Beraten und Anleiten - mündliche Prüfung durchgefallen

Stefamö

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Hallo liebe Leser,

wie kann man sich auf die mündliche Wiederholungsprüfung "Beraten und Anleiten" am besten und schnellsten vorbereiten.
Mein Sohn ist heute durchgesaust - alle anderen Prüfungen (also 6 Stück von 7 ) hat er bestanden.
Könnt Ihr mir Literaturtipps, Links oder Infos geben, die ich besorgen kann, damit die Wiederholungsprüfung dann klappt ?
Obwohl er das Thema in einer schriftlichen Prüfung hatte und diese ja bestanden hat, ist er heute im Mündlichen bei gleichen Thema (Mamma CA) bei Beraten und Anleiten durchgefallen.
Auf was kommt es denn da an ? Was wollen die Prüfer hören ?

Ich sitz leider nicht in der Schule und von ihm bekomme ich nur die Antworten, "Mama ich kann das, das ist mein täglicher Beruf !!" aber wie man sieht, gings komplett in die Hose.
Bitte helft mir und sagt mir, was wir jetzt tun müssen, um die Wiederholungsprüfung zu bestehen.
Wie heissen die Bücher ? Welche Links gibts dafür oder welchen Seiten ?

Dann noch die Frage, ob bei der Wiederholungsprüfung wieder jemand vom RP dabei ist oder geht das auch ohne ?

Ich habe den Chat schon bei "Ausbildungsinhalte" eingestellt... aber ich denke hier, kann man mir eher helfen.

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.
 

Neuromaus

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Auf was kommt es denn da an ? Was wollen die Prüfer hören ?
Wenn er das medizinische Thema (Krankheitsbild) an sich beherrscht, war vielleicht gar nicht das Problem, dass er die Beratungsinhalte nicht korrekt wiedergeben konnte. Vielleicht lag das Problem eher in der restlichen Theorie. Zur Lerneinheit Beraten und Anleiten gehört u.a. auch Hintergrundwissen zu Kommunikationsmodellen und Psychologie sowie die Unterscheidung verschiedener Beratungsformen. Wenn gefragt wird, wie man den Patienten anleitet, wird nicht nur erwartet, dass man die Inhalte aufzählen kann, die man "beibringen" will. Sondern es wird auch erwartet, dass man darstellen kann, welche Beratungsform man wählt und warum. Dafür ist es auch wichtig, dass Fallbeispiel genau zu lesen. Oft sind da kleine Hinweise drin.
"Mama ich kann das, das ist mein täglicher Beruf !!"
Damit hat er möglicherweise (ich kenne ihn ja nicht) sogar Recht. In der Prüfung durchgefallen zu sein, heißt nicht zwangsläufig, dass er nicht trotzdem Patienten beraten und anleiten kann. In der Prüfung wird eben mehr Theorie verlangt als das, was man im Pflegealltag bewusst nutzt. Unbewusst wird sicher jeder von uns, der einigermaßen kompetent berät und anleitet, diese Dinge anwenden, nur merkt man das meistens gar nicht. Aber in der Prüfung muss man es eben klar darstellen können (s.o.).
Bitte helft mir und sagt mir, was wir jetzt tun müssen, um die Wiederholungsprüfung zu bestehen.
Als erstes sollte dein Sohn mit dem Lehrer oder der Lehrerin sprechen, um zu erfahren, was denn wirklich der Grund dafür war, dass er die Prüfung nicht bestanden hat. Und dann sollte er konkret genau diese Dinge lernen/wiederholen.
Dann noch die Frage, ob bei der Wiederholungsprüfung wieder jemand vom RP dabei ist oder geht das auch ohne ?
Sorry, aber was ist RP?
Falls es dir hilft... Bei uns waren in den mündlichen Prüfungen unsere Lehrerin, eine zweite Lehrerin, ein Arzt und jemand vom Gesundheitsamt dabei. Die Person vom Gesundheitsamt hatte den offiziellen Prüfungsvorsitz, hätte also Fragen stellen dürfen, wenn sie der Meinung ist, dass die Lehrerin zu wenig fragt oder nachfragt (hat sie bei uns aber bei keinem gemacht). Der Arzt hat den medizinischen Teil geprüft, unsere Lehrerin den pflegerischen Teil, und die andere Lehrerin musste Protokoll schreiben (was bei mir sicher kein Vergnügen war :knabber:, da ich eins meiner Lieblingsthemen hatte:-)).
 

malu68

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Dein Sohn hat die Ausbildung zum GUK gemacht und ist durch das Examen gefallen...
Das heisst, dein Sohn ist mindestens 20 Jahre alt....

was wir jetzt tun müssen, um die Wiederholungsprüfung zu bestehen.
Du musst gar nichts tun.... dein Sohn muss tun.... und wenn der nix tut, kannst du nix machen.....

Vielleicht ist es ja Zufall, dass der beim Thema "Beraten und Ableiten" durchgefallen ist.... vielleicht aber auch nicht.... dann könnte es was damit zu tun haben, dass er nicht in der Lage ist, sich selbst anzuleiten und zu beraten.... geschweige denn andere....
Andere zu beraten und anzuleiten, erfordert viel soziale Reife und Selbstdisziplin und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen...
Verantwortung zuerst mal für sein eigenes Leben.... und wenn er das auf die Reihe bekommt, kann er auch andere -kranke, gehandicapte- Menschen anleiten und beraten...

Damit er das lernt, musst du ihn loslassen und ihn seine eigenen Entscheidungen treffen lassen.... und auch zulassen, dass er die Konsequenzen zu tragen lernt .....
 
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sowas2

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Stefanie dein Sohn ist erwachsen und muss selbst bereit sein zu lernen und sein Examen zu machen. Zur Not verlängert er um ein halbes Jahr lernt was ihm noch fehlt und legt dann sein Examen ab.spaeter im Berufsleben kannst du ihm auch nicht beistehen. Er wird in Situationen komme wo er innerhalb von Sekunden zum Wohle seiner Patienten die richtige Entscheidung treffen muss.
Auf gut Glück irgendwelche Bücher anschaffen oder blindlings etwas lernen bringt nichts.
Fundiertes Wissen ist besser und gibt auch Sicherheit im Arbeitsleben.
 

Stefamö

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Hallo Sowas2, ja da gebe ich Dir unumwunden Recht. Aber irgendwie hat man doch das Bedürfnis als Mutter zu helfen, also ich zumindest. Klar kann ich es nicht für ihn lernen...
Naja, er hat jetzt Nachprüfung am 04.06. für die mündliche... mal schauen, wann er meint sich hinsetzen zu müssen und zu lernen.
LG
 

Stefamö

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Dein Sohn hat die Ausbildung zum GUK gemacht und ist durch das Examen gefallen...
Das heisst, dein Sohn ist mindestens 20 Jahre alt....



Du musst gar nichts tun.... dein Sohn muss tun.... und wenn der nix tut, kannst du nix machen.....

Vielleicht ist es ja Zufall, dass der beim Thema "Beraten und Ableiten" durchgefallen ist.... vielleicht aber auch nicht.... dann könnte es was damit zu tun haben, dass er nicht in der Lage ist, sich selbst anzuleiten und zu beraten.... geschweige denn andere....
Andere zu beraten und anzuleiten, erfordert viel soziale Reife und Selbstdisziplin und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen...
Verantwortung zuerst mal für sein eigenes Leben.... und wenn er das auf die Reihe bekommt, kann er auch andere -kranke, gehandicapte- Menschen anleiten und beraten...

Damit er das lernt, musst du ihn loslassen und ihn seine eigenen Entscheidungen treffen lassen.... und auch zulassen, dass er die Konsequenzen zu tragen lernt .....
Ja, da magst Du Recht haben mit dem Loslassen, das ist so ne Sache...
Danke Dir...
LG
 

Stefamö

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Wenn er das medizinische Thema (Krankheitsbild) an sich beherrscht, war vielleicht gar nicht das Problem, dass er die Beratungsinhalte nicht korrekt wiedergeben konnte. Vielleicht lag das Problem eher in der restlichen Theorie. Zur Lerneinheit Beraten und Anleiten gehört u.a. auch Hintergrundwissen zu Kommunikationsmodellen und Psychologie sowie die Unterscheidung verschiedener Beratungsformen. Wenn gefragt wird, wie man den Patienten anleitet, wird nicht nur erwartet, dass man die Inhalte aufzählen kann, die man "beibringen" will. Sondern es wird auch erwartet, dass man darstellen kann, welche Beratungsform man wählt und warum. Dafür ist es auch wichtig, dass Fallbeispiel genau zu lesen. Oft sind da kleine Hinweise drin.

Danke für Deine ausführliche Erklärung. Das hat mir wirklich schon etwas weitergeholfen. Momentan kann ich mit ihm leider noch nicht gescheit reden, er muss das glaube ich selber erstmal verdauen, was da passiert ist.


Damit hat er möglicherweise (ich kenne ihn ja nicht) sogar Recht. In der Prüfung durchgefallen zu sein, heißt nicht zwangsläufig, dass er nicht trotzdem Patienten beraten und anleiten kann. In der Prüfung wird eben mehr Theorie verlangt als das, was man im Pflegealltag bewusst nutzt. Unbewusst wird sicher jeder von uns, der einigermaßen kompetent berät und anleitet, diese Dinge anwenden, nur merkt man das meistens gar nicht. Aber in der Prüfung muss man es eben klar darstellen können (s.o.).

Als erstes sollte dein Sohn mit dem Lehrer oder der Lehrerin sprechen, um zu erfahren, was denn wirklich der Grund dafür war, dass er die Prüfung nicht bestanden hat. Und dann sollte er konkret genau diese Dinge lernen/wiederholen.

Sorry, aber was ist RP?
Falls es dir hilft... Bei uns waren in den mündlichen Prüfungen unsere Lehrerin, eine zweite Lehrerin, ein Arzt und jemand vom Gesundheitsamt dabei. Die Person vom Gesundheitsamt hatte den offiziellen Prüfungsvorsitz, hätte also Fragen stellen dürfen, wenn sie der Meinung ist, dass die Lehrerin zu wenig fragt oder nachfragt (hat sie bei uns aber bei keinem gemacht). Der Arzt hat den medizinischen Teil geprüft, unsere Lehrerin den pflegerischen Teil, und die andere Lehrerin musste Protokoll schreiben (was bei mir sicher kein Vergnügen war :knabber:, da ich eins meiner Lieblingsthemen hatte:-)).

Danke für Deine ausführliche Erklärung. Das hat mir wirklich schon etwas weitergeholfen. Momentan kann ich mit ihm leider noch nicht gescheit reden, er muss das glaube ich selber erstmal verdauen, was da passiert ist. Heute war er bei seiner Lehrerin und hat den Nachprüfungstermin genannt bekommen, er hat nächste Woche einen weiteren Termin mit ihr, um die Klausuren und alles zu besprechen und auch, was in der letzten Prüfung schief gelaufen ist und wie er die neue Prüfung angehen soll, Dann hat er hoffentlich wieder den Kopf etwas freier und beginnt sich an die Arbeit zu machen. In 10 Wochen müsste er sich das Thema Beraten und Anleiten ja drauschaufeln können... das kann ja nicht sooo das Hexenwerk sein, oder ?
Mit RP meinte ich "Regierungspräsidium". Die Dame ist bei der nächsten Prüfung wieder dabei... aber wenn er dann das Richtige erzählt, wirds schon klappen... hoffe ich. Er hat ja jetzt gesehen, dass es nicht reicht, es im Alltag zu machen... war vielleicht sehr lehrreich, wenn auch schmerzhaft. Nuja... das Leben ist nicht immer witzig.
Ich danke Dir auf jeden Fall sehr für deine genauen Erklärungen und Ausführungen, das hat mir wirklich weiter geholfen.
Lieben Dank und einen schönen Abend.
 

Neuromaus

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er hat nächste Woche einen weiteren Termin mit ihr, um die Klausuren und alles zu besprechen und auch, was in der letzten Prüfung schief gelaufen ist und wie er die neue Prüfung angehen soll,
Das hört sich doch gut an. :-)

In 10 Wochen müsste er sich das Thema Beraten und Anleiten ja drauschaufeln können... das kann ja nicht sooo das Hexenwerk sein, oder ?
Wenn es wirklich am theoretischen Hintergrundwissen gelegen haben sollte, ist das absolut machbar.
 
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Lillebrit

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Heute war er bei seiner Lehrerin und hat den Nachprüfungstermin genannt bekommen, er hat nächste Woche einen weiteren Termin mit ihr, um die Klausuren und alles zu besprechen und auch, was in der letzten Prüfung schief gelaufen ist und wie er die neue Prüfung angehen soll,
Es ist eine mündliche Prüfung (Tb 3) ....diese wird gerne mal auf die leichte Schulter genommen, da Schüler denken, dass man "das mit links mache". Zum Thema gehört aber eben auch Meta-Ebene....also die theoretischen Inhalte und Modelle zur Kommunikation, Beratung etc. ;)
 
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Stefamö

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Es ist eine mündliche Prüfung (Tb 3) ....diese wird gerne mal auf die leichte Schulter genommen, da Schüler denken, dass man "das mit links mache". Zum Thema gehört aber eben auch Meta-Ebene....also die theoretischen Inhalte und Modelle zur Kommunikation, Beratung etc. ;)
Ja, ERstmal vielen Dank für Deine Antwort. Das trifft es genau auf den Punkt. Er ist gerade dabei das auszuarbeiten und zu üben, nachdem er gesern ein langes GEspräch mit seiner Lehrerin hatte und ihm diese sagte, dass er die Themen auch zu oberflächlich angegangen sein. Sie will mehr Tiefe und Erklärungen (WIE und WAS anleiten). Naja, ich hoffe beim 2. Anlauf klappts.
 

Stefamö

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Hallo an alle,

ich wollte mich nochmal melden und Euch für Eure Antworten, Zeit, Tipps und Euer Ohr danken und berichten, dass er die mündliche Prüfung am 4.6.19 bestanden hat. Die Erleichterung jetzt ist unsagbar gross.
Allen, die es noch vor sich haben, vieeeel Erfolg!!! LG
 

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