Respektloses Benehmen der Ärzte der Pflege gegenüber

aquarius2

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Bei uns ist im Moment eine sehr gespannte Stimmung zwischen Pflegekräften und Medizinern.
Warum:
Visiten haben immer absolute Proprität, aber die Pflege wird nicht mit einbezogen, es wird denen sogar zu verstehen gegeben, dass "Einmischung" unerwünscht ist, deshalb läuft während der Visiten dann gar nichts.
Wird irgendwas gesagt, dann kommen nur pampige und genervte Antworten.
Oder eine Assistenzärztin kommt "Ich soll dir von Dr X sagen, dein Patient schwimmt in der Scheiße!"
Kurz vor unserer Übergabe, wenn wir endlich mal dokumentieren können sind die Kurven weg und auch in der Ruhezeit werden wir angerufen, weil wir ja nicht dokumentiert haben...

Wie gesagt, all das ist in Arbeit, Betriebsrat und Gewerkschaften eingeschaltet, alles läuft. Leider haben einige Kollegen schon gekündigt oder werden das noch tun, meine Frage ist lediglich, haben wir einfach nur Pech mit dem ärztlichen Personal, oder ist das generell so?
 

AntjeX

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Also ich kenne das nicht.
Ich kann mich eigentlich nur an eine Situation erinnern wo mich ein Arzt mal richtig angepampt hat wegen einer Sache, mit der ich gar nichts zu tun hatte.
Als er dann noch was von mir wissen wollte, wovon er keine Ahnung hatte und was den ärztlichen Bereich betraf, hab ich ihm gesagt, dass er doch Medizin studiert hätte und nicht ich.
Dann hat er sich entschuldigt und gut war es.

In der Ruhezeit anrufen wegen Dokumentation, die vorher nicht möglich war, das würde ich mir nicht gefallen lassen.
Ist ja gut, wenn ihr schon Betriebsrat etc. eingeschaltet habt.
Hoffentlich erreicht ihr eine Besserung für alle.
 
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Martin H.

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Visiten haben immer absolute Proprität, aber die Pflege wird nicht mit einbezogen, es wird denen sogar zu verstehen gegeben, dass "Einmischung" unerwünscht ist, deshalb läuft während der Visiten dann gar nichts.
Verstehe ich das richtig:
Die Beteiligung der Pflege an der Visite ist generell nicht erwünscht?
Falls ja, dann war das bei uns quasi genau umgekehrt:
Bei uns sollte auf Biegen und Brechen einer von der Pflege mitlaufen (am besten immer jeweilige Schicht- oder Bereichsleitung), egal ob außenrum die komplette Station zusammenbricht und sich der Kollege draußen zu Tode rennt.
(Es gab bei uns mal Zeiten, da hieß es nur, jemand von der Pflege "sollte" mitgehen, wenn nicht möglich hat auch kein Arzt einen Aufstand gebaut; zur Not hat man dann kurz eine Kurvenvisite zusammen gemacht, um sich übers Wesentliche auszutauschen. :up:Das war dann aber irgendwann passé, denn was Wichtigeres als diese schwachsinnige Visite - am besten drei mal täglich - mit den damit verbundenen ständig neuen Arztangaben und Med.-änderungen :wut: gab´s ja nicht, egal ob dann z. B. reihenweise die Pat. austrockneten (wer bitte soll denen zu trinken geben, wenn die Pflege nur damit beschäftigt ist, hinter den Ärzten herzurennen?? :roll:) oder auch sonst pflegerisch unterversorgt waren.)
Wird irgendwas gesagt, dann kommen nur pampige und genervte Antworten.
Oder eine Assistenzärztin kommt "Ich soll dir von Dr X sagen, dein Patient schwimmt in der Scheiße!"
Kurz vor unserer Übergabe, wenn wir endlich mal dokumentieren können sind die Kurven weg und auch in der Ruhezeit werden wir angerufen, weil wir ja nicht dokumentiert haben...
Das kenne ich allerdings noch genauso.
Wie gesagt, all das ist in Arbeit, Betriebsrat und Gewerkschaften eingeschaltet, alles läuft. Leider haben einige Kollegen schon gekündigt oder werden das noch tun, meine Frage ist lediglich, haben wir einfach nur Pech mit dem ärztlichen Personal, oder ist das generell so?
Mich wundert bzw. erschüttert, daß diese Zustände IMMER NOCH herrschen, obwohl sich inzwischen rumgesprochen haben dürfte, daß es einen katastrophalen Pflegenotstand in Deutschland gibt und man (=Ärzte) von daher vielleicht anständig und respektvoll mit den (wenigen noch verbliebenen) Pflegekräften umzuspringen hat. :angryfire: Aber die wird man sicherlich auch noch erfolgreich dazu bringen, dem Beruf den Rücken zu kehren...
 
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alesig

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So ähnliche Zustände kenne ich von früher. Wir haben uns dann zusammengerottet und Abhilfe geschaffen.Da diverse Ärzte und nicht bei der Visite dabei haben wollten, haben wir Fragen und wichtige Infos in Rot bei den Arztanordnungen aufgeschrieben.
So mit der Zeit ist das dann dem Chefarzt aufgefallen, der fand das gar nicht toll und wollte uns das verbieten.
Nach einem längeren Gespräch, hat er dann eingesehen, dass Informationen von der Pflege an die Ärzte wichtig sind. Entweder die Docs sprechen die Visitenzeiten mit uns ab oder es wird weiter mit rot dokumentiert.
Der Kampf um die Kurven wurde beendet, indem wir die Zeiten in denen wir sie zwingend brauchen,den Ärzten mitgeteilt haben. Sind die Kurven dennoch in den Arztzimmern verschwunden, sind wir reingegangen und haben sie uns einfach geholt, meist zu zwieit, da war dann der ärztliche Wiederstand geringer.
Ruhezeit , ist damit die Pause gemeint? Wir haben in 2 Gruppen Pause gemacht. Wer Pause hatte, der hatte kein Telefon dabei, und wurde auch nicht gestört, oder hat seine Pause nicht auf Station verbracht.
Seit einiger Zeit haben wir die digitale Kurve. Der Vorteil, es gibt keinen Kampf mehr um die Kurve. Der Nachteil, Anordnungen werden inzwischen 24 Stunden am Tag getätigt. Egal wann du den PC in die Hand nimmst, irgendwer hat immer bei irgendwem , was Angeordent. Wir könnten eine Pflegekraft, nur für das entdecken der Anordnungen und deren Ausarbeitung abstellen.
Eine Lösung ist in Sicht, wir haben beschlossen, dass wir ab 16:00 Uhr, keine Visiten mehr ausarbeiten, es sei denn bei Zugängen,Notfällen oder der Arzt kann uns das begründen. Mal schaun wie das in Zukunft klappt.
Das mit der Höflichkeit ist Erziehungssache. Wenn mir ein Arzt pampig oder unverschämt gegenüber tritt, bekommt er von mir ganz freundlich mitgeteilt, dass ich mich erst wieder mit ihm spreche, wenn er seine gute Kinderstube wiedergefunden hat, und dann lasse ich ihn stehen.
 

aquarius2

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Ruhe Zeit ist die Zeit zwischen zwei Diensten, hast du einen kurzen Wechsel also spät auf früh musst du ja von 20 Uhr Bis 7 Uhr Ruhe haben und dazu zählen eben auch Anrufe... Einmal bin ich erst um 8:30 Uhr gekommen, die Kollegen haben es toleriert, die Ärzte fanden es nicht so toll, weil vorher wurden nur die allernotwendigsten Sachen gemacht, Blut abnehmen vor Medikamentenspiegeln und iv Sachen gehörten nicht dazu.... Ist dann lange nicht mehr vorgekommen, aber jetzt testen die wieder ihre Grenzen, die wir ihnen dann auch geben!
Im Moment sind eh so viele Stellen unbesetzt und als Gewerkschaftsmitglieder sagen wir, keine Auszahlung von Überstunden, sondern Freizeitausgleich.
 

Jillian

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Blut abnehmen vor Medikamentenspiegeln und iv Sachen gehörten nicht dazu..
Erster Schritt im Sachen Erziehung: ärztliche Aufgaben, die aus ärztlicher Sicht sofort erledigt werden müssen, erledigen die Ärzte bitte sofort selbst. Oder aber sie warten formvollendet höflich, bis jemand von euch neben den pflegerischen Aufgaben die Zeit dafür findet, die ärztlichen Aufgaben zusätzlich zu erledigen.

Lernerfahrung meines Teams, die inzwischen im ganzen Haus Schule gemacht hat: Erst wenn ich mein eigenes Pensum als PK vollständig erledigt habe, kümmere ich mich um Zuarbeit für andere. Anderen den Ars** hinterhertragen und dabei meine eigene To-do Liste aus den Augen verlieren - nee, isnich.
 

InetNinja

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Da muß man ein wenig aufpassen. Welche Aufgaben sind von der Klinikleitung per Arbeitsanweisung an die pflege delegiert. Da wäre erst eine Aussage der PDL nötig um diese Arbeit niederzulegen. Was anderes wäre das wenn man als Selbstständiger in dieser Klinik tätig ist und dies eben kein Bestandteil des Vertrages ist. Das vorweg sowas kann nach hinten los gehen. Gerade in Funktionseinheiten kann das per Dienstanweisung möglich sein.

In der ZNA in der ich war gehörte die erste BE z.B. zur Arbeit der pflege, Außer die Veneneverhältnisse waren schlecht oder ähnliches.

Schlechtes Benehmen habe ich vor allem auf Stationen mit sehr viel Stress erlebt. Da wo ich jetzt bin gibt es ein paar Pappenheimer, sind aber nicht die Regel. Die kann und darf man auflaufen lassen. Unsere Chefin steht uns da im Rücken.
Es gibt wohl auch mal häufiger Gespräche mit dem Chefarzt wenn das Verhalten öfter an den Tag gelegt und grundsätzlich ist. Der Rügt dieses Verhalten dann.

Ansonsten sollte jeder der aus diesem Grund kündigt das auch unbedingt in seiner Kündigung als den Kündigungsgrund erwähnen. Was glaubt ihr wie schnell das abgestellt wird ;) Leider kündigen zu viele mit dem "hiermit Kündige ich mein Anstellungsverhältnis zum nächstmöglichen Termin"

Besser wäre "hiermit kündige ich wegen den absolut unhaltbaren Zuständen und Umgang seitens der Ärzte mit der Pflege"

Sowas bekommen die dann 10-25 mal und dann werden die sich schon umsehen wenn die Pflegekräfte wegen schlechten Umgang alle Fliehen. Das kostet nämlich riiiiiiiiiiiiichtige viiiiiiiiieeeeeellll Geld.

rechnet man den einfachen Satz kostet eine nicht besetzte Pflegekraft 120€/Tag. Mal 30 = 3.600€/Monat.
Durchschnittlich sind die Stellen 170-180 Tage Vakant = 21.000 für eine Pflegekraft.
Kündigen also 10 kostet das mal eben 120.000€ bis sie wieder besetzt ist. Und da ist der Kollege noch nicht eingearbeitet. Das kostet auch Geld. ;)
Und wenn man dann noch hingeht und nachrechnet was es kostet Pflegekräfte zu verschleißen und diese sich immer nur für ein Paar Tage Krank melden um mal kurz zu verschnaufen ;) die bekommen nämlich erst ab dem Tag der AU Pflicht die Kohle von der KK wieder und das auch nur wenn der Betrieb kleiner als 30 Mitarbeiter ist. Nennt sich Umlage 1 da Krankenhäuser selten weniger als 30 MA haben kostet die auch längeres Kranksein ganz schön viel Kohle.
Einfach mal vorrechnen wenn ein Arzt wieder Nervt... und wie er das der Klinikleitung erklären will.
Bei uns in der Abteilung sind gerade >40 stellen unbesetzt. 144.000 jeden Monat. ;)

 
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alesig

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Ruhe Zeit ist die Zeit zwischen zwei Diensten
Liebe aquarius2, kann dir nur empfehlen,entweder dein Telefon abzuschalten wenn du zu Hause bist, oder die Rufnummer auf Station zu löschen, oder die Arbeitsnummern zu blockieren oder leg dir gleich eine neue Nummer zu.
Bei haben die Anrufe zu Hause überhand genommen. Hatte Überstunden ohne Ende, keine Aussicht auf Frei, und trotzdem wurde ich ständig belästigt umd Einzuspringen.
Da Nein Sagen nichts geholfen hat, habe ich mir eine neue Nummer zugelegt und diese in der Arbeit nicht mitgeteilt. Rein rechtlich muss ich das auch nicht.
Wenn mein Arbeitgeber/Station mich erreichen möchte, dann kann er das in der Arbeit, oder per Post.
Seitdem lebt es sich zu Hause sehr entspannt, meine Familie zuckt nicht mehr zusammen wenn das Telefon klingelt,meine Kinder sind froh dass sie nicht mehr lügen müssen.Das haben die von ganz alleine gemacht, damit die Mama mehr Zeit zu Hause verbringen kann.
Anfangs hatte ich noch ein schlechtes Gewissen,das Team auf Station war auch angefressen,weil die Dumme , die sonst fast immer ja gesagt hat, nicht mehr will,der PDL wollte mir drohen,es gab ein paar Freundschaftskündigungen von Arbeitskollegen, aber ,das schlechte Gewissen ist weg,die schlechten Freunde ebenfalls und das wichtigste !!Mir geht es gut damit!!
 

InetNinja

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Ich hab auch 2 Nummern...

Beim iPhone kann man mit einer E-SIM 2 Handynummern auf einem Handy betreiben. Ist sehr praktisch.
Nummer X kann man dann abstellen und Nummer Y ist dann für Freunde und Familie
 

aquarius2

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Hallo ihr Lieben!
Wenn ich nicht will gehe ich nicht ans Telefon, die Kollegin hat auf AB gesprochen und ich habe sie zurückgerufen. Unsere PDL weiß warum die Kollegen kündigen, steht auch im Anschreiben, also hiermit kündige ich zum... Aus folgenden Gründen...
Meine Handynummer kennen nur sehr wenige und die würden die dienstlich nicht verwenden.

Unser PDL kannst du in der Pfeife rauchen, aber einige Oberärzte und inzwischen auch ein CA stehen voll hinter uns! Auch der Betriebsrat und wer in der Gewerkschaft ist der holt die hinzu, werden immer mehr die auch da vertreten sind!

Einspringen tue ich ab und zu, aber Überplanen darf mich mein Arbeitgeber nicht mehr. Manchmal ist es halt so, dass viel zu tun ist, ohne Verschulden des Arbeitgebers, wenn die uns Zwangsbelegen etc.
Wir machen dann das, was nötig ist und schreiben ggf eine Gefährdungsanzeige. Eine Berufsrechtsschutzversicherung haben wir alle, spart viel Ärger.
 
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Southpaw

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Visiten haben immer absolute Proprität, aber die Pflege wird nicht mit einbezogen, es wird denen sogar zu verstehen gegeben, dass "Einmischung" unerwünscht ist, deshalb läuft während der Visiten dann gar nichts.
Wir müssen bei der Visite mitgehen, um dem Arzt auf den aktuellen Stand zu den Patienten zu bringen, beim Verbandswechsel zu helfen und schon mal zu den Arztanordnungen "vorgewarnt" zu werden. Danach erfolgt eine klassische Ausarbeitung der Kurven nach der Visite durch die Pflegekraft (Arztanordnungen durchführen etc.). Neue Arztanordnungen im laufenden Tag sollten der PK persönlich nochmal gesagt werden, um auch Rückfragen zu klären. So läuft es bestenfalls.
Je nach Arzt und sogar Fachrichtung läuft es anders, z.B. eine bis mehrere Kurvenvisiten über den Tag verteilt oder eine Arztanordnung, die mal einfach so in die Kurve schlüpft, ohne dass ein Marker am Kadex gezogen wird. Mancher erwartet sogar, dass Pflege den Verbandswechsel vor ihm herschiebt und vielleicht trotzdem noch brav die Tür aufhält, lol, Oder: Arztanordnung zwischen Tür und Angel wird so schwammig gehalten, dass man versteht, man solle mit der Durchführung warten. Und dann kommt ein "Warum ist das nicht gemacht?"
Ich wiederhole grundsätzlich alles noch einmal, was der Arzt mir aufträgt, damit es abgenickt wird und ich mich bei Missverständnissen rechtfertigen kann.

Wird irgendwas gesagt, dann kommen nur pampige und genervte Antworten.
Ich spreche das an oder äußere Unverständnis. "Ich verstehe gerade nicht, warum du in diesem Ton mit mir sprichst.", "Ich möchte nicht, dass man so mit mir spricht."
Bei einem ist pampig und genervt einfach der Umgangston. Dem kann man genauso entgegenpoltern und es macht ihm nichts. Ich mag das nicht, ich will es ruhig und im Streitfall ist man mMn auf der besseren Seite, wenn man ruhig und nüchtern argumentiert, während der andere durchdreht.

Oder eine Assistenzärztin kommt "Ich soll dir von Dr X sagen, dein Patient schwimmt in der Scheiße!"
Würde man das mir sagen, würde ich mich darüber ärgern, dass mein Patient eingestuhlt ist und ich ihn nicht säubern konnte, dass es einem Arzt auffällt, dass der mir das nicht direkt sagt und dass diese unakademische Wortwahl kommt.
Kommt mir vor als konnten die Ärzte schon länger mit diesem Ton bei euch fahren und haben keinen Skrupel mehr. Tipp siehe oben. Wer zu so einem Ton und Verhalten schweigt, der bestärkt den anderen nur noch mehr.

Wie gesagt, all das ist in Arbeit, Betriebsrat und Gewerkschaften eingeschaltet, alles läuft. Leider haben einige Kollegen schon gekündigt oder werden das noch tun, meine Frage ist lediglich, haben wir einfach nur Pech mit dem ärztlichen Personal, oder ist das generell so?
Generell sicher nicht. Aber so etwas ist mir nicht fremd. Ärzte gegen Pflege. Wir Pflegekräfte können untereinander schon sehr hart sein, aber wenn der Kontakt zu den Ärzten auch noch schief liegt, dann ist die Arbeitsumgebung einfach nur noch toxisch. Krass was die Pflege immer noch für ein Fußabstreifer für viele ist.
 

matras

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Das von "unten nach oben" aufzubrechen ist schwierig bis unmöglich! Im Grunde dokumentiert das beschriebene Problem ein komplettes und kollektives Totalversagen der zuständigen Stations-, Abteilungs- und Pflegedienstleitungen!
 

aquarius2

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Der Betriebsrat ist aktiv und redet regelmäßig mit der Geschäftsführung, die sind angepasst, weil eben so viele weg sind und die die neu anfangen nicht bleiben.
So wird hinterfragt, was die Ärzte machen und das wird unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, ist aber nicht unsere Sicht der Dinge.
Ich sehe mir einige Stellenangebote an und habe die nächsten Wochen einiges laufen. Werde mich wohl umorientieren, muss ich mir nicht mehr antun, schon gar nicht Vollzeit und drei Schichten.
Die Kollegen sind nicht das Problem, wir schätzen einander und behandeln uns nicht so schlecht!
 
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Considerway

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Ich komme aus dem liken eurer Beiträge gar nicht heraus. Echt tolle Statements. Ich fühle das richtig nach, man merkt, wären eure Beträge mit Tinte geschrieben, bestände die Tinte aus Schweiß und Blut.
Das angeblich gute Verhältnis zu den Ärzten bei uns hängt nur damit zusammen, dass die Pflege den Ärzten alles hinterher trägt. Ekelhaft, dass Ärzte nur wel sie die Anordnungshoheit haben, meinen uns vorzuschreiben, wie wir unsere Arbeit machen sollen. In Bereichen wo sie keine Befugnis besitzen.
Als Schülerin stehe ich daneben, und denke, wie bitte?
 

aquarius2

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In der letzten Zeit bekommen die Ärzte eher Schüsse vor den Bug. Als der Chefarzt Mal darauf angesprochen wurde, dass vielen Patienten automatisch jeden Tag vier verschiedene Abführmittel bis zu dreimal täglich angeordnet wurden und die bis zu zehn! Stuhlentleerungen gehabt haben hat er gesagt, das ist doch Körperverletzung, wer schützt die Patienten vor sowas?
Tja, seitdem wird das nicht automatisch angeordnet!
Auch die Psychopharmaka werden nicht mehr gross angeordnet... Und Weaning wird nicht einfach Mal so gemacht, die Assistenzärzte müssen sich am Krankenbett aufhalten und den Patienten beobachten... Der Mann hat einen Sprung in der Schüssel sagte einer der Assistenzärzte...
So ein weltfremder Chef aber auch....
 

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Kurzum:
Nein, so ein Verhalten kenne ich nicht. Das ein Arzt mal schlechte Laune hat und mal pampig antwortet, kommt vor. Andersrum genauso.

Aber gehört von solchen Missständen habe ich auch. Diese wurden meistens (nicht immer) über einen längeren Zeitraum "herangezüchtet". In der Regel herrscht Monoprofessionell oder auch interprofessionell eine Toxische Arbeitsatmosphäre. Da kann es auch in irgendeiner Vergangenheit mal zu einem Vorfall gekommen sein, der nie wirklich aufgearbeitet wurde und schon etablieren sich bestimmte Konflikte, die tatsächlich von A-Z weitergereicht werden.

In der Regel bringen Aktionen auf "eigene Faust" ohne vorrangegangene Schlichtungsversuche auch bei deren Führungsebene (OA ggf. CA) wenig. Es verschärft nur die Problematik, da dann ein Kleinkrieg herrscht. Das Ergebnis ist dann meist die Zerstörung des anderen und der vermeintlich zerstörte wird alles dafür tun, den anderen mit ins verderben zu ziehen.

Aber so wie sich das im Post lesen lässt, werden die Konflikte ziemlich nach außen getragen. Da haben wirklich alle Führungsebenen (von SL-PDL und von OA-CA) versagt.

Und wie InetNinja schon schreibt, ist nicht vorhandenes Personal teuer. Und wird durch die Untergrenzen (so unausreichend diese auch gesetzt sein mögen) auch noch teurer. Ich erlebe derzeit in Kliniken einen gewissen Backslash des Systems. Bei uns (klinikum) wird offen Kommuniziert, das bestimmte stellen gekürzt bzw. gestrichen werden. Da Pflege nicht mehr im DRG System drin ist und im endeffekt jede Stelle refinanziert wird, muss woanders gekürzt werden. Darunter ganz groß: Labor und Ärzte.

Wird der stimmung nicht zuträglich sein.
 
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Komisch finde ich, unsere GF und die PDL bewerten die Arbeit der Ärzte, sagen die "machen zu viel, zu teure Massnahmen" wollen pro Patient viele abbrechenbare Leistungen...
Wie sinnvoll die sind:weissnix:
 

matras

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In der letzten Zeit bekommen die Ärzte eher Schüsse vor den Bug. Als der Chefarzt Mal darauf angesprochen wurde, dass vielen Patienten automatisch jeden Tag vier verschiedene Abführmittel bis zu dreimal täglich angeordnet wurden und die bis zu zehn! Stuhlentleerungen gehabt haben hat er gesagt, das ist doch Körperverletzung, wer schützt die Patienten vor sowas?
Tja, seitdem wird das nicht automatisch angeordnet!
Auch die Psychopharmaka werden nicht mehr gross angeordnet... Und Weaning wird nicht einfach Mal so gemacht, die Assistenzärzte müssen sich am Krankenbett aufhalten und den Patienten beobachten... Der Mann hat einen Sprung in der Schüssel sagte einer der Assistenzärzte...
So ein weltfremder Chef aber auch....
....und die werden von Euch wider besseres Wissen verabreicht?!? Also beteiligt Ihr Euch an der Körperverletzung??? Solche Anordnungen würde ich nicht durchführen....
 
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@matras
Ich führe sowas auch nicht durch, aber einige Kollegen machen Schema F oder sind noch sehr unerfahren und führen Anordnungen grundsätzlich durch. Einige von uns sind ja eben den Schritt gegangen dass wir andere Stellen informieren, deshalb wurden einzelne aktiv.
Aber jeder zieht sich nur das raus, was seiner Sache dient. Fazit, auch wenn GF und andere Stellen wissen das was nicht rundläuft, unsere Interessen sind das, was am wenigsten interessiert!
Trotzdem verfahren wir nach dem Motto Meldung befreit und melden alles immer auch mehreren Stellen einschließlich BR! Gefährdungsanzeigen werden geschrieben, muss nur jemand der Entscheider in die Gänge kommen, bevor alle weg sind!
 

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