Argumente gegen Pflegestandards

Totti1312

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Ich suche Argumente gegen Pflegestandards für eine Facharbeit... Kann mir jemand helfen? Es ist wirklich dringend! :weissnix:

Für euer Bemühen bedanke ich mich im Voraus...
 

Hauttacker

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Bitte wie genau lautet der Arbeitsauftrag? Nur Argumente gegen Pflegestandards?
Ein bisschen mehr Info würde ich schon brauchen!

L.G C
 

Totti1312

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Es geht generell um Pflegestandards... verschiedene Standards habe ich mir schon rausgesucht... Thema: Pflegestandards - noch sinnvoll?
 
Zuletzt bearbeitet:

Hauttacker

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Im Rahmen der Zertifizierung und der Qualitätssicherung die ja nun in den Kliniken vorangetrieben werden, kann man auf Standards nicht verzichten. Ich kenne nur Argumente dafür, keine dagegen.

Aber schaue mal hier rein (Pflegestandard - PflegeWiki) und sonst über Google eingeben und alles mal anklicken. Ansonsten muß ich mal auf der Arbeit rum horchen.

Wie schnell brauchst Du das?
L.G. C
 

pflegeschüler1988

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Hallo,

finde Standards gut, da man die subjektiven Theorien der einzelnen Mitarbeiter eingrenzt.
Das Problem bei einem Standard ist, dass die Individualität verloren gehen kann.

Beispiel: Fieber senkende Waschung mit Pfefferminzöl und der Patient mag Pfefferminzöl nicht, die Pflegeperson handelt nur nachdem Standard.

Guck doch in deinem Lehrbuch mal unter Qualitätsmanagement. Da findest du sicher auch Gegenargumente zum Pflegestandard.

SG Martin
 

Totti1312

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Danke... ich dachte jemand hätte das Thema schonmal ausgearbeitet... trotzdem danke!

Weiß sonst keiner Argumente gegen Pflegestandards?:fidee:
 

Maniac

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Handeln wird ggf. nur auf eine Skala reduziert, es wird nicht mehr "selbst" gedacht, es wird nur anhand einer Skala abgearbeitet.

Das eigene Denken gerät in den Hintergrund, das eigene Wissen wird nicht mehr so aktuell gehalten wie im Vorfeld, da aktuelle Standards das für einen übernehmen.

Noch was, kann Vor- und Nachteil sein:

Überspitzt: Jeder Depp kann die standardisierten Aufgaben übernehmen. Der Standard suggeriert das volle (bzw. notwendige) Wissen um behandelte Aufgaben...
 

narde2003

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Hallo Totti,

hier meine Argumente gegen:
  • Standards verleiten zu unreflektiertem Handeln, da sich alles nur noch nach einem "Drehbuch" abspielt.
  • Es wird nicht auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten eingegangen.
  • Es wird (überspitzt ausgedrückt) nur die Fähigkeit des Lesens vorausgesetzt.
  • Fachwissen gerät in den Hintergrund.

Sonnige Grüsse
Narde
 

rudi09

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Hallo,
Standards sind oft leblose Schriftstücke, von denen viele gerade mal wissen, dass es sie gibt. Was drin steht, spielt in der Pflege selten eine Rolle, da viele Pflegekräfte auf ihre jahrelangen Erfahrungen vertrauen (zeigt sich auch darin, dass oft in den Arbeitsgruppen junge engagierte Pflegekräfte sitzen und kaum ältere).

Viele Expertenstandards sind sehr allgemein geschrieben. Kaum jemand vom Pflegepersonal macht sich die Mühe diese zu lesen. Verstehen ist ganz schwierig. Ein Standard steht im Widerspruch zu Verfügungen der BfArM (Sturz) in Bezug auf Fixierung. Dies schafft Verwirrung und Unsicherheit.

Andere Standards sind in der Praxis kaum umsetzbar. Beispiel: Kontinenz. (Experten-)Standards sollten allen zur Verfügung stehen und nicht nur denen, die dafür Geld übrig haben oder von der Geschäftsführung genehmigt kriegen.

Die Kompetenz mancher an der Erarbeitung von Expertenstandards beteiligten Personen ist mangels Praxiserfahrung anzuzweifeln. Weiter bestehen Zweifel dahingehend, dass einige beteiligte Pflegewissenschaftler versuchen, die Praxis nach ihren Standards auszurichten und nicht die Standards nach der Praxis.

Viele Formulare sind auf Grund ihres Umfangs (Checkliste Sturz, Sturzereignisprotokoll) zwar sicher wissenschaftlich aktuell, aber in der täglichen Arbeit wegen des hohen Zeitbedarfs nicht mehr durchführbar. Sturz ist ja nur ein Thema, selbiges gilt auch für Dekubitus, Entlassung,... .

Also die Zeitumfänge insgesamt sind pro Patient und Einzelstandard gesehen zwar relativ niedrig, insgesamt aber viel zu hoch.

Dass ich nicht mißverstanden werde, bei uns sind auch einige Experten-Standards umgesetzt.


Mfg
rudi09
 

Totti1312

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Danke rudi... das hat mir schon geholfen... zu diesem Thema will oder kann sich nicht jeder äußern... das hat mir schon sehr geholfen! :ccol1:
 

Elisabeth Dinse

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Intensivüberwachung
Neue Seite 1
http://www.stoesser-standard.de/Stellungn.Thrompr Zegelin.pdf

Mögliche Kritik an einem Standard
  • bearbeiten selbstverständliche Themen, die zur Grundausbildung einer Pflegefachkraft gehören - Sinn dieser Standards bleibt verborgen
  • primär prozessorientiert
  • unklare Definition des Pflegeniveaus (kein fachsprachl. Ausdruck)
  • Überprüfbarkeit der Anwendung als Problem
  • fehlende aktuelle pflegerische Erkenntnisse
  • oftmals Fortschreibung von tradiertem Wissen oder Lehrbuchmeinungen ohne aktuelle Überprüfung
  • veröffentlichte Standards sind Dienstanweisungen mit rechtlichen Haftungsansprüchen
  • meist fehlender (vollständiger) Name des Urhebers
  • fehlende Literaturangaben
  • viele Standards entstanden unter retrospektiven Gesichtspunkten
  • Dies bedeutet, dass man die Vereinheitlichung hemmt und den Professionellen vermittelt, dass sie solche Checklisten brauchen, weil sie ungenügende Ausbildungen haben.
  • Diese Art von Standards schaden dem Beruf mehr als sie nützen. Themenklärung ist bei Standards sehr wichtig, weil es dabei hilft, Fähigkeiten zu schulen um Prioritäten zu setzen und Pflegefehler zu vermeiden.
  • Standards behandeln alle Bewohner/Patienten gleich, wenn nicht gut geschultes Personal auf die persönlichen Belange des Bewohners/Patienten eingeht
Pflegestandard - PflegeWiki
Elisabeth
 
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