Intensivpflichtige Medikamente

Hallo Paula,

ein Patient mit einem Kalium von 7,2 hat auf einer Allgemeinstation nix zu suchen - da wird selbst einer erfahrenen Intensivkraft ganz übel. Sie geht schon mal den Defi holen:gruebel: und die Dialyse anfunken.

Wenn der Patient ein Kalium von 2,7 hat, dann ist das zwar niedrig, aber macht mir persönlich noch keine Magenschmerzen. Weil Kalium leicht substituiert werden kann.

Ich nehme an der Sinn der BGA-Kontrolle ist der Kalium und Glucosewert, den das Gerät auch mit misst.

Liebe Grüsse
Narde
 
Hallo !! Also BGA-Kontrollen sind doch auf Intensiv Routine und man macht se,bei uns zumindest,eh alle 2 Stunden. Und wenn die CVVH läuft,dann sowieso und hier stündlich. Ausführliches Labor wird bei uns generell 1 x pro Dienst gemacht. Aber gut,dies geht eben nur auf ITS oder IMC,deshalb sollte man irgendwelche K+ Experimente auch nicht auf anderen Stationen machen,dafür ist der Überwachungsaufwand einfach zu groß.
 
Es geht hier aber nicht um Patienten auf einer Intensivstation, zumindest kann ich das nicht aus dem Eingangspost entnehmen.
 
Hallo narde,

ich hab beides auf Normalstation allein während meiner Ausbilung schon gesehn: sowohl 7er als auch 2er Kalium. Die BGA mach ich in dem Fall natürlich wegen des Kaliums und des Blutzuckers, klar.

Und bei dem 7er Kalium hat das der Arzt der zuständigen Pflegekraft nur so im vorbeigehen gesagt... "Achja übrigens, der Patient hat ein Kalium von 7..."
Bin ich froh dass mir das auf ITS net so passieren kann :schraube:
 
Hallo,

ich habe bezüglich Überwachungspflicht bei Medikamenten auch mal eine Frage.

also ich arbeite auf einer Hämato/Onkologischen Station in einem Haus der Maximaversorgung. Das wir dort Patienten auf "normal/pheripher"Station liegen haben, die in kleineren Häusern vielleicht nicht dort liegen würden ist mir bewusst.

allerdings haben wir in letzter Zeit vermehrt Probleme mit der Menge an Medis die wir in einen Patienten "reindrücken" müssen.
So gibt es Beispiele das wir 260 mVal kaliumchlorid in einen Patienten über 24h und in insgesamt 1,5l Jonosteril und 1 L Aminomix verabreichen müssen, das die Kaliumwert des Pat. zwischen 1,9 und 2,5 schwankt.

So meiner unmaßgeblichen Meinung her müsste ein Patienten, erstens mit diesen Werten und dieser Menge an Kaliumsubstitution eigentlich auf eine IMC Station, um eben einem Monitoring angeschlossen zu werden, welches wir auf Station nicht leiste können (da wir nur 2 Dynamaps (RR+Pulsoxy) auf Station haben, 32 Patienten und regelmäßig die Dynamaps brauchen für autologe Transplantationen etc.)

Selbst wenn der Patient nicht ICU pflichtig (CRP, PCT, andere (Vital/Labor) Werte sprechen noch dagegen) sollte doch bei solchen Werten eine permanente EKG kontrolle vorsichtshalber angebracht sein , odeR?

Aber nun zu meiner eigentlich Frage , bezug nehmend auf den oben genannten Zustand. Gibt es eine Vorgabe (Hersteller, RKI, Bund der Krankenhäuser) , wo man nachlesen oder eben auch einem Arzt (Oberarzt) schriftlich vorlegen kann, wieviel man auf peripheren Station an Kalium maximal am Tag geben darf (über Port/ZVK bzw peripheren Zugägnen)?

Bisher habe ich leider nur von B.Braun eine Angabe gefunden das 200mmol/24h bei kalium <2,5 und maximal 400 mmol/24h bei Kalium <2,0 zu verabreichen wären. Aber keine definitive Aussage wieviel auf pheripheren Stationen davon OK sind.

Vielleicht kann mir jemand helfen oder eben auch sagen, das wir mit dieser Menge an Kaliumsubstitution einfach leben müssen.

mfg und danke
 
Es gibt sicher keine Vorgabe wie hoch die maximale Kaliummenge pro Tag ist die verabreicht werden darf auf einer Station.

Das A und O bei der Kaliumsubstitution ist die regelmässige Kontrolle des Spiegels, dies erreichst du nicht mittels eines Dynamaps oder EKG-Monitoring, sondern mit der BE. Dass die von dir genannte Kaliummenge, nicht peripher substituiert wird, versteht sich von selbst.
 
Das A und O bei der Kaliumsubstitution ist die regelmässige Kontrolle des Spiegels, dies erreichst du nicht mittels eines Dynamaps oder EKG-Monitoring, sondern mit der BE. Dass die von dir genannte Kaliummenge, nicht peripher substituiert wird, versteht sich von selbst.


Na daran hapert es ja schon^^ Es versteht sich von selbst, aber auch sowas wird peripher gegeben. Und die regelmäßigen BE belaufen sich auf 1 mal täglich. Also auch ein Zeitrahmen in dem sehr viel passieren kann.

Aber auf der anderen Seite, wenn ich Patienten haben, deren Kalium trotz der oben genannten Substitutionswerte stetig sinkt, und wir den bereich um 2 und niedriger erhalten, wäre doch schon ein monitoring angedacht, oder nicht. Das man sich bei Kalium von 3 und 2,7 noch nicht die ärgsten Gedanken macht, hat sich ja bei uns schon eingebürgert, aber eben jener Patient oben, ist ja bei einer "routine kontrolle" und symptomatik bei einem Wert von 1,4 aufgefallen.
 
Na daran hapert es ja schon^^ Es versteht sich von selbst, aber auch sowas wird peripher gegeben. Und die regelmäßigen BE belaufen sich auf 1 mal täglich. Also auch ein Zeitrahmen in dem sehr viel passieren kann.
Nicht das ihr euch falsch versteht. Narde meinte periphere Vene, nicht periphere Station :)

Die 1,4 waren WÄHREND der Substitution oder ohne SUbstitution und der Wert ist dann aufgfallen und DANN hat er das Kalium bekommen?

1,4 ist ja nun recht wenig, da sollte dann schon engmaschig noch ne Kontrolle erfolgen und nicht erst 24h später...
 
Indirekt gibt es schon "intensivpflichtige" bzw. "überwachungspflichtige" Medikamente.

Allerdings die Dosierungen der Medikamente sowohl als auch der Laufraten und ebenso die Laborwerte sind definitiv nichts für eine periphere Station. Sogar in manchen Häusern auch nichts für eine IMC.

Es ist erschreckend, wie verantwortungslos so manche Ärzte und PDL`s damit umgehen. Eigendlich mal ganz klar ein "no go".

Kalium pur mittels Perfusor gehört selbstverständlich an einen zentralen Venenzugang und nicht an eine periphere Verweilkanüle.

Bei einer Laufrate von 40iE pro h (selbst, wenn es sich um eine Mischung mit Glucose handelt) würde ich auf einer peripheren Station absolut verweigern, dies dokumentieren und mich nach oben wenden. Auf Intensivstation verlange ich ja auch, dass ein Arzt im Raum bleibt, wenn er gerade den Nitroperfusor auf 100ml /h gestellt hat (allerdings wird man soetwas eher nur in erfahrenen herzchirurgischen Zentren auf der Intensivstation antreffen und wenn überhaupt wohl eher im OP).

Ein Patient mit einem niedrigem Serum- Kalium (unter 3) sollte zur Sicherheit immer auf eine Wachstation/IMC oder Intensiv und sollte in keinster Art- und Weise auf einer peripheren Station liegen.
Für Bypassoperationen gilt z.B. : Kein Herzchirurg der Welt wird gern unter einem Kaliumwert von 3,3 operieren. Nur auf Intensivstation mit einem erfahrenem Team hat man die Möglichkeit Kalium zentral sehr schnell zu substituieren und zwar zentral in hohen Laufraten mittels Perfusor (pur) und natürlich mit Boligaben. Dabei wird der Wert nur minimal in kürzerer Zeit angehoben.

BGA- Kontrollen und auch Laborkontrollen auf Intensivstation erfolgen meist sehr engmaschig. Die BGA`s werden sogar in manchen Situationen alle paar Minuten kontrolliert. Kommt immer darauf an!
 
Warum kommt in einer solchen Situation nicht das Remonstrationsrecht zum Tragen?
 
Moin Shanoa

Beim lesen dieses Threads habe ich mich gefragt wie oft ihr den solche Kaliumprobleme seht ? Kenne eine Therapieresistende Hypokalämie eigentlich eher nur als Ausnahme. Treten sie bei euch sehr regelmäßig auf stumpft gerade der ärztliche Bereich doch sehr schnell ab. Passiert ja nichts :engel:

Dann wäre die Frage wo das Grundproblem liegt.
 

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