu finden unter Erläuterung Wartezeitquote:

„Für die Wartezeitquote wird eine Rangliste aller Bewerber anhand der Zeit, die seit dem Erwerb der Studienberechtigung verstrichen ist, aufgestellt. Nicht gezählt werden allerdings Semester, die jemand an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war.

Bei den Auswahlgrenzen ist jeweils die Zahl der Semester genannt. In Klammern ist die Abiturnote als zusätzliches Kriterium bei gleicher Wartezeit aufgeführt.

Beispiel:
Eine Ziffernfolge von 11 (1,9) bedeutet, dass alle Bewerber mit zwölf und mehr Semestern Wartezeit zugelassen werden konnten. Von denjenigen mit elf Semestern Wartezeit konnten nur diejenigen mit einer Abiturnote von 1,9 oder besser zugelassen werden.

Sollten Bewerber mit den vorgenannten Kriterien nicht zugelassen werden können, entscheiden die nachrangigen Kriterien wie ein abgeleisteter Dienst (Wehr- oder Zivildienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, europäischer Freiwilligendienst) und das Los über die Zulassung.“
 

BellaSwan2012

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@Themary
Ich würde an deiner Stelle schon für den nächsten Semester bewerben, damit du anfängst Wartesemester zu sammeln.
Die Idee von Lillebrit ist auch gut, du könntest im Ausland studieren oder eventuell dort anfangen und nach einigen Semester nach Deutschland wechseln, soll wohl auch möglich sein.
 

Martin H.

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Danke für die Erläuterung @Onkel Etsch :ccol1:
Aber es steht ja in Deinem Link, daß man als Bewerber auch mit schlechterer Note u. U. reinkommt:
Sollten Bewerber mit den vorgenannten Kriterien nicht zugelassen werden können, entscheiden die nachrangigen Kriterien wie ein abgeleisteter Dienst (Wehr- oder Zivildienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, europäischer Freiwilligendienst) und das Los über die Zulassung.“
 

-Claudia-

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Ich würde an deiner Stelle schon für den nächsten Semester bewerben, damit du anfängst Wartesemester zu sammeln.
Bewerben ist unnötig - sie sammelt ab dem Abitur automatisch Wartesemester, es sei denn, sie studiere ein anderes Fach. Tut sie im Augenblick aber nicht.

Siehe die verlinkte Seite: https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=281

Wer beispielsweise nach dem Abitur zuerst eine Berufsausbildung absolviert und sich am Ende der Ausbildung zum ersten Mal um einen Studienplatz bewirbt, bekommt die entsprechende Anzahl von Semestern als Wartezeit angerechnet. Das gleiche gilt für Auslandsaufenthalte oder einen "Dienst" (Wehrdienst, Zivildienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr). Wer ausreichend lange gewartet hat, kommt auch in den NC-Fächern mit Sicherheit zum Studienplatz.
 

BellaSwan2012

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Okay, war mir nicht bewusst. Finde es aber auch unlogisch. Erst mal sollte doch ein Mensch seine Absicht zum Studieren durch eine Bewerbung zum Ausdruck bringen. So eine allgemeine Selbstverständlichkeit, dass jeder Abiturient studieren möchte finde ich schon elitär :evil:.
 

kräuterfrau

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Okay, war mir nicht bewusst. Finde es aber auch unlogisch. Erst mal sollte doch ein Mensch seine Absicht zum Studieren durch eine Bewerbung zum Ausdruck bringen. So eine allgemeine Selbstverständlichkeit, dass jeder Abiturient studieren möchte finde ich schon elitär :evil:.
Bewerben muss man sich schon. Nur nicht "vorzeitig", sondern zu dem Semester in dem man studieren möchte. Dabei werden die "Wartesemester" automatisch berücksichtigt.
 

-Claudia-

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Nicht jeder Abiturient möchte studieren, aber jeder Abiturient könnte es. Deswegen heißt das Teil doch korrekt "allgemeine Hochschulreife".
 

renje

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Ist meine Vorstellung/Hoffnung überhaupt realistisch, wenn auch mit einigen Wartesemestern, in denen ich ja dann arbeiten gehen kann?
Das Formale wurde ja dargelegt und die Möglichkeiten.
Realismus bringst du auch dadurch rein, dass du dir deine Noten in naturwissenschaftlichen Fächern ansiehst und den Aufwand, den du dafür betreiben mußt.
Wenn du z.B. in Anatomie/Physiologie/Krankheitslehre nicht auf eher sehr gut kommst mit nicht allzu großem Aufwand, würde ich in mich gehen, ob ein Med. Studium für mich zu bewältigen wäre, da der Lernaufwand dafür deutlich höher sein dürfte.
 
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Wenn du z.B. in Anatomie/Physiologie/Krankheitslehre nicht auf eher sehr gut kommst mit nicht allzu großem Aufwand, würde ich in mich gehen, ob ein Med. Studium für mich zu bewältigen wäre, da der Lernaufwand dafür deutlich höher sein dürfte.

Jetzt übertreibts mal nicht. Ich war lange Pflegehilfskraft, und habe trotzdem in Regelstudienzeit und ohne eine einzige Prüfungswiederholung durchgezogen. Das Medizinstudium ist weniger eine Frage des Könnens, als eher des Willens.
 
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renje

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Das Medizinstudium ist weniger eine Frage des Könnens, als eher des Willens.
Ja genau, nichts anderes wollte ich damit sagen.
Wenn der Willen, respektive Motivation bereits in der GuKausbildung sich "nur" in durchschnittlichen Leistungen vor allem in den natuwissenschaftlichen Fächern wiederspiegelt, sollte man darüber mal intensiv Nachdenken.

Können, ja vielleicht auch.
Es gibt Lerntypen denen fällt es einfacher und andere müssen dafür einen höheren Aufwand betreiben.
Wobei wir wieder bei der Motivation wären.
 
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