Antipyrese bei Fieber nach Impfung ja oder nein?

Neuromaus

Poweruser
Registriert
23.12.2018
Beiträge
900
Beruf
Ges.- u. Kinderkrankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Studentin
Ich steh hier gerade ein bisschen auf der Leitung, brauche mal Nachhilfe...:knockin:

Pat. hat Fieber um die zwischen 38,5 und 39°C nach gestriger Impfung (Covid-19). Sonst keine Nebenwirkungen, AZ gut, äußert Wohlbefinden. Normalerweise würde ich in dem Fall auf Antipyrese verzichten, weil der Körper gerne seine Abwehr gegen die Viren auffahren darf. Nur wehrt er sich ja momentan nicht gegen Viren (Impfung mit mRNA-Impfstoff). Heißt das jetzt, der Körper wehrt sich gegen den Impfstoff? Das wäre natürlich kontraproduktiv, dann müsste ich mit Antipyrese dagegen halten, die Impfung soll ja was bringen.

Oder wo liegt mein Denkfehler?:gruebel:
 

Martin H.

Poweruser
Registriert
03.12.2016
Beiträge
4.686
Ort
Bayern
Beruf
Krankenpfleger, Berufspädagoge im Gesundheitswesen B. A.
Akt. Einsatzbereich
Suchthilfe
Heißt das jetzt, der Körper wehrt sich gegen den Impfstoff?
Nein, es ist ja eher so, daß Reaktionen des Körpers nach der Impfung ein gutes Zeichen sind:

"Kopfschmerzen, Schüttelfrost, manchmal sogar ein bisschen Fieber: Nach einer Corona-Impfung erleben viele Menschen gerade unangenehme Impfreaktionen. Dass es solche Reaktionen gibt, sei grundsätzlich ein gutes Zeichen, sagt Professor Michael Schaefer, Pharmakologe und Koordinator der Impfaktivitäten an der Universität Leipzig. Sie zeigen, dass Kraft und Energie in das Immunsystem gelenkt werden, damit es eine Verteidigung gegen das Coronavirus aufbaut. "Durch die Impfreaktionen nehmen wir eine Art Schonhaltung ein. Wir belasten uns nicht zusätzlich, denn hohe Belastungen würden dazu führen, dass die Immunreaktion herabgeregelt wird, etwa durch Stresshormone", erklärt Schaefer."


Eine zeitlang wurde diskutiert, ob es nicht eher kontraproduktiv sei, direkt nach der Impfung (quasi prophylaktisch) Ibu, Paracetamol o. ä. zu nehmen; es gibt aber wohl keine eindeutigen Ergebnisse dazu:

"Fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel wie Ibuprofen oder Naproxen, auch bekannt als nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), werden weitläufig zur Linderung von Impf-Nebenwirkungen eingesetzt. Dies ist jedoch eine umstrittene Praxis, denn durch eine unterdrückte Immunreaktion könnte theoretisch die Antikörperbildung und somit die Wirkung der Impfung geschmälert werden. Es gibt einige Studien, die davon abraten, Schmerzmittel im Zusammenhang mit einer Impfung einzunehmen. Ebenso gibt es wissenschaftliche Arbeiten, die keine negativen Effekte für den Impferfolg gezeigt haben. Allerdings wird auch hier von einer vorbeugenden Behandlung abgeraten. Stattdessen wird empfohlen, Schmerzmittel nur dann anzuwenden, wenn tatsächlich starke Beschwerden auftreten."

 
  • Like
Reaktionen: Neuromaus

Neuromaus

Poweruser
Registriert
23.12.2018
Beiträge
900
Beruf
Ges.- u. Kinderkrankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Studentin
Danke dir :-) Dann bleibt es jetzt erstmal dabei, dass der AZ ausschlaggebend ist
 

Ähnliche Threads

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!