Eigenständige Insulin-Applikation

stefan1981

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hallo,

ich hab mal ne Frage. Ich arbeite seit kurzer Zeit in einem neuen Krankenhaus.
In diesem Krankenhaus läuft das folgendermaßen. Ich messe den Blutzuckerwert. Ich lege fest wieviel Insulin der Patient bekommt und spritze diese dann diese. Mein Problem ist momentan, das ich keine klare Vorstellung habe wieviel IE´s man bei welchen Blutzuckerwerten einteielt. Weil gerade durch Krankheiten, Chemotherapien, Schwitzen, Fieber kann sich der Blutzucker gravierend verändern. Ich bräuchte mal ne einfache Rechnung wie man die dosiert ohne das der Patient in eine Hypoglykämie fällt :-)!
Wie ist das rechtlich? Fragen über Fragen...

In dem alten Krankenhaus wo ich gelernt habe wurden dafür immer die Ärzte angerufen. Was meiner Meinung nach auch richtig ist , da man da schon nen bisschen mehr Ahnung haben muss.

Nicht umsont gibt es speziell geschulte Doabetologen.

mfg Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
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sigjun

Gast
stefan1981 schrieb:
hallo,

ich hab mal ne Frage. Ich arbeite seit kurzer Zeit in einem neuen Krankenhaus.
In diesem Krankenhaus läuft das folgendermaßen. Ich messe den Blutzuckerwert. Ich lege fest wieviel Insulin der Patient bekommt und spritze diese dann diese. Mein Problem ist momentan, das ich keine klare Vorstellung habe wieviel IE´s man bei welchen Blutzuckerwerten einteielt. Weil gerade durch Krankheiten, Chemotherapien, Schwitzen, Fieber kann sich der Blutzucker gravierend verändern. Ich bräuchte mal ne einfache Rechnung wie man die dosiert ohne das der Patient in eine Hypoglykämie fällt :-)!
Wie ist das rechtlich? Fragen über Fragen...
Na Du hast Mut, alle Achtung. Ich will Dir keinerlei Kompetenz absprechen, aber durch Deine Fragen scheinst Du Dir selbst nicht die Kompetenz zuzuschreiben auszurechnen wieviel Insulin Du spritzen kannst.
Rechtlich gesehen triffst Du eine Entscheidung die m.E. ganz klar in die Kompetenzen eines Arztes gehören. Vor allen Dingen wer trägt denn im Falle Deines Handelns die Verantwortung für evtl. Folgen ?Es ist manchmal schon wahrlich schwierig genug Patienten einzustellen, die keinerlei sonstige Begleiterkrankungen haben.
Die Anzahl der Insulineinheiten ist von vielen Faktoren abhängig um nur einige zu nennen: BE-Faktor, Wirkschema des Insulins, dass der Patient evtl. vorher erhielt, den BE`s, die er zu sich nimmt, den Medis, die er zusätzlich noch einnimmt (z.B. Cortison), den Infusionslösungen, dem Messzeitpunkt, Fieber....ect.
Warum ordnen Eure Ärzte denn nicht wenigstens ein Bedarfsschema an?
Zeichnen Eure Ärzte die von Euch errechneten Insulingaben denn wenigstens ab?
Für meine Begriffe eine heiße Sache, die Du da machst.
 

mrTom234

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sigjun schrieb:
Für meine Begriffe eine heiße Sache, die Du da machst.
Kann mich hier nur anschließen!! Du lehnst Dich mächtig weit aus dem Fenster!

Würd ich so nicht hinnehmen. Wir bekommen in der Regel (meist schon bei Aufnahme) ein "Alt-Schema" falls mal jemand entgleist und so spritzen wir halt das Insulin in der (oft angepassten) Dosis - welches der Pat. schon kennt und zu Haus gespritzt hat.
Bei neuaufgetretenen Diabetikern wird nur eine Grundeinstellung vorgenommen (natürlich nach Diät- und Tablettenversuchen) und den Rest macht ein niedergelassener Diabetologe - dafür sind die eigentlich da!!!
Ich lasse mir eingehen, dass man einmal von dem "Alt-Schema" abweicht, wenn man einen triftigen Grund dazu hat aber dann auch nur mal um ein paar IE`s......
Aber ganz ohne Arztanordnung würd ich nix spritzen! Ganz ehrlich!! Klingt blöd aber der hält für Dich im Nachhinein auch nicht den Kopf hin....

greez Tom :weissnix:
 

Elisabeth Dinse

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Es ist in der Chirugie durchaus üblich selbst Insulin zu geben nach einem stationsinternen Schema. Der Chirurg ist ja nicht immer auf Station. Sein Hauptarbeitsplatz ist der OP. Dieses stationsinteren Schema wird meist unausgesprochen angesetzt.

Für dich ist es wichtig, dass du dieses Schema genau vom Doc angesetzt bekommst. Entweder erlegt es einmal fest, und es hängt als Vorlage aus oder er setzt es jedesmal individuell an. Das Schema muss enthalten: BZ wert und zu gebende Insulinmenge bzw. wann der Doc zu informieren ist.
Bitte beachten, dass gerade in der Chirugie gerne 1-2stdl. gestixst wird. Die Wirkungszeit von Altinsulin währt ca. 6 Stunden. Ich hatte mal ne Kollegin, die jede Stunde die volle Dosis gegeben hat. Nach 4 Stunden hatte wir zu tun, den Zucker wieder zu stabilisieren.

Abschließend wäre zu sagen: fühlst du dich mit dieser Aufgabe überfordert, dann ist es deine Pflicht sie nicht zu übernehmen. Ggf. würde ich eine Umsetzung in einen anderen Pflegebereich in Betracht ziehen.

Elisabeth
 

narde2003

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Hallo,
gibt es keinen Standard an den ihr euch halten sollt?

Ich finde es mutig ohne Vorgaben darauf loszuschicken.

Wir haben Vorgaben wenn BZ Wert 0123 dann Insulin 098

Eingestellte Patienten bekommen ihr Insulin wie zu Hause, falls es passt.

Prinzipiell gibt der Arzt die Insulindosis an.

Frohes Fest
Narde
 

stefan1981

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.....

Ich eigne (denke es zumindest) mir gerade diese Kompetenz an.
Ich vergleiche immer wieviel er an den Vortagen bekommen hat und wie er reagiert hat- dann entscheide ich.Dann berücksichtige ich noch was er für ein Esser ist. Allerdings lasse ich mir diese Entscheidung noch immer von einer festen Stationsschwester abnehmen. Ich unterschreibe aber dafür- also bin ich wieder im Boot drinne *hmpf*!?

Die Schwestern die dies dann kontrollieren vergleichen allerdings auch nur.
Also kein Schema oder irgendwas.....! Wenn es irgendeine Vorlage gibt, dann wurde mir diese noch nicht gezeigt.

Mein Problem liegt momentan einfach darin, das ich noch in meiner Probehalbjahr bin.Zudem bin ich in einem Springerpool tätig und kann mich daher nur oberflächlich in den Stationsablauf und die Stationssitten einarbeiten.
Wenn ich nun immer sage "das mache ich nicht, das kann ich nicht..."- dann könnt ihr euch ja ausrechnen wie meine zukünftigen Chancen stehen:-(!

Kann man als Neuer in einem Haus mit falschen eingefahrenen Methoden soviel bewegen?

Eine andere Geschichte wäre das i.v. injizieren von Arzneimitteln.
Davon hab ich mich aber deutlich distanziert!

na ja..............

mfg Stefan
 

heriion

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Wie Du merkst ist es ein echt heißes Eisen.
Schau: je nach Dozent senkt 1IE Insulin den BZ um 20! bis 40 mg/dl. Auch der Insulinbedarf schwankt individuell von 0,3 bis 1,0 Einheiten/kg/Tag. Wenn dann noch Erkrankungen dazukommen ist es noch schwieriger eine Vorhersage zu machen wie das Insulin wirkt. Dazu kommen noch einige andere Faktoren.
Den Arzt sollte man immer verständigen, oder? Der kann dann die Medikation ändern wenn nötig und auch akut reagieren. Wenn die Ärzte nie erfahren, daß die momentane Einstellung nicht funzt, dann wirst du täglich die Werte vorm Vortag vergleichen müssen und den BZ korrigieren, gell?

Sonst, Kopf hoch
Herion
 
S

sigjun

Gast
Wenn ich Dich richtig verstehe geht es um BZ-Korrekturen? D.H. Ihr stellt niemand ein 8egal ob nun nue oder anders als bisher), sondern der Patient hat ein festes Schema und Ihr korrigiert nur bei normabweichenden BZ-Werten mit Normalinsulin?
Ich verstehe, dass es für Dich eine schwierige Situatin ist auf Grund der Probezeit und den nicht bekannten Abläufen. Es liegt an Dir, ob Du bereit bist evtl Folgen einer Fehleinschätzung zu tragen oder nicht. Generell aber denke ich, dass Du dieses Thema aber auch ansprechen könntest, oder den entsprechenden Stationsarzt darum bitten ein Insulinschema bei abweichenden Normwerten anzusetzen. Eine andere Möglichkeit wäre den Arzt darauf aufmerksam zu machen, dass Du nun mehrere Male korrigieren musstest und er dann vielleicht auch mal die Grunddosis erhöht, damit Korrekturen nicht mehr notwendig sind. Das ist nämlich die logische Folge, wenn man feststellt, dass die Basisdosis nicht ausreicht.
Vorsicht bei hohen BZ-Werten am Morgen. Die Ursache hierfür kann nämlich sowohl eine zu hohe, als auch eine zu niedrige Insulindosis am Abend zuvor sein. Also niemals die Insulindosis am Abend erhöhen, bei hohen Werten am folgenden Morgen. Ob Erhöhung oder Minderung der Abenddosis ist nur dadurch zu ermitteln indem Du ein BZ-Nachtprofil erstellst.
 

missedpig

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Moin Moin,

ist es eigentlich irgendwo schriftlich festgehalten und vom Chef der Abteilung abgezeichnet das ihr die Insulindosis bestimmt? Quasi als Dienstanweisung?
Wenn nicht würde ich empfehlen zunächst einmal eine Berufshaftpflicht abzuschließen!!

Lg und frohe Weihnachten
Misse
 

Maniac

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Also ich kenne es von der Chirugie auch nur so:

Patient kommt von zu hause mit einem insulinpflichtigen Diabetes. So, wir spritzen nach Schema. Oft aber kommt derjenige dann im Krankenhausalltag damit komplett durcheinander - und unterzuckert, oder bleibt zu hoch. Nach einem tagesprofil sieht man das ja schonmal so ungefähr und passt dann die Einheiten den Werten an. Vor allem bei älteren Patienten...
Wenn es zu sehr entgleist halt n int. Konsil zum neuen Einstellen - oder aber man (der Doc) ist der Meinung das regelt sich zu hause wieder von selbst wenn der Patient in alte Gewohnheiten zurück kommt...
 

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