Dauerhafte Beatmungspflege daheim & durch Angehörige

Ninosch

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Hallo zusammen,

ich bin Ninosch, pflege Zuhause meinen Großvater, bin derzeit Student und schreibe nebenher an meiner Abschlussarbeit.

Mein Opa hat eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung und muss täglich mindestens 8-10 Stunden mit einem Beatmungsgerät in Verbiindung mit einem Sauerstoffgerät behandelt werden.

Unsere Familie strebt derzeit eine häusliche Intensivpflege an. Da wir in einem sehr ländlich geprägten Gebiet leben kommt lediglich ein Pflegedienst infrage diese Intensivpflege zu übernehmen. Dieser jedoch hat keine Kapazitäten.

Ich würde gerne selbst die Beatmungspflege für meinen Opa übernehmen, da ich ihn sehr gut kenne und damit auch seine Gewohnheiten und seinen Tagesablauf. Auf der anderen Seite müsste ich nach meinem Abschluss auch einer beruflichen Tätigkeit nachgehen um Geld zu verdienen.

Ist es irgenwie möglich die Intensivpflege zu übernehmen und dafür einen Lohn zu erhalten wie die Pflegedienste? Mein Opa hat den Pflegegrad 3 und die 545 € reichen hinten und vorne nicht. Eine Intensivpflege in einer WG oder einem Pflegeheim kommt für uns nicht infrage zumal die Pflegeheime in der Umgebung nicht dafür audgelegt sind.

Ach ja ich habe keinerlei Qualifikationen im Gesundheitsbereich.

Freundlich grüß euch

Ninosch
 
Unsere Familie strebt derzeit eine häusliche Intensivpflege an. Da wir in einem sehr ländlich geprägten Gebiet leben kommt lediglich ein Pflegedienst infrage diese Intensivpflege zu übernehmen. Dieser jedoch hat keine Kapazitäten.
Kann ich mir nicht vorstellen. Bitte nicht (normale) ambulante Pflege mit ambulanter Intensivpflege verwechseln, beides hat eigentlich (außer daß beides beim Pat. zu Hause stattfindet) überhaupt nichts miteinander zu tun!
Einfach mal nach ambulanter Intensivpflege, 1:1 Versorgung, Beatmungspflege googeln... mit Sicherheit kommt da mehr als nur ein Pflegedienst in Frage.
Eine Beratung z. B. bei einem Pflegestützpunkt kann auch nicht schaden: Übersicht der Pflegestützpunkte in Deutschland - Pflegeberatung, Gesundheitsberatung, Seniorenberatung
Und das mit dem Lohn vergiß besser mal ganz schnell... so ein Blödsinn! :roll:
 
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Doch warum sollte es nicht mein ernst sein?
Ich mache die Intensivpflege hier daheim seit 6 Wochen und es läuft ganz wunderbar und es geht ihm ein paar Tage nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus wesentlich besser als dort. Ich habe alle notwendigen Einweisungen für den Einsatz der Beatmungsgerätschaften bekommen und seit ich das mache bekommt mein Opa keine Angst- und Beklemmungszustände mehr wenn er die Maske trägt. Zudem wasche ich ihn, zieh ihm die Thrombosestrümpfe an und aus, Koche für ihn, regel alles mit der Kranken- und Pflegekasse und den Ärzten und dem MDK. Es läuft prima nur muss ich ja auch von etwas leben. ^^

Beste Grüße

Ninosch
 
Ich kenne den Unterschied und ich habe mich bereits darüber informiert, welche Pflegedienste dafür infrage kommen. Es muss doch irgendwie möglich sein sowas durchzusetzten wenn kein Pflegedienst abrufbar ist!?

Beste Grüße

Ninosch
 
Doch warum sollte es nicht mein ernst sein?
Ich mache die Intensivpflege hier daheim seit 6 Wochen
ECHTE Intensivpflege kann grundsätzlich schon mal nur von Pflegefachkräften (d. h. mindestens 3-jährige Berufsausbildung) geleistet werden. Selbst der Einsatz von Pflegehelfern (KPH oder APH) ist streng verboten (Ausnahme in Beatmungs-WGs, dort arbeiten die Helfer aber auch nicht alleine).
Ihr als Angehörige könnt höchstens schauen, so viel wie möglich Unterstützung zu beantragen von der Kasse. Daher mein Vorschlag mit der Beratung beim Pflegestützpunkt.
 
es läuft ganz wunderbar... juhuuu weißt du denn überhaupt auch nur annähernd was du da tust??
was machst du wenns mal nich mehr wunderbar läuft und der opi plötzlich blitzeblau wird???

lass dich umgehend beraten und hol dir hilfe ins boot, alles andere ist fahrlässig.
 
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ECHTE Intensivpflege kann grundsätzlich schon mal nur von Pflegefachkräften (d. h. mindestens 3-jährige Berufsausbildung) geleistet werden. Selbst der Einsatz von Pflegehelfern (KPH oder APH) ist streng verboten
Lies Dir hierzu auch mal das durch:
"Die Betrüger spezialisierten sich auf schwere Pflegefälle, die 24 Stunden am Tag betreut werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Beatmungspatienten. Doch anstatt sich den ganzen Tag um sie zu kümmern, schickte die Pflege-Mafia nur zwei- oder dreimal täglich einen Pfleger. Teilweise kamen nur billige Hilfskräfte. Bei den Kassen wurden trotzdem die vollen 24-Stunden abgerechnet – für Leistungen, die es nie gab. So sollen die deutschen Pflegekassen jedes Jahr um Beträge zwischen einer und 1,25 Milliarden Euro betrogen worden sein."
Auftragsmörder auf dem Chefsessel: So arbeitet die eurasische Pflege-Mafia
 
Ich glaube euch nur bin ich der Meinung, dass der Pflegedienst keinen anderen Handgriff machen würde als ich. Maske auf Maske runter. Ganz leicht zumindest für mich und den Rest der Familie. Es bedarf also keineswegs einer 3+1 Ausbildung für derartige Tätigkeiten. Das muss man doch rechtfertigen können und wie ich schon sagte es ist kein Pflegedienst abrufbar. Für andere Pflegedienste kommt es nicht infrage da wir zu weit weg sind.
Ihr könnt nichts dafür aber es scheitert wieder einmal daran, dass die deutsche Gesetztgebung und die Bürokratie äußerst unflexibel ist. Warum soll ich nicht das Geld bekommen wenn ich doch genau die selbe Arbeit verrichte.
 
Mir ist sehr bewusst was ich tue. Es kann ja nicht so verkehrt sein wenn es ihm hier daheim unter meiner Pflege und meinem Wissen zu seinen Bedürfnissen besser geht als auf der Intensivstation im Krankenhaus, wo er stetig Panikattacken bekommen hat wenn er die Maske auf hatte. Ich denke nicht dass er unter diesen Umständen blau anläuft. Aber danke für den Tipp ich informiere mich mal darüber und dann bin ich auch für diesen Fall gerüstet.
Ich weiß dass ihr vom Fach seit und die Ahnung habt aber ich gebe meinem Opa die Zuneigung, die er ersten verdient und die ihm keine ausgebildete Schwester jemals geben könnte.
 
Mit 'sich informieren' ist es leider nicht getan. Oder kennst du dich mit den bio-chemischen Abläufen in dem Körper deines Großvaters unter dem Beatmungsgerät aus? Was mit dem Säure-Basen-Haushalt geschieht, oder wie sich eine Leckage unter der Maske auf die Sättigung auswirkt? Wie eine CO2-Narkose vorzubeugen ist durch Parameterverstellung oder wie du eine respiratorische Azidose von einer metabolischen unterscheiden kannst?
Mit "Maske rauf - Maske runter" ist es noch lange nicht getan.

Ich möchte dir nahe legen, einen Pflegedienst einzuschalten, der sich auf die professionelle Heimbeatmung spezialisiert hat.

Pflegen kann nicht jeder! Täglich habe ich mit Notaufnahmen zu tun, bei denen durch mangelhafte Laienpflege dem Patienten Schaden entstanden ist, den mein Team auf unserer Station dann beseitigen kann.
 
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@Martin H. @FLORA.BLEIBT
Wisst ihr überhaupt wie häusliche Intensivpflege beschrieben ist?

Fakten:
Der TE pflegt seinen Opa mit COPD, der 8 - 10 Stunden beatmet ist (via Maske, also NIV)
Der TE spricht von Intensivpflege
Ihr sagt er hat keine Qualifikation.

Die Verordnung häuslicher Intensivkrankenpflege hat den "Kern" in der "Dauerhaften Interventions- und Absaugbereitschaft, sowie Notfallintervention".

Da der "Opa" aber "nur" 8 - 10 Stunden über Maske beatmet ist, ist keine lebenserhaltende, sondern eine unterstützende/nicht-lebenserhaltende Therapie gegeben.
Ich kenne hunderte Menschen, die - wie der "Opa" - alleine zuhause das ganze machen.

Eine Pflegeberatung würde ich trotzdem hinzuziehen.
 
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@Martin H. @FLORA.BLEIBT
Wisst ihr überhaupt wie häusliche Intensivpflege beschrieben ist?
Also bitte! Was glaubst Du denn, wo ich seit einigen Jahren arbeite? :roll:
Und bei Flora bin ich mir auch ziemlich sicher, daß er´s weiß. 8-)
Ich bin nur auf die "Qualifikation" des TE eingestiegen, sowie die Unmöglichkeit, als pflegender Angehöriger Geld verlangen zu können. :wink1:

"Tätigkeiten der ambulanten Intensivpflege
sind die spezielle Krankenbeobachtung und
die Interpretation der ermittelten Werte,
z. B. bei tracheotomierten und/oder beatmeten
Patienten.
Darüber hinaus werden folgende Aufgaben
wahrgenommen:
• Respirator überwachen,
• Spontanatmungsphasen planen und
durchführen,
• Sekretmanagement,
• Trachealkanülen handhaben einschließlich
Kanülenwechsel und Tracheostomapflege,
• enterale und parenterale Ernährung,
• Bilanzierung,
• Harnblase katheterisieren,
• Magensonden legen,
• Medikamente applizieren,
• spezielle Wundversorgung u. v. m."

Siehe http://www.dgf-online.de/wp-content...d-Rahmenlehrplan-AMBULANTE-INTENSIVPFLEGE.pdf S. 2 "Beschreibung"
Eine Verordnung für ambulante Intensivpflege für den Opa dürfte alleine schon an der fehlenden Tracheotomie scheitern.
Abgesehen davon kenne ich aber auch Versorgungen, in denen der Angehörige einen Teil der 24 h-Versorgung abdeckt, z. B. 4 Std. täglich. Nur wird der Angehörige dafür nicht entlohnt, so wie der TE es gern hätte. :D
 
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. @Ninosch lass dich unbedingt beraten. Ich kenne so einige Fälle, "in denen alles super lief" und plötzlich nicht mehr. Und jeder der in diesem Bereich gearbeitet hat, weiß welche Büchse der Pandora einen dort erwartet.

Es ist positiv zu bewerten, dass du deinem Opa helfen möchtest, aber überschätze dich nicht. Wenn etwas passieren sollte und du (da gebe ich dir hier und jetzt eine Unterschrift drauf) nicht weißt wie dir oder was deinem Opa gerade geschieht es tragische Folgen haben kann.

Deswegen lieber beraten lassen.

Übrigens, eine der häufigsten Indikationen für die Einweisung in der ZNA die ich in meinem Einsatz dort gehört habe war:" Verdacht auf Dekompensierte COPD". Nehmen den anderen Dekompensationen und natürrlich die AP beschwerden :D
 
@Martin H. Dann frage ich mich, wieso du direkt auf die Intensivpflege einsteigst, wenn es doch ohnehin keine ist. Und Pflege innerhalb der Familie ist doch erwünscht. Und da ist die Beratung sicherlich, so wie angegeben, wichtig.
 
@Toolkit: dann darf und kann man aber auch nicht von intensivpflege (wie im eingangsthread) reden. geschweige dafür geld einfordern, klar gibt es viele leute z.b. mit ner OSAS die das alleine mit dem nächtlichen nCPAP regeln können... - ausser frage, dass mag mit entsprechenden kognitiven Eigenschaften und einer dahergegenden pat. compliance auch gut funktionieren.

aus obiger schilderung sehe ich diese vorraussetzungen aber eher nicht. opi brauch ordentlich Unterstützung bei den ATLs (strümpfe, essen, Körperpflege, etc.). klar brauch er aktuell (noch) keine 24h Intensivversorgung, doch sollte man hier für eine adäquate versorgung ausgebildetes personal zu rate ziehn. der pflegeaufwand scheint erheblich zu sein wenn schon die frage nach einer entlohnung kommt (offensichtlich kann die Versorgung nicht nebenbei Erfolgen und ein anderer job nicht ausgeführt werden).

der TE hat null plan was er da tut und überblickt nich mal annähernd die Tragweite seines tuns. dass ist mehr als gefährlich. hol dir hilfe und zwar zügig.
 
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@Toolkit :

weil der TE genau davon spricht (siehe oben).
er spricht von dingen von denen er keine ahnung hat..
 
Cool down !!!!!!!!

Bitte erst einmal Begriffsklärung :

Könnte es sich bei dem "Beatmungsgerät" um einen Sauerstoffkonzentrator handeln ?
Hat der Opa einen Schlauch im Hals oder unter der Nase ?

Bei einer O2-Versorgung ohne Tubus kannste "Intensivpflege" vergessen.

Lasse Dich vor Ort beraten !
 
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