Konzept Dekubitusprävention

Dieses Thema im Forum "Pflegestandards und Qualitätsmanagement" wurde erstellt von Fast1engel, 31.07.2016.

  1. Fast1engel

    Fast1engel Junior-Mitglied

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    Hallo, ihr Lieben,

    ich beschäftige mich derzeit sehr stark mit dem Thema 'Dekubitusprävention', da dies ein Benchmarkkriterium sein wird.
    Wie ist das bei euch im Haus? Ist das bei euch dezentral auf den Stationen geregelt oder habt ihr eine zentrale Abteilung, die sich Patienten auf Anfrage oder generell alle neuen Patienten anschaut?
    Was passiert bei euch, wenn ein Patient einen Dekubitus bei euch erwirbt? Werden mit der Feststellung 'Pat XY hat an der Ferse einen neu aufgetretenen Dekubitus' Mechanismen ausgelöst, die über die Maßnahmen im 'normalen' Pflegestandard im Haus hinausgehen?
    Ich merke gerade, ich will eigentlich in die Metaebene, den Standard über dem Standard :-)

    Danke schon mal für eure hoffentlich zahlreichen Antworten :-),

    der Fast1Engel
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Mittels des ePA-AC-Bogens wird zeitnah nach der Aufnahme u.a. das Dekubitus-Risiko erfasst sowie ein Dekubitus, der bei Aufnahme bereits vorliegt, dokumentiert. Selbstverständlich geschieht dies durch das Pflegepersonal auf Station, bei 30.000 Patienten pro Jahr wäre das ja gar nicht zentral zu leisten (und abgesehen davon auch nicht sinnvoll, meiner Meinung nach).

    Ein erhöhtes Dekubitusrisiko mündet bereits in entsprechende pflegerische Maßnahmen; diese werden natürlich dokumentiert.

    Hat ein Patient einen Dekubitus, so wird dies zentral erfasst, in dem ein Formular ins PDL-Büro gefaxt wird. Bei Entlassung des Patienten wird das selbe Formular aktualisiert (Wie sieht der Dekubitus zum Entlasszeitpunkt aus?) und wieder per Fax ins PDL-Büro gesandt. Dies gilt sowohl für einen bei Aufnahme vorhandenen Deku als auch für die, die sich während des Aufenthalts entwickeln.
     
    Susanne2807 gefällt das.
  3. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    ~~~ Womöglich ein wenig off topic ~~~

    Das Formular bei Entlassung ins PDL-Büro zurück zu faxen kann´s nicht gewesen sein.

    In der ambulanten bekommen wir den Patienten aus der Klinik (frisch oder zurück).
    Schauen ihn an und "ach du Sch..." stehen wir da (gerne am Freitagnachmittag) :
    - Dekubitus
    - Kein Verbandmaterial
    - Keine AVO
    - Keine Rezepte

    Von rechts (und links) wegen, sollte ich "die Annahme verweigern" und sofort einen Krankentransport - zurück in die Klinik - bestellen.

    In unserer Region ist der Expertenstandard Entlassungsmanagement noch nicht in den Kliniken angekommen.

    "Metaebene" --- haben wir doch ! :
    Den Expertenstandard (hier: Dekubitus)
     
  4. Fast1engel

    Fast1engel Junior-Mitglied

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    Guten Morgen und danke schon mal für eure Antworten :-)

    @Elfriede: Was die Überleitung geht, dafür bin ich selbst zuständig und schaue, daß mit dem PD ein Telefonat stattgefunden hat ( in besonderen Fällen verabreden wir uns auch zum gemeinsamen VW auf Station- abhängig von der Fachabteilung), weiterhin wird jedem Pat angeboten, ein Homecare- Unternehmen mit Wundspezialisten einzuschalten, wenn der Patient das nicht möchte oder der Pflegedienst einen eigenen Versorger hat, dann geben wir mindestens für einen VW Material mit. Damit bin ich ganz zufrieden, das läuft ganz gut.

    Problematisch ist die Tatsache, daß wir viele angeblich neu aufgetretene Dekubitus haben, die, wenn man sie sich näher anschaut, aber eher mitgebracht wurden und die nicht adäquat dokumentiert wurden. Da es sich bei unserem Personal überwiegend um 3- jährig Examinierte handelt, von denen viele auch die Ausbildung in unserem Haus gemacht haben, irritiert mich das. Dazu kommt, das unser Casemanagement auch Feuchtigkeitsschäden als Dekubitus codiert, wenn die PP die Wunde als Dekubitus angelegt haben *gnarf*

    Ich weiß nicht so genau, wo ich ansetzen soll, deswegen frag ich mich, wie läuft's bei euch? :-)

    Einen sonnigen Tag wünscht der
    Fast1Engel ;)
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Dann solltest Du der Ursache dieses Phänomens auf den Grund gehen: Können die Pflegekräfte den Unterschied zwischen Dekubitus und Intertrigo beurteilen? Kennen sie das korrekte Verfahren zur Dokumentation? Haben sie die nötige Zeit zur Verfügung?

    Allein das wer-weiß-wann erreichte Examen schützt nicht vor Defiziten.

    @Elfriede: Das Fax dient lediglich zur Erfassung der Dekubitus-Inzidenz in unserem Haus. Die pflegerischen Maßnahmen inklusive der Überleitung sind damit natürlich nicht erschöpft.
     
  6. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Könnte sein, dass das Casemanagementprogramm keinen Intertrigo kennt.
    Ein häufiger Haken bei computergestützten Systemen.
    Also klickt man an, was dem nahekommt.
    Eine Rückmeldung an die IT-Abteilung, dass das Programm löcherig ist,
    kostet Zeit und - vor allem - Nerven.
     
  7. Susanne2807

    Susanne2807 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    woran erkennst du denn wie alt ein Dekubitus ist?

    Susanne
     
  8. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Je nach Größe eines Hauses eine mehr oder weniger gute Idee ;)

    Definiere bitte "normaler" Pflegestandard.
    Ersteinschätzung mittels Pflegeanamnese innerhalb von 24 Stunden von der Pflegekraft.
    Das wäre in deinem Fall der Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe in der Pflege mit der 1. Aktualisierung aus 2010. Der derzeit überarbeitet wird, die neue Version ab 2017.

    Genau in diesem Standard steht was zu tun ist, und was tun wenn was passiert ist.

    lg
    Narde
     
  9. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Auch off-topic: Natürlich sollte die Pflegeüberleitung besser ablaufen als von Dir beschrieben. Je nach Dekubitusstadium und Exsudationsmenge lässt sich aber gut mit modernen Wundversorgungsmaterialien arbeiten, die tagelang auf der Wunde verbleiben können und auch sollen. Das Personal im Krankenhaus darf weder Rezepte noch ärztliche Verordnungen ausstellen.
     
    #9 -Claudia-, 04.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 04.08.2016
  10. Miriam46

    Miriam46 Newbie

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    Neben der Erfassung der "daten" wenn ein Patient aufgenommen wird, sollte das auch einige massnahmen triggern.
    Wenn die erste untersuchung einen Dekubitus zeigt, dann muss das auch dokumentiert werden und zwar sofort oder sehr zeitnah und nicht Tage spaeter. Normalerweise relevant is Ort, welche Tiefe, Tiefe und Groesse (wird gemessen mit millimeter scale), Geruch, Absonderungen, Farbe und so weiter. Wenn man die Tiefe nicht beurteilen kann, oder die Wunde weil die schwarz ist oder so, dann muss das auch so dokumentiert werden.
    Alle Patienten brauchen Standard massnahmen zur Verhuetung aber wenn ein Dekubitus schon da ist, dann sollte das auch spezifisch anderes triggers zum Beispiel Konsult von einem Wund spezialisten, nutrition, und eine Verschreibung fuer die Pflege. Normalerweise wird hier die Wunde einmal die Woche richtig ausgemessen oder wenn sich was gravierend geaendert hat. Manche patienten brauchen eine spezielle matratze, da gibt es algorithmen.
    Wenn der patient entlassen wird, dann muss das alles in the Entlassung mit rein und Nachsorge muss statt finden.
    Hier in the USA ist es so dass wenn ein Patient einen Dekubitus in Krankenhause bekommt, die Versicherung dafuer nicht bezahlt. Es ist auch in der Qualitaetserfassung und jedes vierteljahr findet eine survey statt wo alle patienten angeschaut werden mit Daten erhebung.
    Es ist auch wichtig rauszufunden warum ein Decubitus entstanden ist, hier fuellt man einen incident report aus und dann wird eine root cause analysis durchgefuert.
     
    Elfriede gefällt das.
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