Ärzte und Pflegekräfte: Ein chronischer Konflikt

Du scheinst hier was zu verwechseln. Bereichspflege hat nix mit Bereichsleitung zu tun.

Elisabeth
 
ZNA-Öse, natürlich hast du recht mit der Zusammenarbeit. Und meistens klappt das ja und auf Intensiv oder in der NA umsomehr, da die ärztlichen Kollegen doch anders auf unsere Kooperation angewiesen sind.
Aber da wir alles Menschen sind und bei unserer anspruchsvollen und von schlechten Bedingungen gekennzeichneten Arbeit mächtig Druck entsteht, sind diese Verhaltensweisen auch ein Ventil, den Druck abzulassen.
Und ich glaub auch, das der Mensch nicht per se gut und altruistisch ist, sondern die Fähigkeit zu allen (edlen und fiesen) Verhaltensweisen hat und diese auch (beide Dimensionen) ausleben muß. Und dann wirkt die Gruppendynamik.
Was schlimm ist, das es uns die äußeren politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Bedingungen so schwer machen. Und die wiederum machen wir auch selber.
So beißt sich die Katze in den Schwanz.
Kurzes Fazit meinerseits: gewisse Dinge werden sich nie ändern.
 
Also, bei mir auf Station, wage ich mal zu behaupten, haben die Ärzte die nominale Macht und die "Schwestern" die wirkliche. Wenn man das mal so plump ausdrücken will.
 
Guten Abend:-)

Also ich finde den Artikel ehrlich gesagt nicht schlecht...klar wird eher die "Partei" für die Ärzte begriffen- in Pflegezeitschriften wird doch auch eher das Wort "für" die Pflege ergriffen. Aber negativ bewertet sehe ich uns darin jetzt nicht...

Einen Milchkaffee hat mir leider auch noch kein Arzt gemacht- ich allerdnigs auch noch für keinen Arzt:-)

Aber ein Topf Haribo steht bei uns schon ab und an auf dem Frühstückstisch- eine nette Geste wie ich meine.

Liebe Grüße
Verena
 
Das mit dem Milchkaffe habe ich noch nie erlebt, wir kochen immer manche Ärzte kochen auch, eher selten und Kaffee machen die nie...:rofl::rofl:
Außerdem ja, Befunde habe ich auch schon abgeheftet, gutmütig wie ich Schaf nun mal bin und der Assistenzarzt, der guckt die nicht mal an und hinterher darf ich die Konsile in einer wahren Sauklaue unserer Oberärztin vorlesen, weil die ihre eigene Faxnummer nicht weiß:wut::wut::wut:
 
Och- das mit dem Kaffee kochen kenne ich durchaus. Die erste Berufsgruppe, die fertsch war, war für das Frühstück zuständig. Das es meist die Ärzte traf... so ist halt das Leben.

Elisabeth
 
Wenn eine Schwester bei uns bei einem bestimmten Chirurg verlauten lässt, dass sie diese OP zum ersten Mal macht, muss sie für alle im Saal beteiligten einen Schokoladenkuchen backen. Wenn dieser Chirurg mal z. B. nicht recht hat, wo was in welchem Sieb ist, bringt er einen Schokoladenkuchen.:cheerlead:

Unsere Chefärzte spendieren uns öfter mal ein Frühstück, mit allem drum und dran und ein Oberarzt stellt nach einem stressigen Vortag mal Brezen für alle auf den Tisch.:rofl:

Zum Geburtstag spendieren eigentlich die meisten etwas, auch die Ärzte, aber am spendabelsten ist eine Ärztin der Anästhesie von uns. Die kann Backen, einfach göttlich!!:bussis:
KLEINE GESCHENKE ERHALTEN DIE FREUNDSCHAFT!!

Die Zusammenarbeit in unserem OP ist mit kleinen Ausnahmen recht gut. Natürlich gibt es auch diskrepanzen, aber die meisten unserer MA wissen was sie wert sind und zeigen den Ärzten das auch!

LG opjutti
 
Wir haben bei uns auf Station eine Pflegesekretärin, die auch auf unseren Stellenplan angerechnet ist. Sie soll zur Entlastung der Pflegekräfte dienen, bekommt aber sehr häufig von unseren Ärzten irgendwelche Aufgaben auf´s Auge gedrückt (alte Akten suchen, Fachliteratur in die Bibliothek zurück bringen, nicht-stationäre Termine ausmachen etc.), die wir eigentlich nicht als unsere (pflegerische) Aufgabe betrachten. Warum wird keine Arztsekretärin eingestellt ? Weil das auf den Stellenplan der Ärzte ginge ...
Und während sie im Dienste der Ärzte unterwegs ist, müssen wir ans Telefon gehen, Bescheinigungen ausstellen oder uns mit organisatorischen Dingen `rumärgern.
Leider ist der Widerstand im Team (noch) nicht groß genug, als daß wir irgendetwas dagegen tun könnten.

Was mir an dem Beispiel im Artikel nicht gefallen hat, ist, daß die Pflege wieder Befunde abheftet (machen wir übrigens auch), weil es im ärztlichen Bereich einen personellen Engpass gibt. Was ist mit den Engpässen beim Pflegepersonal ? Ich kann mir nicht vorstellen, daß in einer Klinik, in der aufgrund von Personalengpässen Chaos herrscht und 12 Stunden-Schichten notwendig sind, das Pflegepersonal däumchendrehend nichts zu tun hat ... und deshalb Tätigkeiten übernehmen kann, die es vorher abgelehnt hatte.

Ja, Zusammenarbeit sollte ein Geben und Nehmen sein. Und ab und zu klappt das auch.
Aber, wenn die ****e am Dampfen ist, ist es meist eine sehr einseitige Sache...
 
Ehrlich gesagt verstehe ich diese Machtgehabe in der Pflege nicht. Wie oft lese ich hier im Forum wie gegen Ärzte geschimpft wird usw.
Vielleicht sollte uns mal bewusst werden das wir beide von einander "abhängig" sind...
Ohne Ärzte keine OP's, KH, oder sonstiges ergo kein Job bzw Geld für uns genauso geht es doch auch den Ärzten, wenn sie uns nicht hätten würden sie auch ziemlich blöd aus der Wäsche gucken.
Zum Glück herrscht auf unserer Station ein ähnliches Arzt-Pflege verhältnis wie bei opjutti.
Unser OA steht hinter seinem Pflegeteam und weiß auch was wir für arbeit machen und respektiert und würdigt das auch, in Form von 1x großes Frühstück für alle direkt nach der OA Visite. Ab und zu kommt auch einfach mal eine Mail an alle MA der Station wo "Danke Jungs und Mädels!" drin steht.
Man sollte Ärzte nicht als "Feind" sehen, wir müssen gut zusammen arbeiten, denn es geht ja hauptsächlich um den Patienten und er will zufrieden sein und soll das KH auch weiterempfehlen.

Auch wenns sich etwas geschwollen bzw Soap-mäßig angehört hab, ich hoffe mal dass ich den Kern getroffen habe. Wir arbeiten gern und gut mit unseren Doc's zusammen.
 
Bei uns in der Funktion ist auch ein super Verhältnis zwischen uns,die Ärzte helfen uns genauso.
Wenn wir unterbesetzt sind,helfen Sie uns ohne vieler Worte,genau wie wir sie unterstützen andersherum.Eine Hand wäscht die andere.
Warum es oft auf den Stationen soviel Konflikte gibt,weiss ich nicht.

LG angiemaus0511
 
Junger Arzt: Also ich finde diese ganze Bereichspflege Blödsinn. Die Bereichsschwester hat keine Ahnung von den Pat. in ihrem Bereich- geschweige denn in den anderen. Wie soll man da zusammen arbeiten. Da lob ich mir die alte Stationsschwester, die über jeden Pat. Auskunft geben konnte.

Ich denke mal, die eigene Berufsgruppe bekleckert sich auch net unbedingt mit Ruhm wenn es um Zusammenarbeit geht. Das fängt schon bei oben angeführtem Problem an. Man hat net mal das eigene Pflegemodell verstanden und defieniert Team: Toll Ein Anderer Machts.

Elisabeth


Das las ich im Zusammenhang mit der Stationsleitung. Habs jetzt entdeckt...verlesen. Sorry.
 
Wir haben ein super Verhältnis zwischen Pflege und den für uns zuständigen Oberärzten. Mit den Assistenten ist es manchmal schwieriger, die sind nur kurz da, und bringen teilweise auch selber "Machtspielchen" ins Team.
Das bringt so manchen Kollegen dann zur weissglut, aber im Allgemeinen können wir ganz gut interdisziplinär arbeiten.
Und natürlich sorgt es für gute Stimmung wenn jemand zum Nachtdienst oder generell zu seinem ersten oder letzten Dienst was leckeres zu Essen mitbringt.
Das machen aber auch die Pflegekräfte bei uns :-)
Also ich seh das mit dem Konflikt nicht so eng, man muss gegenseitiges Verständnis für die verschiedenen Anforderungen mitbringen und ein wenig menschliches Feingefühl.
 
Ich verfahre gerne nach den Prinzipien "eine Hand wäscht die andere" oder "wie man in den Wald ruft, schallt es zurück". Die Ärzte sind auf unsere Krankenbeobachtung angewiesen. Wir sind aber ebenso auf ihr Fachwissen angewiesen. Wir haben ein gemeinsames Ziel: Die Gesundheit / Das Wohlbefinden des Patienten oder das würdevolle Sterben eines präfinalen Patienten.
 
Ganz toll finde ich auch immer wenn Ärzte mekern "was macht ihr den in der Übergabe ihr wisst ja gar nix über den Pat."
und wenn man mehre Tage hinter den Ärzten hinterher läuft um was ansetzen zu lassen passiert gar nix
 
Ich denke, es ist wirklich so : Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus.

Bei uns (INA) läuft es im Großen und Ganzen wirklich Hand in Hand : Wenn der Doc (die meisten jedenfalls) merkt, dass wir nicht mehr wissen, wo wir zuesr hinsollen oder bei einem Pat feststehen, dem es schlecht geht, dann macht er auch mal einen Verband selbst.... Andererseits lege ich dann auch mal eine Braunüle, wenn ich Luft habe und der Doc dreht sich im Kreis.....
Wir haben allerdings auch (wenige) Kollegen, die sich weigern, mal Blut abzunehmen oder eine Viggo zu legen....
Die Docs haben das aber in kürzester Zeit raus, wer teamfähig ist und wer nicht.....
Ich bin der Meinung, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und uns gegenseitig helfen sollten. Wenn ich keine Zeit habe, eine Braunüle zu legen, dann sag ich das auch und es war noch nie ein Problem.....
Ansonsten hilft auch mal ein offenes Wort

Ich weiß allerdings auch, dass es auf den Stationen noch eine strikte Trennung der Tätigkeiten gibt (wurde ja auch schon mal in einem anderen Thread diskutiert).
Fakt ist aber, wenn ich von Schwestern höre, nein, dass mache ich nicht, dass will ich nicht und das kann ich nicht ( und das habe ich wirklich mal gehört von einer Schwester auf der Inneren, die einen VW am Finger durchführen sollte)
- dann schwillt mir schon der Kamm , dann muss sich diejenige auch nicht wundern, dass sie nur noch als "Waschspezialist" gesehen wird.
Manometer, wir haben doch alle mal ein Examen gemacht und für einen einfachen (!) Verbandswechsel ist doch dann sicher kein chirurg. Konsil nötig, oder ??????

Malu68
 
Gibt es wirklich so gravierende Unterschiede zwischen den Stationen, den Fachbereichen?

Elisabeth
 
Gibt es wirklich so gravierende Unterschiede zwischen den Stationen, den Fachbereichen?
Ich glaube nicht, dass es daran liegt. Es sind wohl eher die einzelnen Persönlichkeiten mit ihren eigenen Befindlichkeiten die ausschlaggebend sind.

Egal, ob Schwester oder Arzt:
Wer nur sich sieht und nicht über den Tellerrand rausguckt und auch, oder gerade auf dem Weg nach "oben" nie gestört, also korrigiert wird bei assozialem ( im Sinne das Wortes) Verhalten, wird zwangsläufig dazu beitragen, dass es eben kein kollegiales Miteinander gibt, sondern ein " ich kümmere mich nur um meinen Mist" und das sind nicht "meine Befunde".
VG lusche
 

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