CDU fordert Pflegekammer für Nordrhein-Westfalen

Mal abwarten
 
Was hat jetzt die Pflegekammer damit zu tun, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt? Die Kammer wird nicht dafür sorgen können, dass es mehr Leute gibt, die in der Pflege arbeiten wollen.....
 
Die Kammer wird nicht dafür sorgen können, dass es mehr Leute gibt, die in der Pflege arbeiten wollen.....
Naja, zum einen kann die Kammer politisch daraufhin hinwirken, daß verbindliche Mindestpersonalregelungen eingeführt werden, wie ich schon an anderer Stelle ausführte.
Zum anderen könnte die Pflegekammer das "Image" der Pflege nach außen hin verbessern, was dann letztlich schon den einen oder anderen bewegen könnte, in den Beruf einzusteigen. Aber Du hast natürlich recht: Wenn jetzt in NRW die Pflegekammer eingeführt werden würde, dann würden auch nicht mit einem Fingerschnippen plötzlich alle Pflegenden "Hurra" schreien und in die Pflegeberufe strömen - sondern es wäre der Beginn eines langsamen Prozesses. Denn da gilt es, einiges aufzuarbeiten, was in der Vergangenheit versäumt wurde seitens der Politik...
 
Ja für eine Mindestpersonalmenge auf dem Papier kann sie sorgen, ich denke mal weiter....
Wenn die Mindestpersonalmenge pro Pflegebedürftigen im Heim festgelegt wurde und man dann einfach niemand findet der da arbeiten will, was dann? Werden die Pflegebedürftigen wieder nach Hause geschickt, sofern sie denn noch eins haben. Werden die Angehörigen verpflichtet sie abzuholen und zu versorgen?

Ich denke, dass vor allem eine bessere Bezahlung dafür sorgen könnte den Pflegeberuf zu wählen. Besseres Grundgehalt, höhere Entlohnung der Dienste am Wochenende, Feiertagen, Nachts!
Die Pflegekräfte müssten sich gewerkschaftlich organisieren, dann könnte man für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpfen, aber da bin nach mehreren Jahrzehnten in der Pflege wirklich resigniert!
 
Ja für eine Mindestpersonalmenge auf dem Papier kann sie sorgen, ich denke mal weiter....
Das wäre zumindest mal ein guter Schritt in die richtige Richtung; bisher sind wir da in Europa ja absolutes Schlußlicht...
"Der Personalschlüssel in den ausgewerteten deutschen RN4Cast-Krankenhäusern beträgt durchschnittlich 10:1. Damit schneidet Deutschland zusammen mit Spanien (ebenfalls 10:1) im internationalen Vergleich am schlechtesten ab. Im deutlichen Kontrast dazu müssen sich in Norwegen nur durchschnittlich vier Patienten eine Pflegekraft teilen." (Quelle:
https://www.dbfk.de/media/docs/download/Allgemein/Zahlen-Daten-Fakten-Pflege-2015-03.pdf S. 14, Internationale Pflegestudie RN4Cast)
Wenn die Mindestpersonalmenge pro Pflegebedürftigen im Heim festgelegt wurde und man dann einfach niemand findet der da arbeiten will, was dann? Werden die Pflegebedürftigen wieder nach Hause geschickt, sofern sie denn noch eins haben. Werden die Angehörigen verpflichtet sie abzuholen und zu versorgen?
Tja, dann müßten vielleicht ein paar Herrschaften endlich aufwachen? Und nicht wie bisher: Was, ihr seid 4 Pflegekräfte für 30 Patienten? Na, das schafft ihr doch noch mit einem MA weniger... und noch einen weniger usw.
Bis dann eine Pflegekraft den Laden alleine stemmen darf. :cry1:
Ich denke, dass vor allem eine bessere Bezahlung dafür sorgen könnte den Pflegeberuf zu wählen. Besseres Grundgehalt, höhere Entlohnung der Dienste am Wochenende, Feiertagen, Nachts!
Und ich denke, daß genau das NICHT das Hauptproblem der Pflegeberufe ist - und ja, ich weiß, die Gewerkschaften sehen das anders! Aber ich kann nur für MICH sagen, daß mein Gehalt eigentlich immer gepaßt hat.
Mir ist natürlich schon klar, daß es da gewaltige Unterschiede gibt, z. B. zwischen Alten- und Krankenpflege, zwischen Ost und West und auch je nach Träger.
Aber als Hauptproblem sehe ich eher, daß es kaum noch Leute gibt - weniger wegen der Kohle (reich wurde man in der Pflege noch nie, aber komischerweise machten den Job früher mehr Leute), sondern einfach wegen der immer unmöglicheren Umstände: Personal wird (bewußt und gesteuert!) eingespart; die Patienten werden immer älter und multimorbider; die Liegezeiten haben sich mehr als drastisch verkürzt; es werden der Pflege willkürlich und wie es grade paßt pflegefremde Tätigkeiten reingedrückt, so daß die eigentliche Arbeit (ich bin Krankenpfleger und kein Hilfsarzt oder Arzthelfer!!!!) nicht mehr zu schaffen ist usw.
 
Ja für eine Mindestpersonalmenge auf dem Papier kann sie sorgen, ich denke mal weiter....
Wenn die Mindestpersonalmenge pro Pflegebedürftigen im Heim festgelegt wurde und man dann einfach niemand findet der da arbeiten will, was dann? Werden die Pflegebedürftigen wieder nach Hause geschickt, sofern sie denn noch eins haben. Werden die Angehörigen verpflichtet sie abzuholen und zu versorgen?

Ich denke, dass vor allem eine bessere Bezahlung dafür sorgen könnte den Pflegeberuf zu wählen. Besseres Grundgehalt, höhere Entlohnung der Dienste am Wochenende, Feiertagen, Nachts!
Die Pflegekräfte müssten sich gewerkschaftlich organisieren, dann könnte man für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpfen, aber da bin nach mehreren Jahrzehnten in der Pflege wirklich resigniert!


Grundsätzlich könnten es dann verpflichtend werden, freie Betten eben nicht zu belegen. Kein Personal - keine neuen Aufnahmen. So vielleicht mehr Druck auf den Arbeitgeber sich mehr um neues Personal bemühen zu müssen und mehr Anreiz die Arbeitsbedingungen zu verbessern - ob nun mit mehr Gehalt oder wie auch immer.
Zur Zeit wird doch munter einbestellt und aufgenommen, egal ob das vorhandene Personal in der Lage ist die Patienten zu versorgen.

Und ich glaube sehr wohl, das mehr Gehalt die Attraktivität des Berufes erhöhen würde.
Was nichts kostet ist auch nichts wert.
 
Grundsätzlich könnten es dann verpflichtend werden, freie Betten eben nicht zu belegen. Kein Personal - keine neuen Aufnahmen. So vielleicht mehr Druck auf den Arbeitgeber sich mehr um neues Personal bemühen zu müssen und mehr Anreiz die Arbeitsbedingungen zu verbessern - ob nun mit mehr Gehalt oder wie auch immer.
Ganz genau! :daumen:
Kenne es noch aus meiner Klinikzeit: Als mal die eine Stationsärztin alleine war, wurden ruck-zuck ein Teil der Betten gesperrt (war ja auch ok!); nur: Ich habe noch NIE erlebt, daß es solche Sperrungen auch bei Mangel an Pflegepersonal gegeben hätte. Ich hab sogar damals mit unserem Chefarzt gesprochen, ob er nicht ein paar Pflegefälle entlassen könnte, weil mehrere Kollegen erkrankt waren. Der hat sich das zwar alles ganz ruhig angehört von mir, passiert ist aber nix großartig. Und der PDL war das alles eh egal, die hat wenn´s pressiert den noch vorhandenen Pflegekräften am besten noch ins Kreuz getreten... :angryfire:
Und ich glaube sehr wohl, das mehr Gehalt die Attraktivität des Berufes erhöhen würde.
Was nichts kostet ist auch nichts wert.
Ja, ok, ich gebe euch ja recht; das Gehalt spielt sicher eine Rolle für die Attraktivität des Berufes.
Es ist nur m. M. n. nicht das Hauptproblem der gegenwärtigen Misere.
Wie erklärst Du Dir denn z. B., daß es früher durchaus mehr Personal gab, obwohl der Job noch nie wirklich super bezahlt wurde?
 
Grundsätzlich könnten es dann verpflichtend werden, freie Betten eben nicht zu belegen. Kein Personal - keine neuen Aufnahmen. So vielleicht mehr Druck auf den Arbeitgeber sich mehr um neues Personal bemühen zu müssen und mehr Anreiz die Arbeitsbedingungen zu verbessern - ob nun mit mehr Gehalt oder wie auch immer.
Zur Zeit wird doch munter einbestellt und aufgenommen, egal ob das vorhandene Personal in der Lage ist die Patienten zu versorgen.

Und ich glaube sehr wohl, das mehr Gehalt die Attraktivität des Berufes erhöhen würde.
Was nichts kostet ist auch nichts wert.

Das liegt aber auch daran, dass es in allen Einrichtungen an Personal fehlt, woher soll qualifiziertes Personal kommen?
 
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Ganz genau! :daumen:
Kenne es noch aus meiner Klinikzeit: Als mal die eine Stationsärztin alleine war, wurden ruck-zuck ein Teil der Betten gesperrt (war ja auch ok!); nur: Ich habe noch NIE erlebt, daß es solche Sperrungen auch bei Mangel an Pflegepersonal gegeben hätte. Ich hab sogar damals mit unserem Chefarzt gesprochen, ob er nicht ein paar Pflegefälle entlassen könnte, weil mehrere Kollegen erkrankt waren. Der hat sich das zwar alles ganz ruhig angehört von mir, passiert ist aber nix großartig. Und der PDL war das alles eh egal, die hat wenn´s pressiert den noch vorhandenen Pflegekräften am besten noch ins Kreuz getreten... :angryfire:

Ja, ok, ich gebe euch ja recht; das Gehalt spielt sicher eine Rolle für die Attraktivität des Berufes.
Es ist nur m. M. n. nicht das Hauptproblem der gegenwärtigen Misere.
Wie erklärst Du Dir denn z. B., daß es früher durchaus mehr Personal gab, obwohl der Job noch nie wirklich super bezahlt wurde?

Sehe das auch so, dass das Gehalt nicht die hauptsächliche Rolle spielt. Gibt viele Jobs die nicht adäquat bezahlt werden.
 
Ganz genau! :daumen:

Ja, ok, ich gebe euch ja recht; das Gehalt spielt sicher eine Rolle für die Attraktivität des Berufes.
Es ist nur m. M. n. nicht das Hauptproblem der gegenwärtigen Misere.
Wie erklärst Du Dir denn z. B., daß es früher durchaus mehr Personal gab, obwohl der Job noch nie wirklich super bezahlt wurde?


Ich denke, es sind tatsächlich mehrere Faktoren.
Als ich gelernt hat hatten wir am Wochenende eine ähnliche Besetzung wie heute an normalen Wochentagen. Das Klientel war durchmischter durch die längeren Liegezeiten. Ein paar Pflegebedürftige, ein paar Mittelkranke und ein großer Teil fitte Patienten, die warteten, das sie nach Hause dürfen. Damals hielt man die Leute auch gerne noch das Wochenende über. So waren die Betten belegt, machten aber wenig Arbeit.


Es wurde nicht Tag und Nacht operiert, somit war die Belastung niedriger und auch das Geld mehr, weil man eben nicht nach Hause gehen musste am nächsten Tag und den Bereitschaftsdienst quasi umsonst machen, weil tagsüber 100 % abgezogen werden, man nachts aber nur 55- 85% (je nach BD-Stufe) verdient.

Die Lebenskosten waren sehr viel niedriger. Überstunden wurden vergütet, Bereitschaftsdienste wurden zusätzlich gezahlt und nicht mit frei verrechnet. Nachtzuschläge gab es länger, weil die Arbeitszeiten noch nicht flexibilisiert waren. Da fing eine Nachtwache um acht oder um sieben Uhr abends an und nicht um 22.30 wie mancherorts üblich.
Da war eine Nachtwache mal locker 11 Stunden, was bei vier Nächten dann gut und gerne 4 Überstunden + Zuschläge gab. Sprit kostet 1, 20 DM und meine Wohnung damals rund 300 DM. Dieselbe Wohnung wurde inzwischen renoviert (oder luxussaniert) und kostet heute rund 800 Euro.

Pflegepersonal konnte damals, trotz hoher Zinsen, ein Haus kaufen. Heute lachen sie Dich aus, wenn Du in einer Bank mit Deinem Lohnstreifen einen Hauskredit möchtest. Ich habe Kolleginnen kennengelernt, die können sich nicht einmal ein eigenes Auto leisten. ( Privater Krankenhausträger)

Wir hatten damals Hauptnachtwachen, die zum lagern kamen, Patiententransporte übernahm und zur Pause abgelöst hat. Die wurde später weggespart.

Es blieb mehr vom Gehalt über. Wie sagte mein Bruder mal zu mir? : Für eine Frau verdienst Du aber ganz schön gut.
Recht hatte er. Heute hat er Mitleid - nicht mit mir, aber mit seiner Tochter, die die guten Ratschläge ihrer Tante in den Wind geschlagen hat und heute manchmal 40 Patienten nachts alleine im Laufschritt versorgt und eben kein gutes Geld mehr verdient, weil die Arbeitszeiten von BWL`ern flexibilisiert wurden.

Es waren die Zulagen, die früher den Kohl fett gemacht haben.
 
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Was versteht ihr unter gutem Geld? Bzw. was würdet ihr euch als Verdienst vorstellen?
Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem was ich habe.
 
Ich bin auch noch immer mit meinem Geld hingekommen, habe seit ich 18 bin ein eigenes Auto ( immer gut erhaltene Gebrauchte oder Neuwagen), fahre in Urlaub, wohne sehr schön in einer guten Wohngegend. Darum geht es aber nicht!

Ich arbeitete dafür über 25 Jahre mindestens 7 Nächte im Monat, 2-3 Wochenende, habe auf so manche Party, Feier und gemeinsame Aktivitäten mit Familie und Freunden verzichtet. Und habe auch gesundheitlich meinen Preis bezahlt.
Einige meiner Freunde arbeiten in Banken, bei Krankenkassen, verdienen z.T. deutlich mehr und haben erheblich weniger Stress und wegen der Arbeit auf diese Dinge nixht verzichten müssen.
Und warum sollen sich junge Menschen dass alles antun um letztlich weniger zu verdienen. Da ist es mit Mindestbesetzungen nicht getan! Der Dienst zu ungünstigen Zeiten wird nicht ausreichend honoriert.
Es ist für mich auch nicht relevant, dass andere noch weniger verdienen. Wir haben tagtäglich eine Riesenverantwortung, auch das gehört bezahlt.

Warum gab es früher mehr Leute, die Pflegen wollten? Weiss ich nicht, ehrlich gesagt, u.a war aber das arbeiten deutlich einfacher vor 20- 30 Jahren. Es waren mehr Leute im Dienst, man war nicht so fertig und ausgelaugt. Und ich glaube auch, dass der gesamte Pflegemarkt, weil deutlich mehr gewinnorientiert dazu beiträgt, dass immer mehr gekürzt wird.
Letztlich hängt alles voneinander ab, nichts ist die alleinige Ursache!

Ich arbeite mittlerweile nicht mehr am Bett, habe pünktlich Feierabend, Wochenende und Feiertage frei und verdiene mehr als als fachweitergebildete Kinderkrankenschwester mit ungünstigen Diensten auf der Intensivstation. Und freue mich jeden Tag darüber!

Und wäre super sauer, wenn man mir einen Zwangsbeitrag zur Pflegekammer abnehmen würde (ja ich kenne die Argumente für die verpflichtende Mitgliedschaft) an deren Sinn ich nicht glaube!

Was ich jetzt noch gerne gewusst hätte, warum nimmt man den Beitrag für die Pflegekammer bei den Pflegenden ab, die Handwerkskammer z.B. wird durch die Bertriebe (AG) finanziert!
 
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Die Lebenskosten waren sehr viel niedriger.
Das dürfte in der Tat eine gewichtige Rolle spielen!
Überstunden wurden vergütet, Bereitschaftsdienste wurden zusätzlich gezahlt und nicht mit frei verrechnet.
Bereitschaftsdienste kenne ich gar nicht, und Überstanden auszahlen lassen nur wenn es gar nicht anders geht - ist ja das absolute Minusgeschäft. Das meiste wird Dir in Form von Steuern wieder abgezogen.
Nachtzuschläge gab es länger, weil die Arbeitszeiten noch nicht flexibilisiert waren. Da fing eine Nachtwache um acht oder um sieben Uhr abends an und nicht um 22.30 wie mancherorts üblich.
Da war eine Nachtwache mal locker 11 Stunden...
Oh ja, an die Zeiten kann ich mich, insbesondere von der Ausbildung her, noch gut erinnern. Und bin ehrlich gesagt auch froh, daß sie rum sind; denn dafür waren die anderen Schichten entsprechend kürzer (FD: 7 Std.; SD: 6,5 Std.). Da arbeitete man dann als Schüler (der ja kaum ND hatte) i. d. R. 11 - 12 Tage durch mit max. 2 - 3 freien Tagen. :down:
Wobei ich Dir wiederum recht geben muß, inzwischen ist der Beginn der Nachtwache wirklich z. T. pervers spät. 21 oder 21:30 wär gut.
Pflegepersonal konnte damals, trotz hoher Zinsen, ein Haus kaufen. Heute lachen sie Dich aus, wenn Du in einer Bank mit Deinem Lohnstreifen einen Hauskredit möchtest.
Kann ich nicht bestätigen; ich habe mir (mit meiner Frau zusammen) ein Haus gekauft. Aber nun gut, ist auch schon ein paar Tage her.
Es waren die Zulagen, die früher den Kohl fett gemacht haben.
Ist das nicht auch heute noch so?
 
Was versteht ihr unter gutem Geld? Bzw. was würdet ihr euch als Verdienst vorstellen?
Bei mir wäre z. B. das Grundbrutto 2800 € bei Vollzeit. Da kommen noch die Zuschläge dazu.
Naja, da ich keinen ND mache, sind das eigentlich nur Sonn- und Feiertage - aber ich bin´s ganz zufrieden.
 
Ich arbeitete dafür über 25 Jahre mindestens 7 Nächte im Monat, 2-3 Wochenende, habe auf so manche Party, Feier und gemeinsame Aktivitäten mit Familie und Freunden verzichtet. Und habe auch gesundheitlich meinen Preis bezahlt.
Klar, kenn ich doch auch alles noch, aus meiner Klinikzeit.
Jetzt mach ich keinen ND mehr, die Wochenden halten sich auch im Rahmen und durch die 12-Std.-Schichten muß ich auch nicht so oft in die Arbeit.
Warum gab es früher mehr Leute, die Pflegen wollten? Weiss ich nicht, ehrlich gesagt, u.a war aber das arbeiten deutlich einfacher vor 20- 30 Jahren. Es waren mehr Leute im Dienst, man war nicht so fertig und ausgelaugt. Und ich glaube auch, dass der gesamte Pflegemarkt, weil deutlich mehr gewinnorientiert dazu beiträgt, dass immer mehr gekürzt wird.
Letztlich hängt alles voneinander ab, nichts ist die alleinige Ursache!
Das glaube ich auch! Es sind eben viele Faktoren, nicht nur das Gehalt.
Ich arbeite mittlerweile nicht mehr am Bett, habe pünktlich Feierabend, Wochenende und Feiertage frei und verdiene mehr als als fachweitergebildete Kinderkrankenschwester mit ungünstigen Diensten auf der Intensivstation. Und freue mich jeden Tag darüber!
Darf ich fragen, was Du machst?
Was ich jetzt noch gerne gewusst hätte, warum nimmt man den Beitrag für die Pflegekammer bei den Pflegenden ab, die Handwerkskammer z.B. wird durch die Bertriebe (AG) finanziert!
Aus dem gleichen Grund, warum der Beitrag nicht vom Staat bezahlt werden sollte:
Unabhängigkeit! In dem Moment, wo der Staat - oder, im Fall der Handwerkskammern, der AG - die Kammer bezahlt, hängen wir wieder wie die Marionetten an den Fäden!
Ich finde ohnehin, daß sich Handwerkskammern oder auch IHKs kaum mit den Pflegekammern vergleichen lassen, da bei denen eben sowohl die Berufsangehörigen selber, als auch die Betriebe Kammermitglieder sind.
 
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Hallo,
obwohl ich bekennender Befürworter der Pflegekammer bin, kann ich die Argumentation von Ludmilla

Was ich jetzt noch gerne gewusst hätte, warum nimmt man den Beitrag für die Pflegekammer bei den Pflegenden ab, die Handwerkskammer z.B. wird durch die Bertriebe (AG) finanziert!

gut nachvollziehen.

Die Frage habe ich mir als gelernter Handwerker (mit Gesellenbrief) auch gestellt. Allerdings habe ich auch eine Antwort gefunden: Die Pflege ist den Handwerkern halt 500 Jahre hinterher !!!
Zur Erklärung: Die Handwerkskammern haben sich aus den Handwerksgilden entwickelt. Dort waren die einzelnen Handwerker auch "Zwangsmitglied" . Nur wer in der Gilde war, durfte das Handwerk ausführen.
Die Gilden schützen so ihre Tätigkeit gegenüber Ungelernten.
Diese Schutzmaßnahmen gibt es heute immer noch. Sie werden durch die Handwerkskammern vertreten und sorgen so für den Erhalt der Handwerksbetriebe.(daher ist es für sie auch ein kleineres Problem, den Beitrag zu zahlen. Ist ja in eigenem Interesse)
Ein Beispiel: Viele "Hobbyhandwerker" schließen selbst Steckdosen an. (Ist ja auch mit etwas Physikkenntnisse nich schwierig.) Aber sollte es zu einem Schaden kommen, haftet die Versicherung der "Hobbyhandwerkers" nicht, da das Anschließen und klemmen von Elektrischen Systemen nur durch gelernte Elektriker gemacht werden darf (Steht übrigens auch im Baumarkt auf jeder Steckdose)
Ein "Ungelernter" könnte nie mit einem gelernten Elektriker und 5 Hilfsarbeiter eine Firma für Elektroinstallationen eröffnen. Ein Pflegedienst ist in so eine Konstellation aber möglich.
Die Handwerkskammern müssen daher nichts mehr erkämpfen. Sie müssen nur die Ist-Situation erhalten, die von niemandem in Frage gestellt wird.Und das ist VIEL billiger.

LG Einer

P.S. WICHTIG:
JA, ich befürworte die Pflegekammer und JA ich befürworte die Gewerkschaft (Egal welche, die für Pflegende zuständig ist.)
ABER ich befürworte NICHT jede Maßnahme, die durch Kammer oder Gewerkschaft durchgeführt wird.!!!
 
"Warum gab es früher mehr Leute, die Pflegen wollten? Weiss ich nicht, ehrlich gesagt, u.a war aber das arbeiten deutlich einfacher vor 20- 30 Jahren. Es waren mehr Leute im Dienst, man war nicht so fertig und ausgelaugt. Und ich glaube auch, dass der gesamte Pflegemarkt, weil deutlich mehr gewinnorientiert dazu beiträgt, dass immer mehr gekürzt wird.
Letztlich hängt alles voneinander ab, nichts ist die alleinige Ursache!"

Die Bildungsmöglichkeiten haben sich doch verändert, die allgemeine Hochschulreife wird von vielen absolviert und somit gehen viele zu Universitäten, z.B. auch im Gesundheitsbereich.
 
Bei mir wäre z. B. das Grundbrutto 2800 € bei Vollzeit. Da kommen noch die Zuschläge dazu.
Naja, da ich keinen ND mache, sind das eigentlich nur Sonn- und Feiertage - aber ich bin´s ganz zufrieden.

Finde auch das man damit zufrieden sein kann. Viele sagen ja, wir haben die Verantwortung, was auch definitiv stimmt. Aber muss ja auch alles ins Lohngefüge passen.
 
Mag sein, wenn die Zuschläge drauf kommen...., aber nach 20 Berufserfahrung und fachweitergebildet im Intensivbereich, fänd ich das zuwenig.
Im Lohngefüge und mit der Verantwortung finde ich, passt es nicht.
 

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